{"id":36052,"date":"2025-04-16T08:14:22","date_gmt":"2025-04-16T08:14:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/36052\/"},"modified":"2025-04-16T08:14:22","modified_gmt":"2025-04-16T08:14:22","slug":"krebs-in-der-atemluft-erkennen-neuer-risikoscore-beim-prostata-ca","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/36052\/","title":{"rendered":"Krebs in der Atemluft erkennen; neuer Risikoscore beim Prostata-Ca"},"content":{"rendered":"\n<p> Im Onko-Blog dieser Woche berichten wir \u00fcber diese neuen Studien und Themen, welche die Krebstherapie verbessern k\u00f6nnen: <\/p>\n<ul>\n<li>\n<p> <b>Lungenkrebs: Elektronische Nase hilft bei der Diagnose<\/b> <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> <b>Kolorektalkarzinom: Katastrophen k\u00f6nnen Diagnose und Therapie verz\u00f6gern<\/b> <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> <b>Harnblasenkarzinom: S3-Leitlinie aktualisiert<\/b> <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> <b>Prostatakarzinom: Polygener Risikoscore zum Screening geeignet?<\/b> <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> <b>Multiples Myelom: Erstlinientherapie mit Daratumumab-haltigen Schemata<\/b> <\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> <b>Immuncheckpoint-Inhibitoren: Seltene Nebenwirkung Lipodystrophie<\/b> <\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>       <b>Lungenkrebs: Elektronische Nase hilft bei der Diagnose<\/b>  <\/p>\n<p>Durch Analyse der Ausatmungsluft mit Hilfe einer elektronischen Nase kann ein Lungenkarzinoms bei Menschen mit verd\u00e4chtigen Befunden mit einer Genauigkeit von 80 bis 92% erkannt werde. Die Genauigkeit ist unabh\u00e4ngig vom Tumormerkmalen, vom Krankheitsstadium, von Diagnosezentren und von klinischen Merkmalen, so die holl\u00e4ndische Autorengruppe in\u00a0<a href=\"https:\/\/www.annalsofoncology.org\/article\/S0923-7534(25)00125-5\/fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Annals of Oncology <\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>Die Analyse von fl\u00fcchtigen organischen Verbindungen (VOC) in der Ausatemluft wird seit Jahren als nicht invasive, nicht radiologische Methode zur Diagnose von Lungenkrebs untersucht. Durch die Analyse von VOC-Gemischen mit Mustererkennungsalgorithmen generieren eNoses Atemprofile als multidimensionale Biomarker und liefern numerische Wahrscheinlichkeiten f\u00fcr das Vorhandensein oder Fehlen spezifischer klinischer Zust\u00e4nde, ohne dass einzelne VOC\u00a0identifiziert werden m\u00fcssen, erl\u00e4utern die Autoren.<\/p>\n<p>In eine multizentrische, prospektive, externe Validierungsstudie wurden Erwachsene mit klinischem und\/oder radiologischem Verdacht auf Lungenkrebs aus Thorax-Onkologie-Ambulanzen an 2 Standorten in den Niederlanden eingeschlossen. Atemprofile wurden mithilfe einer cloudbasierten eNose (SpiroNose) erfasst. Die diagnostische Leistung des urspr\u00fcnglichen und eines neuen eNose-Modells wurde in verschiedenen Untergruppen erfasst.<\/p>\n<p>Die Datenanalyse umfasste 364 Patienten einer Trainingskohorte und 121 Patienten einer Validierungskohorte. In der Trainingskohorte erkannte eNose Lungenkrebs bei 216 (59%) der 364 Patienten, darunter bei 98 von 116 (84%) Patienten mit COPD. Die Ergebnisse f\u00fchrten zu einem ROC-AUC (Receiver Operating Characteristic-Area Under the Curve) von 0,92 f\u00fcr die COPD-Untergruppe und 0,80 f\u00fcr die gesamte Kohorte.\u00a0<\/p>\n<p>Bei einer vordefinierten Sensitivit\u00e4t von 95% erreichte eNose eine Spezifit\u00e4t von 72% f\u00fcr COPD-Patienten und 51% f\u00fcr alle Patienten, einen positiven Vorhersagewert (PPV) von 95% bzw. 74% und einen negativen Vorhersagewert (NPV) von 72% bzw. 88%.<\/p>\n<p>In der Validierungskohorte erkannte die eNose Lungenkrebs bei 72 von 121 (60%) Teilnehmern, was zu einem ROC-AUC von 0,83, einer Sensitivit\u00e4t von 94%, einer Spezifit\u00e4t von 63%, einem PPV von 79% und einem NPV von 89% f\u00fchrte.<\/p>\n<p>       <b>Kolorektalkarzinom: Katastrophen k\u00f6nnen Diagnose und Therapie verz\u00f6gern<\/b>  <\/p>\n<p>In Puerto Rico ist die Zahl der Darmkrebs-Diagnosen w\u00e4hrend und kurz nach den beiden Hurrikans Irma und Maria im September 2017 sowie w\u00e4hrend und nach der COVID-19-Pandemie gesunken, so eine aktuelle Analyse in\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.wiley.com\/10.1002\/cncr.35793\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Cancer <\/a>. Diagnosen im Sp\u00e4tstadium waren jedoch h\u00e4ufiger als erwartet. Dies deutet darauf hin, dass die eingeschr\u00e4nkte Gesundheitsversorgung aufgrund der Katastrophen eine rechtzeitige Diagnose teilweise verhinderte.\u00a0<\/p>\n<p>Um die Auswirkungen der Hurrikans Irma und Maria und der COVID-19-Lockdowns auf die Diagnose eines Kolorektalkarzinoms zu bewerten, analysierte die Arbeitsgruppe aus Puerto Rico Daten der Jahre 2012 bis 2021 aus dem Puerto Rico Central Cancer Registry.<\/p>\n<p>Von 2012 bis 2021 wurden bei insgesamt 18.537 Personen ein Kolorektalkarzinom diagnostiziert. Normalerweise erkannte man pro Monat 161,4 Kolorektalkarzinome. Im September 2017, als die Hurrikane kurz hintereinander w\u00fcteten, wurden jedoch nur 82 F\u00e4lle diagnostiziert.<\/p>\n<p>Nach einem leichten Aufw\u00e4rtstrend kam es nach den COVID-19-Lockdowns zu einem weiteren R\u00fcckgang. Im April 2020 wurden 50 Kolorektalkarzinome diagnostiziert, erwartet worden waren jedoch 162,5 F\u00e4lle.\u00a0<\/p>\n<p>Au\u00dferdem \u00fcbertraf die Zahl der Patienten mit Darmkrebs im Sp\u00e4tstadium und der Patienten au\u00dferhalb der empfohlenen Altersspanne f\u00fcr das Screening (\n      <\/p>\n<p>       <b>Harnblasenkarzinom: S3-Leitlinie aktualisiert<\/b>  <\/p>\n<p>Die S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom wurde umfassend \u00fcberarbeitet. Neuerungen finden sich in allen Bereichen.\u00a0<\/p>\n<p>Die aktualisierte S3-Leitlinie ist beim\u00a0<a href=\"https:\/\/www.leitlinienprogramm-onkologie.de\/leitlinien\/harnblasenkarzinom\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leitlinienprogramm Onkologie<\/a>\u00a0abrufbar. Sie entstand unter Federf\u00fchrung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Urologie (DGU) und der Interdisziplin\u00e4ren Arbeitsgruppe Blasen-Carcinom (IABC) der Deutschen Krebsgesellschaft unter Mitwirkung von 31 weiteren Fachgesellschaften und Organisationen. Finanziert wurde die Leitlinie von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie.<\/p>\n<p>Die Kapitel zur Diagnostik und Stadieneinteilung (Kapitel 5), zur perioperativen Therapie (Kapitel 9) sowie zur Rehabilitation, Lebensqualit\u00e4t, zu psychosozialen Aspekten und Palliativmedizin (Kapitel 11) sowie zur Nachsorge (Kapitel 12) wurden \u00fcberarbeitet.<\/p>\n<p>       <b>Prostatakarzinom: Polygener Risikoscore zum Screening geeignet?<\/b>  <\/p>\n<p>Mit Hilfe eines polygenen Risikoscores konnte ein hoher Anteil von Prostatakarzinomen erkannt werden, von denen 71,8% allein durch MRT- oder PSA-Screening nicht entdeckt worden w\u00e4ren. Dies ergab die britische BARCODE1-Studie, die im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa2407934\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> New England Journal of Medicine <\/a>\u00a0erschienen ist.<\/p>\n<p>Von 40.292 zur Teilnahme am Screening eingeladenen M\u00e4nnern im Alter von 55 bis 69 Jahren wurde bei 6.393 der polygene Risikoscore f\u00fcr 130 Varianten mit Hilfe von Keimbahn-DNA aus Speichel berechnet. Hiervon hatten 745 Teilnehmer (11,7%) einen polygenen Risikoscore im 90. Perzentil oder h\u00f6her. Von diesen unterzogen sich 468 M\u00e4nner (62,8%) einem MRT und einer Prostatabiopsie, wodurch bei 187 M\u00e4nnern (40,0%) ein Prostatakarzinom diagnostiziert wurde. Bei 103 dieser Betroffenen (55,1%) handelte es sich um ein Prostatakarzinom mit mittlerem und h\u00f6herem Risiko, so dass eine Behandlung angezeigt war. Bei 74 M\u00e4nnern (71,8%) w\u00e4re nach dem derzeit im UK eingesetzten Diagnosepfad der Krebs nicht festgestellt worden.\u00a0<\/p>\n<p>Der Autor des begleitenden\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMe2503155\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Editorials<\/a>\u00a0weist allerdings darauf hin, dass \u201edie Einf\u00fchrung eines Prostatakrebs-Screening-Programms mit der Ermittlung eines polygenen Risiko-Scores umfangreiche Investitionen in die Verwaltung und Analyse von Genom-Arrays erfordern und eine Reihe von Fragen \u00fcber die Speicherung genetischer Daten der Bev\u00f6lkerung und die Verwendung der Daten zur Berechnung und potenziellen Beratung zum Risiko vieler anderer Krankheiten aufwerfen w\u00fcrde\u201c.<\/p>\n<p>       <b>Multiples Myelom: Erstlinientherapie mit Daratumumab-haltigen Schemata<\/b>  <\/p>\n<p>Bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, die nicht f\u00fcr eine autologer Stammzelltransplantation in Frage kamen, zeigte die Kombination aus Daratumumab, Bortezomib, Melphalan und Dexamethason (D-VMP) nach mehr als 7 Jahren Nachbeobachtung im Vergleich zu VMP in der finalen Analyse ein signifikant besseres Gesamt\u00fcberleben. Alle Auswertungen der Phase-3-Studie ALCYONE sowie weitere Studien wie MAIA spr\u00e4chen f\u00fcr den Einsatz von Daratumumab in der Erstlinientherapie, schreiben die Autoren in\u00a0<a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lanonc\/article\/PIIS1470-2045(25)00018-X\/fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> The Lancet Oncology <\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>ALCYONE war eine internationale, multizentrische, randomisierte, offene Phase-3-Studie mit 706 Erwachsenen mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, die aufgrund ihres Alters (\u2265 65 Jahre) oder wegen erheblicher Komorbidit\u00e4ten nicht f\u00fcr eine Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation geeignet waren. Sie wurden randomisiert mit bis zu 9 Zyklen VMP oder mit VMP plus Daratumumab plus Daratumumab-Erhaltungstherapie behandelt.\u00a0<\/p>\n<p>Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 86,7 Monaten betrug das mediane Gesamt\u00fcberleben 83,0 Monate mit D-VMP versus 53,6 Monate mit VMP (Hazard Ratio [HR] 0,65, p\n      <\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen vom Schweregrad 3 oder 4 waren Neutropenie (40% vs. 39%), Thrombozytopenie (35% versus 38%) und An\u00e4mie (18% vs. 20%). Schwerwiegende therapiebedingte Nebenwirkungen traten bei 21% der Patienten in der D-VMP-Gruppe und 16% in der VMP-Gruppe auf.\u00a0<\/p>\n<p>       <b>Immuncheckpoint-Inhibitoren: Seltene Nebenwirkung Lipodystrophie<\/b>  <\/p>\n<p>Eine internationale Arbeitsgruppe berichtet in\u00a0<a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamadermatology\/article-abstract\/2832486\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> JAMA Dermatology <\/a>\u00a0\u00fcber Patienten mit Lipodystrophie und Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren. Bislang wurden nach Aussage der Autoren nur 21 F\u00e4lle berichtet.\u00a0<\/p>\n<p>Sie fanden in ihrer retrospektiven internationalen Multicenter-Studie 13 Patienten mit Immuncheckpoint-Inhibitoren-induzierten Lipodystrophien. 9 Patienten erhielten Pembrolizumab, 1 Nivolumab, 1 Durvalumab, 1 Ipilimumab und 1 Ipilimumab\/Nivolumab. Bei 1 Patient gab es eine Lipodystrophie in der Familienanamnese, 4 hatten einen Diabetes.<\/p>\n<p>7 Patienten hatten lokal begrenzte, 2 partielle und 4 generalisierte Lipodystrophien. Nach durchschnittlich 9,4 (4,0-18,0) Dosen kam es bei 12 Patienten zu einem schnellen Fettabbau ohne vorheriges Erythem oder \u00d6dem. 1 Patient hatte vor dem Fettabbau ein diffuses Erythem und \u00d6dem an beiden Beinen. Bei 8 Patienten durchgef\u00fchrte Hautbiopsien zeigten eine Fettgewebs-Atrophie.\u00a0<\/p>\n<p>Lipodystrophien und ICI-induzierte Lipodystrophien treten zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen auf, was nach Aussage der Autoren auf eine gemeinsame Pathogenese hindeutet. Die durch ICI induzierten Lipodystrophien geh\u00f6ren daher zu den immunologisch bedingten Nebenwirkungen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Onko-Blog dieser Woche berichten wir \u00fcber diese neuen Studien und Themen, welche die Krebstherapie verbessern k\u00f6nnen: Lungenkrebs:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":36053,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[19005,19004,19000,29,30,141,232,19003,19002,19007,19006,18999,19001],"class_list":{"0":"post-36052","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-blasenkarzinom","9":"tag-blasenkrebs","10":"tag-boesartiger-prostatatumor","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-gesundheit","14":"tag-health","15":"tag-kolorektalkrebs","16":"tag-krebs-der-prostata","17":"tag-krebs-maligne-neoplasie-karzinom","18":"tag-multiples-myelom-myelom-plasmozytom","19":"tag-prostatakarzinom","20":"tag-prostatakrebs"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114346646921646260","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36052","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36052"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36052\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36053"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36052"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36052"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36052"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}