{"id":364823,"date":"2025-08-22T16:32:11","date_gmt":"2025-08-22T16:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364823\/"},"modified":"2025-08-22T16:32:11","modified_gmt":"2025-08-22T16:32:11","slug":"nach-us-stablecoin-gesetzen-eu-will-sich-mit-dem-digitalen-euro-beeilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/364823\/","title":{"rendered":"Nach US-Stablecoin-Gesetzen: EU will sich mit dem digitalen Euro beeilen"},"content":{"rendered":"<p>Die EU will ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr den digitalen Euro beschleunigen, wie die Financial Times unter Berufung auf Insider schreibt. Demnach seien sogar \u00f6ffentliche Kryptow\u00e4hrungs-Blockchains wie Ethereum oder Solana als technische Basis f\u00fcr das digitale Zentralbankgeld im Gespr\u00e4ch. Hintergrund daf\u00fcr sei die Sorge um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit einer EU-Digitalw\u00e4hrung angesichts der k\u00fcrzlich in den USA verabschiedeten Stablecoinregelungen.<\/p>\n<p>Dabei handelt es sich um den sogenannten <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Trotz-Kritik-US-Kongress-verabschiedet-Gesetz-zur-Regulierung-von-Stablecoins-10492007.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Genius Act, den die US-Regierung unter Pr\u00e4sident Donald Trump im Juli verabschiedet hat<\/a>. Darin ist unter anderem festgelegt, dass Anbieter, die an den Dollar gekoppelte Stablecoins herausgeben wollen, diese zu mindestens 100 Prozent mit Bargeld, kurzfristigen US-Staatsanleihen oder Geldmarktfonds besichern m\u00fcssen. Stablecoins sind meist in mehreren Kryptow\u00e4hrungsnetzwerken aufgelegte Tokens, die sich 1:1 an einen Basiswert wie US-Dollar, Euro oder auch andere Kryptow\u00e4hrungen binden.<\/p>\n<p>Stablecoins kamen fr\u00fcher vor allem im Kryptow\u00e4hrungshandel als US-Dollar-\u00c4quivalent zum Einsatz, k\u00f6nnten langfristig aber auch beim Zahlungsverkehr eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen. Die gr\u00f6\u00dften Anbieter sind derzeit Tether und Circle, wobei letztere auch einen Euro-Stablecoin mit einer Marktkapitalisierung von rund 200 Millionen Euro betreiben.<\/p>\n<p>Laut Coinmarketcap hat das gesamte Stablecoin-\u00d6kosystem derzeit einen Wert von umgerechnet 245 Milliarden Euro, wobei sich die meisten Coins an den US-Dollar binden. Viele Marktbeobachter erwarten einen Boom der Stablecoin. US-Finanzminister Scott Bessent geht davon aus, dass der Markt bis 2030 auf einen Wert von 3,7 Billionen US-Dollar anwachsen wird. Unter anderem sollen US-Gro\u00dfbanken wie JPMorgan Chase und Citi eigene Stablecoins planen.<\/p>\n<p>Zugzwang durch US-Stablecoins<\/p>\n<p>Die rasche Verabschiedung des US-Gesetzes habe nun bei den EU-Verantwortlichen f\u00fcr Verunsicherung gesorgt, <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/8ad60169-d1e5-4d2c-b928-d53d668f0ec6\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">schreibt die Financial Times<\/a>. EU-Beamte bef\u00fcrchteten, dass die neue US-Gesetzgebung den ohnehin schon positiven Trend der an den Dollar gebundenen Token weiter ankurbeln wird. Ein digitaler Euro sei jetzt notwendig, um die Dominanz des Euros auf dem heimischen Kontinent zu sch\u00fctzen. Die entsprechenden Pl\u00e4ne m\u00fcssten beschleunigt werden. Auch die Verwendung einer \u00f6ffentlichen Blockchain werde jetzt verst\u00e4rkt diskutiert, wobei deren Einsatz in der EU aber auf Datenschutzprobleme sto\u00dfen d\u00fcrfte \u2013 Blockchainzahlungen sind n\u00e4mlich \u00f6ffentlich einsehbar und die Nutzer im Regelfall nur durch pseudonyme Adressen gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Piero Cipollone, Mitglied im Direktorium der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB), <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/key\/date\/2025\/html\/ecb.sp250408~40820747ef.en.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">hatte bereits im April vor den US-Stablecoins gewarnt<\/a>. Seiner Ansicht bietet die F\u00f6rderung US-Dollar gedeckter Stablecoins durch die US-Regierung Anlass zur Sorge um die Finanzstabilit\u00e4t und strategische Autonomie Europas. Cipollone bef\u00fcrchtet, dass Euro-Einlagen in die USA verlagert werden und die Rolle des Dollars im grenz\u00fcberschreitenden Zahlungsverkehr zu Ungunsten des Euros weiter gest\u00e4rkt wird.<\/p>\n<p>EU arbeitet noch dran<\/p>\n<p>Aktuell befindet sich der digitale Euro immer noch in der Vorbereitungsphase. Seit Jahren t\u00fcfteln die W\u00e4hrungsh\u00fcter im Euroraum an einer digitalen Variante der europ\u00e4ischen Gemeinschaftsw\u00e4hrung, um den bei digitalen Zahlungen vorherrschenden US-Anbietern Paroli bieten zu k\u00f6nnen. Die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Kein-Big-Brother-Projekt-EU-Kommission-steckt-Rahmen-fuer-digitalen-Euro-ab-9201746.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-Kommission hat 2023 einen Rechtsrahmen vorgeschlagen<\/a>, eine finale Gesetzgebung ist aber noch in Arbeit. Und zur m\u00f6glichen technischen Basis des Ganzen gibt es auch noch keine Entscheidung, wie die EZB der Financial Times erkl\u00e4rte. Man erw\u00e4ge sowohl zentralisierte Ans\u00e4tze als auch dezentrale Blockchaintechnik.<\/p>\n<p>Kritik am Vorhaben der EU gibt es allerdings reichlich. Die meisten Banken und Sparkassen in Deutschland stehen der Einf\u00fchrung eines digitalen Euro kritisch gegen\u00fcber. Aus ihrer Sicht ist bislang nicht klar, welchen konkreten Zusatznutzen der digitale Euro gegen\u00fcber bestehenden Zahlungsmethoden wie der Echtzeit\u00fcberweisung bieten soll. Zudem f\u00fcrchten die Banken auch um ihr Einlagengesch\u00e4ft. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft PwC <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Studie-Hohe-Kosten-fuer-Einfuehrung-des-digitalen-Euro-10426052.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">w\u00e4re die Einf\u00fchrung des digitalen Euros auch reichlich teuer<\/a>. Hochgerechnet auf den gesamten Euroraum k\u00f6nnten die Gesamtkosten je nach Szenario zwischen 18 und 30 Milliarden Euro liegen. Banking-Apps, Online-Bankings, Bezahlkarten, Terminals \u2013 all das m\u00fcsste angepasst werden.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:axk@heise.de\" title=\"Axel Kannenberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">axk<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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