{"id":361267,"date":"2025-08-21T06:59:12","date_gmt":"2025-08-21T06:59:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/361267\/"},"modified":"2025-08-21T06:59:12","modified_gmt":"2025-08-21T06:59:12","slug":"empoerung-in-frankreich-ueber-gewaltsamen-tod-eines-streamers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/361267\/","title":{"rendered":"Emp\u00f6rung in Frankreich \u00fcber gewaltsamen Tod eines Streamers"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 21.08.2025 08:21 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Immer wieder wird ein Streamer in Frankreich vor laufender Kamera misshandelt. Tausende Menschen schauen dabei zu &#8211; nun starb der Mann w\u00e4hrend eines Livestreams. Der Fall bringt Politik und Justiz in Erkl\u00e4rungsnot.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/cai-rienaecker-104.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Cai Rien\u00e4cker\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/cai-rienaecker-103.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Live\u00fcbertragung auf der Plattform Kick lief schon seit 298 Stunden und 30 Minuten, also seit mehr als zw\u00f6lf Tagen. Da machten Zuschauer des Dauer-Streams einen der schlafenden jungen M\u00e4nner im gefilmten Zimmer bei Nizza darauf aufmerksam, dass ihr Dauer-Opfer JP ziemlich komisch und leblos daliege.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDaraufhin schmiss einer der jungen M\u00e4nner zuerst noch eine kleine Plastik-Wasserflasche auf den reglosen K\u00f6rper. Als die Anwesenden merkten, dass JP tats\u00e4chlich nicht mehr reagierte, wurde die Live-Kamera abgeschaltet. Die Polizei in Nizza konnte anschlie\u00dfend nur noch den Tod des im Netz JP genannten Jean Pormanove feststellen, der mit b\u00fcrgerlichem Namen Rapha\u00ebl Graven hie\u00df und nun mit 46 Jahren starb.<\/p>\n<p>    Abozahlen stiegen mit der Gewalt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKurz zuvor soll Pormanove wie immer in seinen Videos auf der Plattform Kick von den anderen anwesenden Streamern maltr\u00e4tiert worden sein. So war in einer Szene des Livestreams zu sehen, wie Pormanove vor laufender Webcam von seinen st\u00e4ndigen Begleitern festgehalten und gew\u00fcrgt wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Streams hatten fr\u00fcher mal eher harmlos mit Videospielen angefangen. Rapha\u00ebl Graven alias Jean Pormanove war ein ehemaliger Obdachloser und Soldat, der in den Videos immer wieder die Opferrolle einnahm. Sobald Gewalt ins Spiel kam, stiegen die Abos des Streamingkanals und damit auch die Einnahmen. Mehrere Zehntausend Euro sollen dabei in manchen Monaten f\u00fcr die Streaming-Gruppe herausgesprungen sein.<\/p>\n<p>    Die Plattform Kick griff nicht ein<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Journalistin Marie Turcan arbeitet in Frankreich f\u00fcr das investigative Onlineportal Mediapart und hatte schon im vergangenen Jahr mit ihren Recherchen auf die Brutalit\u00e4t der Videos aufmerksam gemacht: &#8222;Sie haben immer mehr verstanden, dass, wenn JP sich ge\u00e4rgert hat, dann brachte das Geld&#8220;, erz\u00e4hlt sie. &#8222;Es gab User, die daf\u00fcr bezahlt haben, JP beleidigen zu d\u00fcrfen, die sich an der anschlie\u00dfenden Gewalt erg\u00f6tzt haben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRund 50.000 Zuschauer hingen jeden Abend an den zunehmend gewaltt\u00e4tigen Streams. JP war einer der Stars auf der Plattform Kick, die zu keinem Zeitpunkt eingriff. Mal wurde Pormanove mit Farbe \u00fcbersch\u00fcttet, mal auf seinem Stuhl umgeschmissen und immer wieder geschlagen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Es gab Zuschauer, die den Stream als Begleitmedium genutzt haben. Man konnte sehen, dass einige User den Video-Stream tagelang ununterbrochen eingeschaltet hatten&#8220;, sagt die Journalistin Turcan. Es habe eine richtige Community gegeben, die die Streamer angefeuert habe. &#8222;Nachdem wir unsere Recherchen ver\u00f6ffentlicht hatten, haben sie sich gegen uns gewendet und uns im Internet bel\u00e4stigt bis hin zu Morddrohungen.&#8220;<\/p>\n<p>    Kick will mit Ermittlern kooperieren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie User waren mit dem st\u00e4ndigen Opfer Pormanove und seinen Co-Streamern in den vergangenen f\u00fcnf Jahren bereits durch verschiedene Plattformen getingelt. TikTok und Twitch hatten sie verlassen, weil sie ihren Gewaltvideos dort nicht freien Lauf lassen konnten. Aber bei Kick brauchten sie keinerlei Sanktionen zu f\u00fcrchten. Im Gegenteil.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKick machte im Onlinedienst X noch Werbung mit den Gewaltvideos. Die aus Australien gesteuerte Plattform Kick \u00e4u\u00dferte nach dem Tod des Streamers ihr tiefes Bedauern. Alle Beteiligten seien von Kick aus dem Videoportal verbannt worden. Nun wolle man voll mit den Beh\u00f6rden bei der Aufkl\u00e4rung zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>    Digitalministerin: Absoluter Horror<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKritiker sehen in dem Fall auch ein Versagen der Aufsichtsgremien. &#8222;Es stimmt, dass es schwierig ist f\u00fcr den Staat, das alles zu kontrollieren&#8220;, sagt der sozialistische Abgeordnete und Social-Media-Experte Arthur Delaporte. Die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde habe nur 23 Personen, die sich mit den digitalen Diensten besch\u00e4ftigen und die Einhaltung der europ\u00e4ischen Vorgaben \u00fcberwachen w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie zust\u00e4ndige Ministerin f\u00fcr Digitales, Clara Chappaz, sprach nach dem Tod des Video-Streamers bei Nizza von einem absoluten Horror. Jean Pormanove sei monatelang live auf der Plattform Kick gedem\u00fctigt und misshandelt worden. Die Online-Plattform habe die Verantwortung f\u00fcr die Verbreitung illegaler Inhalte. Die Ministerin k\u00fcndigte eine strafrechtliche Untersuchung an.<\/p>\n<p>    Viele Fragen an die Medienaufsicht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEntsprechende Ermittlungen gab es aber bereits nach Recherchen des Online-Portals Mediapart im vergangenen Dezember. Es kam sogar zwischenzeitlich zu Festnahmen. Regierung und Medienaufsicht m\u00fcssen sich deshalb fragen lassen, wie es acht Monate sp\u00e4ter trotzdem auf demselben Videokanal bei Kick zum Tod vor laufender Kamera kommen konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 21.08.2025 08:21 Uhr Immer wieder wird ein Streamer in Frankreich vor laufender Kamera misshandelt. 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