{"id":359366,"date":"2025-08-20T13:25:12","date_gmt":"2025-08-20T13:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/359366\/"},"modified":"2025-08-20T13:25:12","modified_gmt":"2025-08-20T13:25:12","slug":"nachrichten-fuer-gefluechtete-amal-soll-mit-ki-wachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/359366\/","title":{"rendered":"Nachrichten f\u00fcr Gefl\u00fcchtete: \u201eAmal\u201c soll mit KI wachsen"},"content":{"rendered":"<p>Die Abschiebung einer afghanischen Erzieherin aus Hessen nach Litauen, die Fortf\u00fchrung eines Antiquariats in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Berlin\" title=\"Berlin\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berlin<\/a>, ein Prozess in Frankfurt, ein \u00dcberfall in der Hauptstadt, Austausch mit Menschen unter Israels Beschuss in Teheran und Damaskus oder das <a href=\"https:\/\/amalberlin.de\/de\/2025\/05\/28\/lebensretter-ohne-papiere-reicht-ein-polizei-cappuccino-fuer-hamburgs-helden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Portr\u00e4t von Muhammad Al-Muhammad<\/a>, dem jungen Syrer, der die Messerangreiferin am Hamburger Bahnhof im vergangenen Mai gestoppt hat. <\/p>\n<p>Alles Themen, mit denen sich das <a href=\"https:\/\/amalberlin.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Online-Portal \u201eAmal News\u201c<\/a> besch\u00e4ftigt. Das mehrsprachige Angebot bietet <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Nachrichten\" title=\"Nachrichten\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nachrichten<\/a> und Geschichten von Gefl\u00fcchteten f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen in Deutschland \u2013 auf Arabisch, Dari\/Farsi, Ukrainisch, Deutsch. Dabei geht es nicht nur um Fragen und Antworten zum Leben in Deutschland, zu Einwanderung und Sprachkursen, sondern auch um Politik, Kultur, Aktuelles und Alltagsthemen vor der Haust\u00fcr \u2013 so wie bei anderen Lokalbl\u00e4ttern. <\/p>\n<p>Lokalnachrichten aus deutschen St\u00e4dten auf Arabisch und Ukrainisch <\/p>\n<p>Gegr\u00fcndet 2016 von der Journalistin Julia Gerlach, hat das Portal vor wenigen Tagen eine Millionenf\u00f6rderung vom Bundesamt f\u00fcr Migration und <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Fl%C3%BCchtlinge\" title=\"Fl\u00fcchtlinge\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fl\u00fcchtlinge<\/a> zugesagt bekommen. Mit der F\u00f6rderung von fast 3,3 Millionen Euro aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds und zus\u00e4tzlichen 400\u200a000 Euro der Crespo Foundation soll das Portal k\u00fcnftig mehr Nachrichten liefern, fl\u00e4chendeckender und schneller informieren. \u201eWir haben bislang drei verschiedene Redaktionen in drei verschiedenen St\u00e4dten, Berlin, Frankfurt und <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Hamburg\" title=\"Hamburg\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hamburg<\/a>, und in drei verschiedenen Sprachen. Das Geld, das nun bewilligt wurde, wird haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Geh\u00e4lter unserer Mitarbeitenden gebraucht. Wir wollen damit auch stark in K\u00fcnstliche Intelligenz investieren, um die Arbeit effizienter zu machen\u201c, sagt Julia Gerlach. <\/p>\n<p>Das Herzst\u00fcck von \u201eAmal\u201c sind Lokalnachrichten, erz\u00e4hlt die ehemalige Kairo-Korrespondentin. \u201eWir erstellen eine Art Presseschau, wir fassen die Themen zusammen und formulieren daraus eine f\u00fcr unsere Zielgruppe gut verst\u00e4ndliche Nachricht. Das machen bislang Redakteure. Das Zusammenfassen der deutschen Texte und das \u00dcbersetzen ins Arabische, Persische, Ukrainische soll k\u00fcnftig ein KI-Editor machen. Auch das Zuschneiden auf das gew\u00fcnschte Format, Social Media oder Website soll die KI \u00fcbernehmen.\u201c<\/p>\n<p> Daf\u00fcr brauche es bei den unterschiedlichen Sprachen und Communities, f\u00fcr die \u201eAmal\u201c Nachrichten anbietet, eine geeignete Herangehensweise. \u201eIm ersten Schritt m\u00fcssen wir ein KI-Tool trainieren. Es gibt etwa Begriffe wie etwa Bundeskanzleramtsminister, die komplex sind und schwer \u00fcbersetzbar. Damit wir daf\u00fcr etwa im Arabischen immer dieselbe Entsprechung haben, m\u00fcssen wir das Tool damit f\u00fcttern.\u201c <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.2b4ca61f-f4a1-4721-a830-4ee1e4b925ed.original1024.media.jpeg\"\/>     Viktoriia Chernykova-Berezdetska aus der Ukraine berichtet f\u00fcr Amal.    Foto: Amal\/Julia Gerlach    <\/p>\n<p> Au\u00dferdem habe man neben den bisherigen St\u00e4dten Berlin, Frankfurt und Hamburg weitere St\u00e4dte und Regionen im Blick; die Nachrichten sollen etwa auf den Webseiten von Kommunen gespielt werden. \u201eUnd wir bauen die deutsche Webseite deutlich aus\u201c, sagt Gerlach. <\/p>\n<p>\u201eWir haben auch etwas zu sagen zum Nahverkehr oder zur Wohnungsnot\u201c <\/p>\n<p>\u201eAmal News\u201c hat eine vielschichtige Struktur und noch anspruchsvollere Herausforderungen, als viele andere Nachrichtenredaktionen: Zum einen arbeiten hier gefl\u00fcchtete Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden, zum anderen sind die Zielgruppen extrem unterschiedlich. Julia Gerlach erkl\u00e4rt es so: \u201eDie Menschen sollen bei uns erfahren, was tats\u00e4chlich f\u00fcr sie in ihrer jeweiligen Stadt relevant ist. Gleichzeitig ist es so, dass f\u00fcr Menschen aus Afghanistan andere Themen relevant sind als f\u00fcr Menschen, die aus Syrien oder der Ukraine gekommen sind. Das Ziel ist, der Zielgruppe die Integration zu erleichtern\u201c, betont die Redaktionsgr\u00fcnderin. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.1042d042-4df9-46ec-bd6e-d3be37cc0866.original1024.media.jpeg\"\/>     Khalid Al Aboud, Nana Morozova und Maryam Mardani arbeiten f\u00fcr Amal in Berlin (v.l.).       <\/p>\n<p>Jede \u201eAmal\u201c-Redaktion habe daher ihre eigene Konferenz pro Tag, in der die f\u00fcnf wichtigsten Themen festgelegt w\u00fcrden, so Gerlach. \u201eAm besten laufen alle Themen rund um die Deutsche Bahn, Erfolgsgeschichten von Gefl\u00fcchteten und bunte Themen. Wir glauben, dass solche Themen besonders wichtig sind, um sich im Alltag mit anderen austauschen zu k\u00f6nnen. Wir wissen auch, dass das ein wichtiger Bestandteil von Integration ist\u201c, sagt Gerlach. Im Vordergrund stehe bei allem die Community. <\/p>\n<p>Und was interessiert die unterschiedlichen gefl\u00fcchteten Menschen in Deutschland derzeit besonders? F\u00fcr die syrische Community sei derzeit besonders wichtig, was gerade in Syrien passiere. Die pers\u00f6nlichen Erlebnisse von Menschen in Deutschland im Kontakt mit ihren Angeh\u00f6rigen in Syrien sei dabei ein Fokus. \u201eWir berichten nicht klassisch-nachrichtlich von der Lage vor Ort, sondern suchen die Perspektive der hier Lebenden im Umgang mit dem Thema\u201c, sagt Gerlach. Au\u00dferdem nachgefragt zurzeit: die Wende in der deutschen Migrationspolitik, dazu alles, was Afghanistan betrifft, und der R\u00fcckblick auf das Jahr 2015 \u2013 \u201ewir liefern Tipps f\u00fcr Leute, die jetzt hierherkommen, von denen, die 2015 kamen\u201c, sagt Gerlach. <\/p>\n<p>Einer, der seit den Anf\u00e4ngen bei \u201eAmal\u201c dabei ist, ist Khalid Al Aboud. Er ist Gr\u00fcndungsmitglied von \u201eAmal\u201c in Berlin. 2014 kam er aus Syrien nach Deutschland und fordert, dass Gefl\u00fcchteten besser zugeh\u00f6rt werde. \u201eUnd nicht nur, wenn sich wieder einmal die sogenannte Fl\u00fcchtlingskrise j\u00e4hrt. Wir haben auch etwas zu sagen zum Nahverkehr, zur Wohnungsnot, zum Mindestlohn \u2013 zu all den Themen, die das Leben in diesem Land t\u00e4glich betreffen\u201c, so Al Aboud. <\/p>\n<p> Deutsche <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Medien\" title=\"Medien\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Medien<\/a> b\u00f6ten wenig, das zur Integration beitrage <\/p>\n<p>Die Unterschiede von \u201eAmal News\u201c zu klassischen deutschen Nachrichtenangeboten sind sehr deutlich. \u201eIch sehe unsere Arbeit als einen Beitrag dazu, eine L\u00fccke in den deutschen Medien zu schlie\u00dfen \u2013 sowohl in den traditionellen als auch in den modernen. Wenn wir Nachrichten schreiben, laden wir die Leserin oder den Leser \u2013 die oft als <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Gefl%C3%BCchtete\" title=\"Gefl\u00fcchtete\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gefl\u00fcchtete<\/a> nach Deutschland gekommen sind \u2013 dazu ein, Teil der Gesellschaft zu sein, und zwar in der Sprache, die seine oder ihre Muttersprache ist,\u201c sagt Al Aboud. Seiner Erfahrung nach nutzten Gefl\u00fcchtete in Deutschland deutsche Medien kaum, da sie wenig b\u00f6ten, \u201edas wirklich zu ihrer Integration in die Gesellschaft beitr\u00e4gt\u201c, sagt er. <\/p>\n<p>K\u00f6nnte eine Ann\u00e4herung gelingen? Julia Gerlach meint: \u201eWas wir uns w\u00fcnschen, ist, dass die Gefl\u00fcchteten-Perspektive viel mehr in herk\u00f6mmlichen deutschsprachigen Nachrichtenangeboten dargestellt wird. Mit dem neuen KI-Projekt \u00fcbersetzen wir auch Texte aus dem Arabischen oder Ukrainischen ins Deutsche. Diese Texte k\u00f6nnten gut in deutschen Zeitungen erscheinen. Die Videos k\u00f6nnten auf deutschen Kan\u00e4len erscheinen. Es gibt bereits Kooperationen, aber wir w\u00fcnschen uns mehr davon. Ich denke, dieser Blickwinkel von dieser doch relativ gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungsgruppe sollte gesehen werden. Zumal viele deutsche Medien dieses Publikum gar nicht erreichen\u201c. <\/p>\n<p>\u201eAmal News\u201c erreicht dieses Publikum \u2013 und hat nun durch die \u00f6ffentliche F\u00f6rderung deutlich mehr Luft. <\/p>\n<p> Die Redaktionen <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Standorte<\/strong><br \/>Insgesamt arbeiten derzeit rund 25 Menschen bei \u201eAmal\u201c. 14 in Berlin, in Hamburg, wo 2019 eine zweite Redaktion entstand, arbeiten f\u00fcnf Exil-Journalisten und -Journalistinnen, seit 2023 sechs weitere in Frankfurt am Main. Pro Standort arbeitet jeweils ein arabisches, ein persisches und ein ukrainisches Team, dem jeweils einem Chefredakteur vorsteht. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Gr\u00fcndung <\/strong><br \/>Die Idee zu \u201eAmal\u201c (was aus dem Arabischen \u00fcbersetzt Hoffnung bedeutet) hatte Julia Gerlach zusammen mit ihrer Schwester Cornelia 2016. Seitdem k\u00fcmmern sich die beiden Frauen um die Redaktionen, die Finanzierung und die Schulung der Mitarbeitenden. Es gebe einen langen Onboarding-Prozess, bevor ein gefl\u00fcchteter Journalist bei \u201eAmal\u201c anfange, sagt Gerlach. \u201eWir investieren viel Zeit und Geld in die Weiterbildung und das Teambuilding\u201c, sagt sie. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <b>Verbreitung <\/b>\u201eAmal News\u201c gibt es online \u00fcber die <a href=\"https:\/\/amalhamburg.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Website<\/a>, \u00fcber Facebook, was laut Julia Gerlach mit rund 350 000 Follower und Beitragsreichweiten von bis zu einer Million Nutzern der Hauptverbreitungskanal ist, auf Instagram und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@amalarabisch8358\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Youtube<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Abschiebung einer afghanischen Erzieherin aus Hessen nach Litauen, die Fortf\u00fchrung eines Antiquariats in Berlin, ein Prozess in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":359367,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[99050,51256,772,296,3364,29,99052,5249,12241,30,692,99051,80,3783,92544],"class_list":{"0":"post-359366","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-amal-news","9":"tag-arabisch","10":"tag-bayern","11":"tag-berlin","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-farsi","15":"tag-fluechtlinge","16":"tag-gefluechtete","17":"tag-germany","18":"tag-hamburg","19":"tag-julia-gerlach","20":"tag-kultur","21":"tag-nuernberg","22":"tag-ukrainisch"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115061321179707405","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=359366"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359366\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/359367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=359366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=359366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=359366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}