{"id":361068,"date":"2025-08-21T05:06:10","date_gmt":"2025-08-21T05:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/361068\/"},"modified":"2025-08-21T05:06:10","modified_gmt":"2025-08-21T05:06:10","slug":"kuehlbeton-innovation-gegen-hitze-in-gebaeuden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/361068\/","title":{"rendered":"K\u00fchlbeton &#8211; Innovation gegen Hitze in Geb\u00e4uden"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 20.08.2025 20:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Beton, der Sonnenlicht reflektiert und so Geb\u00e4ude und Stra\u00dfen abk\u00fchlen kann &#8211; eine Innovation im Bereich der Klimaanpassung. Das internationale Forscherteam hat seine Ergebnisse jetzt ver\u00f6ffentlicht. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGeb\u00e4ude heizen sich im Sommer oft stark auf &#8211; vor allem Beton speichert W\u00e4rme und tr\u00e4gt zur \u00dcberhitzung bei. Doch ein internationales Forschungsteam hat einen Beton entwickelt, der dieses Problem l\u00f6sen k\u00f6nnte: Der sogenannte &#8222;Supercool Cement&#8220; reflektiert Sonnenstrahlen so effektiv, dass er Geb\u00e4ude passiv k\u00fchlt &#8211; ganz ohne Klimaanlage. \u00dcber ihr Projekt berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.adv2820link\" title=\"Science\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Science<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>    Wie kleine Kristalle im Beton k\u00fchlen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Geheimnis liegt in der Betonoberfl\u00e4che. Beim Aush\u00e4rten des Betons bilden sich winzige Kristalle, sogenannte Ettringite. Im neuen Verfahren wird der Beton mit einer speziellen Folie \u00fcberzogen. Bei Unterdruck entstehen dabei kleine Hohlr\u00e4ume, deren Oberfl\u00e4chen mit Kristallen besetzt sind. Diese Kristalle wirken wie viele winzige Spiegel. So reflektiert der Beton 96 Prozent des Sonnenlichts. Im Praxistest auf einem Dach bei 38 Grad Celsius blieb der neue Beton nicht nur k\u00fchl, sondern lag sogar f\u00fcnf Grad unter der Lufttemperatur, w\u00e4hrend normaler Beton auf sich auf fast 60 Grad erhitzte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Beton reflektiert einen Teil der Energie direkt ins Weltall zur\u00fcck. Dabei wird, so die Forschenden, ein atmosph\u00e4risches &#8222;Fenster&#8220; genutzt, \u00fcber das bestimmte Wellenl\u00e4ngen ohne gro\u00dfe Absorption die Erdatmosph\u00e4re verlassen k\u00f6nnen. &#8222;Man hat ein paar M\u00f6glichkeiten, um die Wellenl\u00e4nge zu beeinflussen, so dass man genau dieses Fenster erreicht&#8220;, sagt der Materialwissenschaftler Eduardus Koenders, Leiter des Instituts f\u00fcr Werkstoffe im Bauwesen der TU Darmstadt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnter optimalen Bedingungen k\u00f6nne ein Geb\u00e4ude so deutlich heruntergek\u00fchlt werden, sagt Koenders: &#8222;Das h\u00e4ngt nat\u00fcrlich auch von der Strahlungsst\u00e4rke ab. Aber man kann ungef\u00e4hr zehn bis 15 Grad Abk\u00fchlung erreichen.&#8220; Der Materialwissenschaftler hat selbst an einem vergleichbaren K\u00fchlzement gearbeitet, im EU-Projekt <a href=\"https:\/\/miracle-concrete.eu\/\" title=\"Miracle\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Miracle<\/a>. Drei Patente sind aus dem Forschungsprojekt entstanden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0<\/p>\n<p>    K\u00fchlbeton f\u00fcr den Neubau und Bestandsgeb\u00e4ude<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLaut Forschungsteam l\u00e4sst sich das Herstellungsverfahren des neuen Betons leicht skalieren und kann nicht nur im Neubau eingesetzt werden, sondern auch auf bestehenden D\u00e4chern, Fassaden oder sogar Stra\u00dfen. &#8222;Man kann das nat\u00fcrlich auch nachtr\u00e4glich machen, aber am besten funktioniert es auf Fl\u00e4chen mit direkter Sonneneinstrahlung, wie zum Beispiel D\u00e4chern&#8220;, sagt Koenders.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie potenziellen Anwendungen sind vielf\u00e4ltig: Neben D\u00e4chern, Ziegelsteinen und Fassaden k\u00f6nnten auch Stra\u00dfen und Gehwege aus dem neuen Beton bestehen, so der Materialwissenschaftler. Dann k\u00f6nnten vorhandene D\u00e4cher nachger\u00fcstet, zus\u00e4tzliche Geb\u00e4udeh\u00fcllen nachtr\u00e4glich errichtet werden. Die Forscher haben auch farbige Varianten entwickelt. Selbst mit Farbzugabe reflektierte der Beton noch mehr als 90 Prozent der Sonnenstrahlung.<\/p>\n<p>    Bessere CO2-Bilanz wegen der Herstellung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nModellberechnungen zeigen, dass dies die Temperaturen in St\u00e4dten sp\u00fcrbar senken k\u00f6nnte. Gleichzeitig verbessert der Beton die Klimabilanz: Bei der Herstellung entstehen rund 25 Prozent weniger CO2-Emissionen, da der Zement bei niedrigeren Temperaturen produziert wird. Eine Lebenszyklus-Analyse zeigt sogar, dass der Beton \u00fcber 70 Jahre mehr CO2 einspart, als bei seiner Herstellung freigesetzt wird. In hei\u00dfen Klimazonen k\u00f6nnte der Beton sogar eine negative CO2-Bilanz erreichen.<\/p>\n<p>    Wann kommt der K\u00fchlbeton auf den Markt?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Spanien arbeitet das Unternehmen PhotoKrete schon an so einem Beton.\u00a0&#8222;Es haben sich mehrere gro\u00dfe, internationale Firmen in Spanien gemeldet&#8220;, sagt Eduardus Koenders von der TU Darmstadt. Das Interesse ist gro\u00df. &#8222;Jetzt geht es darum, wie man das Produkt am besten auf dem Markt bekommt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr ist optimistisch, dass dies schnell geschehen wird. Besonders in hei\u00dfen Regionen wie dem Mittelmeerraum sieht er gro\u00dfes Potenzial. Besonders effektiv ist der Einsatz in Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung und geringer Bew\u00f6lkung, da hier die Reflexion und Abstrahlung optimal genutzt werden kann.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr den Einsatz in Deutschland m\u00fcssen allerdings noch L\u00f6sungen f\u00fcr den Winter gefunden werden, wenn Geb\u00e4ude eher warm als k\u00fchl sein sollen. Denkbar w\u00e4re eine zus\u00e4tzliche Geb\u00e4udeh\u00fclle mit D\u00e4mmung. Doch klar ist: Mit dem Klimawandel werden Technologien wie der K\u00fchlbeton immer wichtiger, um Geb\u00e4ude an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 20.08.2025 20:00 Uhr Beton, der Sonnenlicht reflektiert und so Geb\u00e4ude und Stra\u00dfen abk\u00fchlen kann &#8211; eine Innovation&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":361069,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[9930,29,30,13,11607,25539,952,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-361068","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-beton","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-hitze","13":"tag-klimaanpassung","14":"tag-klimawandel","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115065020985619367","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/361068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=361068"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/361068\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/361069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=361068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=361068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=361068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}