{"id":358655,"date":"2025-08-20T06:52:13","date_gmt":"2025-08-20T06:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/358655\/"},"modified":"2025-08-20T06:52:13","modified_gmt":"2025-08-20T06:52:13","slug":"291-mal-bauchgefuehl-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/358655\/","title":{"rendered":"291 Mal Bauchgef\u00fchl \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Am Montag, dem 18. August, informierte die IHK zu Leipzig \u00fcber die j\u00fcngste Umfrage zum Wirtschaftsstandort Leipzig. Auch OBM und Wirtschaftsdezernent sa\u00dfen dabei, um wohlformulierte Worte vorzutragen. Aber das Ergebnis ist eher wieder nur Bauchgef\u00fchl, eine der \u00fcblichen Umfragen unter ausgew\u00e4hlten Unternehmern, die dann wieder Noten verteilt haben f\u00fcr ein vorgefertigtes Raster, das niemanden kl\u00fcger macht. Eine richtige Standortanalyse untersucht die konkreten Infrastrukturen vor Ort. Doch darum ging es nicht.<\/p>\n<p>\u201eDeutschlands und ist interessant f\u00fcr Investoren aus dem In- und Ausland. Die aktuelle Standortbefragung von Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig und Handwerkskammer zu Leipzig \u2013 an der sich 291 Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen beteiligt haben, zeigt jedoch: Die Bewertung f\u00e4llt kritischer aus als zur letzten Umfrage 2019\u201c, meldeten die IHK und die Handwerkskammer.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/0d6b873f483143e6bc492f140be8f63f.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2025\/08\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2025\/08\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\u201e2025 bewerten nur noch 7 Prozent der Unternehmen den Standort mit\u00a0\u201asehr gut.\u2018\u00a0Im Jahr 2019 waren es noch 15 Prozent. Auch der Anteil der \u201agut\u2018\u00a0-Bewertungen ist drastisch von 69 auf 46 Prozent zur\u00fcckgegangen.\u201c<\/p>\n<p>Da will man doch schon gern wissen, was die 291 Unternehmen (von insgesamt 67.000 Mitgliederunternehmen allein in der IHK zu Leipzig) da konkret als Standortnachteile benannt haben.<\/p>\n<p>\u201eEinzelne Standortfaktoren haben sich gegen\u00fcber der letzten Umfrage 2019 sp\u00fcrbar verschlechtert. Das betrifft besonders den Bereich der Verwaltungsprozesse, das Thema innerst\u00e4dtischer Verkehr sowie das Niveau der Energiepreise, Geb\u00fchren, Abgaben und Steuern\u201c, meinen die Kammern nach Auswertung der Umfrage.<\/p>\n<p>Was pr\u00e4gt eigentlich einen Standort?<\/p>\n<p>Energiepreise, Geb\u00fchren, Abgaben und Steuern aber unterscheiden Leipzig nicht wirklich von anderen Standorten in Deutschland. Und der Fokus allein auf den innerst\u00e4dtischen Verkehr verstellt die Sicht darauf, dass f\u00fcr einen Wirtschaftsstandort die \u00fcberregionalen Verbindungen viel wichtiger sind und deshalb ausschlaggebend f\u00fcr Unternehmensansiedlungen: Autobahnen, Flughafen, Bahnverbindungen. Dazu kommen s\u00e4mtliche Telekommunikationsanbindungen, die im Zeitalter der Digitalisierung noch viel wichtiger werden.<\/p>\n<p>\u201eZwar sind Leipzigs kulturelle Vielfalt, das lebendige Zentrum und die hohe Lebensqualit\u00e4t wertvolle Standortvorteile \u2013 f\u00fcr Unternehmen ebenso wie f\u00fcr Fachkr\u00e4fte\u201c, meinte Kristian Kirpal, Pr\u00e4sident der IHK zu Leipzig.<\/p>\n<p>\u201eDoch diese Attraktivit\u00e4t will finanziert sein \u2013 und das Geld daf\u00fcr erwirtschaften in erster Linie unsere Unternehmen und ihre Besch\u00e4ftigten. Attraktive Standortbedingungen sind die Grundlage f\u00fcr eine starke Wirtschaft. Und dazu m\u00fcssen die Kosten f\u00fcr Unternehmen gesenkt werden, unn\u00f6tige B\u00fcrokratie abgebaut und Bearbeitungs- sowie Genehmigungszeiten verk\u00fcrzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Obskure Stadtratsbeschl\u00fcsse<\/p>\n<p>Aber wie ist das wirklich mit dem innerst\u00e4dtischen Verkehr?<\/p>\n<p>\u201eDie wiederkehrenden Diskussionen \u00fcber den Verkehrsfluss in der Stadt Leipzig spiegeln auch unsere Befragungsergebnisse wider\u201c, erkl\u00e4rte der Pr\u00e4sident der Handwerkskammer zu Leipzig, Matthias For\u00dfbohm.<\/p>\n<p>Insbesondere beim innerst\u00e4dtischen Verkehr und bei der Verf\u00fcgbarkeit von Parkpl\u00e4tzen und Anlieferzonen sehe man besonders die Diskrepanz zwischen der Zufriedenheit mit der aktuellen Lage und der Relevanz dieser Faktoren f\u00fcr die Aus\u00fcbung handwerklicher T\u00e4tigkeiten. Womit dann eigentlich deutlich wird, dass hier eher die Handwerker ihren Frust ge\u00e4u\u00dfert haben.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich bef\u00fcrworte er die dringend notwendigen Investitionen in die Infrastruktur, um hier wieder eine h\u00f6here Zufriedenheit herzustellen. Daher gelte es nun, so For\u00dfbohm, die bestehenden Stadtratsbeschl\u00fcsse \u2013 zum Beispiel f\u00fcr die Fahrradstreifen am City-Ring oder die Bauma\u00dfnahmen in der Prager Stra\u00dfe \u2013 z\u00fcgig umzusetzen, um den Wirtschaftsverkehr wieder flie\u00dfen zu lassen. Welche Stadtratsbeschl\u00fcsse er da meinte, wird nicht ersichtlich.<\/p>\n<p>Die Fahrradstreifen auf dem Ring werden nicht auf der Grundlage von Stadtratsbeschl\u00fcssen umgesetzt. Und in der Prager Stra\u00dfe wird ein Abschnitt am V\u00f6lkerschlachtdenkmal aus und umgebaut. Mehr Platz f\u00fcr den motorisierten Verkehr gibt es da hinterher auch nicht.<\/p>\n<p>Der OBM widerspricht<\/p>\n<p>Die Ergebnisse aus Leipzig \u2013 so stellen IHK und Handwerkskammer fest \u2013 spiegeln einen bundesweiten Trend wider: Der wirtschaftliche Puls schw\u00e4che sich ab. Stadtpolitik und Verwaltung seien jetzt aufgefordert, Ma\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu ergreifen.<\/p>\n<p>Dabei investiert Leipzig schon Millionen in die Wirtschaftsf\u00f6rderung. Und das bei einer Haushaltslage, bei der eine Genehmigung des Doppelhaushalts 2025\/2026 noch immer nicht in Sicht ist.<\/p>\n<p>\u201eUnser Haushalt sichert Investitionen und damit Wertsch\u00f6pfung in der Region und setzt auf starke Wirtschaftsf\u00f6rderung\u201c, sagte Burkhard Jung, Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Leipzig. Und widersprach damit den beiden Kammerpr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p>\u201eWir leisten damit unseren Beitrag, damit die Wirtschaft wieder anspringt. Wir wissen, wie wichtig eine starke Wirtschaft ist. Nicht nur, weil rund ein Viertel unserer Einnahmen aus der Gewerbesteuer stammt \u2013 aus der Leistung unserer Unternehmen. Ohne diese Einnahmen keine Ausgaben f\u00fcr Soziales, Kultur, Klimaschutz oder Wirtschaftsf\u00f6rderung. Auch deshalb nehmen wir die Umfrageergebnisse sehr ernst. Wir wollen ein attraktiver Standort f\u00fcr Unternehmen sein.\u201c<\/p>\n<p>Einzige Schraube, an der Leipzigs Verwaltung wirklich drehen kann: Die st\u00e4dtischen Genehmigungsprozesse k\u00f6nnten schneller sein, wie Clemens Sch\u00fclke, B\u00fcrgermeister und Beigeordneter f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Digitales, erkl\u00e4rte: \u201eDie Unzufriedenheit mit der Haltung der Verwaltung gegen\u00fcber Unternehmen ist uns ein klarer Auftrag. Wir m\u00fcssen und wollen wirtschaftsnah denken und wirtschaftsfreundlich handeln.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen weg von der Frage \u201aWas muss der Antragsteller uns noch liefern?\u2018 hin zu \u201aWie kann ich den Investor unterst\u00fctzen, den Prozess abk\u00fcrzen?\u2018. Denn auch als Verwaltung stehen wir im Wettbewerb mit anderen St\u00e4dten und Kreisen; ein wirtschaftsfreundlicher Ruf entscheidet mit dar\u00fcber, ob Betriebe wachsen oder sich neu ansiedeln. Das ist unser gemeinsamer Auftrag.\u201c<\/p>\n<p>Aber auch das ist nicht neu. Genauso wie die abgefragten Kritikpunkte, die auch seit 2019 dieselben sind. Eine wirkliche Einsch\u00e4tzung des Wirtschaftsstandorts Leipzig bietet die Umfrage nicht. Und mit einer profunden Analyse hat sie auch nichts zu tun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Montag, dem 18. August, informierte die IHK zu Leipzig \u00fcber die j\u00fcngste Umfrage zum Wirtschaftsstandort Leipzig. 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