{"id":364421,"date":"2025-08-22T12:42:14","date_gmt":"2025-08-22T12:42:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364421\/"},"modified":"2025-08-22T12:42:14","modified_gmt":"2025-08-22T12:42:14","slug":"walking-_again-in-fear-ein-audiowalk-macht-geschlechtsbasierte-gewalt-im-stadtraum-erfahrbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364421\/","title":{"rendered":"Walking _again in FEAR: Ein Audiowalk macht geschlechtsbasierte Gewalt im Stadtraum erfahrbar"},"content":{"rendered":"<p>Am 11. September 2025 feiert das Projekt \u201eWalking _again in FEAR\u201c des feministischen Theaterlabels silent ladies_Premiere in Stuttgart. In Kooperation mit dem Studiotheater bringen die K\u00fcnstler:innen einen Audiowalk mit performativen Elementen in den \u00f6ffentlichen Raum, der sich mit dem Thema geschlechtsbasierte Gewalt auseinandersetzt. Die Besucher:innen erleben mit Kopfh\u00f6rern einen rund einst\u00fcndigen Spaziergang durch Stuttgart \u2013 konfrontiert mit Texten, Erfahrungsberichten und k\u00fcnstlerischen Interventionen.<br \/>Die Idee, dieses Thema im \u00f6ffentlichen Raum zu verhandeln, ist dabei kein Zufall. \u201eDer Stadtraum wird oft von M\u00e4nnern dominiert\u201c, erkl\u00e4rt Luise Leschik, Mitbegr\u00fcnderin von silent ladies_. \u201eM\u00e4nnergruppen treffen sich auf der Stra\u00dfe, nehmen Raum ein, machen es unangenehm f\u00fcr Frauen, diese Orte aufzusuchen.\u201c Auch Schauspielerin Dawn Patricia betont, dass der \u00f6ffentliche Raum nicht nur B\u00fchne, sondern auch Tatort ist: \u201eGeschlechterbasierte Gewalt passiert genau hier. Wir wollen diese Angst, die jede FLINTA*-Person kennt, f\u00fcr Menschen erfahrbar machen, die davon nicht betroffen sind.\u201c<br \/>Gleichzeitig richtet sich der Blick des Projekts nicht nur nach au\u00dfen. Wie die Macher:innen betonen, ist auch der private Raum ein zentraler Ort geschlechtsspezifischer Gewalt. \u201eDie meisten Gewaltverbrechen passieren im privaten Raum\u201c, so Luise. \u201eOft f\u00e4ngt es aber im \u00f6ffentlichen Raum an und endet im Privaten.\u201c Die k\u00fcnstlerische Auseinandersetzung macht somit auf beide Dimensionen aufmerksam: auf das strukturelle Machtgef\u00e4lle im \u00f6ffentlichen Raum und die unsichtbare Gewalt im h\u00e4uslichen Bereich.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Erfahrungen der K\u00fcnstler:innen bilden die Grundlage vieler Textpassagen im Audiowalk. \u201eEs gibt Erfahrungen, die viele Frauen teilen\u201c, sagt Luise. \u201eDas Gef\u00fchl, abends im Dunkeln nach Hause zu gehen und sich nicht sicher zu f\u00fchlen. Wenn man verfolgt wird, wenn man ge-catcalled wird \u2013 oder Schlimmeres.\u201c Zugleich sei den Beteiligten im Prozess bewusst geworden, \u201ewie sehr Institutionen an der Aufrechterhaltung von geschlechterbasierter Gewalt beteiligt sind.\u201c<br \/>Die Frage nach dokumentarischem Material und der Darstellung realer F\u00e4lle wurde sensibel behandelt. Das Team stand im Austausch mit verschiedenen Institutionen wie der Frauenberatungsstelle Stuttgart und Wildwasser e.V. Doch viele F\u00e4lle sind nicht \u00f6ffentlich oder aus Gr\u00fcnden des Pers\u00f6nlichkeitsschutzes nicht k\u00fcnstlerisch verwertbar. Daher haben die silent ladies_ auf \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Informationen zur\u00fcckgegriffen: \u201eWir haben einige Femizide aus dem Jahr 2024 eingebunden, die von der Initiative femizidestoppen gesammelt wurden\u201c, erkl\u00e4rt Leschik. Zus\u00e4tzlich flossen eigene Erfahrungen und Beobachtungen in die Texte ein, ohne Gewalt durch Detailtreue zu reproduzieren.<\/p>\n<p>Ziel des Projekts ist es, verschiedene Perspektiven zu er\u00f6ffnen: \u201eWir hoffen, f\u00fcr nicht-FLINTA* diese Erfahrung erfahrbar zu machen \u2013 dass sie quasi einmal in den Schuhen einer FLINTA* laufen k\u00f6nnen\u201c, so Luise. \u201eUnd f\u00fcr FLINTA* ein Gef\u00fchl von Kraft zu geben, dass sie nicht allein sind.\u201c Neben dem Audiowalk wird auch ein Selbstbehauptungsworkshop angeboten, der Betroffenen praktische Werkzeuge zur St\u00e4rkung an die Hand geben soll.<br \/>Das Projekt versteht sich nicht als rein k\u00fcnstlerische Arbeit, sondern als gesellschaftlicher Appell. \u201eWir w\u00fcnschen uns mehr R\u00fccksichtnahme aufeinander, weg von diesem hegemonialen M\u00e4nnlichkeitsbild\u201c, sagt Luise Leschik. \u201eWeg von geschlechterbasierten Zuschreibungen, hin zu einer Gesellschaft, die das Gegen\u00fcber wertsch\u00e4tzt und so weniger Angst im Leben von FLINTA*-Personen zul\u00e4sst.\u201c<\/p>\n<p>Info: Walking _again in FEAR<\/p>\n<p>11.\u201313.09. &amp; 25.\u201329.11.2025<br \/>ab 14 Euro<br \/>Treffpunkt bei Ticketkauf angegeben<br \/><a href=\"http:\/\/studiotheater.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">studiotheater.de<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/silentladies.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">silentladies.de<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/instagram.com\/silentladies\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">instagram.com\/silentladies<\/a><\/p>\n<p>\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755866534_657_2e492a54256b27a9f18239e91bc5d3bd\" width=\"100\" height=\"100\" alt=\"\" class=\"avatar avatar-100 wp-user-avatar wp-user-avatar-100 photo avatar-default\"\/>\t<\/p>\n<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.reflect.de\/author\/sabrina-kir\/\" title=\"Beitr\u00e4ge von Sabrina Kir\" rel=\"author noopener\" target=\"_blank\">Sabrina Kir<\/a><\/p>\n<p>h\u00f6rt auf dem Laufband True Crime und nennt das Selfcare \u2022 hat eine Schw\u00e4che f\u00fcr flauschige Pf\u00f6tchen aller Art \u2022 your favorite Coffeemakerin \u2022 Katzen-Mama \u2022 verschwindet gerne mal im Rabbithole, kann dir daf\u00fcr alles \u00fcber jegliche Themen sagen<\/p>\n<p>\t\t<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.reflect.de\/walking_again_in_fear\/mailto:kir@reflect.de\" class=\"author-social\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 11. 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