{"id":359432,"date":"2025-08-20T14:02:11","date_gmt":"2025-08-20T14:02:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/359432\/"},"modified":"2025-08-20T14:02:11","modified_gmt":"2025-08-20T14:02:11","slug":"helge-schneider-wird-70-und-schenkt-sich-eine-doku","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/359432\/","title":{"rendered":"Helge Schneider wird 70 &#8211; und schenkt sich eine Doku"},"content":{"rendered":"<p>        Helge Schneider<br \/>\n      Die singende Herrentorte wird 70 \u2013 und schenkt sich eine Doku zum Geburtstag<\/p>\n<p>            Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>            Kopiere den aktuellen Link<\/p>\n<p>          Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen<\/p>\n<p>Mit dem Lied vom Katzenklo wurde Helge Schneider ber\u00fchmt, heute ist er ein St\u00fcck vom Weltkulturerbe. Zum Ehrentag setzt er sich selbst mit einer Doku ein Denkmal.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">&#8222;In der Baugrube, in einem Plastiksack, da liegt ein Mensch \u2026 es ist der Zwischenrufer&#8220; \u2013 so sang <a class=\"\" data-target-type=\"article\" href=\"https:\/\/www.stern.de\/kultur\/musik\/themen\/helge-schneider-4540388.html\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Helge Schneider<\/a> im Song &#8222;In der Badeanstalt&#8220;, zu finden auf dem Album &#8222;Es gibt Reis, Baby&#8220; aus dem Jahr 1993. Der unmissverst\u00e4ndliche Seitenhieb findet sich auf der Live-Seite des Albums, auf der Studioseite unter anderem jener Song, der all das \u00fcberhaupt erst ins Rollen gebracht hatte: &#8222;Katzeklo&#8220;. Ein absurd komisches Lied \u00fcber die Freuden eines Katzenbesitzers hatte aus dem Humoristen f\u00fcr Insider eine Lichtgestalt des deutschen Humors gemacht, vom Indie-Club in den Mainstream binnen drei Minuten.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Fluch und Segen zugleich, denn zum einen kam endlich einmal Geld in die Kassen des chronisch klammen Kom\u00f6dianten. Zum anderen jedoch sa\u00df da pl\u00f6tzlich ein Publikum, das begann, Forderungen zu stellen, allen voran wollte man den Schunkelsong vom Katzen-WC h\u00f6ren. Und wie reagierte der K\u00fcnstler selbst auf die Zwischenrufer? Not amused. Eine Weile nahm Schneider es hin. Dann zerhackte er das St\u00fcck, forderte erst zum Mitsingen auf, um sein Publikum anschlie\u00dfend mit Taktverk\u00fcrzungen zu irritieren. Ein Klassiker auch der von ihm so wunderbar titulierte &#8222;<a class=\"taxonomy-entity keyword\" data-target-type=\"article\" href=\"https:\/\/www.stern.de\/kultur\/musik\/themen\/jazz-6269328.html\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Strafjazz<\/a>&#8222;, ein klang gewordener Exorzismus, um dem Publikum ein f\u00fcr alle Mal den Katzenteufel auszutreiben. Extralange Improvisationen, Ein-Ton-Stakkato, Freejazz-Eruptionen, all das f\u00fcr ein Publikum, das eben noch \u00fcber Fips Asmussen lachte und sich nun dem Erbe von Ornette Coleman und Thelonius Monk ausgesetzt sah. So hatte man nicht gewettet \u2026\u00a0<\/p>\n<p>  Helge Schneider \u2013 einzigartig!<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Fast Forward ins Jahr 2025, die Wogen haben sich l\u00e4ngst gegl\u00e4ttet. Es mag ein steiniger Weg gewesen sein, aber irgendwann hatte sich die Spreu vom Weizen getrennt, war die Botschaft bei den Fans angekommen. Die Zwischenrufer hatten sich, wenn schon nicht in den Plastiksack, dann zumindest wieder Richtung &#8222;Quatsch Comedy Club&#8220; und &#8222;RTL Samstag Nacht&#8220; verabschiedet. Was blieb, war ein Publikum, das seinen Helge Schneider so liebte, wie er war: Hochgradig albern, philosophisch, verjazzt, verr\u00fcckt \u2013 einzigartig.\u00a0<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Am 30. August feiert die singende Herrentorte, an einem Sp\u00e4tsommertag im sch\u00f6nen M\u00fclheim an der Ruhr zur Welt gekommen, ihren 70. <a class=\"taxonomy-entity keyword\" data-target-type=\"article\" href=\"https:\/\/www.stern.de\/lifestyle\/leute\/themen\/ehrentag-4125982.html\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Geburtstag<\/a>. Und so wie schon Loriot sich einst zum 60. Geburtstag selbst beschenkte, macht es auch Schneiders Helge. &#8222;The Klimperclown&#8220; ist der Titel einer \u2013 ja, was eigentlich? \u2013 Dokumentation? Eines Portr\u00e4ts? Einer Zwischenbilanz?\u00a0<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Zusammen mit seinem Gitarristen und langj\u00e4hrigen Weggef\u00e4hrten Sandro Giampietro hat Schneider einen Film auf die Beine gestellt, eine kurzweilige Collage montiert, die sich perfekt ins \u0152uvre f\u00fcgt. Dies ist keine chronologische Biografie, auch jene &#8222;Talking Heads&#8220;, die sich in Lobhudeleien und Erinnerungen ergehen, finden nicht statt. Vielmehr wirkt &#8222;The Klimperclown&#8220; wie eine cineastische Revue, so wild und frei und voller \u00dcberraschungen wie der Jazz selbst.\u00a0<\/p>\n<p>  Ein R\u00fcckblick f\u00fcr Liebhaber<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Es gibt wunderbare Super-8-Aufnahmen aus der Schneider\u2019schen Kinderstube, seine Eltern im heimischen Wohnzimmer, der Vater mit Pfeife im Mundwinkel, auf der Suche nach den Zeitungsausschnitten mit den ersten Theaterkritiken. Wir treffen Peter Thoms und Buddy Casino, Bodo, den Teeboten, und Gleitmann, den rauscheb\u00e4rtigen Ausdruckst\u00e4nzer. Mal sind Comics zu sehen, dann grobk\u00f6rnige Ausschnitte fr\u00fcher Performances \u2013 der rote Sessel! \u2013 wilde Gitarrensoli und elegante Saxofon-Spielereien. Das alles flie\u00dft dahin, wie der rote Wein, den Helge samt Kumpel in Spanien, seiner zweiten Heimat, auf der schattigen Veranda genie\u00dft.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">\u00dcberhaupt herrscht hier, bei aller Wildheit, all dem Impro-Wahn und den grotesken Verrenkungen, eine fast meditative Entspanntheit. Wenn Helge zusammen mit Peter Kraus ins Auto steigt, kurz mal bei Alexander Kluge vorbeischaut, durch Spielszenen geistert oder in seinem Atelier voll wunderbarem Sammelsurium zu sehen ist \u2013 die Dinge sind im Fluss und Helge Schneider mittendrin. Und wenn &#8222;The Klimperclown&#8220; endet, wie er begann, mit Schneiders Blick \u00fcber den sonnendurchwirkten Horizont, seufzt man als Zuschauer fast ein wenig mit. So lange ist vieles davon schon her. Und so urkomisch und eigenwillig ist Helge Schneider immer noch.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">Die Erwartungshaltung seines Publikums sei, dass er immer weiter mache, sagte Schneider bei einer Preisverleiung vor zwei Jahren. Und er selbst spiele auch nicht mit der Idee, einen Schlussstrich zu ziehen. &#8222;Weil ich das so gerne mache und eigentlich immer, immer lieber.&#8220;<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\">In diesem Sinne: Happy Birthday, Herr Schneider. Wir freuen uns auf mehr.<\/p>\n<p class=\"typo-body-md typo-body-lg@lg\"><strong>Die Doku &#8222;Helge Schneider \u2013 The Klimperclown&#8220; wird am 20. August 2025 um 22.50 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Bereits jetzt ist sie in der ARD Mediathek zu sehen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Helge Schneider Die singende Herrentorte wird 70 \u2013 und schenkt sich eine Doku zum Geburtstag Artikel anh\u00f6ren Kopiere&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":359433,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1771],"tags":[1778,29,214,30,95,1777,215],"class_list":{"0":"post-359432","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-cinema","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kino","13":"tag-movie","14":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115061466462462346","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=359432"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/359432\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/359433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=359432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=359432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=359432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}