{"id":360149,"date":"2025-08-20T20:27:12","date_gmt":"2025-08-20T20:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/360149\/"},"modified":"2025-08-20T20:27:12","modified_gmt":"2025-08-20T20:27:12","slug":"anbindung-der-gaeubahn-ist-das-letzte-puzzleteil-von-stuttgart-21-gesetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/360149\/","title":{"rendered":"Anbindung der G\u00e4ubahn: Ist das letzte Puzzleteil von Stuttgart 21 gesetzt?"},"content":{"rendered":"<p>Der letzte nicht finanzierte Baustein des Gesamtprojektes <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart_21\" title=\"Stuttgart 21\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart 21<\/a> hat eine entscheidende Klippe \u00fcberwunden. Im aktuellen Haushaltsentwurf der Bundesregierung ist jetzt der Pfaffensteigtunnel, eine elf Kilometer lange unterirdische Verbindung der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/G%C3%A4ubahn\" title=\"G\u00e4ubahn\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">G\u00e4ubahn<\/a> in Richtung Flughafen, nach langen Unsicherheiten doch aufgenommen worden. 1,69 Milliarden Euro stehen im Bedarfsplan 2026 f\u00fcr die Investitionen des Bundes in die Schienenwege. Dazu sind weitere 270 Millionen Euro veranschlagt, die von den weiteren S21-Projektpartnern aufgebracht werden. <\/p>\n<p>Fertigstellung bis 2032 geplant <\/p>\n<p>Der Bundestag muss diesem Entwurf im Herbst aber noch zustimmen. Der Tunnel soll bis 2032 fertiggestellt sein. Noch kurz bevor der Haushaltsentwurf der Bundesregierung bekannt wurde, hatten der Interessenverband G\u00e4u-Neckar-Bodensee-<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Deutsche_Bahn\" title=\"Bahn\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bahn<\/a>, der die Anrainerkommunen vertritt, und die Regionalverb\u00e4nde entlang der Strecke, noch einen dringenden Appell an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gerichtet, das Vorhaben in den Haushalt aufzunehmen. <\/p>\n<p>Zwar ist die urspr\u00fcnglich im Rahmen der Bauarbeiten f\u00fcr Stuttgart 21 f\u00fcr Anfang 2026 geplante Kappung der G\u00e4ubahn-Verbindung zum Hauptbahnhof Stuttgart auf fr\u00fchestens M\u00e4rz 2027 verschoben worden. Dennoch bef\u00fcrchteten die Anrainer, dass bis dahin das Projekt nicht in trockenen T\u00fcchern sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>G\u00e4ubahnanrainer sind nun optimistisch <\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen verhindern, dass der Bau des Pfaffensteigtunnels bei der Verteilung der Bundesmittel hinten herunterf\u00e4llt\u201c, sagte der Vorsitzende des Interessenverbandes und CDU-Landtagsabgeordnete Guido Wolf. Die geplante mehrj\u00e4hrige Streckenunterbrechung w\u00e4hrend der Bauzeit, bleibe eine Zumutung.<\/p>\n<p> Mit der Aufnahme des Tunnels in den Haushaltsentwurf sei man nun aber optimistisch, dass der Bundestag dies auch so beschlie\u00dfen werde, sagt der stellvertretende Verbandsvorsitzende Andreas Hemesath. Doch Potenzial f\u00fcr Verz\u00f6gerungen, etwa beim Planfeststellungsbeschluss, gibt es weiterhin. Allerdings sorgen Tunnel generell eher f\u00fcr wenig Einspr\u00fcche. Auch geologisch ist der Streckenverlauf im Prinzip unproblematisch. <\/p>\n<p>Unterschiedliche Interpretation bei CDU und Gr\u00fcnen <\/p>\n<p>Der B\u00f6blinger CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz pr\u00e4sentiert die 1,69 Milliarden vom Bund hingegen als praktisch sicher.\u00a0\u201eDie Finanzierung des Pfaffensteigtunnels ist eine sehr gute Nachricht f\u00fcr den Landkreis B\u00f6blingen und ein starkes Signal f\u00fcr den Schienenverkehr insgesamt,\u201c sagt er. Er erwartet nicht, dass das Projekt jetzt noch gestrichen wird. Formal m\u00fcsse man noch die parlamentarische Beratung des Bundeshaushalts 2026 abwarten. <\/p>\n<p>Der Filderst\u00e4dter Bundestagsabgeordnete und Bahnexperte Matthias Gastel (Gr\u00fcne) zeigt sich hingegen sehr skeptisch. Laut interner Sch\u00e4tzungen der Deutschen Bahn fehle f\u00fcr den Tunnel in jedem Fall weiterhin knapp eine Milliarde Euro. \u201eSelbst, wenn das Finanzierungsproblem mit dem Haushalt 2026 gel\u00f6st w\u00e4re, so w\u00e4re wohl in 2025 kein Finanzierungsvertrag mehr m\u00f6glich, wie es vorgesehen war\u201c, sagt er. <\/p>\n<p>In der Auflistung im Haushaltsplan werde zudem darauf verwiesen, dass noch Unterlagen der Bahn fehlen. Ohne diese k\u00f6nne der Bundestag nichts beschlie\u00dfen. Und angesichts anderer, dringlicher Bahnprojekte bleibe der Tunnel viel zu teuer: \u201eDer Erhalt eines Zulaufs in den Hauptbahnhof ist die wirtschaftlich bessere L\u00f6sung.\u201c<\/p>\n<p> \u00a0Auch die Bahn bef\u00fcrchtete unsichere Finanzierung <\/p>\n<p>Auch der scheidende Bahnchef Richard Lutz hatte sich noch Anfang Juli bei einem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.bahngipfel-der-landesregierung-bahnchef-lutz-macht-fuer-stuttgart-21-ein-versprechen.5792741a-79bf-4bf0-8673-527f193944aa.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bahngipfel mit dem baden-w\u00fcrttembergischen Ministerpr\u00e4sidenten Winfried Kretschmann<\/a> zur Finanzierung des Tunnels sehr vorsichtig ge\u00e4u\u00dfert. Damit m\u00f6glichst schon 2026 mit dem Bau begonnen werden kann, ist die Bahn in Vorleistung getreten und hat den entsprechenden Planfeststellungsantrag bereits beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. Um den Zeitplan einhalten zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste aber laut Deutscher Bahn die Finanzierungsvereinbarung in jedem Fall noch 2025 geschlossen werden. <\/p>\n<p>Die Vorarbeiten leistete die DB aus Eigeninteresse, da eine Umplanung, etwa die R\u00fcckkehr zu einer umstrittenen Variante, welche die S-Bahn-Gleise zum Flughafen mit nutzen sollte, teuer und unattraktiv w\u00e4re. <\/p>\n<p> Von der Kappung war anfangs nicht die Rede <\/p>\n<p>Bei der Volksabstimmung \u00fcber Stuttgart 21 im Jahr 2011 war die Anbindung der G\u00e4ubahn als integraler und parallel mit dem Bahnhofsprojekt zu verwirklichender Bestandteil pr\u00e4sentiert worden. In den Regionen entlang der G\u00e4ubahn gab es f\u00fcr das Vorhaben eine Mehrheit. Die Bahn hatte damals die Anbindung \u00fcber die bestehende Flughafen-S-Bahn geplant. <\/p>\n<p> Bahn scheiterte mit ersten Varianten <\/p>\n<p>Zweifel an der verkehrlichen Machbarkeit dieser Variante, Proteste der Anlieger, langwierige Beteiligungsprozesse und mehrere Umplanungen verz\u00f6gerten diesen Bauabschnitt aber so, dass eine mehrj\u00e4hrige Abkoppelung der G\u00e4ubahn vom Stuttgarter Hauptbahnhof der einzige Ausweg blieb \u2013 trotz der in der Zwischenzeit eingetretenen Verz\u00f6gerungen des Gesamtprojekts.<\/p>\n<p>Auch wenn nun der Pfaffensteigtunnel tats\u00e4chlich gebaut werden sollte, werden alle Z\u00fcge aus Richtung G\u00e4u und Bodensee f\u00fcr mehrere Jahre am Stadtrand in Stuttgart-Vaihingen beginnen und enden m\u00fcssen. Nach Fertigstellung w\u00fcrden die Z\u00fcge nach Stuttgart einen Schlenker \u00fcber den Flughafen machen. <\/p>\n<p>Gerichtliche Klagen, welche die Kappung der G\u00e4ubahn stoppen wollten, blieben bisher allesamt erfolglos \u2013 <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.bahnplaene-in-stuttgart-daempfer-fuer-klaeger-im-gaeubahn-streit.6a2b8da3-fdbe-4023-9774-b192dbebc162.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zuletzt vor dem baden-w\u00fcrttembergischen Verwaltungsgerichtshof in Mannheim.<\/a> Ziel der Kl\u00e4ger war dabei nicht der Bau des Tunnels sondern eine oberirdische Anbindung in einem auch nach der Er\u00f6ffnung von Stuttgart 21 weiter betriebenen Teil des bestehenden Kopfbahnhofes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der letzte nicht finanzierte Baustein des Gesamtprojektes Stuttgart 21 hat eine entscheidende Klippe \u00fcberwunden. 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