{"id":358913,"date":"2025-08-20T09:18:11","date_gmt":"2025-08-20T09:18:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/358913\/"},"modified":"2025-08-20T09:18:11","modified_gmt":"2025-08-20T09:18:11","slug":"tiere-klimawandel-bringt-neue-vogelarten-nach-deutschland-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/358913\/","title":{"rendered":"Tiere: Klimawandel bringt neue Vogelarten nach Deutschland &#8211; Wissen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Sie hei\u00dfen Seidens\u00e4nger, Zwergohreule, Bienenfresser und Orpheussp\u00f6tter\u00a0\u2013 und wer sie noch nicht kennt, hat gute Chancen, sie demn\u00e4chst kennenzulernen. Denn alle vier geh\u00f6ren zu einer Gruppe s\u00fcdeurop\u00e4ischer Vogelarten, die sich allm\u00e4hlich auch in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> heimisch f\u00fchlen. Bienenfresser und Orpheussp\u00f6tter haben ihren Siegeszug gen Norden schon vor einigen Jahren angetreten, Seidens\u00e4nger und Zwergohreule sind Neulinge: Sie werden im aktuellen Expertenbericht zur Lage der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/V%C3%B6gel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">V\u00f6gel<\/a> in Deutschland zum ersten Mal als etablierte Brutv\u00f6gel aufgef\u00fchrt. Und weitere S\u00fcdeurop\u00e4er stehen schon vor der T\u00fcr. Kuhreiher, Zistens\u00e4nger und Zwergscharbe haben in den vergangenen Jahren erstmals vereinzelt in Deutschland gebr\u00fctet. Sie alle sind Zuwanderer aus den warmen Regionen S\u00fcd- und S\u00fcdosteuropas.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u201eWir sehen sehr deutlich, dass der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Klimawandel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimawandel<\/a> sich immer st\u00e4rker in der Vogelwelt Deutschlands niederschl\u00e4gt\u201c, sagt Tobias Reiners. \u201eDie Ver\u00e4nderungen laufen schneller ab, als wir das erwartet haben\u201c, so der Vorsitzende des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA), der im Auftrag des Bundesumweltministeriums alle sechs Jahre den Statusbericht \u201eV\u00f6gel in Deutschland\u201c vorlegt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der Klimawandel bringt aber nicht nur neue Arten nach Deutschland. Er verhilft auch den V\u00f6geln aus dem S\u00fcden zu gr\u00f6\u00dferen Populationen, die als Klima-Pioniere schon vor einigen Jahren oder Jahrzehnten in Deutschland Fu\u00df fassen konnten, wie der noch unver\u00f6ffentlichte Bericht der Vogelstatistiker zeigt, der der SZ vorliegt. Grundlage sind langj\u00e4hrige Monitoringprogramme von 10 000 ehrenamtlichen Ornithologen sowie die regelm\u00e4\u00dfigen Meldungen von mehr als 50 000 Beobachtern \u00fcber eine App. Weil V\u00f6gel besonders gute Indikatoren f\u00fcr den Zustand der \u00d6kosysteme sind, ist der Bericht eine der wichtigsten Grundlagen zur Bewertung des Zustands der Natur in Deutschland.<\/p>\n<p>Klimawandel macht Zugv\u00f6gel faul<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Beispiel Bienenfresser. Seit es den farbenfrohen V\u00f6geln dank des immer milderen Klimas in den 1990er-Jahren gelang, regelm\u00e4\u00dfig in Deutschland zu br\u00fcten, nimmt ihre Zahl mit jedem Jahr kr\u00e4ftig zu. Allein in den vergangenen zehn Jahren konnte sich der Bestand versechsfachen. Inzwischen graben 6000 Bienenfresser-Paare in allen Bundesl\u00e4ndern mit Ausnahme der Stadtstaaten regelm\u00e4\u00dfig ihre Bruth\u00f6hlen in Sandgruben, an Steilh\u00e4ngen oder Kiesgruben. Etwas verhaltener verl\u00e4uft die Zuwanderung anderer V\u00f6gel aus dem Mittelmeerraum: Die Zahl der Wiedehopfe, die bevorzugt w\u00e4rmeabh\u00e4ngige Gro\u00dfinsekten verspeisen, hat sich in den vergangenen sechs Jahren auf mehr als 2000 Brutpaare verdoppelt, und auch die haupts\u00e4chlich ab Italien s\u00fcdw\u00e4rts verbreitete Zaunammer br\u00fctet mittlerweile doppelt so oft in Weinbergen und an sonnenexponierten H\u00e4ngen wie noch vor wenigen Jahren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/riesenshrimps-ozeane-entdeckung-li.3256508\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;ist_der_grund_der_weltmeere_voller_riesenshrimps&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;biologie&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3256508&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;metered&quot;,&quot;section&quot;:&quot;wissen&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedewissenriesenshrimps-ozeane-entdeckung-li3256508\" class=\"css-14tg8sh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1c8b0a75-7a66-4dc2-9c98-bc26410e0d44.jpeg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Tiefseeforschung<\/p>\n<p>:Ist der Grund der Weltmeere voller Riesenshrimps?<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">In der Finsternis der Ozeane leben riesige Krustentiere \u2013 sie k\u00f6nnten mehr als die H\u00e4lfte des Meeresbodens bewohnen. Und die Tiefsee k\u00f6nnte noch mehr \u00dcberraschungen bereithalten.<\/p>\n<p>Von Francesco Schneider-Eicke<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Auch im Verhalten der V\u00f6gel hinterl\u00e4sst der Klimawandel immer st\u00e4rker seine Handschrift. Schneearme Winter erm\u00f6glichen es arktischen Wei\u00dfwangeng\u00e4nsen, ihren Zugweg zu verk\u00fcrzen und die \u201ekalte\u201c Jahreszeit an der Nordseek\u00fcste und nicht weiter s\u00fcdlich in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Europa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a> zu verbringen. Die Folge: Immer mehr V\u00f6gel bleiben im Fr\u00fchjahr h\u00e4ngen und br\u00fcten hierzulande. Andere Arten wie Kranich oder Wei\u00dfstorch verzichten in zunehmender Zahl im Herbst ganz auf die lange Reise in den S\u00fcden und weichen bei Wintereinbr\u00fcchen nur noch \u00fcber kurze Distanzen innerhalb Europas aus. Die Strategie, auf den k\u00f6rperlich anstrengenden und gef\u00e4hrlichen Langstreckenzug zu verzichten, schl\u00e4gt sich auch bei ihnen in steigenden Best\u00e4nden nieder. So br\u00fcten heute wieder rund 10 000 Wei\u00dfstorch-Paare in Deutschland \u2013 ein Plus um 50 Prozent innerhalb weniger Jahre.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Selbst im Wald wirbelt der Klimawandel das gefiederte Artenspektrum durcheinander. Weil h\u00e4ufigere St\u00fcrme und D\u00fcrren in weiten Teilen der deutschen Mittelgebirge die artenarmen Fichtenplantagen absterben lassen, k\u00f6nnen sich in den aufgelichteten W\u00e4ldern und auf den Kahlfl\u00e4chen Vogelarten neu etablieren, die mit der Umwandlung der W\u00e4lder in dunkle Forst-Monokulturen vor langer Zeit von dort verschwunden sind. Neunt\u00f6ter und Sperlingskauz verzeichnen so hohe Best\u00e4nde wie lange nicht mehr. Auch Spechte profitieren, weil das Fichtensterben gro\u00dfe Mengen insektenreichen Totholzes hinterl\u00e4sst. Verlierer dieser Entwicklung sind typische Bewohner der Nadelw\u00e4lder wie Haubenmeisen und Wintergoldh\u00e4hnchen. Ihre Populationen nehmen ab.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Insgesamt ergibt sich aktuell ein ausgeglichenes Bild von Gewinnern und Verlierern in der Vogelwelt. Die Zahl der Arten mit steigenden Best\u00e4nden ist sogar etwas h\u00f6her als die derjenigen, die abnehmen. Die Bilanz sehe aber ausgeglichener aus, als sie es in der Realit\u00e4t sei, \u201edenn an den Umweltproblemen hat sich wenig ge\u00e4ndert\u201c, warnt Reiners vor Fehlinterpretationen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Auch der Bericht selbst zeigt, dass sich der \u00dcberlebenskampf f\u00fcr viele Vogelarten in den vergangenen Jahren sogar noch versch\u00e4rft hat. \u201eVor allem bei V\u00f6geln, die eine naturvertr\u00e4glich genutzte Agrarlandschaft brauchen, ist die Lage dramatisch\u201c, sagt Konstantin Kreiser, Naturschutzexperte beim Nabu. \u201eViele Arten kommen nur noch in gut gesch\u00fctzten Gebieten oder in Gegenden vor, in denen die intensive Landwirtschaft nicht so stark zuschl\u00e4gt.\u201c Besonders schlecht gehe es V\u00f6geln, die im Agrarland leben und gleichzeitig auf Feuchtgebiete angewiesen sind, etwa auf nasse Kuhweiden oder Gr\u00fcnland-Wiesen. \u201eIhre Rolle als Charakterv\u00f6gel unserer Landschaften haben Rebhuhn, Kiebitz, Uferschnepfe und Bekassine verloren\u201c, sagt Kreiser. Auch der Bericht weist f\u00fcr diese Arten Bestandseinbr\u00fcche von mehr als 70 Prozent in den vergangenen beiden Jahrzehnten aus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Hoffnung auf Besserung sieht Natursch\u00fctzer Kreiser f\u00fcr viele Vogelarten durch das vor einem Jahr in Kraft getretene europaweite Renaturierungsgesetz. Wiedervern\u00e4sste Moore oder frei flie\u00dfende Fl\u00fcsse federn nicht nur Hochwasserspitzen ab und speichern gro\u00dfe Mengen Kohlenstoff, argumentiert der Nabu-Experte. \u201eDie Renaturierung solcher Lebensr\u00e4ume k\u00f6nnte auch Kiebitz, Uferschnepfe und Trauerseeschwalbe zu Gewinnern einer weitsichtigen Klimapolitik machen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie hei\u00dfen Seidens\u00e4nger, Zwergohreule, Bienenfresser und Orpheussp\u00f6tter\u00a0\u2013 und wer sie noch nicht kennt, hat gute Chancen, sie demn\u00e4chst&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":358914,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,5252,14910,5199,3364,29,663,30,13,952,148,14,3923,15,3921,12,149,1886,28445,591],"class_list":{"0":"post-358913","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-artenschutz","13":"tag-artenvielfalt","14":"tag-biologie","15":"tag-de","16":"tag-deutschland","17":"tag-europa","18":"tag-germany","19":"tag-headlines","20":"tag-klimawandel","21":"tag-leserdiskussion","22":"tag-nachrichten","23":"tag-nachrichten-aus-deutschland","24":"tag-news","25":"tag-news-aus-deutschland","26":"tag-schlagzeilen","27":"tag-sueddeutsche-zeitung","28":"tag-tiere","29":"tag-voegel","30":"tag-wissen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115060349659665295","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/358913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=358913"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/358913\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/358914"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=358913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=358913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=358913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}