{"id":364018,"date":"2025-08-22T09:08:27","date_gmt":"2025-08-22T09:08:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364018\/"},"modified":"2025-08-22T09:08:27","modified_gmt":"2025-08-22T09:08:27","slug":"amg-chef-die-energiepolitik-in-deutschland-ist-undurchsichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364018\/","title":{"rendered":"AMG-Chef: \u201eDie Energiepolitik in Deutschland ist undurchsichtig\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herr Schimmelbusch, der faktische Ausfuhrstopp f\u00fcr Seltene Erden der Chinesen als Folge des Streits mit den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"5e61066c54a9df7162329159c04819b77ad9b596\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/usa\" title=\"USA\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> hat auch die deutsche Industrie an den Rand des Kollaps gebracht. Ist die Gefahr schon gebannt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das ist nicht einfach, die Europ\u00e4er haben darauf wenig Einfluss. Entscheidend f\u00fcr diese Frage sind die direkten Verhandlungen zwischen den USA und China. Dabei sind \u00dcberraschungen in jede Richtung m\u00f6glich. Ich bin aber davon \u00fcberzeugt, dass beide Seiten ein \u00fcberragendes In\u00adteresse daran haben, dass die Situation nicht eskaliert. Denn das w\u00fcrde am Ende die Weltwirtschaft destabilisieren und allen schaden.<\/p>\n<p><strong>In <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"39e7f7fa764abfffb19d8f1651d69023170e7664\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/europa\" title=\"Europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> reden jetzt viele Politiker davon, bei kritischen Rohstoffen unabh\u00e4ngiger von China werden zu wollen. Sie sind seit Jahrzehnten in der Rohstoffbranche aktiv. Ist das realistisch?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">F\u00fcr einen erfolgreichen Eintritt in kritische Rohstoffe braucht man einen langen Atem. Ich habe 1998 damit begonnen, in kritische Rohstoffe zu investieren, mit einem neu gegr\u00fcndeten US-Private-Equity-Fund. Wir haben dann die Aktivit\u00e4ten Schritt f\u00fcr Schritt aus\u00adgebaut, die Dinge konsolidiert und das Unternehmen 2007 in Amsterdam an die B\u00f6rse gebracht. Das Gesch\u00e4ftsfeld ist farbig. Wenn man zum Beispiel Antimon kaufen will und China die Grenzen sperrt, f\u00fchrt der Weg \u00fcber Tadschikistan. Es braucht sehr viel Zeit, um so etwas zu entwickeln. Wenn Sie erscheinen, mit viel Geld wedeln und sagen, dass sie gern mal eben Ihre Lieferketten opti\u00admieren wollen, wird das nicht zum Ziel f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Sie meinen damit wohl die Europ\u00e4er. Aber die USA tun genau das und haben gerade eine Milliarde Dollar bereit\u00adgestellt, um bei Seltenen Erden unabh\u00e4ngiger von China zu werden.<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ich habe nicht die Europ\u00e4er an sich gemeint, ich bezog mich auf industrielle Eink\u00e4ufer, die pl\u00f6tzlich erkennen, dass bestimmte Materialien kritisch sind, die \u201eshort\u201c sind und Leute losschicken, irgendwo einzukaufen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Heinz Schimmelbusch, CEO des Metallurgiekonzerns AMG.\" height=\"1999\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/heinz-schimmelbusch-ceo-des.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Heinz Schimmelbusch, CEO des Metallurgiekonzerns AMG.Wonge Bergmann<\/p>\n<p><strong>Die USA arbeiten mit wirtschaftlichen Anreizen f\u00fcr Unternehmen einerseits und politischem Druck andererseits. Wie sollte Europa vorgehen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die USA haben in der Tat intelligente finanzielle Anreizsysteme entwickelt. Wir haben zum Beispiel 325 Millionen Dollar \u00fcber \u201eindustrial revenue bonds\u201c finanziert, f\u00fcr die Verdoppelung unserer Vanadium-Recycling-Kapazit\u00e4t in Ohio. Der Staat stellt die Zinseinnahmen steu\u00aderfrei und die Bonds werden an Ver\u00adsicherungsgesellschaften verkauft. In un\u00adserem Fall 30 Jahre Laufzeit, endf\u00e4llig, unter f\u00fcnf Prozent Zinsen. Und das belastet noch nicht einmal das Budget, da ohne das Projekt ja keine Steuern an\u00adfallen w\u00fcrden. Das ist nur ein Beispiel, das Europa kopieren k\u00f6nnte. Deutschland hat mit der KfW in Rohstofffinanzierungen auch f\u00fcr Bergbauprojekte eine lange Tradition.<\/p>\n<p><strong>Warum ist das Thema so schwierig ?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das \u201eKritische\u201c an kritischen Rohstoffen ist, dass das Angebot in wenigen H\u00e4nden ist, oft weitab von Marktpl\u00e4tzen. Deshalb sind sie knapp und ein sensibles Thema. In den meist fernen Abbaul\u00e4ndern m\u00fcssen sie Schritt f\u00fcr Schritt Gesch\u00e4ftsbe\u00adziehungen aufbauen und das n\u00f6tige Vertrauen schaffen f\u00fcr eine langj\u00e4hrige Zusammenarbeit. Das dauert. In \u00d6sterreich sagen wir: Man muss ein H\u00e4ndchen daf\u00fcr haben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Nein, nat\u00fcrlich nicht. Es beginnt beim Know-how, der tiefen Kenntnis der M\u00e4rkte, der Wertsch\u00f6pfungsketten, der Umarbeitungsschritte, der Logistik, der Endkunden. Neue Spieler werden gemieden. Der Graphitproduzent in China denkt, vielleicht will der nur kaufen, um mir mit meinem Produkt Konkurrenz zu machen. F\u00fcr ein Bergbauprojekt m\u00fcssen Sie f\u00fcnf bis zehn Jahre rechnen, ehe es wirklich am Laufen ist. Was man aber vor allem braucht, ist das Wissen um die richtige Technologie f\u00fcr den Abbau und die Verarbeitung. Das ist alles andere als trivial. Dieses Wissen ist genauso selten wie die Rohstoffvorkommen selbst. Oft liegt es in den H\u00e4nden einer Handvoll Leute.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das h\u00e4ngt vom jeweiligen Rohstoff ab. Aber generell kann man sagen, dass die Chinesen in kritischen Rohstoffen fast \u00fcberall Marktf\u00fchrer nach Marktanteilen sind. In vielen F\u00e4llen allerdings ist die AMG der Lieferant f\u00fcr die Aufbereitungstechnologie, insbesondere bei metallischen Stoffen. F\u00fcr hochreine Qua\u00adlit\u00e4ten ben\u00f6tigt man Vakuumtechnologie, und die kommt vorzugsweise aus Hanau, von der ALD Vacuum Technologie GmbH. Die ALD war \u00fcbrigens unsere erste Akquisition. Das D kommt von der Degussa, das L von Leybold.<\/p>\n<p><strong>Wo sind die Nischen f\u00fcr AMG?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es gibt eine Vielzahl von kritischen Rohstoffen, wo unser Wissen zum Einsatz kommt. F\u00fcr Lithium betreiben wir den f\u00fchrenden Lithiumbergbau in Brasilien. Wir sind der einzige europ\u00e4ische Pro\u00adduzent mit der neuen Hydroxidraffinerie in Bitterfeld. In Portugal errichten wir die erste Produktionsst\u00e4tte f\u00fcr Lithiumkonzentrat mit unserem Partner Lagoa. Zudem sind wir ma\u00dfgeblich an den beiden gro\u00dfen europ\u00e4ischen Vorkommen beteiligt, der Savannah Lithium plc mit dem anderen portugiesischen Vor\u00adkom\u00admen und der Zinnwald Lithium plc mit dem Vorkommen in Sachsen. In Vanadium, das man zur H\u00e4rtung von Stahl etwa f\u00fcr Werkzeuge oder Panzerungen braucht, sind wir der weltgr\u00f6\u00dfte Recycler. Da haben wir fr\u00fch investiert. Nicht in eigene Gruben, weil es am Markt keine gab, sondern in eine Technologie, um es aus den R\u00fcckst\u00e4nden der \u00d6lindustrie zu gewinnen. Die Industrie bezahlt uns, damit wir deren R\u00fcckst\u00e4nde nehmen. Heute sind wir der einzige Vanadiumproduzent in den USA und einer von dreien au\u00dferhalb von China.<\/p>\n<p><strong>Warum ist Europa gerade auf dem Gebiet der Verarbeitung und Produktion strategischer Rohstoffe so blank?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das liegt daran, dass die sogenannte Gro\u00dfindustrie daran viele Jahre lang kein wirkliches Interesse gezeigt hat. Man konnte mit h\u00f6herwertigen Verar\u00adbeitungsschritten viel mehr Geld verdienen und hat sich drauf verlassen, alles, was man braucht, auf dem Weltmarkt zukaufen zu k\u00f6nnen. Jetzt haben sich die Spielregeln ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><strong>Was ist die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr Europa, wenn neue Produktionsketten aufgebaut werden sollen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wir reden hier \u00fcber sehr energieintensive Prozesse, die in den Aufbereitungsanlagen stattfinden, um aus dem abgebauten Gestein Metalle von hohem Reinheitsgrad zu gewinnen. Deshalb ist eine stabile Versorgung mit Strom zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen essenziell f\u00fcr die Ansiedlung von Produktionsst\u00e4tten. Und da k\u00f6nnen Europa und speziell Deutschland nur schwer mit anderen Regionen wie den USA mithalten.<\/p>\n<p><strong>Sie haben mit AMG 150 Millionen Eu\u00adro in eine Lithiumraffinerie in Bitterfeld investiert. Warum rechnet sich ausgerechnet dieses Investment?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Weil es auf den Einzelfall ankommt. In Bitterfeld stellen wir Lithiumhydroxid von hoher Reinheit her, das an Kathoden- und Batteriehersteller vor allem in der Autoindustrie geht, die wiederum in der Region sitzen. Es geht hier um h\u00f6chste Qualit\u00e4tserfordernisse. Die Alternative ist, Hydroxid aus China zu importieren, woher die \u00fcberwiegende Mehrheit des Materials am Weltmarkt stammt. Das kommt dann aber per Schiff, ist also wochenlang unterwegs. Irgendjemand muss das Risiko tragen. Deshalb haben wir gesagt: Wir m\u00fcssen nach Deutschland. Das war\u2019s zun\u00e4chst dann aber auch.<\/p>\n<p><strong>In N\u00fcrnberg betreiben Sie mit der Gesellschaft f\u00fcr Elektrometallurgie ebenfalls eine Tochtergesellschaft f\u00fcr Speziallegierungen und Hochleistungsmetalle. So schlecht k\u00f6nnen die Stand\u00adort\u00adbedingungen doch nicht sein.<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Sind sie aber. Das Wort Elektrometallurgie deutet an, dass es sich um Strom handelt. In N\u00fcrnberg zahlen wir 18 Cent f\u00fcr eine Kilowattstunde Strom, in Ohio sind es sechs Cent. Diese Differenz m\u00fcssen Sie erst mal erwirtschaften.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrden Sie diese Investitionen heute noch mal t\u00e4tigen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ja, f\u00fcr die 20.000-Tonnen-Raffinerie Bitterfeld w\u00fcrde ich mich trotzdem wieder entscheiden. Urspr\u00fcnglich waren Expansionsschritte vorgesehen.<\/p>\n<p><strong>Ihre Tochtergesellschaft RW Silizium betreibt im bayerischen Pocking noch das einzige Siliziumwerk Deutschlands. Dort droht wegen der hohen Stromkosten das Aus. Wie ist der aktuelle Stand?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Silizium ist in der Herstellung das energieintensivste Metall, wir brauchen daf\u00fcr 60 Megawatt im Jahr. Das rechnet sich einfach nicht in Deutschland. Wir haben sehr viel versucht, um das alles zu erhalten. Aber das interessiert anscheinend niemanden.<\/p>\n<p><strong>Die bayerische Politik ist doch offensichtlich bem\u00fcht um die Rettung des Werks und der Arbeitspl\u00e4tze. Woran hakt es aus Ihrer Sicht?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es gab fr\u00fcher ein angeschlossenes Kraftwerk am Inn f\u00fcr die Versorgung, das war eine sehr kluge Entscheidung. Dann hat der bayerische Staat das Kraftwerk an das Versorgungsunternehmen in \u00d6sterreich verkauft. Im Zuge der Energiekrise durch Russlands \u00dcberfall auf die Ukraine schossen die Preise in die H\u00f6he. Wir haben versucht, das alte Modell mit dem Inn-Kraftwerk wiederzubeleben. Der Versorger hat das abgelehnt. Er bekommt den Marktpreis \u2013 im \u00dcbrigen auch bei Stillstand. Ich soll das verstehen. Den n\u00f6tigen Industriestrompreis von f\u00fcnf Cent je Kilowattstunde gibt es nicht. Da haben auch alle Gespr\u00e4che mit der Politik nicht geholfen. Die Energiepolitik in Deutschland ist undurchsichtig. Silizium ist das Material, aus dem Solarpanels bestehen.<\/p>\n<p><strong>Die neue Bundesregierung von Kanzler Merz hat doch einen Industriestrompreis in vergleichbarer H\u00f6he zu den USA angek\u00fcndigt. Dann k\u00f6nnten Sie mit RW in Deutschland weitermachen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Da warten wir doch erst mal ab, ob das auch alles so kommt. Dann sehen wir weiter. Mittlerweile ist viel Zeit vergangen. Die Kunden kaufen das Silizium jetzt in China.<\/p>\n<p><strong>Sie kritisieren in diesem Zusammenhang auch den deutschen Atomausstieg. Warum?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Weil sich Deutschland damit interna\u00adtional isoliert. Die USA planen 200 Gigawatt an Zubau, wir haben in Deutschland 20 Gigawatt abgeschaltet. Daran sehen Sie die Gr\u00f6\u00dfenordnungen. China hat ein \u00e4hnliches Ziel. Anl\u00e4sslich der COP28 in Dubai gab es die Declaration von 20 Staaten, die Atomenergie bis 2050 zu verdreifachen. Viele euro\u00adp\u00e4ische Nachbarn investieren in Atomstrom. Wir brauchen in Zukunft eine konkurrenzf\u00e4hige Energiemischung aus fossilen Brennstoffen und Atomkraft. Irgendwann wird man erkennen, dass es nur mit erneuerbaren Energien nicht geht. Irgendwann.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"DSGVO Platzhalter\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/gdpr-layer.webp.webp\" loading=\"lazy\" class=\"absolute w-full\"\/> Externe Inhalte aktivieren <\/p>\n<p><strong>Die Probleme etwa der Atomkraft bekommen wir gerade im Sommer von unseren Nachbarn in Frankreich vor Augen gef\u00fchrt, wenn die Anlagen mangels K\u00fchlwasser abgeschaltet werden m\u00fcssen. Und die Entsorgungsfrage des Atomm\u00fclls ist auch nicht gel\u00f6st.<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Man hat doch in Deutschland ein Gesetz gemacht, dass man ein Loch finden muss, und da kommt alles hinein . . .<\/p>\n<p><strong>Ein Loch, das sich bislang nicht finden l\u00e4sst.<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Genau. Es war aus meiner Sicht die Strategie der Gr\u00fcnen, dass es ohne das Loch f\u00fcr die Entsorgung auch keine Atomkraft geben darf. Diese Strategie geht bisher auf.<\/p>\n<p><strong>Wollen Sie bestreiten, dass es ein gro\u00dfes Problem mit dem Atomm\u00fcll gibt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ja, denn wir haben technische L\u00f6\u00adsungen, und die werden immer besser. In den vergangenen sechs Jahren hat AMG an China eine Fabrik geliefert, in der Plutonium aus R\u00fcckst\u00e4nden zu so\u00adgenanntem MOX-Fuel verarbeitet wird. Das k\u00f6nnen Sie dann auch in den neuen Miniatomreaktoren verwenden. Einige davon sind auf MOX ausgelegt. \u00d6ko\u00adnomisch ist das eine einfache Rechnung: Entweder vergraben Sie den Atomm\u00fcll in einem Loch und lassen ihn bewachen, oder sie suchen sich eine Wieder\u00ad\u00adaufbereitung, verarbeiten das resul\u00adtierende Plutonium in MOX und er\u00adzielen daf\u00fcr hohe Preise. F\u00fcr ein Land mit einem erheblichen Budgetproblem sollte die Antwort nicht allzu schwer fallen.<\/p>\n<p>Das zweite Managerleben von \u201eSchibu\u201c<\/p>\n<p class=\"p2 sm:p2-medium items-start pb-[30px]\">Mit 81 Jahren spielt Heinz Schimmelbusch unter den Vorstandsvorsitzenden b\u00f6rsennotierter Unternehmen in einer eigenen Liga. Zwar ist das von ihm gef\u00fchrte Unternehmen AMG Ciritical Materials an der B\u00f6rse in Amsterdam gelistet, doch sitzt der Metallurgie-Spezialist in Wayne, Pennsylvania, wo Schimmelbusch auch seinen Wohnsitz hat \u2013 wenn der geb\u00fcrtige \u00ad\u00d6sterreicher nicht gerade in Europa unterwegs ist. Auf dem Kontinent, wo er knapp 20 Jahre lang zun\u00e4chst als Mitarbeiter und sp\u00e4ter als Vorstandschef f\u00fcr die traditionsreiche Frankfurter Metallgesellschaft (MG) aktiv war. \u201eSchibu\u201c, so sein Spitzname, f\u00fchrte die MG durch Zuk\u00e4ufe auf einen steilen Expansionskurs, hatte Zugang zu den M\u00e4chtigen der Politik. Noch heute spricht er von der Verl\u00e4sslichkeit eines Bundeskanzlers Helmut Kohl. \u00d6ltermingesch\u00e4fte in den USA brachten die Metallgesellschaft Anfang der Neunzigerjahre aber in existenzielle N\u00f6te, Schimmelbusch musste seinen Posten r\u00e4umen. Die MG firmiert heute unter GEA Group, und Schimmelbusch hat mit der AMG sein eigenes Unternehmen aufgebaut, das rund 1,4 Milliarden Jahresumsatz aufweist und an der B\u00f6rse etwa 800 Millionen Euro wert ist. AMG bedient die komplette Produktionskette f\u00fcr Rohstoffe, ist aber spezialisiert auf die Aufbereitungstechnologie der Metalle.<\/p>\n<p class=\"p2 sm:p2-medium items-start pb-[30px]\">Ans Aufh\u00f6ren denkt Heinz Schimmelbusch nicht: Bis 2027 wurde sein Mandat im Fr\u00fchjahr verl\u00e4ngert bei dem Unternehmen, an dem er selbst rund f\u00fcnf Prozent der Anteile h\u00e4lt. Derzeit baut AMG zusammen mit Shell in Saudi-Arabien eine Wiederaufbereitungsanlage, um unter anderem aus alten Katalysatoren den Rohstoff Vanadium zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr Schimmelbusch, der faktische Ausfuhrstopp f\u00fcr Seltene Erden der Chinesen als Folge des Streits mit den USA hat&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":364019,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,171,174,173,172],"class_list":{"0":"post-364018","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-markets","14":"tag-maerkte","15":"tag-unternehmen","16":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115071635286482670","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/364018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=364018"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/364018\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/364019"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=364018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=364018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=364018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}