{"id":362303,"date":"2025-08-21T16:40:10","date_gmt":"2025-08-21T16:40:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/362303\/"},"modified":"2025-08-21T16:40:10","modified_gmt":"2025-08-21T16:40:10","slug":"druck-auf-putin-fehlt-mit-der-heuchelei-der-europaeer-muss-schluss-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/362303\/","title":{"rendered":"Druck auf Putin fehlt: Mit der Heuchelei der Europ\u00e4er muss Schluss sein"},"content":{"rendered":"<p><strong>Russlands Pr\u00e4sident Putin hat kein Interesse an einem Ende seines Angriffskriegs gegen die Ukraine. Warum auch? Moskaus Einnahmen aus dem Gas- und \u00d6lverkauf sprudeln &#8211; und die Ukrainer sind milit\u00e4risch unterlegen. Daf\u00fcr kann sich Putin auch bei den Europ\u00e4ern bedanken.<\/strong><\/p>\n<p>In Europa keimt die Hoffnung auf Frieden in der Ukraine auf. Um ihn abzusichern, debattieren die Verb\u00fcndeten Kiews bereits \u00fcber die m\u00f6gliche Entsendung von Bodentruppen. Und US-Pr\u00e4sident Donald Trump bietet Sicherheitsgarantien an, die der Beistandspflicht der Nato nach Artikel 5 \u00e4hneln sollen. Es gibt nur ein Problem: Wladimir Putin hat kein Interesse an einem Frieden, solange Russland an der ukrainischen Front milit\u00e4risch die Oberhand beh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Dass der russische Pr\u00e4sident den Krieger erfolgreich weiterf\u00fchren kann, ist auch die Schuld der Europ\u00e4er. Stets betonen sie, fest an der Seite der Ukraine zu stehen. Sie schicken ihr aber nicht genug R\u00fcstungsg\u00fcter &#8211; und Deutschland verweigert die Lieferung erfolgversprechender Waffen wie dem Taurus. So verkommt die viel beschworene Solidarit\u00e4t mit der Ukraine zur Heuchelei. Das muss aufh\u00f6ren. Bevor Putin sich bewegt, m\u00fcssen die Europ\u00e4er sich bewegen &#8211; und die milit\u00e4rische Hilfe f\u00fcr Kiew endlich hochfahren.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4er helfen Putins Invasion noch auf eine andere Weise: mit Geld. Niemals k\u00f6nnte Russland mit leeren Staatskassen Krieg f\u00fchren. Das ist nicht der Fall, weil in Moskau weiter viele Milliarden an Einnahmen sprudeln durch den Verkauf von \u00d6l, Gas, Uran und Brennstoffen. Zu Russlands Handelspartnern z\u00e4hlen viele Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen Union. Trotz aller Sanktionen und Bem\u00fchungen, unabh\u00e4ngiger von russischem \u00d6l und Gas zu werden, hat die EU laut dem britischen Forschungsinstituts Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) im vergangenen Jahr nur ein Prozent weniger fossile Brennstoffe aus Russland importiert als im Vorjahr. <\/p>\n<p>Ein F\u00fcnftel des Gases in der EU kommt aus Russland<\/p>\n<p>Insbesondere der Handel mit russischem Fl\u00fcssiggas floriert weiter in der EU. Nach Angaben der EU-Kommission machten russische Gaslieferungen 2024 noch immer rund 19 Prozent der gesamten EU-Gasimporte aus. 2023 wurden Erdgas und Fl\u00fcssiggas im Wert von 15,6 Milliarden Euro aus Russland in die EU importiert. Zu den gr\u00f6\u00dften Abnehmern russischen Fl\u00fcssiggases in der EU z\u00e4hlen Frankreich, Spanien, die Niederlande, Belgien und Italien. L\u00e4nder wie \u00d6sterreich, die Slowakei und Ungarn importieren derweil russisches Gas \u00fcber Pipelines. Auf Umwegen kommen die gewaltigen Mengen russischen Gases, die in Europas Netz eingespeist werden, auch nach Deutschland.<\/p>\n<p>Zwar will die EU-Kommission russische Gasimporte schrittweise bis 2027 stoppen. Bis dahin flie\u00dfen aber weiter riesige Summen an den russischen Aggressor, der die Nachkriegsordnung in Europa bedroht. Dass europ\u00e4ische Politiker den Krieg verdammen und zugleich nicht imstande sind, den Finanzfluss nach Moskau mit schlagkr\u00e4ftigen Embargos auszutrocknen, d\u00fcrfte Putin am\u00fcsieren. Erst wenn die Europ\u00e4er keinen Cent mehr f\u00fcr russische Energie zahlen, werden die Verantwortlichen im Kreml sie ernst nehmen. Erst dann wird aus der Heuchelei entschlossenes Handeln. Der effektivste Weg zur Beendigung eines Krieges ist es, den Geldhahn zuzudrehen.<\/p>\n<p>Zugegeben: Wer einen Blick auf die andere Seite des Atlantiks wirft, wird auch bei Trump keine gro\u00dfe M\u00fche erkennen, den Druck auf Putin zu erh\u00f6hen. Die US-Milit\u00e4rhilfe wird zur\u00fcckgefahren &#8211; und geschenkt bekommt die Ukraine von den Amerikanern nur noch wenig. Auch die von Trump angedrohten Strafz\u00f6lle f\u00fcr Russland und seine Handelspartner verpufften gr\u00f6\u00dftenteils &#8211; \u00fcbrig blieben lediglich zus\u00e4tzliche Z\u00f6lle in H\u00f6he von 25 Prozent f\u00fcr Waren aus Indien. Zudem holte Trump Putin auf dem Gipfeltreffen in Alaska zur\u00fcck auf die internationale B\u00fchne.<\/p>\n<p> EU muss russische Zentralbank-Milliarden anfassen<\/p>\n<p>Warum aber erwarten die Europ\u00e4er so viel von Trump, wenn sie es \u00fcber Jahre komplett vers\u00e4umt haben, ihren eigenen Kontinent gegen Putin zu r\u00fcsten? Wenn sie zwar mehr Waffen an die Ukrainer liefern, ihnen mehr Hilfsgelder \u00fcberweisen &#8211; aber beides nicht im n\u00f6tigen Umfang? Wenn sie nicht nur flei\u00dfig weiter russisches Gas kaufen, sondern trotz ihres Embargos \u00fcber Indien auch noch Produkte aus russischem Roh\u00f6l?<\/p>\n<p>Es wirke vor diesem Hintergrund &#8222;abstrus&#8220;, wenn die Europ\u00e4er dann Trump auffordern, er solle mit Sanktionen oder Sekund\u00e4rz\u00f6llen mehr Druck auf Moskau machen, sagt der Sicherheitsexperte Nico Lange vom Center for European Policy Analysis. Trump wird die Heuchelei der Europ\u00e4er schon als solche erkannt haben. Auch die gro\u00dfen Gas-Kunden Russlands wie Frankreich oder Spanien m\u00fcssen Trump beweisen, dass sie Putin wirklich die Daumenschrauben anziehen wollen. Denn auch sie k\u00f6nnten von Trumps Strafz\u00f6llen getroffen werden, falls er sie doch noch verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Um Putin in Bedr\u00e4ngnis zu erh\u00f6hen, h\u00e4tten die Europ\u00e4er eine weitere M\u00f6glichkeit, die sie seit Jahren nicht nutzen: In Belgien liegen 210 Milliarden Euro der russischen Zentralbank, die nach Beginn des Angriffskriegs eingefroren wurden. Das Geld k\u00f6nnte daf\u00fcr verwendet werden, die Ukraine wiederaufzubauen. Bislang werden aber nur die Zinsen dieses Verm\u00f6gens f\u00fcr Hilfszahlungen an Kiew genutzt. Allen juristischen und wirtschaftlichen Bedenken zum Trotz sollten die Europ\u00e4er sich ein Herz nehmen und die russischen Milliarden anfassen. Es w\u00e4re ein klares Signal an Putin: Die Heuchelei hat ein Ende. Mag Putin den Krieg dann auch nicht sofort stoppen, er w\u00fcrde den Druck sp\u00fcren. W\u00fcrden die Europ\u00e4er endlich ernst machen, w\u00fcrde Putin sie auch ernster nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russlands Pr\u00e4sident Putin hat kein Interesse an einem Ende seines Angriffskriegs gegen die Ukraine. Warum auch? Moskaus Einnahmen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":362304,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,661,106,548,663,13,1211,14,15,4043,4044,850,307,1155,12,317,3081,64,10134,306],"class_list":{"0":"post-362303","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-angriff-auf-die-ukraine","11":"tag-donald-trump","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-headlines","15":"tag-johann-wadephul","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-russia","19":"tag-russian-federation","20":"tag-russische-foederation","21":"tag-russland","22":"tag-sanktionen","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-ukraine","25":"tag-ukraine-konflikt","26":"tag-usa","27":"tag-waffenlieferung","28":"tag-wladimir-putin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115067749941272338","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/362303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=362303"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/362303\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/362304"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=362303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=362303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=362303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}