{"id":36439,"date":"2025-04-16T11:48:56","date_gmt":"2025-04-16T11:48:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/36439\/"},"modified":"2025-04-16T11:48:56","modified_gmt":"2025-04-16T11:48:56","slug":"trends-auf-social-media-werden-zur-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/36439\/","title":{"rendered":"Trends auf Social Media werden zur Gefahr"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein Tisch gef\u00fcllt mit dampfenden Gerichten, laute Schmatzger\u00e4usche &#8211; und eine Kamera: In den sozialen Medien tummeln sich Kurzvideos rund ums Thema <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/essen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Essen<\/a>. Extreme Essenstrends sind nicht neu und dennoch kann das Ausma\u00df leicht untersch\u00e4tzt werden. Ob besonders scharf, besonders eklig oder sehr viel am St\u00fcck &#8211; Menschen schauen anderen Menschen beim Essen zu. Das birgt auch Gefahren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIm Prinzip ist das alles ja ein Wettbewerb. Und ein Wettbewerb geht oft in etwas Extremes \u00fcber\u201c, sagt Christina Holzapfel der Deutschen Presse-Agentur. Sie ist Professorin und Leiterin der Forschergruppe \u201ePersonalisierte Ern\u00e4hrung und E-Health\u201c an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen. Gef\u00e4hrlich werden die Trends ihren Angaben nach, wenn sie untersch\u00e4tzt und nicht eingeordnet werden.<\/p>\n<p>Gesundheitliche Gefahren durch Trends      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Efecan K\u00fclt\u00fcr, ein t\u00fcrkischer Tiktoker, postete beinahe t\u00e4glich Videos, in denen er Unmengen an Essen vor der Kamera verspeiste &#8211; sie wurden tausendfach geklickt. \u201eMukbang\u201c nennt man das Essen vor der Kamera, das K\u00fclt\u00fcr betrieb. Mit nur 24 Jahren starb er k\u00fcrzlich an seiner Fettleibigkeit, wie mehrere t\u00fcrkische Medien berichteten. Demnach hatte er zuvor l\u00e4ngere Zeit im Krankenhaus verbracht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und das ist kein Einzelfall: Durch Essenstrends mit unter anderem gro\u00dfen Mengen oder extremer Sch\u00e4rfe ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gesundheitlichen Notf\u00e4llen bei Nutzern sozialer Medien gekommen.<\/p>\n<p>Nachahmungsgefahr ist hoch      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Nachahmungsgefahr ist ausgesprochen hoch, sagen Experten. \u201eWenn dann die Videos teils gefaked sind, kann das ein echtes Problem sein\u201c, sagt Harald Seitz vom Bundeszentrum f\u00fcr Ern\u00e4hrung. \u201eKein Mensch isst im Normalfall diese Portionen. Das schaffen sie gar nicht, das schafft der K\u00f6rper gar nicht. Da ist der Magen einfach dann irgendwann voll.\u201c Auch die Zusammensetzung der Mahlzeiten sei dabei entscheidend.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das, was man in vielen Videos so sehe, seien energiereiche, energiedichte <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/lebensmittel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lebensmittel<\/a> mit vielen Kalorien, sagt auch Expertin Holzapfel. \u201eDiese Menge, die da gegessen wird, sollte eine Ausnahme sein und das ist nat\u00fcrlich f\u00fcr den K\u00f6rper auch eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Situation.\u201c Esse man \u00fcber die S\u00e4ttigung hinaus, reagiere der K\u00f6rper oftmals entsprechend &#8211; mit \u00dcbelkeit, mit V\u00f6llegef\u00fchl, mit Bl\u00e4hungen bis hin zum Erbrechen. \u201eDer K\u00f6rper wehrt sich ja auch gegen diese gro\u00dfen Mengen an Nahrung\u201c, sagt Holzapfel.<\/p>\n<p>Aus alleine Essen wird Streamen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Irgendwann in den Nullerjahren ist der \u201eMukbang\u201c-Trend in S\u00fcdkorea durch einen eher kuriosen Zufall entstanden: Als ein Gamer auf der beliebten, koreanischen Streaming-Plattform \u201eAfreecaTV\u201c Hunger bekam und vor laufender Kamera gen\u00fcsslich einen Becher Instant-Nudeln schl\u00fcrfte, soll das bei den Zuschauern derart gut angekommen sein, dass sich schon bald etliche Nachahmer fanden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Ph\u00e4nomen setzt sich aus den W\u00f6rtern \u201eMuk-da\u201c (essen) und \u201eBang Song\u201c (Rundfunk\/senden) zusammen, und beschreibt die T\u00e4tigkeit bereits ziemlich gut: Man filmt sich selbst beim Essen.<\/p>\n<p>Start des Ph\u00e4nomens in S\u00fcdkorea kein Zufall      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dass das Ph\u00e4nomen ausgerechnet in S\u00fcdkorea begann, ist kein Zufall. Nachdem die Mahlzeiten in der streng konfuzianisch gepr\u00e4gten Kultur Koreas von strengen Ritualen gepr\u00e4gt waren, hat sich die Esskultur in den letzten Jahrzehnten mit Aufkommen der Modernisierung des Landes radikal gewandelt. Junge B\u00fcroangestellte, geplagt von langen Arbeitszeiten und kurzen Mittagspausen, essen unter Zeitdruck schnell aufbereitetes <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/fast-food\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fast Food<\/a>. Und oft tun sie das nicht mehr in geselligen Runden, wie es in der kollektivistischen Gesellschaft als Norm galt, sondern alleine vor ihrem Laptop.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eF\u00fcr viele ist dieses gemeinschaftliche Essen, nat\u00fcrlich auch dem sozialen Miteinander f\u00f6rderlich. Und das hat dann schon einen psychologischen Vorteil\u201c, sagt Experte Seitz.<\/p>\n<p>Thema Ern\u00e4hrung in sozialen Medien sehr pr\u00e4sent      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Plattformen selbst halten sich bei der Beobachtung von Inhalten an Richtlinien &#8211; <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/tiktok\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tiktok<\/a> zum Beispiel hat eine Community-Guideline, wonach potenziell gef\u00e4hrdende Inhalte mit Altersbeschr\u00e4nkungen belegt werden. Die Dienste b\u00f6ten erst einmal nur die Plattform f\u00fcr die Verbreitung an, sagt Holzapfel. Dennoch sei die fehlende Einordnung der Inhalte von Experten ein Problem.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAm Ende ist ja Social Media eine Plattform \u00fcber die sich Menschen erkundigen und auch ihr Wissen holen und auch nat\u00fcrlich Informationen teilen\u201c, sagt Holzapfel. Dabei gebe es sicher auch positive Auswirkungen, zum Beispiel, weil man sich gut vernetzten k\u00f6nne. \u201eEs gibt beispielsweise viele Rezepte und Kochvideos zu s\u00e4mtlichen Ern\u00e4hrungsstilen.\u201c Das Thema Ern\u00e4hrung sei in den sozialen Medien sehr pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Aufkl\u00e4rung statt erhobener Zeigefinger      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Problem jedoch sei, \u201edass sich jeder Experte nennen kann und dann diese Botschaften eben nicht evidenzbasiert sind und nicht von der Wissenschaft kommen\u201c, sagt Holzapfel.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Reglementierungen seien Seitz nach nur in bestimmtem Ma\u00dfe n\u00fctzlich. Ein \u201eerhobener Zeigefinger\u201c habe wahrscheinlich nicht den gew\u00fcnschten Effekt. Dennoch sei die Aufkl\u00e4rung wichtig \u201eEs geht nur darum, zu sagen: Hier, passt mal auf, bei solchen Trends: Ja, das kann witzig sein und unterhaltend, aber lasst euch dann nicht in die Irre f\u00fchren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Tisch gef\u00fcllt mit dampfenden Gerichten, laute Schmatzger\u00e4usche &#8211; und eine Kamera: In den sozialen Medien tummeln sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":36440,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1834],"tags":[3364,29,5763,19197,19191,3688,19194,19195,2464,19198,30,19192,3523,62,19196,1209,18969,8169,19193,4412],"class_list":{"0":"post-36439","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-essen","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-ernaehrung","11":"tag-ernaehrungsstilen","12":"tag-esse","13":"tag-essen","14":"tag-essenstrends","15":"tag-essensweisen","16":"tag-gefahr","17":"tag-gegessen","18":"tag-germany","19":"tag-holzapfel","20":"tag-kamera","21":"tag-medien","22":"tag-nachahmungsgefahr","23":"tag-nordrhein-westfalen","24":"tag-sozialen","25":"tag-trend","26":"tag-unterschaetzt","27":"tag-wettbewerb"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114347492354723315","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36439","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36439"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36439\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36440"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}