{"id":362479,"date":"2025-08-21T18:15:18","date_gmt":"2025-08-21T18:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/362479\/"},"modified":"2025-08-21T18:15:18","modified_gmt":"2025-08-21T18:15:18","slug":"ganztag-in-bayern-evangelischer-kita-verband-warnt-vor-reiner-verlaengerung-der-schulzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/362479\/","title":{"rendered":"Ganztag in Bayern: Evangelischer Kita-Verband warnt vor reiner Verl\u00e4ngerung der Schulzeit"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem neuen Schuljahr beginnt f\u00fcr viele Kinder in Bayern der Alltag im offenen oder gebundenen Ganztag. Was politisch als gro\u00dfer Fortschritt in Sachen Bildungsgerechtigkeit gilt, st\u00f6\u00dft bei Fachverb\u00e4nden zunehmend auf Skepsis. Der Evangelische Kita-Verband Bayern (evKITA) warnt davor, Ganztagsangebote auf eine blo\u00dfe Verl\u00e4ngerung des Unterrichts zu reduzieren \u2013 und fordert mehr Freir\u00e4ume f\u00fcr Spiel, Kreativit\u00e4t und selbstbestimmtes Lernen.<\/p>\n<p>Kritik an &#8222;verl\u00e4ngerter Schulbank&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Kinder haben ein Recht darauf, nicht den ganzen Tag durchgetaktet zu sein&#8220;, betont Christiane M\u00fcnderlein, Vorst\u00e4ndin Bildung und Soziales im evKITA. Sie verweist auf die Gefahr, dass Ganztag lediglich als zeitliche Ausdehnung schulischen Lernens organisiert wird. Dauerhafte Leistungsanforderungen k\u00f6nnten die nat\u00fcrliche Neugier von Kindern einschr\u00e4nken \u2013 statt F\u00f6rderung drohe \u00dcberforderung.<\/p>\n<p>Der Verband stellt damit ein Grundproblem in der aktuellen Ganztagsdebatte heraus: W\u00e4hrend Politik und Bildungsadministration vor allem den Rechtsanspruch auf Betreuung ab 2026 im Blick haben, r\u00fccken p\u00e4dagogische Qualit\u00e4tsfragen in den Hintergrund.<\/p>\n<p>Unverf\u00fcgbarkeit als Bildungswert<\/p>\n<p>Ein zentrales Stichwort in der Stellungnahme ist der Begriff der &#8222;Unverf\u00fcgbarkeit&#8220;, gepr\u00e4gt vom Soziologen Hartmut Rosa. Gemeint sind Erfahrungen und Momente, die sich nicht planen lassen: das freie Spiel, das Ausprobieren, das Nichtstun. F\u00fcr den evKITA sind gerade diese Momente entscheidend f\u00fcr die emotionale und soziale Entwicklung von Kindern.<\/p>\n<p>Besonders Horte b\u00f6ten gute Bedingungen f\u00fcr diese Form von Bildung: offene Strukturen, R\u00e4ume f\u00fcr Kreativit\u00e4t und R\u00fcckzug, sowie p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte, die beziehungsorientiert arbeiten. Bildungsgerechtigkeit bedeute in diesem Sinne nicht nur gleiche Zug\u00e4nge zu schulischem Lernen, sondern auch gleiche Chancen auf Mu\u00dfe und Selbstbestimmung.<\/p>\n<p>Offene Fragen vor dem Rechtsanspruch<\/p>\n<p>Der Verband verbindet seine Kritik mit klaren Forderungen: mehr Gestaltungsfreiheit f\u00fcr P\u00e4dagog*innen jenseits schulischer Lernlogiken, eine verl\u00e4ssliche Finanzierung von Horten unabh\u00e4ngig von der Finanzkraft einzelner Kommunen sowie multiprofessionelle Teams, die sowohl Lern- als auch Freizeitp\u00e4dagogik abdecken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hinter der Kritik steht ein grunds\u00e4tzliches Dilemma: Der geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 erh\u00f6ht den Druck auf Kommunen und Tr\u00e4ger, Pl\u00e4tze bereitzustellen. Ob dabei auch qualitativ hochwertige Angebote entstehen, ist offen. Fachleute warnen seit Jahren, dass die Politik vor allem auf Quantit\u00e4t setzt und damit Gefahr l\u00e4uft, die eigentlichen Bed\u00fcrfnisse von Kindern zu \u00fcbergehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit dem neuen Schuljahr beginnt f\u00fcr viele Kinder in Bayern der Alltag im offenen oder gebundenen Ganztag. 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