{"id":360187,"date":"2025-08-20T20:51:35","date_gmt":"2025-08-20T20:51:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/360187\/"},"modified":"2025-08-20T20:51:35","modified_gmt":"2025-08-20T20:51:35","slug":"der-koenigsweg-film-rezensionen-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/360187\/","title":{"rendered":"Der K\u00f6nigsweg | Film-Rezensionen.de"},"content":{"rendered":"<p><b>Inhalt \/ Kritik<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sophie Vasseur (<strong>Suzanne Jouannet<\/strong>) wei\u00df sehr genau, was sie sp\u00e4ter einmal mit ihrem Leben anfangen wird: Agrarwissenschaft studieren. Schlie\u00dflich ist sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern aufgewachsen und will diese Arbeit sp\u00e4ter fortsetzen. Doch ihr Mathematiklehrer hat einen anderen Vorschlag. Ihr Talent f\u00fcr Zahlen und Berechnungen, welches sie immer wieder daheim unter Beweis stellt, ist so gro\u00df, dass sie es doch an einer Elitehochschule versuchen soll. Tats\u00e4chlich schafft sie es in eine mathematisch-naturwissenschaftliche Vorbereitungsklasse, wo sie zwei Jahre lang richtig pauken darf. Die Herausforderungen f\u00fcr die Jugendliche sind dabei sehr hoch. Nicht nur, dass das Niveau und das Arbeitspensum gro\u00df sind. Als M\u00e4dchen vom Land passt sie zudem nicht in die Gruppe von Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen aus reichem Haus. Zum Gl\u00fcck ist da aber auch Diane Le Goff (<strong>Marie Colomb<\/strong>), die ihr zur Seite steht \u2026<\/p>\n<p>Wohin des Wegs?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Jugendjahre sind die vermutlich wichtigsten im ganzen Leben. Nicht nur, dass dies der Abschnitt ist, in dem man zum ersten Mal wirklich dar\u00fcber nachdenkt, wer man ist und sein m\u00f6chte. Es wird zudem nach der Schule der Grundstein f\u00fcr den weiteren Lebensweg gelegt. Ausbildung oder Studium? Vielleicht doch erst einmal ins Ausland oder etwas Soziales machen? Die M\u00f6glichkeiten erscheinen endlos. Der K\u00f6nigsweg erz\u00e4hlt dann auch von einer Jugendlichen, die vor dieser schwierigen Entscheidung steht, als es darum geht, was sie nach dem Studium machen soll. Dabei zeigt der Film auf, dass die Zukunft, so offen sie einem auch erscheinen mag, doch ma\u00dfgeblich von der Vergangenheit gepr\u00e4gt ist. Wir sind am Ende dann doch nicht so frei, wie wir das gern glauben w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das betrifft zum einen das, was wir von zu Hause mitbekommen. So ist Sophie nun einmal in einer landwirtschaftlichen Familie aufgewachsen, der sie sich dann auch verpflichtet f\u00fchlt. Die Orientierung an dem, was wir kennen, ist nun einmal nat\u00fcrlich. Wichtiger noch sind Regisseur und Co-Autor <strong>Fr\u00e9d\u00e9ric Mermoud<\/strong> (<a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2023\/07\/die-jaegerin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die J\u00e4gerin<\/a>) aber die Erwartungen, die andere Menschen an uns haben. Die Protagonistin kommt vom Land, von einem Bauernhof, und stellt damit einen starken Kontrast zu den anderen Jugendlichen in ihrer Klasse dar. Sie alle eint zwar ein Talent f\u00fcr das Mathematische. Und doch sind sie in Der K\u00f6nigsweg eben nicht gleich, was Sophie auch zu sp\u00fcren bekommt. Selbst wenn es nicht immer offen angesprochen wird, da ist schon ein Graben zwischen ihr und den anderen. So manche blicken auf die junge Frau herab, die dort offenkundig nicht reinpasst.<\/p>\n<p>Harter Konkurrenzkampf<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der K\u00f6nigsweg verfolgt dann auch mehrere Ziele auf einmal. Auf der einen Seite handelt es sich um das Portr\u00e4t einer Jugendlichen, die nach ihrem Weg sucht. Das Drama setzt sich aber auch mit grunds\u00e4tzlichen gesellschaftlichen Themen auseinander, wenn hier das franz\u00f6sische Schulsystem seziert wird. Mermoud r\u00e4umt mit dem Mythos auf, der gern auch hierzulande immer wieder verbreitet wird, wonach alle dieselben Chancen im Bildungssystem haben. Dabei konzentriert sich der Film auf die Unterschiede im sozialen Status. Das hierzulande immer mal wieder angesprochene Thema, dass Menschen mit Migrationshintergrund systematisch benachteiligt sind, spielt hier keine Rolle. Die Probleme innerhalb der ums \u00dcberleben k\u00e4mpfenden Landwirtschaft \u2013 siehe etwa <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2021\/11\/das-land-meines-vaters\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Land meines Vaters<\/a> \u2013 werden ebenfalls ausgeblendet. Das zumindest einflie\u00dfen zu lassen, w\u00e4re naheliegend gewesen. Ein Manko ist das Fehlen aber nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu erz\u00e4hlen gibt es schlie\u00dflich auch so genug in dem Film, der auf dem <a href=\"https:\/\/www.locarnofestival.ch\/home.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Locarno Film Festival 2023<\/a> Premiere hatte. Spannend ist beispielsweise der enorme Druck und der Konkurrenzkampf, der in dieser Elite-Gesellschaft herrscht. Wie viel nehme ich auf mich, um es zu schaffen? Das erinnert ein wenig an ein weiteres franz\u00f6sisches Drama: In <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2024\/09\/das-erste-jahr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das erste Jahr<\/a> ging es um zwei junge M\u00e4nner, die Medizin studieren wollen und deren Freundschaft an der Konkurrenzsituation zu zerbrechen droht. In Der K\u00f6nigsweg\u00a0ist irgendwann von Darwins Theorie der Auslese die Rede: Nur die Besten werden weiterkommen. Der Film urteilt dar\u00fcber aber nicht, \u00fcberl\u00e4sst es dem Publikum, eigene Schl\u00fcsse aus all dem zu ziehen. Notwendiges \u00dcbel oder menschenverachtender Snobismus? Das bleibt ein eben solches R\u00e4tsel wie die diversen Gleichungen da vorne an der Tafel.<\/p>\n<p><b>Credits<\/b><\/p>\n<p><strong>OT:<\/strong>\u00a0\u201eLa Voie royale\u201c<br \/><strong>IT:<\/strong> \u201eThe Path of Excellence\u201c<br \/><strong>Land:<\/strong> Frankreich, Schweiz<br \/><strong>Jahr:<\/strong>\u00a02023<br \/><strong>Regie:<\/strong>\u00a0Fr\u00e9d\u00e9ric Mermoud<br \/><strong>Drehbuch:<\/strong> Fr\u00e9d\u00e9ric Mermoud, Anton Likiernik, Salvatore Lista<br \/><strong>Musik:<\/strong> Audrey Isma\u00ebl<br \/><strong>Kamera:<\/strong> Tristan Tortuyaux<br \/><strong>Besetzung:<\/strong> Suzanne Jouannet, Marie Colomb, Maud Wyler, Lorenzo Lefebvre, Cyril Metzger, Alexandre Desrousseaux, Antoine Chappey, Vincent Winterhalter, Marilyne Canto<\/p>\n<p><b>Kaufen \/ Streamen<\/b><\/p>\n<p>Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. 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