{"id":358178,"date":"2025-08-20T02:16:20","date_gmt":"2025-08-20T02:16:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/358178\/"},"modified":"2025-08-20T02:16:20","modified_gmt":"2025-08-20T02:16:20","slug":"ob-krieg-oder-frieden-fuer-deutschland-wirds-teuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/358178\/","title":{"rendered":"Ob Krieg oder Frieden \u2013 f\u00fcr Deutschland wird\u2019s teuer"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Schlagzeilen nach dem j\u00fcngsten Verhandlungsmarathon zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump, seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj und einer Reihe europ\u00e4ischer Spitzenpolitiker klangen zun\u00e4chst nach Durchbruch: Sicherheitsgarantien f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> seien in Reichweite. Ist ein Friedensprozess mit Russland damit greifbarer? Zur Stunde schwierig zu er\u00f6rtern. Jenseits der diplomatischen Rhetorik zeichnet sich jedenfalls eine bittere Realit\u00e4t ab: Egal ob Waffenstillstand oder Eskalation in der Ukraine, Europa und insbesondere Deutschland werden die finanzielle Hauptlast f\u00fcr die Sicherheitsgarantien tragen m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">So lie\u00df der amerikanische Pr\u00e4sident kaum Zweifel daran, dass die USA nicht bereit sind, die Hauptlast der Sicherheitsgarantien f\u00fcr Kiew zu tragen. \u201eW\u00e4hrend des Treffens diskutierten wir \u00fcber Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine, die von verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten von Amerika bereitgestellt werden sollen\u201c, schrieb\u00a0<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/donald-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trump<\/a> in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social. Washington werde also \u201ehelfen\u201c und \u201ekoordinieren\u201c, Europa m\u00fcsse jedoch den \u201egr\u00f6\u00dften Teil\u201c schultern. Mit anderen Worten: W\u00e4hrend die Europ\u00e4er f\u00fcr eine vermeintliche Sicherheit in der Ukraine sorgen sollen, werden die USA\u00a0davon in erster Linie finanziell profitieren.<\/p>\n<p>Ukraine: Welche Sicherheitsgarantien wird es f\u00fcr Selenskyj geben?<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Kiewer F\u00fchrung plant laut einem Bericht der <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/1ddf31d2-2083-432e-aabc-a2daa562646a?first=100\">Financial Times<\/a>, sich nach einem m\u00f6glichen Friedensschluss mit Russland durch den Erwerb amerikanischer Waffensysteme im Umfang von rund 100 Milliarden US-Dollar abzusichern. Die Finanzierung dieser gigantischen Summe soll weitgehend von den europ\u00e4ischen Partnern \u00fcbernommen werden, schreibt die britische Tageszeitung unter Verweis auf ein internes Dokument. Zus\u00e4tzlich sei ein Abkommen zwischen Washington und Kiew \u00fcber Investitionen von 50 Milliarden Dollar in die gemeinsame Produktion von Drohnen mit ukrainischen Firmen vorgesehen. Big Deals f\u00fcr die R\u00fcstungsbranche der USA.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">F\u00fcr Deutschland und Bundeskanzler <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/friedrich-merz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a> bedeutet das: Milliardeninvestitionen in neue Waffensysteme, langfristige Finanzzusagen an die Ukraine und wom\u00f6glich die Entsendung deutscher Soldaten im Rahmen multinationaler Missionen. Dabei steht die Bundeswehr schon jetzt, ganz unabh\u00e4ngig vom Ausgang der Ukraine-Verhandlungen, vor der gr\u00f6\u00dften Aufr\u00fcstungswelle seit dem Kalten Krieg.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Was die Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine, Europa und auch f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> konkret bedeuten, ist weiterhin unklar. Nachdem Trump auf einer Pressekonferenz nach den Gespr\u00e4chen erkl\u00e4rte, dass Europa \u201eeinen gro\u00dfen Teil der Last\u201c tragen werde, verdichten sich die Zeichen, dass die sogenannte Koalition der Willigen, also Ukraine-Verb\u00fcndete von Japan \u00fcber das Baltikum bis nach Kanada, sich bereit erkl\u00e4ren wird, den Friedensdeal mit Putin zu \u00fcberwachen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Laut einem Bericht des Wall Street Journal besteht das kolportierte Garantiepaket aus vier Kernpunkten. Neben der Kontrolle eines Waffenstillstands und der milit\u00e4rischen Pr\u00e4senz europ\u00e4ischer Staaten in oder nahe der Ukraine sollen Luftverteidigungssysteme im gro\u00dfen Stil aufgebaut werden. Zudem setzt der Westen seine Waffenlieferungen fort und finanziert ma\u00dfgeblich den ukrainischen Milit\u00e4rhaushalt.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/emmanuel-macron\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emmanuel Macron<\/a> deutete am Dienstag an, dass \u201edie erste Sicherheitsgarantie, an der wir arbeiten \u2013 und es ist die wichtigste \u2013, eine starke ukrainische Armee ist, bestehend aus mehreren hunderttausend Soldaten, gut ausger\u00fcstet, mit Verteidigungssystemen und hohen Standards\u201c. Die zweite Garantie bestehe darin, R\u00fcckversicherungskr\u00e4fte bereitzuhalten. \u201eDie Briten, die Franzosen, die Deutschen, die T\u00fcrken und andere ben\u00f6tigen wir, um diese Operationen durchzuf\u00fchren. Nicht an der Front, nicht auf provokative Weise, sondern als R\u00fcckversicherungseins\u00e4tze in der Luft, zur See und an Land\u201c, sagte der franz\u00f6sische Staatschef. Ziel sei es, ein strategisches Signal nach Moskau zu senden. \u201eDer Frieden in der Ukraine ist auch unsere Angelegenheit\u201c, betonte Macron, der nach den Treffen in Alaska und Washington einen Vierergipfel zwischen den USA, der Ukraine, Russland und den Europ\u00e4ern fordert.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Doch w\u00e4hrend Paris und London mit einer robusten Truppenpr\u00e4senz lieb\u00e4ugeln, \u00fcberwiegt in Berlin und Rom Skepsis. Der Einsatz k\u00f6nnte schnell in eine direkte Konfrontation mit Russland m\u00fcnden, so die Lesart. Au\u00dfenminister Johann Wadephul, der momentan auf Ostasien-Reise ist, zeigte sich zun\u00e4chst skeptisch, was die Entsendung von Bundeswehr-Truppen in die Ukraine angeht. Er verwies auf eine verst\u00e4rkte Rolle der Bundeswehr in der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/nato\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nato<\/a>, darunter mit einer Kampfbrigade \u2013 rund 5000 Frauen und M\u00e4nner \u2013 in Litauen. Ein Einsatz in der Ukraine w\u00fcrde Deutschland \u201evoraussichtlich auch \u00fcberfordern\u201c.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Sp\u00e4ter jedoch ruderte der deutsche Chefdiplomat zur\u00fcck. Letztlich w\u00fcrden Sicherheitsgarantien bedeuten, dass man nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten an der Seite der Ukraine stehe, sagte Wadephul dem Deutschlandfunk. Ob eine Beobachtertruppe im Westen der Ukraine oder eine \u201enato\u00e4hnliche\u201c Variante entlang des Artikels 5: Die Sicherheitsgarantien werden enorme Kosten verursachen und Soldaten zus\u00e4tzlich binden, die Deutschland kaum hat.<\/p>\n<p>Bundeshaushalt: Ukraine-Kosten d\u00fcrften sich vervielfachen<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ein weiterer Knackpunkt: Russland weist die Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine bisher kategorisch zur\u00fcck. Au\u00dfenminister Sergej Lawrow erkl\u00e4rte \u00fcberaus deutlich: \u201eDie Pr\u00e4senz von Truppen aus Nato-Staaten auf ukrainischem Gebiet \u2013 unter welcher Flagge auch immer, einschlie\u00dflich sogenannter Peacekeeper \u2013 stellt eine Bedrohung f\u00fcr Russland dar.\u201c Moskau werde die Pl\u00e4ne der Westeurop\u00e4er unter keinen Umst\u00e4nden akzeptieren, sagen auch russische Diplomaten der Berliner Zeitung.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Zwar wurde zuletzt berichtet, der Kreml signalisiere eine gewisse Bereitschaft, westliche Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine zu akzeptieren \u2013 allerdings wohl nur unter Bedingungen, die eine De-facto-Anerkennung territorialer Verluste f\u00fcr die Ukraine einschlie\u00dfen w\u00fcrden. Das akzeptiert wiederum die politische F\u00fchrung der Ukraine nicht. F\u00fcr Europa bedeutet das Verhandlungswirrwarr: Milliardenhilfen und milit\u00e4rische Schutzgarantien f\u00fcr die Ukraine, w\u00e4hrend Moskau am Ende wesentliche Kriegsziele erreicht h\u00e4tte.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Deutschland, das sich hier einer Vorreiterrolle r\u00fchmt, bleibt in jedem Szenario das \u00f6konomische R\u00fcckgrat der europ\u00e4ischen Ukraine-Politik. Schon jetzt stemmen deutsche Steuerzahler Dutzende Milliarden Euro an Hilfen f\u00fcr die Ukraine. \u201eSeit dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat Deutschland f\u00fcr die Ukraine bilaterale zivile Unterst\u00fctzung in H\u00f6he von rund 34 Milliarden Euro geleistet und milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung in H\u00f6he von rund 38 Milliarden Euro geleistet beziehungsweise f\u00fcr die kommenden Jahre bereitgestellt\u201c, hei\u00dft es <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/deutschland-hilft-der-ukraine-2160274\">auf der Website der Bundesregierung<\/a>. Kommen neue Verteidigungssysteme, Truppeneins\u00e4tze oder langfristige Garantieverpflichtungen hinzu, d\u00fcrfte sich dieser Betrag vervielfachen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Schlagzeilen nach dem j\u00fcngsten Verhandlungsmarathon zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump, seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj und einer Reihe&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":358179,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,14,3923,15,3921,12],"class_list":{"0":"post-358178","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-nachrichten-aus-deutschland","18":"tag-news","19":"tag-news-aus-deutschland","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115058690354905271","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/358178","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=358178"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/358178\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/358179"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=358178"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=358178"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=358178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}