{"id":360480,"date":"2025-08-20T23:37:10","date_gmt":"2025-08-20T23:37:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/360480\/"},"modified":"2025-08-20T23:37:10","modified_gmt":"2025-08-20T23:37:10","slug":"den-weg-von-medikamenten-im-koerper-mittels-fluoreszierenden-marker-beobachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/360480\/","title":{"rendered":"Den Weg von Medikamenten im K\u00f6rper mittels fluoreszierenden Marker beobachten"},"content":{"rendered":"<p class=\"it\">21.08.2025<\/p>\n<p>Moderne Medikamente wie Semaglutide (Ozempic\/Wegovy) und Tirzepatide (Mounjaro\/Zepbound) sind bekannte Mittel, die erfolgreich bei Diabetes und starkem \u00dcbergewicht eingesetzt werden. Ihre Wirkweise basiert im Fall von Tirzepatid als dualer Agonist darauf, dass sie an gleich zwei Rezeptoren im K\u00f6rper wirken: dem GLP-1-Rezeptor (Glucagon-Like Petptide-1-Rezeptor) und dem GIPR-Rezeptor (Glucose-dependent Insulinotropic Polypeptide-Rezeptor).<\/p>\n<p>Einem internationalen Forscherteam um Nachwuchsgruppenleiter Johannes Broichhagen vom Leibniz-FMP, David Hodson vom Radcliffe Department of Medicine an der Universit\u00e4t Oxford und Anne de Bray von der Universit\u00e4t Birmingham ist es nun gelungen, mit neuen fluoreszierenden Markern die Reise von Medikamenten wie Tirzepatiden durch den K\u00f6rper und das Gehirn sichtbar zu machen.<\/p>\n<p>&#8222;Durch die Beschreibung der Zielzellen f\u00fcr duale Agonisten k\u00f6nnen wir besser verstehen, wie sie ihre Wirkung entfalten&#8220;, erkl\u00e4rt  David Hodson vom Radcliffe Department of Medicine an der Universit\u00e4t Oxford, Gro\u00dfbritannien. Auf Basis dieser Erkenntnisse ist es m\u00f6glich, die Therapie gegen Diabetes und Adipositas weiter zu verbessern.<\/p>\n<p>Entwicklung neuartiger fluoreszierender Marker (daLUXendins)<\/p>\n<p>GLP1- und GIP- Rezeptoren kommen sowohl in der Bauchspeicheldr\u00fcse als auch im Gehirn vor. Sie sorgen daf\u00fcr, dass nach einer Mahlzeit genug Insulin freigesetzt wird. W\u00e4hrend die Wirkweise von Tirzepatiden im K\u00f6rper schon gut erforscht ist, war bisher unklar, welche spezifischen Zell- und Nerventypen genau durch das Medikament angesprochen werden. <\/p>\n<p>Hier hat das Forscherteam um Nachwuchsgruppenleiter Johannes Broichhagen nun neue, entscheidende Erkenntnisse erlangt: In jahrelanger Arbeit ist es ihnen gelungen, neuartige fluoreszierende Marker mithilfe von Fluorophoren zu entwickeln (dual agonist LUXendins oder auch daLUXendins). Diese erm\u00f6glichen die Visualisierung und Analyse von GLP1R- als auch GIPR-Rezeptoren gleichzeitig in lebenden Zellen und Geweben und damit die Darstellung der Zielzellen von dualen Agonisten wie Tirzepatid. <\/p>\n<p>\u00dcbliche Methoden wie Antik\u00f6rper reichen zum Nachweis nicht aus, weil sie teilweise nicht validiert sind, oder nicht mal gegen ein spezifisches Protein erh\u00e4ltlich sind. Au\u00dferdem liefern sie keine Antworten darauf, wie und wo Medikamente an der Bauchspeicheldr\u00fcse und im Gehirn wirken. &#8222;Uns interessiert vor allem die Dynamik der Peptide&#8220;, sagt Johannes Broichhagen. Durch Versuche mit daLUXendinen konnte gezeigt werden, dass die Marker am st\u00e4rksten an Betazellen, aber auch an Alpha- und Deltazellen in der Bauchspeicheldr\u00fcse binden. <\/p>\n<p>Zudem konnte nachgewiesen werden, dass Tirzepatid auch spezifische Hirnregionen und Nervenzellen erreicht, die f\u00fcr die Steuerung von Appetit und Stoffwechsel wichtig sind. Eine besonders interessante Entdeckung war die Markierung von Tanyzyten, speziellen Zellen im Gehirn, die den Stoffwechsel \u00fcberwachen und Signale an Esszentren senden. <\/p>\n<p>Durch superaufl\u00f6sende Mikroskopie konnte weiterhin gezeigt werden, dass daLUXendin660 verst\u00e4rkt GLP1R- und GIPR-Cluster (&#8222;Nanodom\u00e4nen&#8220;) in Inselzellen markiert. Solche Bilder in &#8222;high definition&#8220; weisen darauf hin, dass Synergien nicht nur durch summierte Signalwege, sondern durch r\u00e4umlich organisierte Rezeptor-Cluster entstehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Grenzen der Studie und Ausblick auf zuk\u00fcnftige Forschung<\/p>\n<p>Einschr\u00e4nkungen der Studie sind, dass die Marker und das Medikament Tirzepatid unterschiedliche Molek\u00fcle sind, und die Untersuchungen bisher haupts\u00e4chlich an Mausmodellen durchgef\u00fchrt wurden. Weitere Forschungen sind notwendig, um die Ergebnisse auf den Menschen zu \u00fcbertragen. Zudem wurde nur mit einer begrenzten Farbauswahl gearbeitet, die in Zukunft aber erweitert werden soll. <\/p>\n<p>Die Studie liefert also zum einen wichtige Erkenntnisse dar\u00fcber, warum duale Agonisten so erfolgreich sind. Gleichzeitig wirft sie neue Fragen auf: Was passiert, wenn man den Zugang der Medikamente in das Gehirn verbessern w\u00fcrde? Und wie wirken neue, triple Agonisten mit zus\u00e4tzlichem Glukagon-Anteil?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s42255-025-01342-6\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00bb Originalpublikation  E-mail<\/a><\/p>\n<p class=\"it\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.leibniz-fmp.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Leibniz-Institut f\u00fcr Molekulare Pharmakologie (FMP)<\/a><\/p>\n<p><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWeitere Nachrichten dieser Firma<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/analytik.news\/presse\/suchen.php?suchtext=%22Leibniz-Institut+f\u00fcr+Molekulare+Pharmakologie+(FMP)%22\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00bb alle Nachrichten dieser Firma<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"21.08.2025 Moderne Medikamente wie Semaglutide (Ozempic\/Wegovy) und Tirzepatide (Mounjaro\/Zepbound) sind bekannte Mittel, die erfolgreich bei Diabetes und starkem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":132187,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-360480","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115063727419399186","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/360480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=360480"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/360480\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/132187"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=360480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=360480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=360480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}