{"id":364156,"date":"2025-08-22T10:20:18","date_gmt":"2025-08-22T10:20:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364156\/"},"modified":"2025-08-22T10:20:18","modified_gmt":"2025-08-22T10:20:18","slug":"eine-literarische-entdeckungsreise-durch-irlands-hauptstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364156\/","title":{"rendered":"Eine literarische Entdeckungsreise durch Irlands Hauptstadt"},"content":{"rendered":"<p>Ein Spaziergang durch Dublin ist auch eine Reise durch die Literaturgeschichte.<br \/>Zwischen alten Bibliotheken, lebhaften Buchl\u00e4den und Statuen von Joyce und Wilde wird klar: B\u00fccher geh\u00f6ren hier zum Alltag. Warum die Iren Geschichten so lieben \u2013 und Dublin ein Paradies f\u00fcr Leserinnen und Leser ist.<\/p>\n<p>\u201eAlso wir sind eben ein Volk, das gerne Geschichten erza\u0308hlt \u2026<br \/>\u201eDie literarische Geschichte in Dublin ist einfach so gigantisch. Die hatten ja wirklich unglaubliche Schriftsteller wie James Joyce und Oscar Wilde und Bram Stoker\u2026<br \/>\u201eThis was Oscar Wilde&#8217;s neighborhood. He lived there. And you&#8217;re literally walking in the, uh, the same floorboards when you come into this shop.\u201c <strong><br \/><\/strong>Das hier war Oscar Wildes Viertel. Er hat dort dr\u00fcben gewohnt. Und wenn man diesen Laden betritt, l\u00e4uft man buchst\u00e4blich \u00fcber dieselben Dielen wie er.<\/p>\n<p>In Dublin kann man \u00fcber weltber\u00fchmte Autoren stolpern, ohne auch nur einen Fu\u00df in eine Bibliothek zu setzen. Aber was macht die irische Hauptstadt zu einem Mekka f\u00fcr B\u00fccherfans? Und wie wichtig ist Literatur eigentlich f\u00fcr die Iren selbst?<\/p>\n<p>Auf zu einem Spaziergang durchs literarische Dublin. <\/p>\n<p><strong>Zwischen Hogwarts und Heiligen: Das Book of Kells im Trinity College<\/strong><\/p>\n<p>Kaum ein Ort l\u00e4sst Dublins jahrhundertealte Literaturgeschichte so greifbar werden wie die ehrw\u00fcrdige Bibliothek des Trinity College. Darin der \u201eLong Room\u201c ein 64 Meter langer, holzget\u00e4felter Saal, hoch wie eine Kirche \u2013 j\u00fcngere Besucher f\u00fchlen sich an Harry Potters Hogwarts erinnert. <\/p>\n<p>Etwa 200.000 alte B\u00fccher lagern hier, gerade sind es deutlich weniger, sie werden ausgelagert, denn ab 2027 bleibt die Bibliothek drei Jahre geschlossen, wird renoviert und digitalisiert. Das wertvollste St\u00fcck: das \u201eBook of Kells\u201c.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755763049256,2025-08-24-lemag-trinity-bibliothek-100~_v-16x9@2dS_-6be50a9c75559ca1aaf1d0b25bae287af.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: SWR, (c) Theresa H\u00fcbner\" alt=\"Zu sehen ist die Trinity Bibliothek. Ab 2027 wird sie aufw\u00e4ndig renoviert, daher sind schon jetzt viele Regale leer.\" title=\"Zu sehen ist die Trinity Bibliothek. Ab 2027 wird sie aufw\u00e4ndig renoviert, daher sind schon jetzt viele Regale leer. (Foto: SWR, (c) Theresa H\u00fcbner)\" width=\"320\" height=\"180\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Zu sehen ist die Trinity Bibliothek. Ab 2027 wird sie aufw\u00e4ndig renoviert, daher sind schon jetzt viele Regale leer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\" rel=\"external nofollow noopener\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\" target=\"_blank\"><br \/>\nSWR<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\n(c) Theresa H\u00fcbner<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Elena Felber, Besucherf\u00fchrerin Book of Kells:<br \/>\u201eEs ist aus dem 9. Jahrhundert, und es gibt mehrere Manuskripte, die so alt sind. Aber keines ist so scho\u0308n dekoriert wie das Book of Kells und keines ist so gut erhalten. Also das ist jetzt 1200 Jahre alt rund und ich glaube, dass insgesamt nur circa 60 Seiten fehlen.\u201c<\/p>\n<p>Elena Felber kam vor neun Jahren als Au-pair aus Deutschland hierher \u2013 und ist geblieben. Heute erkl\u00e4rt sie Besuchern die Trinity-Bibliothek und das \u201eBook of Kells\u201c Es ist kunstvoll auf Kalbsleder geschrieben und enth\u00e4lt die vier Evangelien. Erschaffen wurde es von M\u00f6nchen auf der Insel Iona. Weil ihr Kloster im 9. Jahrhundert immer wieder von Wikingern angegriffen wurde, brachte man es ins sicherere irische Kells \u2013 und 1631 ins Trinity College.<\/p>\n<p>Elena Felber:<br \/>\u201eDas Book of Kells ist eigentlich nur dazu da, um hu\u0308bsch auszusehen und auf dem Altar zu sitzen, wa\u0308hrend besonderen Festtagen. Es ist praktisch viel mehr ein Bilderbuch als wirklich ein Buch, das man liest.\u201c<\/p>\n<p>Jahr f\u00fcr Jahr kommen Hunderttausende, um die feinen keltischen Ornamente zu bewundern. Die Originalseiten liegen gesch\u00fctzt in einer Vitrine \u2013 umgebl\u00e4ttert wird nur alle paar Wochen. Auch wenn der Text nicht f\u00fcr Spannung sorgt, sind die kunstvollen Verzierungen Teil der irischen Identit\u00e4t, erkl\u00e4rt Elena Felber.<\/p>\n<p>Elena Felber:<br \/>\u201eDiese Dekorationen, die sind wirklich u\u0308berall zu finden. In jedem Souvenirladen gibt es u\u0308berall diese Celtic knots, Ketten und Ku\u0308hlschrankmagnete und alles mo\u0308gliche. In den Fenstern findet man u\u0308berall Tattoo Designs, die davon inspiriert worden sind. \u00dcberall wo man in Dublin hinschaut, auf den Stra\u00dfenlaternen, sind einfach kleine Ornamente und Kunstwerke, die von dem Book of Kells inspiriert worden sind.\u201c <\/p>\n<p>Aus der Stille der altehrw\u00fcrdigen Trinity Bibliothek geht es zur\u00fcck auf die hektischen Stra\u00dfen Dublins. Vorbei an gregorianischen Hausfassaden, lebhaften Pubs und Caf\u00e9s. Literatur ist hier \u00fcberall. Das merkt man schon an den vielen Buchl\u00e4den, die es in Dublin gibt. <\/p>\n<p><strong>Dublins \u00e4ltester Buchladen Hodges Figgis<\/strong><\/p>\n<p>Hodges Figgis ist der \u00e4lteste Buchladen Irlands \u2013 seit 1768. Drei Etagen voller B\u00fccher, verbunden durch eine knarrende Holztreppe. Schauplatz in Romanen von James Joyce bis <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swrkultur\/literatur\/sally-rooney-intermezzo-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Buchkritik - Sally Rooney \u2013 Intermezzo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sally Rooney<\/a>. Besonders gro\u00df ist die Auswahl an irischer Literatur und Geschichtsb\u00fcchern. Jamie Ryan Anderson leitet die Belletristik-Abteilung bei Hodges Figgis.<\/p>\n<p>Jamie, ground floor manager Hidges Figgis:<br \/>\u201eIrish history is also really popular here. Um, especially like histories on like the revolutionary period do quite well and histories on the famine. And I think Irish people really love to read about who they are and where they&#8217;ve come from. So we really try and push it here.\u201c <br \/>Irische Geschichte ist hier sehr beliebt. Besonders aus der Zeit der Revolution oder \u00fcber die gro\u00dfe Hungersnot. Ich glaube, die Iren lesen sehr gerne dar\u00fcber, wer sie sind und woher sie kommen. Deshalb versuchen wir bei Hodges Figgis, das hier wirklich zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Michaela aus Australien ist gerade erst in Dublin gelandet, und direkt zu Hodges Figgis gegangen. In Australien, sagt sie, gibt es kaum noch alte Buchl\u00e4den, die Leute bestellen nur noch bei Amazon und Co. In Dublin ist das noch anders: <\/p>\n<p>Michaela:<br \/>\u201eI love it. I&#8217;m actually looking for bookstores. I haven&#8217;t been here for 20 years, so I just arrived and it&#8217;s a great city for books, so I&#8217;m hoping that is still the same thing.\u201c <br \/>Ich liebe das hier, ich suche speziell nach Buchhandlungen. Ich war 20 Jahre nicht hier, bin gerade erst angekommen und muss sagen es ist eine tolle Stadt f\u00fcr B\u00fccher. Ich hoffe wirklich, dass es immer noch so ist wie fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Irland hat vier Literaturnobelpreistr\u00e4ger: Wiliam Butler Yeats, Bernard Shaw, <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swrkultur\/literatur\/samuel-beckett-warten-auf-godot-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Schecks B\u00fccher | Folge 95 - Samuel Beckett: \u201eWarten auf Godot\u201c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Samuel Beckett<\/a> und Seamus Heaney. Und eine lebendige Gegenwartsliteratur: von <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swrkultur\/literatur\/claire-keegan-das-dritte-licht-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Gespr\u00e4ch - Claire Keegan \u2013 Das dritte Licht\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Claire Keegan<\/a> bis Sally Rooney. M\u00f6glich auch dank staatlicher Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Jamie:<br \/>\u201eSo we would have the the Arts Council for Ireland who would do like, uh, bursaries and grants for artists in Ireland. It&#8217;s nice that the government can realises that like people can&#8217;t write and also work full time. So I really feel like the culture in Ireland, and especially in Dublin, is so affluent because there&#8217;s such an understanding that the arts are important here.\u201c <br \/>Wir haben den Arts Council for Ireland, der Stipendien und Zusch\u00fcsse f\u00fcr K\u00fcnstler in Irland bereitstellt. Es ist sch\u00f6n, dass die Regierung erkennt, dass man nicht gleichzeitig schreiben und voll arbeiten kann. Ich finde, die Kultur in Irland, insbesondere in Dublin, ist so reichhaltig, weil Kunst hier so ernst genommen wird.<\/p>\n<p><strong>Autoren als Popstars: Wilde, Joyce und die Denkm\u00e4ler der Stadt<\/strong><\/p>\n<p>Irlands literarische Gr\u00f6\u00dfen sind in Dublin Teil der Popkultur. James Joyce l\u00e4chelt als Graffitti von Hausw\u00e4nden, Oscar Wilde-Zitate zieren Tassen und T-Shirts. Die ganze Stadt ist geschm\u00fcckt mit Denkm\u00e4lern, Postern und Plaketten mit Zitaten irischer Autoren, man st\u00f6\u00dft beim Spazierengehen fast unvermeidlich auf die Statuen.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755763893605,2025-08-24-lemag-oscar-wilde-100~_v-16x9@2dS_-6be50a9c75559ca1aaf1d0b25bae287afdcd877a.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: SWR, (c) Theresa H\u00fcbner\" alt=\"Oscar Wilde Statur im Marrion Square, im Herzen von Dublin. Sie steht ganz in der N\u00e4he seines Geburtshauses. Er l\u00e4chelt den vielen Fans aus der ganzen Welt, die sein Denkmal besuchen, schelmisch zu. \" title=\"Oscar Wilde Statur im Marrion Square, im Herzen von Dublin. Sie steht ganz in der N\u00e4he seines Geburtshauses. Er l\u00e4chelt den vielen Fans aus der ganzen Welt, die sein Denkmal besuchen, schelmisch zu.  (Foto: SWR, (c) Theresa H\u00fcbner)\" width=\"320\" height=\"180\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Oscar Wilde Statur im Marrion Square, im Herzen von Dublin. Sie steht ganz in der N\u00e4he seines Geburtshauses. Er l\u00e4chelt den vielen Fans aus der ganzen Welt, die sein Denkmal besuchen, schelmisch zu.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\" rel=\"external nofollow noopener\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\" target=\"_blank\"><br \/>\nSWR<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\n(c) Theresa H\u00fcbner<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Im Marrion Square Park l\u00e4chelt Oscar Wilde seine vielen Fans selbstsicher, fast lasziv als bunte Statue auf einem Felsen drapiert an. Die Dubliner, die ihre gro\u00dfen Autoren genauso gerne feiern wie verspotten, nennen das Denkmal: \u201eThe queer with the leer\u201c, was man in etwa mit \u201eder Queere mit dem l\u00fcsternen Grinsen\u201c \u00fcbersetzen kann \u2013 James Joyce, dessen Statur sich auf einen Gehstock st\u00fctzt, hei\u00dft im Dubliner Jargon \u00fcbrigens \u201eThe prick with the stick\u201c, was hier aber besser nicht \u00fcbersetzt werden soll. <\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1653913525468,james-joyce-ulysses-108~_v-16x9@2dS_-6be50a9c75559ca1aaf1d0b25bae287afdcd877a.jpg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: IMAGO, imago \/ UIG \/ Design Pics \/ Ken Welsh\" alt=\"Der irische Schriftsteller James Joyce\" title=\"Der irische Schriftsteller James Joyce (Foto: IMAGO, imago \/ UIG \/ Design Pics \/ Ken Welsh)\" width=\"320\" height=\"180\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Der irische Schriftsteller James Joyce<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.imago-images.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\nIMAGO<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\nimago \/ UIG \/ Design Pics \/ Ken Welsh<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>James Joyce ist in Dublin allgegenw\u00e4rtig. Sein ber\u00fchmtestes Buch \u201eUlysses\u201c hat sogar sein eigenes Festival. Jedes Jahr am 16. Juni wird in Dublin \u201eBloomsday\u201c gefeiert, benannt nach Leopold Bloom, der am 16. Juni in der Ulysses durch Dublin spazierte. <\/p>\n<p>Und dabei machte er auch in Sweney\u2019s Pharmacy Halt.<\/p>\n<p>Hello there guys. Hello. Where are you all from? Wisconsin. Excellent. Yeah- this lovely lady here is from Germany.<br \/>TO\u00a0 N 8.1 <br \/>Uh, you&#8217;ve all read Ulysses many times. Excellent. \u2026.Just say yes. <br \/>Besucher: \u201eNot all the way\u201c<\/p>\n<p><strong>Swenys Pharmacy als lebendiger Treffpunkt f\u00fcr Literatur<\/strong><\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755765690072,2025-08-24-lemag-swenys-pharmacy-2-100~_v-16x9@2dS_-6be50a9c75559ca1aaf1d0b25bae287afd.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: SWR, (c) Theresa H\u00fcbner\" alt=\"Sweny\u2018s pharmacy (2) - hier kann man noch heute die Zitronenseife aus James Joyces\u2018 Ulysses kaufen. Der winzige Buchladen wird heute von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen gef\u00fchrt. Wer Ulysses durchgelesen hat, bekommt einen Stempel.\" title=\"Sweny\u2018s pharmacy (2) - hier kann man noch heute die Zitronenseife aus James Joyces\u2018 Ulysses kaufen. Der winzige Buchladen wird heute von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen gef\u00fchrt. Wer Ulysses durchgelesen hat, bekommt einen Stempel. (Foto: SWR, (c) Theresa H\u00fcbner)\" width=\"320\" height=\"180\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Sweny\u2018s pharmacy (2) &#8211; hier kann man noch heute die Zitronenseife aus James Joyces\u2018 Ulysses kaufen. Der winzige Buchladen wird heute von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen gef\u00fchrt. Wer Ulysses durchgelesen hat, bekommt einen Stempel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\" rel=\"external nofollow noopener\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\" target=\"_blank\"><br \/>\nSWR<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\n(c) Theresa H\u00fcbner<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Heute ist Sweny\u2019s eine Mischung aus Buchladen und Joyce-Museum winzig, aber voller Geschichte. \u00dcber 150 Jahre war es eine Apotheke, auch Oscar Wildes Familie war hier Kunde. Seit 2009 wird der Laden von Freiwilligen wie Wayne betrieben:<\/p>\n<p>Wayne:<br \/>\u201eOn the shelf, guys, there&#8217;s 47 translations of Ulysses, 47 different languages. So that&#8217;ll give you an idea as well, how the book has resonated around the world. It&#8217;s still being translated into new languages. And, uh, Often we get copies which are donated or sent to us, or when the new translation comes out, it gets sent to us.\u201c<br \/>Im Regal stehen 47 \u00dcbersetzungen von Ulysses in 47 verschiedenen Sprachen. Das gibt Euch eine Vorstellung davon, welche Resonanz das Buch weltweit hatte. Es wird immer noch in neue Sprachen \u00fcbersetzt. Und oft bekommen wir Exemplare, die uns gespendet oder zugeschickt werden. Oder auch wenn eine neue \u00dcbersetzung erscheint, wird sie uns zugeschickt.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755523773644,2025-08-24-lemag-swenys-pharmacy-1-100~_v-16x9@2dS_-6be50a9c75559ca1aaf1d0b25bae287afd.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: SWR, (c) Theresa H\u00fcbner\" alt=\"Sweny\u2018s pharmacy (1) - hier kann man noch heute die Zitronenseife aus James Joyces\u2018 Ulysses kaufen. Der winzige Buchladen wird heute von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen gef\u00fchrt. Wer Ulysses durchgelesen hat, bekommt einen Stempel.\" title=\"Sweny\u2018s pharmacy (1) - hier kann man noch heute die Zitronenseife aus James Joyces\u2018 Ulysses kaufen. Der winzige Buchladen wird heute von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen gef\u00fchrt. Wer Ulysses durchgelesen hat, bekommt einen Stempel. (Foto: SWR, (c) Theresa H\u00fcbner)\" width=\"320\" height=\"180\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Sweny\u2018s pharmacy (1) &#8211; hier kann man noch heute die Zitronenseife aus James Joyces\u2018 Ulysses kaufen. Der winzige Buchladen wird heute von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen gef\u00fchrt. Wer Ulysses durchgelesen hat, bekommt einen Stempel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\" rel=\"external nofollow noopener\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\" target=\"_blank\"><br \/>\nSWR<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\n(c) Theresa H\u00fcbner<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Sweny\u2018s Pharmacy ist wie ein Sprung ins vergangene Jahrhundert. Wenn man auf den knarrenden, alten Dielen steht, f\u00fchlt man sich Oscar Wilde, aber vor allem James Joyce sehr nah. Wer will, kann sogar ein St\u00fcck Ulysses mit nach Hause nehmen, denn noch immer gibt es bei Sweny\u2018s die Zitronenseife, die Leopold Bloom in der Ulysses hier kauft. <\/p>\n<p>Aber, das betont Wayne, der Laden versteht sich auch als Ort der Kultur \u2013 regelm\u00e4\u00dfig gibt es Joyce Lesungen, Konzerte und auch die F\u00f6rderung junger, noch unbekannter Autor:innen ist dem Team von Sweny\u2018s wichtig. <\/p>\n<p>Wayne:<br \/>\u201eWe&#8217;re a bit of a cultural hub. We support local artists, local writers, and we launch books here. We attract a lot of creative people to the shop. And we like to think of ourselves as the Shakespeare and Company of Dublin.\u201c<br \/>Wir sind so etwas wie ein kulturelles Zentrum. Wir unterst\u00fctzen lokale K\u00fcnstler und Schriftsteller und ver\u00f6ffentlichen B\u00fccher. Der Laden zieht viele kreative Menschen an.. wir sehen uns gerne als die Shakespeare and Company von Dublin.<\/p>\n<p>Wayne: <br \/>\u201eThanks very much, good bye and god bless\u201c<\/p>\n<p><strong>MoLI \u2013 ein modernes Zuhause f\u00fcr Irlands Geschichten<\/strong><\/p>\n<p>Mit guten W\u00fcnschen von Wayne geht es von Sweny\u2018s Pharmacy zum letzten Stopp meines literarischen Spaziergangs durch Dublin. Das Museum of literature Ireland, kurz MoLi, gibt es seit 2019 und bietet einen guten \u00dcberblick \u00fcber die reiche irische Literaturgeschichte. Benedict Schlepper-Connolly ist hier Kurator und spricht, dank seiner Hamburger Mutter, Deutsch.<\/p>\n<p>Benedict Schlepper Connolly:<br \/>\u201eWir wollten wirklich, dass das Moli ein Ort ist, wo die richtigen Literaturliebhaber hin kommen ko\u0308nnen. Aber auch die Leute, die vielleicht einmal im Jahr versuchen, ein Buch zu lesen oder u\u0308berhaupt gar nicht. Dadurch haben wir sehr viel, wo man vielleicht nur ein paar Zeilen lesen muss, und dann kriegt man schon ein Gefu\u0308hl fu\u0308r die Sprache und verschiedenen Schriftsteller und die Geschichten der Literatur hier.\u201c <\/p>\n<p>Das MoLI ist modern und multimedial. Texte schweben projiziert im Halbdunkel, Stimmen erklingen auf Englisch und Irisch. <\/p>\n<p>Auch im MoLi kann man Ulysses nicht entkommen, James Joyces\u2018 pers\u00f6nliche Erstausgabe liegt hier hinter Glas und im Garten steht noch heute eine prachtvolle Esche unter der Superstar Joyce einst als Student f\u00fcr ein Foto posierte. Doch auch die wichtigen irischen Autorinnen haben einen Platz, Maeve Binchy und Kate O\u00b4Brien, oder die k\u00fcrzlich verstorbene Edna O\u2018Brien. <\/p>\n<p>Warum sind die Iren so literaturverliebt? Benedict Schlepper-Connolly hat eine Theorie.<\/p>\n<p>Benedict Schlepper-Connolly:<br \/>\u201eIch glaube, dass die Iren ganz fundamental Geschichtenerza\u0308hler sind. Das merkt man dann, wenn man in jedes Cafe oder Kneipe geht. Wie diese Geschichten erza\u0308hlt werden, ganz farbenfroh und ganz dramatisch manchmal. Warum wir jetzt irische Geschichten oder irische Schriftsteller gerne lesen\u2026 Ich glaube, oft lesen wir irische Schriftsteller, weil sie uns etwas erkla\u0308ren u\u0308ber unsere Vergangenheit oder, auch sogar die Gegenwart. Geschichten, die vielleicht noch nicht richtig erza\u0308hlt wurden in dem Land.\u201c <\/p>\n<p>Literatur ist in Dublin mehr als Erinnerung an gro\u00dfe Namen. Sie ist Teil des Lebens, auf Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen, in L\u00e4den und Kneipen. Geschichten halten Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Wer Dublin besucht, merkt schnell: Hier ist Literatur kein Hobby, sondern Teil der DNA der Stadt. Und vielleicht stolpert man auf den Kopfsteinpflastern tats\u00e4chlich \u00fcber Joyce, Wilde oder Rooney \u2013 wenn auch nur zwischen den Zeilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Spaziergang durch Dublin ist auch eine Reise durch die Literaturgeschichte.Zwischen alten Bibliotheken, lebhaften Buchl\u00e4den und Statuen von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":364157,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-364156","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115071918264131224","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/364156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=364156"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/364156\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/364157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=364156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=364156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=364156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}