{"id":361938,"date":"2025-08-21T13:25:12","date_gmt":"2025-08-21T13:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/361938\/"},"modified":"2025-08-21T13:25:12","modified_gmt":"2025-08-21T13:25:12","slug":"zeitlose-kritik-an-menschheit-und-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/361938\/","title":{"rendered":"Zeitlose Kritik an Menschheit und Gewalt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Torheit und Grausamkeit: So ist der Mensch bei Goya. Der spanische Maler hat die Sehns\u00fcchte und Irrungen, aber auch die dunkelsten Abgr\u00fcnde der menschlichen Seele ins Bild gesetzt. Sein grafisches Werk ist einmalig in der Kunstgeschichte.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"\u00abYa tienen asiento\u00bb, Capricho 26, Radierung.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"3000\" height=\"4134\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/9040a372-0c81-4fdf-81d3-20a3563da27a.jpg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    \u00abYa tienen asiento\u00bb, Capricho 26, Radierung. <\/p>\n<p>Taschen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2ucb9nc1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Francisco de Goya war ein genialer Chronist seiner Zeit. Er hat ein druckgrafisches Werk von 287 Radierungen und Lithografien geschaffen, das Spaniens seelisches Gef\u00fcge w\u00e4hrend einer ganzen Epoche widerspiegelt. F\u00fcr diese Bl\u00e4tter ist Goya (1746\u20131828) besonders ber\u00fchmt geworden \u2013 weit \u00fcber seine Zeit hinaus. Denn ihre Bedeutung als Dokumente menschlicher Sehns\u00fcchte und Abgr\u00fcnde ist zeitlos.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Die Gedanken beginnen ein Eigenleben und erheben sich \u00fcber seinem Kopf als Tumult fl\u00fcgelschlagender Hirngespinste. Das Blatt ist so bekannt, dass der Titel zum gefl\u00fcgelten Wort wurde.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2ue3thp0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Wie aber ist die Redewendung zu verstehen? Verlieren wir die Kontrolle \u00fcber unsere Gedanken, landen wir bald im Chaos und Irrsinn. \u00abSue\u00f1o\u00bb aber bedeutet nicht nur Schlaf, sondern auch Traum. K\u00f6nnte der Meister der irrlichternden Bildgedanken auch gemeint haben, dass die Vernunft selbst bloss ein Traum sei, eine Illusion, aus der es besser aufzuwachen gelte?<\/p>\n<p>Verirrungen, Laster und Torheiten<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30niot51\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Goya hat in dem Bilderzyklus der \u00abCaprichos\u00bb die Kombination von Bild und Schrift ganz neu inszeniert: eine perfekte Harmonie zwischen Motiv und Text, der hier nicht nur Titel ist, sondern das Bild wie ein kurzer Diskurs begleitet \u2013 als ein Kommentar, manchmal literarisch gef\u00e4rbt, manchmal beschreibend, dann wieder satirisch, oft gar doppeldeutig, oder auch ausrufend und anklagend. Diesen unterschiedlichen Kurztexten ist gemeinsam, dass sie den Betrachter zur Auseinandersetzung mit dem Bild animieren.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2uebodv0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Seine \u00abCaprichos\u00bb \u2013 Launen \u2013 sind denn auch nicht bloss satirische Zeugnisse menschlichen Verhaltens und vor allem auch allzumenschlichen Fehlverhaltens in seiner Zeit. Die Launen in diesem Bilderzyklus beziehen sich vor allem auf die Stimmungen, Ideen und Visionen des K\u00fcnstlers selber. Goya begann neben den offiziellen Auftragsarbeiten private Werke zu schaffen, in welchen er seine pers\u00f6nlichsten Erfahrungen und Phantasien zu Papier brachte \u2013 Arbeiten, in denen es ihm gelang, \u00abBeobachtungen zu machen, zu denen in der Regel die Auftragswerke keine Gelegenheit bieten, da sich in ihnen Laune (capricho) und Erfindung (invenci\u00f3n) nicht verbreiten k\u00f6nnen\u00bb, wie Goya einmal festhielt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2ui39vh1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Grund f\u00fcr diesen Befreiungsschlag war ein Wendepunkt in seiner Karriere. 1792 legte er der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando einen Bericht vor, der Bezug nahm auf die Reformen der spanischen Kunstakademie. Darin verlieh er seiner \u00dcberzeugung Ausdruck, dass \u00abes keine Regeln in der Malerei gibt\u00bb. Im darauffolgenden Jahr erkrankte Goya schwer, was eine lebenslange Taubheit nach sich zog.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2uidkj20\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Goya konnte sich die neue Freiheit leisten. Er wurde damals als Portr\u00e4tist von der Elite umworben. Als erster Hofmaler des K\u00f6nigs und durch seine Kontakte mit Intellektuellen, Adligen, Ministern konnte er sich \u00fcber die gesellschaftlichen Probleme seiner Epoche bestens ins Bild setzen. Er war ein scharfer Beobachter und oft direkter Zeuge von Intrigen instabiler Regierungen, von Kriegen und Wirtschaftskrisen, der Armut des einfachen, von der Oberschicht ausgebeuteten Volks, von religi\u00f6sen und politischen R\u00fcckschritten, die den Ideen der Aufkl\u00e4rung ein Ende bereiteten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30o3sc81\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In seinen pers\u00f6nlichsten Werken verfocht Goya seine liberalen Ansichten. In den publizierten \u00abCaprichos\u00bb brachte er seinen kritischen Blick auf die politischen Zust\u00e4nde, die sozialen Missst\u00e4nde, auf die menschlichen Verirrungen, Laster und Torheiten, die Verblendungen und Niedertr\u00e4chtigkeiten zum Ausdruck.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2uj3l830\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Hatte die bisher vorherrschende Kunstauffassung zum Ziel, in idealisierender Weise das Gute und Sch\u00f6ne zu proklamieren, schlug sich Goya auf die Seite des gegenteiligen Extrems und zeigte das Negative im menschlichen Verhalten. Wobei er sich in dem Bilderzyklus der \u00abCaprichos\u00bb vor allem vier grossen Themenkreisen zuwandte: der Untreue zwischen Mann und Frau, der Prostitution als Ausbeutung des Wesens beider Geschlechter, der schlechten Bildung und Ignoranz sowie deren verderblichen Folgen und schliesslich dem falschen Glauben, dem Aberglauben und insbesondere der Hexerei als dessen allerschlimmster Manifestation.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u00abTal para qual\u00bb, Capricho 5, 1799, Radierung.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"3024\" height=\"3965\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    \u00abTal para qual\u00bb, Capricho 5, 1799, Radierung. <\/p>\n<p>Taschen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j2uiue760\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In dem Blatt \u00abTal para qual\u00bb \u2013 Gleiches f\u00fcr Gleiches \u2013 prangert Goya Falschheit und T\u00e4uschung in den Beziehungen der Geschlechter an. Er zeigt einen Mann und eine Frau, die sich gegenseitig etwas vormachen. Die zwei lachenden Kupplerinnen im Hintergrund aber verraten, dass sie keine vornehme Dame und er kein Gentleman ist.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30p69751\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Andere Bl\u00e4tter spielen mit mehrdeutigen Begriffen wie etwa das Blatt \u00abYa tienen asiento\u00bb mit zwei leicht bekleideten jungen Frauen, die je einen Stuhl auf dem Kopf tragen. Einen Sitz (\u00abasiento\u00bb) haben bedeutete, \u00fcber Reife und Klugheit zu verf\u00fcgen und jugendliche Unvernunft hinter sich gelassen zu haben. Die beiden Frauen allerdings, die bereits einen Stuhl zu haben glauben (\u00abya tienen asiento\u00bb), ziehen ihre R\u00f6cke \u00fcber die K\u00f6pfe und enth\u00fcllen vor den Blicken am\u00fcsierter M\u00e4nner ihre Beine.<\/p>\n<p>Grausamkeiten des Kriegs<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30pj48o0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Goyas Desillusion \u00fcber das menschliche Dasein gipfelt in seinem Bilderzyklus zum spanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg (1808\u20131814). Die bestialischen Greuel auf den Bl\u00e4ttern der \u00abDesastres de la guerra\u00bb (Die Schrecken des Krieges), die er zum Teil mit eigenen Augen gesehen haben soll, reichen von Erschiessungen wehrloser Zivilisten \u00fcber Vergewaltigungen von Frauen bis hin zu Verst\u00fcmmelungen gefangener Soldaten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30s7cks0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auf Szenen mit Feldschlachten folgen solche mit Pl\u00fcnderungen, Hinrichtungen durch den Strick oder die Garrotte, Erschiessungskommandos, Darstellungen von fl\u00fcchtenden Frauen und Kindern, von Folterungen, Leichenbergen, entw\u00fcrdigenden Bestattungen verwesender K\u00f6rper in Massengr\u00e4bern, Lynchmorden und Brandschatzungen, schliesslich Szenen der Hungersnot.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u00abBarbaros!\u00bb, \u00abDesastres 38\u00bb, 1810\u20131814, Radierung.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"3545\" height=\"2740\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    \u00abBarbaros!\u00bb, \u00abDesastres 38\u00bb, 1810\u20131814, Radierung. <\/p>\n<p>Taschen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30srcon1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00abIch sah es\u00bb, \u00abUnd das auch\u00bb, \u00abSo ist es geschehen\u00bb, lauten die knappen Texte. Wie ein moderner Kriegsfotograf schildert Goya in seinen Darstellungen, was sich Menschen gegenseitig anzutun imstande sind. Auch knappe Kommentare und Urteile setzt er unter die Bilder: \u00abPor que?\u00bb \u2013 Warum? \u00abBarbaros!\u00bb \u2013 Barbaren! Und manchmal verf\u00e4llt er in bitteren Sarkasmus: \u00abPara eso habeis nacido\u00bb \u2013 Daf\u00fcr wurdet ihr geboren. Die Inschriften werden zum d\u00fcsteren Monolog des K\u00fcnstlers.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30ta87m0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Lakonisch ist sein Kommentar in dem Blatt \u00abAmarga presencia!\u00bb \u2013 Bittere Pr\u00e4senz. Ein gefesselter Mann wird gezwungen, Zeuge der Vergewaltigung seiner Frau zu werden. \u00abMadre infeliz!\u00bb \u2013 Ungl\u00fcckliche Mutter \u2013 heisst es unter einer der tragischsten Szenen der Serie. Eine junge Frau wird tot von drei M\u00e4nnern fortgetragen: ein Opfer der Hungersnot. Zur\u00fcck l\u00e4sst sie ein verzweifelt weinendes M\u00e4dchen, das gerade Waise geworden ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u00abMadre infeliz!\u00bb, \u00abDesastres 50\u00bb, 1812\u20131814, Radierung.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"3505\" height=\"2627\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    \u00abMadre infeliz!\u00bb, \u00abDesastres 50\u00bb, 1812\u20131814, Radierung. <\/p>\n<p>Taschen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30rcfq20\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Goya verst\u00e4rkt die Wirkung mancher Darstellungen, indem er auf ber\u00fchmte Motive der Kunstgeschichte zur\u00fcckgreift. So hat er f\u00fcr seinen Gepf\u00e4hlten den \u00abTorso von Belvedere\u00bb als Vorlage verwendet: Der lapidar wirkende Titel des Blatts, \u00abEsto es peor\u00bb \u2013 Das ist schlimmer, erh\u00e4lt durch den Bezug auf das Fragment einer antiken Statue eines Sitzenden eine besonders sarkastische Note.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u00abEsto es peor\u00bb, \u00abDesastres 37\u00bb, 1810\u20131814, Radierung.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"3545\" height=\"2706\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    \u00abEsto es peor\u00bb, \u00abDesastres 37\u00bb, 1810\u20131814, Radierung. <\/p>\n<p>Taschen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30qdbip0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Diese umfangreiche Grafikserie, 82 Bl\u00e4tter, kann mit nichts in der Kunstgeschichte verglichen werden, was die Darstellung von Gewalt und Tod betrifft. Was diese Bilder umso eindringlicher erscheinen l\u00e4sst, ist der Umstand, dass Goya nie moralisierend wirkt. Er ergreift keine Partei, nicht einmal f\u00fcr die Opfer.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j30u75a81\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Hier werden T\u00e4ter zu Opfern und Opfer zu T\u00e4tern, franz\u00f6sische Soldaten und spanische Zivilisten, M\u00e4nner und Frauen, Junge und Alte fallen mit derselben Grausamkeit \u00fcbereinander her. Wer unter welcher Flagge mordet, sch\u00e4ndet und qu\u00e4lt, spielt in den Augen des K\u00fcnstlers keine Rolle mehr. Das B\u00f6se ist im Krieg zum Normalen, ja zum Banalen geworden.<\/p>\n<p data-team-footnote=\"\" id=\"id-doc-1j30n8go50\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"footnote\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent footnote nzzinteraction\">Goya. The Complete Prints, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.taschen.com\/de\/\" rel=\"nofollow noopener\">Taschen<\/a>-Verlag, K\u00f6ln 2025. Englisch, Deutsch, Franz\u00f6sisch. Hardcover im Schuber, 600 S., Fr. 100.\u2013.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Torheit und Grausamkeit: So ist der Mensch bei Goya. 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