{"id":362913,"date":"2025-08-21T22:10:20","date_gmt":"2025-08-21T22:10:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/362913\/"},"modified":"2025-08-21T22:10:20","modified_gmt":"2025-08-21T22:10:20","slug":"zoelle-wie-trump-die-eidgenossen-in-die-arme-der-eu-treibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/362913\/","title":{"rendered":"Z\u00f6lle: Wie Trump die Eidgenossen in die Arme der EU treibt"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Z\u00f6lle: Wie Trump die Eidgenossen in die Arme der EU treibt\" title=\"Z\u00f6lle: Wie Trump die Eidgenossen in die Arme der EU treibt\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.70d3ae79-088b-4d33-939a-821a9971540e.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tBundespr\u00e4sidentin Karin Keller-Sutter und Guy Parmelin, Vizepr\u00e4sident des Bundesrates, in Washington.\u00a0Foto: Getty Images via AFP\t\t\t<\/p>\n<p>Angesichts des US-Zollhammers erscheint die EU in der Schweiz pl\u00f6tzlich in einem besseren Licht. Die Stimmen f\u00fcr eine enge Kooperation mit Br\u00fcssel h\u00e4ufen sich.<\/p>\n<p>Die Schweizer entdecken ihre Zuneigung zur lange verp\u00f6nten Europ\u00e4ischen Union: Seit diesem August h\u00e4ufen sich die Stimmen einflussreicher Eidgenossen, die offen die EU preisen und eine engere wirtschaftliche und politische Kooperation mit bef\u00fcrworten. Die Hinwendung in Richtung Br\u00fcssel geht auf das Konto des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump. Seine Regierung k\u00fcndigte ausgerechnet am Schweizer Nationalfeiertag, dem 1. August, die Mega-Z\u00f6lle auf Schweizer Importe an, die viele Unternehmen Helvetiens ins Mark treffen. Trump brummt den Eidgenossen mit 39 Prozent weltweit die f\u00fcnfth\u00f6chsten Einfuhrz\u00f6lle auf \u2013nur Brasilien, Syrien, Laos und Myanmar werden noch schlimmer abgestraft. <\/p>\n<p>Pro-Europ\u00e4er f\u00fchlen sich best\u00e4tigt <\/p>\n<p>Angesichts des US-Hammers wirbt selbst die traditionell EU-skeptische \u201eNeue Z\u00fcrcher Zeitung\u201c f\u00fcr eine enge Zusammenarbeit mit Br\u00fcssel: \u201eWer das nicht wenigstens in Betracht zieht, hat aus dem Debakel mit Trump nichts gelernt.\u201c Die pro-europ\u00e4ischen Kr\u00e4fte im Nicht-EU-Mitgliedsland <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Schweiz\" title=\"Schweiz\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schweiz<\/a> f\u00fchlen sich best\u00e4tigt. Die Sozialdemokraten (SP) bekr\u00e4ftigen ihre Parole, nach einem Zusammengehen mit Europa: Samuel Bendahan, Co-Pr\u00e4sident der SP-Bundeshausfraktion, sagt: \u201eIn einer Welt, in der die m\u00e4chtigsten Akteure unberechenbar handeln, ist der Schulterschluss mit verl\u00e4sslichen Partnern entscheidend.\u201c <\/p>\n<p> Letztlich werden die Stimmb\u00fcrgerinnen und Stimmb\u00fcrger \u00fcber Ann\u00e4herungen entscheiden. Konkret geht es um die neuen Vertr\u00e4ge, die Helvetiens Regierung mit der EU 2024 ausgehandelt hatte. Damals reiste EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen eigens nach Bern und rief einen \u201eTag der gro\u00dfen Freude\u201c aus. Die Partner vereinbarten die Auffrischung bereits bestehender wirtschaftlicher und rechtlicher Abkommen sowie neue Regeln etwa f\u00fcr Lebensmittelsicherheit, Stromm\u00e4rkte und Gesundheit.<\/p>\n<p> Zwar d\u00fcrfte das Schweizer Volk \u00fcber die Vereinbarung erst in einigen Jahren abstimmen. Doch wirbt die Regierung schon jetzt f\u00fcr das langfristig angelegte Vertragswerk. Au\u00dfenminister Ignazio Cassis verspricht mehr Wohlstand und betont: \u201eWir geh\u00f6ren zu Europa.\u201c Die Gespr\u00e4che zwischen Bern und Br\u00fcssel, so versichern die ungleichen Partner, seien auf Augenh\u00f6he gelaufen. <\/p>\n<p> Ganz im Gegensatz dazu f\u00fchrte Trump die Schweizer regelrecht vor. Bundespr\u00e4sidentin Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin versuchten zun\u00e4chst flehentlich, die US-Amerikaner von hohen Z\u00f6llen f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft abzuhalten. Nach einem Telefongespr\u00e4ch zu Beginn der Zoll-Krise glaubte Keller-Sutter, die Finanzministerin, einen \u201eZugang\u201c zu Trump gefunden zu haben. \u201eEr war sehr respektvoll\u201c, berichtete sie. Trump habe davon gesprochen, es sei ihm eine \u201eEhre\u201c, mit der Bundespr\u00e4sidentin zu sprechen. <\/p>\n<p>Telefonat mit Trump endet im Debakel <\/p>\n<p>Doch ein weiteres Telefongespr\u00e4ch zwischen Keller-Sutter und Trump endete im Debakel. Trump h\u00f6hnte sp\u00e4ter \u00fcber die \u201ePremierministerin\u201c, gemeint war die Bundespr\u00e4sidentin: \u201eDie Frau war nett, aber sie wollte nicht zuh\u00f6ren.\u201c Und: \u201eIch kannte sie nicht.\u201c Kurz darauf lie\u00df Trump den Zollhammer fallen.<\/p>\n<p> Die Ausfuhren \u00fcber den Atlantik sind nun \u201estark belastet\u201c, klagte der Wirtschaftsverband Economiesuisse: \u201eRund 100\u200a000 Besch\u00e4ftigte sind direkt betroffen, vor allem in der Uhren-, Maschinen- und Nahrungsmittelindustrie.\u201c Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, hingegen sieht von jeglichen Gegenma\u00dfnahmen ab. <\/p>\n<p> Der Politikwissenschaftler Michael Hermann zieht daraus den Schluss: \u201eTrump zeigt, wie robust und ausgeglichen unsere Beziehung zur EU ist\u201c, sagt Hermann. \u201eWer nach diesem Zollentscheid das neue EU-Abkommen als Kolonialvertrag bezeichnet, hat jegliche Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit verloren.\u201c Damit zielt der Experte auf die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei ab. Seit Jahrzehnten beschimpfen SVP-\u00dcbervater Christoph Blocher und seine Gefolgsleute die EU als b\u00fcrokratisches Monster und warnen vor der \u201eUnterwerfung der Schweiz\u201c. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bundespr\u00e4sidentin Karin Keller-Sutter und Guy Parmelin, Vizepr\u00e4sident des Bundesrates, in Washington.\u00a0Foto: Getty Images via AFP Angesichts des US-Zollhammers&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":362914,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,92864,14,15,12,293,113,64,211],"class_list":{"0":"post-362913","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-keller-sutter","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-schweiz","21":"tag-trump","22":"tag-usa","23":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115069047855477188","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/362913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=362913"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/362913\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/362914"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=362913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=362913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=362913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}