{"id":358537,"date":"2025-08-20T05:36:23","date_gmt":"2025-08-20T05:36:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/358537\/"},"modified":"2025-08-20T05:36:23","modified_gmt":"2025-08-20T05:36:23","slug":"grossstadt-ade-berliner-familie-lebt-auf-probe-im-erzgebirge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/358537\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfstadt ade: Berliner Familie lebt auf Probe im Erzgebirge"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Vom Gro\u00dfstadttrubel ins l\u00e4ndliche Erzgebirge: Einen knappen Monat lang hat eine dreik\u00f6pfige Familie ihren Wohn- und Arbeitsort getauscht. Statt in Berlin leben sie in der 11.300 Einwohner z\u00e4hlenden Bergstadt Zw\u00f6nitz und zwar auf Probe. 270 Bewerbungen gab es f\u00fcr das Experiment, sagt Daniel Schalling vom Regionalmanagement Erzgebirge. Die meisten kamen aus gro\u00dfen St\u00e4dten wie Berlin, M\u00fcnchen, Hamburg und Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>\u00abWir wollen zeigen, was das Erzgebirge drauf hat, wie lebenswert das Erzgebirge ist\u00bb, erkl\u00e4rt Schalling. Es gehe darum, eine neue Perspektive auf die Region zu geben und andere Menschen mit \u00fcberraschenden und begeisternden Eindr\u00fccken anzustecken. Doch werden die Teilnehmer am Ende tats\u00e4chlich ihre Koffer packen und sich f\u00fcr ein Leben im Erzgebirge entscheiden? \u00abDas w\u00e4re perfekt, ist aber nicht unser prim\u00e4res Ziel.\u00bb<\/p>\n<p>Arbeiten aus der Ferne<\/p>\n<p>Philipp J\u00e4ger jedenfalls zeigt sich beeindruckt. Anfang des Monats ist er mit Frau Katharina und Tochter Romy nach Sachsen gekommen. W\u00e4hrend das elf Monate alte T\u00f6chterchen von einer Tagesmutti betreut wird, gehen die Eltern aus der Ferne in einem Coworking-B\u00fcro ihrer Arbeit nach &#8211; er in einer Digitalagentur, sie in der Veranstaltungsbranche, erz\u00e4hlt J\u00e4ger. Den Rest der Zeit nutzen sie, um Land und Leute kennenzulernen. Dazu waren sie schon in Oberwiesenthal, haben ein Unternehmen besichtigt und einen Rundflug gemacht.<\/p>\n<p>\u00abEs ist hier landschaftlich sehr sch\u00f6n\u00bb, sagt J\u00e4ger, der mit seinem Rennrad nicht die bergige Umgebung scheut. \u00abWir reisen gern und viel. Das ist f\u00fcr uns eine gute Gelegenheit, eine Region in Deutschland kennenzulernen.\u00bb Denn im Erzgebirge sei er zuvor noch nie gewesen. K\u00f6nnten er und seine Familie hier langfristig Fu\u00df fassen? \u00abNach zehn Jahren Berlin k\u00f6nnen wir uns von Brandenburg bis Dubai so ziemlich alles vorstellen.\u00bb<\/p>\n<p>Auch andere Kommunen bieten Wohnen auf Probe<\/p>\n<p>Wohnen auf Probe gibt es inzwischen in etlichen St\u00e4dten. So offerieren Guben und Eisenh\u00fcttenstadt in Brandenburg solche Schnupperangebote &#8211; in der Hoffnung, angesichts des demografischen Wandels neue Einwohner zu finden. In Guben werden Interessierten dabei m\u00f6blierte G\u00e4stewohnungen f\u00fcr zwei bis vier Wochen zur Verf\u00fcgung gestellt, w\u00f6chentliche Stammtische organisiert und auf Wunsch Praktika in Unternehmen vermittelt. Voriges Jahr nutzten das laut der Stadt 31 Personen; dieses Jahr soll es eine \u00e4hnliche Teilnehmerzahl sein.<\/p>\n<p>Auf sehr lange Erfahrung mit Angeboten zum Probewohnen blickt die Stadt G\u00f6rlitz. Die Anf\u00e4nge reichen bis 2008 zur\u00fcck. Die Ursprungsidee war, wegen der Leerst\u00e4nde Einwohner vom Stadtrand ins Zentrum zu locken, wie Robert Knippschild erkl\u00e4rt. Er leitet das Interdisziplin\u00e4re Zentrum f\u00fcr transformativen Stadtumbau am Leibniz-Institut f\u00fcr \u00f6kologische Raumentwicklung. Die Forscher begleiten das Probewohnen in G\u00f6rlitz wissenschaftlich.<\/p>\n<p>G\u00f6rlitz: Jeder zehnte Probe-Einwohner ist geblieben<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter sei das Programm auf Zuzug von au\u00dferhalb ausgerichtet worden, inzwischen ist es Mitarbeitern des neu entstehenden Forschungszentrums f\u00fcr Astrophysik vorbehalten. Denn so eine Ansiedlung bedeute nicht automatisch, dass Besch\u00e4ftigte tats\u00e4chlich in die Stadt umziehen, wei\u00df Knippschild. Interessierte k\u00f6nnen nun drei Monate lang in G\u00f6rlitz auf Probe leben. Das nutzen den Angaben nach im aktuellen Durchlauf 18 Personen.<\/p>\n<p>Insgesamt haben seit Anbeginn des Projekts knapp 270 Menschen probeweise in der Stadt gewohnt, etwa jeder Zehnte ist letztlich dort sesshaft geworden, wie Knippschild erl\u00e4utert. \u00abDas sind die, von denen wir es wissen.\u00bb Die tats\u00e4chliche Zahl k\u00f6nne durchaus h\u00f6her sein.<\/p>\n<p>\u00abEs geht bei dem Projekt nicht so sehr darum, neue Einwohner en masse in die Stadt zu bekommen\u00bb, betont der Wissenschaftler. Es gehe vielmehr auch um die Erkenntnis, welche Erwartungen die Menschen an das Leben in solch einer mittelgro\u00dfen Stadt haben, woher sie kommen, welche lebensweltliche Erfahrungen sie hier machen und inwieweit sich das von ihren Erwartungen unterscheidet. Daraus k\u00f6nnten Schl\u00fcsse f\u00fcr die Stadtentwicklung und die Infrastruktur gezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vom Gro\u00dfstadttrubel ins l\u00e4ndliche Erzgebirge: Einen knappen Monat lang hat eine dreik\u00f6pfige Familie ihren Wohn- und Arbeitsort getauscht.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":358538,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30],"class_list":{"0":"post-358537","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115059476805516950","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/358537","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=358537"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/358537\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/358538"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=358537"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=358537"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=358537"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}