{"id":359990,"date":"2025-08-20T18:58:27","date_gmt":"2025-08-20T18:58:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/359990\/"},"modified":"2025-08-20T18:58:27","modified_gmt":"2025-08-20T18:58:27","slug":"teile-der-leipziger-linkspartei-kooperieren-mit-einer-gruppe-die-den-7-oktober-als-widerstand-feiert-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/359990\/","title":{"rendered":"Teile der Leipziger Linkspartei kooperieren mit einer Gruppe, die den 7. Oktober als \u201eWiderstand\u201c feiert \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als 1.000 Menschen wurden am 7. Oktober 2023 von Hamas-Terroristen get\u00f6tet, vergewaltigt und entf\u00fchrt. In Leipzig demonstriert seitdem regelm\u00e4\u00dfig eine Gruppe, die Gr\u00e4ueltaten als \u201eL\u00fcge\u201c bezeichnet. Eine Arbeitsgemeinschaft der Leipziger Linkspartei ruft trotzdem zu gemeinsamen Demos auf. Das m\u00f6chten die s\u00e4chsischen Landesvorsitzenden k\u00fcnftig unterbinden.<\/p>\n<p>Als sich die Delegierten auf dem Bundesparteitag der Linken im Mai mehrheitlich zur \u201eJerusalemer Erkl\u00e4rung zum Antisemitismus\u201c bekannten, gab es ordentlich Aufregung. \u201eDie Linke zeigt, wo sie steht \u2013 und das ist nicht an der Seite der J\u00fcdinnen und Juden in Deutschland\u201c, \u00e4u\u00dferte sich beispielsweise Josef Schuster, der Pr\u00e4sident des Zentralrats der Juden in Deutschland.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/f344638be9834a2fbeb53e49a89282dd.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2025\/08\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2025\/08\/1\"\/><\/p>\n<p>Noch auf dem Parteitag in Chemnitz, wenige Minuten vor der Abstimmung, hatte der Bundesvorsitzende Jan van Aken versucht, eine Mehrheit f\u00fcr den Antrag zu verhindern: \u201eIch bin dagegen, dass wir mit einem Parteitagsbeschluss eine wissenschaftliche Debatte beenden\u201c, sagte er am Saalmikrofon zu seinen Genoss*innen.<\/p>\n<p>Die \u201eJerusalemer Erkl\u00e4rung\u201c ist umstritten, weil sie den Antisemitismusbegriff enger fasst als die von der Bundesregierung unterst\u00fctzte Arbeitsdefinition der \u201eInternationalen Allianz zum Holocaustgedenken\u201c (IHRA). Jan van Aken sieht auch die IHRA-Definition kritisch. Problem sei unter anderem, dass diese \u201eeine kritische Auseinandersetzung mit dem Staat Israel und somit seiner Regierung nahezu verunm\u00f6glicht\u201c, so der Parteivorsitzende.<\/p>\n<p>Wie van Aken zu dieser Einsch\u00e4tzung kommt, ist unklar. Die f\u00fcnf Zeilen lange IHRA-Definition an sich erw\u00e4hnt Israel gar nicht. Und im Begleittext zur Definition hei\u00dft es: \u201eKritik an Israel, die mit der an anderen L\u00e4ndern vergleichbar ist, kann nicht als antisemitisch betrachtet werden.\u201c<\/p>\n<p>Landesparteitag in Sachsen stellt sich gegen den Bundesparteitag<\/p>\n<p>Vor allem in Sachsen stie\u00df das Bekenntnis zur \u201eJerusalemer Erkl\u00e4rung\u201c auf breiten Widerspruch. Nur einen Monat nach dem Bundesparteitag fand hier ein Landesparteitag statt. Die Anwesenden stimmten mehrheitlich daf\u00fcr, den umstrittenen Antisemitismus-Beschluss als unvern\u00fcnftig und als \u201eFehler\u201c zu bezeichnen. \u201eWir lehnen es grunds\u00e4tzlich ab, als Partei eine Definition von Antisemitismus festzulegen\u201c, hei\u00dft es im entsprechenden Antrag.<\/p>\n<p>Dieser Antrag besch\u00e4ftigte sich nicht nur mit den Antisemitismus-Definitionen, sondern legte auch fest, mit welchen Personen und Vereinigungen eine Zusammenarbeit ausgeschlossen ist. Das sind jene, die \u201eeinen eliminatorischen Antisemitismus unter dem Deckmantel des Antizionismus vertreten und die Gewalttaten des 7. Oktober 2023 oder das verbrecherische Agieren der Hamas und anderer islamistischer Organisationen verherrlichen, verharmlosen oder leugnen.\u201c<\/p>\n<p>Was eigentlich f\u00fcr klare Orientierung sorgen sollte, stellt die Partei in Sachsen vor ein Problem. Denn in Leipzig gibt es eine solche Zusammenarbeit \u2013 zumindest aus Sicht mancher Parteimitglieder, darunter jene in der Landesarbeitsgemeinschaft \u201eShalom\u201c.<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss von Parteimitgliedern und Nichtmitgliedern, die sich nach eigenen Angaben \u201ef\u00fcr den Schutz j\u00fcdischen Lebens, die Bek\u00e4mpfung von Antisemitismus und Antizionismus, die F\u00f6rderung der Erinnerungskultur sowie die Solidarit\u00e4t mit Israel als Schutzraum j\u00fcdischen Lebens politisch einsetzen\u201c.<\/p>\n<p>Anfang August ver\u00f6ffentlichte diese AG zusammen mit \u00e4hnlichen Arbeitsgemeinschaften aus anderen Bundesl\u00e4ndern eine Forderung: Die Bundespartei m\u00fcsse sich klar positionieren, wenn in Berlin \u2013 so der Vorwurf \u2013 Mitglieder der Linkspartei eine Veranstaltung mit Hamas-Anh\u00e4ngern organisieren.<\/p>\n<p>\u201eGleiches gilt auch in anderen Bundesl\u00e4ndern, wenn zum Beispiel Stadt-AGs in Leipzig offen mit den Antisemiten von Handala und Co kooperieren\u201c, hei\u00dft es weiter. \u201eAntisemitismus unter dem Deckmantel vermeintlicher Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t darf in einer linken Partei weder Platz noch Anschluss haben.\u201c<\/p>\n<p>AG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t kooperiert in Leipzig mit Handala<\/p>\n<p>Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t ist dabei das passende Stichwort, denn es ist die gleichnamige Arbeitsgemeinschaft in Leipzig, die mit der Gruppe Handala zusammenarbeitet. In den vergangenen Wochen haben beide mehrmals zu gemeinsamen Demonstrationen aufgerufen. Sie geh\u00f6ren auch zu einem B\u00fcndnis, das am kommenden Wochenende vom Hauptbahnhof zum Flughafen laufen m\u00f6chte, um gegen Waffenlieferungen nach Israel zu protestieren.<\/p>\n<p>Doch was ist die AG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t \u00fcberhaupt? Und was ist Handala? Und d\u00fcrfen beziehungsweise sollten beide wirklich nicht kooperieren?<\/p>\n<p>In vielen Punkten sind sich die beiden Gruppen einig. Sie fordern ein R\u00fcckkehrrecht f\u00fcr alle Pal\u00e4stinenser*innen, die seit 1948 aus Israel gefl\u00fcchtet sind oder vertrieben wurden. Den aktuellen Milit\u00e4reinsatz in Gaza bezeichnen sie als \u201eGenozid\u201c, \u00e4hnlich wie viele Menschenrechtsorganisationen. Unter Historiker*innen und V\u00f6lkerrechtsforscher*innen ist der Begriff umstritten; der Internationale Gerichtshof pr\u00fcft den Genozidvorwurf noch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/handala4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-631869 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/handala4.jpg\" alt=\"\" width=\"7008\" height=\"4672\"  \/><\/a>Demonstration von Handala im November 2023. Foto: Ferdinand Uhl<\/p>\n<p>Handala und die AG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t fordern zudem gleiche Rechte f\u00fcr alle Menschen zwischen Jordanfluss und Mittelmeer \u2013 also das Gebiet, das Israel, den Gazastreifen und das Westjordanland umfasst.<\/p>\n<p>In Bezug auf Israel beziehungsweise Zionismus ist bei beiden von einer \u201eSiedlerkolonie\u201c die Rede. Auch dieser Begriff ist in der Forschung umstritten, wie beispielsweise <a href=\"https:\/\/prokla.de\/index.php\/PROKLA\/article\/view\/2162\/2029\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein Artikel in der sozialwissenschaftlichen Zeitschrift \u201eProkla\u201c<\/a> zeigt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die AG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t eher allgemein bleibt, wenn sie schreibt, dass \u201eWiderstand\u201c gegen Israel \u201elegitim\u201c sei, wird Handala diesbez\u00fcglich sehr viel konkreter. Seit dem 7. Oktober 2023 hat die Gruppe nicht nur mehrmals angedeutet, mit der Hamas und anderen M\u00f6rdern zu sympathisieren, sondern auch explizit die Ereignisse am 7. Oktober gerechtfertigt und geleugnet.<\/p>\n<p>Handala feiert Anschl\u00e4ge und leugnet Gr\u00e4ueltaten<\/p>\n<p>Kurz nach dem Hamas-Massaker ver\u00f6ffentlichte Handala auf Instagram eine Zeichnung, die einen fliegenden Gleitschirm mit einem Kind zeigte. Darunter war \u201efrom the sea to the river\u201c zu lesen; eine leicht abgewandelte Parole der pal\u00e4stinensischen Freiheitsbewegung. Offenbar spielte Handala mit der Zeichnung darauf an, dass Hamas-Terroristen am 7. Oktober auch mit Gleitschirmen in Israel eingedrungen waren.<\/p>\n<p>Im Mai 2025 folgte ein Beitrag, der offensichtlich das t\u00f6dliche Attentat auf zwei Mitarbeiter*innen der israelischen Botschaft in den USA thematisierte. Handala ver\u00f6ffentlichte kurz nach der Tat ein Foto von Herschel Grynszpan mit der Aufschrift \u201eGrynszpan lebt!\u201c.<\/p>\n<p>Herschel Grynszpan, ein Jude, hatte im November 1938 in der deutschen Botschaft in Paris einen Mitarbeiter erschossen. Handala vergleicht also Israel mit dem nationalsozialistischen Deutschland beziehungsweise setzt den Widerstand gegen Israel in eine Linie mit dem Widerstand gegen die Nazis. Zumindest laut IHRA-Definition ist das ein Beispiel f\u00fcr Antisemitismus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/handala2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-631871 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/handala2.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"853\"  \/><\/a>Kein Platz f\u00fcr Israel: Teilnehmer einer Handala-Demo im August 2022. Foto: Gregor W\u00fcnsch<\/p>\n<p>Problematisch sind aber nicht nur Beitr\u00e4ge in den sozialen Medien, die m\u00f6glicherweise spontan und ohne Absprachen mit anderen Gruppenmitgliedern entstanden sein k\u00f6nnten \u2013 und teilweise wieder gel\u00f6scht wurden.<\/p>\n<p>Auf seiner Homepage hat Handala mehrere Texte ver\u00f6ffentlicht, bei denen es sich offenbar um Redebeitr\u00e4ge von Demonstrationen handelt. Im j\u00fcngsten Text von Februar 2025 bezeichnet Handala die Ereignisse am 7. Oktober konsequent als \u201eWiderstand\u201c. Demnach sei es auch \u201eWiderstand\u201c gewesen, hunderte Menschen aus Israel zu entf\u00fchren, \u201eum diese dann gegen unsere gefangenen Geiseln auszutauschen\u201c. Gemeint sind Pal\u00e4stinenser*innen in israelischen Gef\u00e4ngnissen.<\/p>\n<p>Fehler habe es aber auch gegeben: Der \u201eWiderstand\u201c habe falsch eingesch\u00e4tzt, wie Israel auf den 7. Oktober reagieren w\u00fcrde. Kritik am Massenmord an Zivilist*innen gibt es hingegen nicht. Stattdessen behauptet Handala, dass es eine \u201eL\u00fcge\u201c sei, von \u201eGr\u00e4ueltaten\u201c zu sprechen.<\/p>\n<p>Teile der Linkspartei schlie\u00dfen Zusammenarbeit mit Handala aus<\/p>\n<p>\u201eDas sind Ausl\u00f6schungsphantasien bez\u00fcglich des Staates Israel\u201c, urteilt die linke Landtagsabgeordnete und Stadtr\u00e4tin Juliane Nagel. Sie kritisiert schon l\u00e4nger die Aktionen und Positionen von Handala. Es gehe radikal gegen Israel \u2013 und gegen Linke in Leipzig, auch gegen sie selbst. Mitglieder von Handala h\u00e4tten beispielsweise im Juli 2024 den Wahlkampfauftakt der Linkspartei in Leipzig gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der Konflikt zwischen Handala und Nagel geht auf einen Vorfall im Oktober 2022 zur\u00fcck. Damals hatte ein B\u00fcndnis f\u00fcr Umverteilung und sozialen Ausgleich demonstriert. Mitorganisatorin Nagel st\u00f6rte sich an einem Schild, auf dem das Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer komplett in pal\u00e4stinensischen Farben dargestellt wurde \u2013 auch deshalb, weil es nicht zum Thema der Veranstaltung passte. Letztlich entfernte sie das Schild von der Demo.<\/p>\n<p>Das Dokumentationsprojekt \u201echronik.LE\u201c hat auf seiner Homepage <a href=\"https:\/\/chronikle.org\/ereignisse\/handala-aktivist-verbreitet-hamas-propaganda\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen weiteren Vorfall im Zusammenhang mit Handala<\/a> dokumentiert. Ein \u201ef\u00fchrender Aktivist der Gruppe\u201c soll im Januar dieses Jahres auf Instagram ein Bild ver\u00f6ffentlicht haben, auf dem unter anderem \u201eGlory to Hamas\u201c zu lesen war.<\/p>\n<p>\u201eEs ist gut, dass es die AG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t gibt\u201c, sagt die Linken-Politikerin Nagel. Doch eine Zusammenarbeit mit Handala sei unvereinbar mit dem Beschluss vom Landesparteitag.<\/p>\n<p>Der s\u00e4chsische Landesvorstand der Linkspartei teilt diese Einsch\u00e4tzung. Auf Anfrage der Leipziger Zeitung (LZ) hei\u00dft es: \u201eDie Gruppe Handala, welche bundesweit aktiv ist und in Leipzig einen besonders radikalen Ableger hat, erf\u00fcllt die Charakterisierung aus dem Landesparteitagsbeschluss. Eine Zusammenarbeit mit dieser Gruppe widerspricht eindeutig den Beschlusslagen von Landes- und Bundespartei.\u201c<\/p>\n<p>Weiter antwortet der Vorstand: \u201eDie von Ihnen zitierten \u00c4u\u00dferungen und Postings verharmlosen und glorifizieren die terroristische Hamas, legitimieren Gewalt gegen Zivilistinnen sowie Zivilisten und implizieren eine Gleichsetzung von Israel mit der NSDAP-Diktatur.\u201c<\/p>\n<p>Stadtverband unterst\u00fctzt Flughafen-Demo mit 250 Euro<\/p>\n<p>In der vergangenen Woche hat der Leipziger Stadtvorstand einem Antrag der AG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t zugestimmt, den Protestmarsch zum Flughafen mit 250 Euro zu unterst\u00fctzen. \u201eUnserer Auffassung nach haben solche Kooperationen angesichts unserer Beschlusslage in Zukunft zwingend zu unterbleiben\u201c, hei\u00dft es dazu vom Landesvorstand, dem aktuell Anja Eichhorn und der Leipziger Marco B\u00f6hme vorsitzen.<\/p>\n<p>Die s\u00e4chsische Linken-Spitze betont, dass Protest gegen israelische Kriegsverbrechen und das Leid in Gaza legitim sei. Im September soll es gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und NGOs eine Demonstration in Berlin geben. Eichhorn und B\u00f6hme wollen zuvor auf der kommenden Landesvorstandssitzung am 30. August beantragen, eine Zusammenarbeit mit Handala explizit auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Dass auf Landesebene gekl\u00e4rt werden m\u00fcsse, ob Handala vom Unvereinbarkeitsbeschluss betroffen ist, sagen auch Nina Treu und Johannes Schmidt, die beiden Vorsitzenden des Leipziger Stadtverbandes. Der Stadtvorstand in Leipzig habe noch keine eigene Position zu der Gruppe.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/handala5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-631874 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/handala5.jpg\" alt=\"\" width=\"3019\" height=\"1861\"  \/><\/a>Nina Treu und Johannes Schmidt, die beiden Vorsitzenden des Stadtverbandes. Foto: Die Linke Leipzig<\/p>\n<p>\u201eHandala ist die einzige Organisation in Leipzig, in der sich Pal\u00e4stinenser*innen selbst organisieren\u201c, so die beiden Vorsitzenden. \u201eDa Die Linke selbstbestimmte K\u00e4mpfe von Betroffenen unterst\u00fctzt, kooperiert die AG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t mit Handala.\u201c<\/p>\n<p>Treu und Schmidt verweisen damit auf eine Leerstelle, die auch Nagel bedauert: Demonstrationen in Leipzig, die den Krieg in Gaza thematisieren, <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2024\/11\/nahostkonflikt-connewitz-ultradeutsche-antisemiten-video-608309\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sind extrem polarisiert<\/a>. Auf der einen Seite findet man Gruppen, die Hamas-Verbrechen leugnen oder verschweigen, und auf der anderen Seite stehen Gruppen, die dem Leiden der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung wenig Beachtung schenken oder dieses als notwendig darstellen.<\/p>\n<p>Wer gegen israelische Kriegsverbrechen und den Hamas-Terror sowie f\u00fcr einen Waffenstillstand und die Freilassung aller Geiseln demonstrieren m\u00f6chte, bestenfalls an der Seite von israelischen und pal\u00e4stinensischen Menschen, findet in Leipzig nur schwer irgendwo Anschluss.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung f\u00fcr Flughafen-Demo auch von Klimagruppen und feministischen Initiativen<\/p>\n<p>Den von Handala mitorganisierten Protestmarsch zum Flughafen unterst\u00fctzen auch die beiden Klimagruppen \u201eEnde Gel\u00e4nde Leipzig\u201c und \u201eFridays for Future Leipzig\u201c. Letztere stellte auf LZ-Anfrage klar, dass man die Handala-\u00c4u\u00dferungen zum 7. Oktober und zu Anschl\u00e4gen auf j\u00fcdische Menschen nicht teile. \u201eWir finden jede Verharmlosung der Terrororganisation Hamas nicht nur geschmacklos, sondern auch unvertretbar.\u201c<\/p>\n<p>Gleichzeitig sei das kein ausreichender Grund, eine Demonstration zu ignorieren, die \u201eeinerseits von unz\u00e4hligen anderen Akteur*innen organisiert und unterst\u00fctzt wird und andererseits auch ein \u2013 unserer Meinung nach \u2013 wichtiges Thema anspricht\u201c.<\/p>\n<p>Die Klimaaktivist*innen wurden nach eigenen Angaben angefragt, ob sie die Demo unterst\u00fctzen m\u00f6chten, und h\u00e4tten dann in der Gruppe dar\u00fcber diskutiert. \u201eIn dem Fall von \u201aMarch to Airport\u2018 \u00fcberwiegt f\u00fcr uns die Dringlichkeit und die Forderung der Demo, deutsche Waffen nicht mehr nach Israel zu liefern.\u201c<\/p>\n<p>Fridays for Future betont, dass das Friedensthema auch ein Klimathema sei: \u201eTreibhausgase entstehen bei der Beschaffung von Rohstoffen f\u00fcr Waffen, bei der Herstellung von diesen, bei dem Transport und dem Abwurf. Au\u00dferdem muss alles, was diese Waffen zerst\u00f6ren, irgendwann wieder aufgebaut werden. Auch daf\u00fcr werden wieder Unmengen Tonnen an C02 in die Luft gelangen.\u201c Prim\u00e4r gehe es bei der Teilnahme aber darum, Menschenrechte in Gaza zu verteidigen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/de461217-02d3-42ca-a05d-86d9f7d21d62.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-554886 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/de461217-02d3-42ca-a05d-86d9f7d21d62.jpeg\" alt=\"Klimastreik in Leipzig.\" width=\"1280\" height=\"853\"  \/><\/a>Klimastreik von \u201eFridays for Future\u201c im September 2023 in Leipzig. Foto: LZ<\/p>\n<p>Ende Gel\u00e4nde Leipzig antwortete nicht auf eine LZ-Anfrage. Das gilt auch f\u00fcr die feministische Initiative \u201eCatcalls of Leipzig\u201c, die in den vergangenen Jahren wiederholt Handala-Demonstrationen beworben hat.<\/p>\n<p>In diesem Fall wirkt die Unterst\u00fctzung besonders widerspr\u00fcchlich. \u201eCatcalls of Leipzig\u201c engagiert sich mit Kreideaktionen gegen sexuelle Bel\u00e4stigungen und \u00dcbergriffe im \u00f6ffentlichen Raum. Das passt eigentlich nicht zu einer Gruppe wie Handala, die behauptet, dass es Vergewaltigungen nur durch die \u201ezionistische Besatzungsmacht\u201c gegeben habe, aber nicht durch den \u201epal\u00e4stinensischen Widerstand\u201c.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr hatte die UN-Sonderbeauftragte f\u00fcr sexualisierte Gewalt in Konflikten <a href=\"https:\/\/unric.org\/de\/un-schwerste-sexuelle-gewalt-gegen-frauen-bei-hamas-anschlag\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen Bericht f\u00fcr den 7. Oktober<\/a> angefertigt. Demzufolge gebe es \u201eberechtigten Grund\u201c, von Vergewaltigungen an mindestens drei Orten auszugehen. Grundlage f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung waren dutzende Interviews mit Zeug*innen sowie umfangreiches Bild- und Videomaterial. Auch die eher Pal\u00e4stina-freundliche, israelische Tageszeitung \u201eHa\u2019aretz\u201c <a href=\"https:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/2024-04-18\/ty-article-magazine\/witnesses-confessions-naked-dead-bodies-all-the-evidence-of-hamas-rape-on-oct-7\/0000018e-f114-d92e-abfe-f77f7e3f0000\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">legte einen ausf\u00fchrlichen Bericht vor<\/a>.<\/p>\n<p>Dissens in Leipzig<\/p>\n<p>Treu und Schmidt begr\u00fcnden die Unterst\u00fctzung des Stadtvorstandes f\u00fcr die Flughafen-Demo so: \u201eEs geht dabei um Widerstand gegen Waffenlieferungen in Kriegsgebiete \u2013 ein Kernanliegen von Die Linke.\u201c<\/p>\n<p>Stadtr\u00e4tin Nagel findet diese Unterst\u00fctzung falsch. \u201eEs widerspricht den programmatischen Grundlagen unserer Partei und einer linken Position, die sich einer friedlichen L\u00f6sung f\u00fcr alle Seiten in Nahost verschrieben hat.\u201c Das Leipziger \u201eLinxxnet\u201c, zu dem unter anderem sie und Marco B\u00f6hme geh\u00f6ren, ver\u00f6ffentlichte am Mittwoch einen entsprechenden Text auf seiner Homepage.<\/p>\n<p>Die AG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t hat keine eigene Antwort auf die LZ-Anfrage formuliert. Sie habe aber die Antworten der Stadtvorsitzenden \u201ewohlwollend zur Kenntnis genommen\u201c, teilten Treu und Schmidt mit. Handala lie\u00df die LZ-Anfrage unbeantwortet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mehr als 1.000 Menschen wurden am 7. Oktober 2023 von Hamas-Terroristen get\u00f6tet, vergewaltigt und entf\u00fchrt. 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