{"id":364323,"date":"2025-08-22T11:49:16","date_gmt":"2025-08-22T11:49:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364323\/"},"modified":"2025-08-22T11:49:16","modified_gmt":"2025-08-22T11:49:16","slug":"hungersnot-in-teilen-des-gazastreifens-erklaert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364323\/","title":{"rendered":"Hungersnot in Teilen des Gazastreifens erkl\u00e4rt"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 22.08.2025 12:41 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die f\u00fchrende Initiative f\u00fcr Ern\u00e4hrungssicherheit hat f\u00fcr Teile Nord-Gazas eine Hungersnot ausgerufen. Auch in anderen Regionen des K\u00fcstenstreifens sei die Lage desastr\u00f6s, teilte die IPC mit &#8211; und warnt vor deutlich mehr Hungertoten.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn einem n\u00f6rdlichen Bereich des Gazastreifens ist eine Hungersnot erkl\u00e4rt worden. Die daf\u00fcr notwendigen Kriterien seien erf\u00fcllt, <a href=\"https:\/\/www.ipcinfo.org\/fileadmin\/user_upload\/ipcinfo\/docs\/IPC_Famine_Review_Committee_Report_Gaza_Aug2025.pdf\" title=\"IPC-Bericht Gazastreifen\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">teilte die zust\u00e4ndige IPC-Initiative (Integrated Food Security Phase Classification) mit<\/a>. Es geht um den Regierungsbezirk Gaza, in dem auch Gaza-Stadt liegt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Leben von 132.000 Kindern unter f\u00fcnf Jahren sei wegen Unterern\u00e4hrung bedroht, teilte die Initiative mit. 41.000 davon w\u00fcrden als besonders bedrohliche F\u00e4lle betrachtet, doppelt so viele wie bei der vorherigen Einsch\u00e4tzung im Mai.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Hungersnot sei menschengemacht, schreibt das IPC in einem Post auf der Plattform X. Sie k\u00f6nne gestoppt werden, wenn ausreichend Lebensmittel in den Gazastreifen gelassen werden.<\/p>\n<p>    Erste Ausrufung einer Hungersnot im Nahen Osten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es das erste Mal, dass in einem Land des Nahen Ostens eine Hungersnot ausgerufen wird. &#8222;Ein sofortiger Waffenstillstand und die Beendigung des Konflikts sind von entscheidender Bedeutung, um eine ungehinderte, gro\u00dfangelegte humanit\u00e4re Hilfe zur Rettung von Menschenleben zu erm\u00f6glichen&#8220;, teilte die Initiative mit.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher kritisierte, dass sich Lebensmittel an den Grenzen stauten und appellierte an den israelischen Premier Benjamin Netanjahu. &#8222;Lassen Sie uns Lebensmittel und andere Hilfsg\u00fcter ungehindert und in gro\u00dfem Umfang hineinbringen. Beenden Sie die Vergeltung.&#8220;<\/p>\n<p>    Israel sagt trotz Belegen es &#8222;gibt keine Hungersnot&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas israelische Au\u00dfenministerium teilte nach der IPC-Ver\u00f6ffentlichung dagegen mit: &#8222;Es gibt keine Hungersnot in Gaza.&#8220; Die Einsch\u00e4tzung der IPC sei erfunden, um einer &#8222;Fake-Kampagne der Hamas&#8220; gerecht zu werden. Seit Kriegsbeginn seien mehr als 100.000 Lastwagen mit Hilfsg\u00fctern in den Gazastreifen gelangt. In den vergangenen Wochen habe die &#8222;gro\u00dfe Menge an Hilfsg\u00fctern&#8220; zu einem &#8222;starken R\u00fcckgang der Lebensmittelpreise&#8220; gef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Zahl der von Israel ver\u00f6ffentlichten Lastwagen-Lieferungen l\u00e4sst sich derzeit nicht unabh\u00e4ngig best\u00e4tigen. 100.000 Lkw-Ladungen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, wie Hilfsorganisationen wiederholt betont haben. Vor dem 7. Oktober 2023 kamen nach Angaben der Organisation Medico International zwischen 500 bis 600 Lastwagen t\u00e4glich in den Gazastreifen. Das erg\u00e4be bei dem seit 685 Tagen andauernden Krieg eine Menge von 342.500 bis 411.000 Lastwagen &#8211; deutlich mehr als die von Israel verzeichneten 100.000 Lkw. Hinzu kommt, dass der Bedarf durch die massive Zerst\u00f6rung der Infrastruktur und landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen nun deutlich h\u00f6her liegen d\u00fcrfte als vor Beginn des Krieges.<\/p>\n<p>    Strikte Kriterien f\u00fcr Erkl\u00e4rung von Hungersnot<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEhe eine Hungersnot erkl\u00e4rt wird, m\u00fcssen drei Kriterien erf\u00fcllt sein: Mindestens 20 Prozent der Haushalte sind von einem extremen Lebensmittelmangel betroffen, mindestens 30 Prozent der Kinder leiden unter akuter Mangelern\u00e4hrung und t\u00e4glich sterben mindestens zwei Erwachsene oder vier Kinder pro 10.000 Einwohner an\u00a0Hunger\u00a0oder aufgrund des Zusammenspiels von Unterern\u00e4hrung und Krankheit. Alle drei treffen zu, wie Jean-Martin Bauer vom Weltern\u00e4hrungsprogramm (WFP) in einem Briefing f\u00fcr Journalisten in Genf sagte.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn der\u00a0IPC-Skala gibt es f\u00fcnf Stufen der Ern\u00e4hrungslage in einem Land oder einer Region. Die allerh\u00f6chste &#8211; und schlimmste &#8211; ist Stufe f\u00fcnf: &#8222;Katastrophe\/Hungersnot&#8220;. Darunter spricht man von &#8222;Hungerkrisen&#8220;. Bislang galt f\u00fcr den gesamten Gazastreifen die Stufe vier (&#8222;Emergency\/Notfall&#8220;).\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie IPC-Initiative wurde 2004 gegr\u00fcndet. Mitglieder sind knapp zwei Dutzend Organisationen der Vereinten Nationen, sowie Hilfsorganisationen. Sie ist f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung von Hungerlagen in aller Welt zust\u00e4ndig. In den vergangenen 15 Jahren wurden nach\u00a0IPC-Angaben vier Hungersn\u00f6te best\u00e4tigt: 2011 in Somalia, 2017 und 2020 im S\u00fcdsudan und zuletzt 2024 im Sudan.<\/p>\n<p>    Menschenrechtskommissar spricht von Kriegsverbrechen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit Monaten warnen Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen vor der katastrophalen Lage im Gazastreifen. Der UN-Menschenrechtskommissar Volker T\u00fcrk machte die israelische Regierung f\u00fcr die Hungersnot im n\u00f6rdlichen Gazastreifen verantwortlich. Dies sei das &#8222;direkte Ergebnis der von der israelischen Regierung ergriffenen Ma\u00dfnahmen&#8220;, erkl\u00e4rte T\u00fcrk. Der Einsatz von Hunger als Waffe sei ein Kriegsverbrechen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie israelische Milit\u00e4rbeh\u00f6rde Cogat wirft den Vereinten Nationen im Gegenzug vor, unbewiesene Behauptungen zu verbreiten. Cogat verweist auf die Hamas, der sie eine &#8222;L\u00fcgenkampagne \u00fcber Hungersnot&#8220; vorwirft &#8211; trotz der ausf\u00fchrlichen IPC-Dokumentation.<\/p>\n<p>    Entwicklungsministerin mahnt mehr Hilfe an<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDeutschlands Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan forderte, deutlich mehr Hilfe im Gazastreifen zuzulassen. Der Bericht der zust\u00e4ndigen IPC-Initiative zeige deutlich die katastrophale Lage in Gaza, erkl\u00e4rte die SPD-Politikerin.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Immer mehr Menschen &#8211; und vor allem Kinder &#8211; verhungern vor unseren Augen. Es darf nicht so weitergehen. Die Hungersnot ist ausschlie\u00dflich menschengemacht&#8220;, so Alabali Radovan. &#8222;Der Zugang zu Hilfslieferungen hat sich zwar leicht verbessert, aber der IPC Report zeigt auch, dass reicht bei Weitem nicht aus. Es braucht einen sofortigen Waffenstillstand und gleichzeitig gilt: Die\u00a0Hamas muss die Geiseln sofort und bedingungslos freilassen.&#8220;<\/p>\n<p>    CARE wirft Israel gezielte Belagerung vor<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch die Hilfsorganisation CARE forderte Israel auf, die Grenzen f\u00fcr deutlich mehr Hilfsg\u00fcter zu \u00f6ffnen. Die Belagerung m\u00fcsse beendet werden. &#8222;Die Menschen haben monatelang Hunger, Bombardierungen und Vertreibung \u00fcberlebt, doch jetzt droht ihnen in Gaza das Verhungern&#8220;, sagte Jolien Veldwijk, Landesdirektorin von CARE Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Blockade verhindere, dass Lebensmittel und Hilfsg\u00fcter die Bed\u00fcrftigsten erreichten. &#8222;Angesichts des bevorstehenden Angriffs auf Gaza-Stadt bleibt vielen nichts anderes \u00fcbrig, als sich zu Fu\u00df auf den gef\u00e4hrlichen Weg in den S\u00fcden Gazas zu machen, wo sie erneut in \u00fcberf\u00fcllten Lagern ohne das N\u00f6tigste zum \u00dcberleben untergebracht werden.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 22.08.2025 12:41 Uhr Die f\u00fchrende Initiative f\u00fcr Ern\u00e4hrungssicherheit hat f\u00fcr Teile Nord-Gazas eine Hungersnot ausgerufen. 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