{"id":365317,"date":"2025-08-22T20:57:19","date_gmt":"2025-08-22T20:57:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/365317\/"},"modified":"2025-08-22T20:57:19","modified_gmt":"2025-08-22T20:57:19","slug":"disgusting-food-museum-stuttgart-ekelhafte-speisen-entdecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/365317\/","title":{"rendered":"Disgusting Food Museum Stuttgart: Ekelhafte Speisen entdecken"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Gegrilltes Meerschweinchen, Mongolian Mary mit Schafauge oder Milbenk\u00e4se gef\u00e4llig? Mehr \u00fcber solche Gerichte ist derzeit in Stuttgart zu erfahren. Im Disgusting Food Museum ist der au\u00dfergew\u00f6hnliche Geschmack erw\u00fcnscht und Interessierte k\u00f6nnen an der Tasting-Bar am Ende des Rundgangs einiges davon sogar probieren. Die Idee der Ausstellung stammt urspr\u00fcnglich aus dem schwedischen Malm\u00f6.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Schau l\u00e4dt dazu ein, die eigenen Vorstellungen von Ekel neu zu hinterfragen. Was f\u00fcr den einen k\u00f6stlich ist, kann f\u00fcr den anderen widerlich sein. \u201eEkel ist kulturell bedingt. Wir m\u00f6gen die Lebensmittel, mit denen wir aufgewachsen sind. Ekel ist sehr individuell. Auch die Pr\u00e4sentation spielt eine Rolle\u201c, sagt Museumsdirektor Andreas Ahrens.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/a82951ce-8b2f-4b0f-b50d-e11b0e78f045.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Mongolian Mary, Tomatensaft mit eingelegten Schafaugen, wird in der Mongolei gern getrunken. \"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Mongolian Mary, Tomatensaft mit eingelegten Schafaugen, wird in der Mongolei gern getrunken.  (Foto: Anja Barte\/Disgusting Food Museum)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">W\u00e4hrend in Peru gegrilltes Meerschweinchen zu den Standardgerichten geh\u00f6rt, sind bei uns im Schwabenland saure Kutteln eine beliebte Spezialit\u00e4t. Beide exotischen Gerichte sehen fertig zubereitet zum Kotzen aus \u2013 und so manchem Besucher wird\u2019s beim Betrachten derselben vielleicht sogar \u00fcbel. Zur Sicherheit gibt es deshalb statt der \u00fcblichen Eintrittskarte einen Brechbeutel.<\/p>\n<p>80 Beispiele aus den gro\u00dfen K\u00fcchen der Welt<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">In der Ausstellung sind s\u00e4mtliche gro\u00dfen K\u00fcchen der Welt vertreten. 80 ekelerregende Food-Exponate sind es insgesamt. Sie laden dazu ein, die Verschiedenheit des Geschmacks kennenzulernen. Jede Speise unter der Glasglocke gilt irgendwo als Delikatesse und hat eine historische Bedeutung, wirkt auf viele ungewohnte Gaumen jedoch absto\u00dfend. Da w\u00e4ren etwa die in Kinderurin gekochten Eier aus Asien, der gebratene Bullenpenis oder die knusprigen, prallen Suri-Palm-Maden, die beide in Lateinamerika ein Hit sind. Die Franzosen wiederum wollen nicht auf ihre G\u00e4nseleberpastete verzichten, obwohl das F\u00fcttern der Tiere eine einzige Qu\u00e4lerei ist, wie im Film gezeigt wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6d980e94-7032-4368-81f4-b7f710437b89.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Andere L\u00e4nder, andere Sitten: In der lateinamerikanischen K\u00fcche ist der Bullenpenis eine Delikatesse.\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Andere L\u00e4nder, andere Sitten: In der lateinamerikanischen K\u00fcche ist der Bullenpenis eine Delikatesse. (Foto: Anja Marte\/Disgusting Food Museum)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auch kuriose Snacks sind in der Schau versammelt: In Mexiko liebt man den Ziegenmilchlutscher, in Japan das Wasabi Kit Kat, in Skandinavien die Salzlakritz. Unter den Getr\u00e4nken finden sich etwa Bibergeil, ein Schnaps, der mit dem Aroma aus den Analdr\u00fcsen des Bibers verfeinert wird, oder Reiswein, in dem die Leichen von Babym\u00e4usen gekocht werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ca469044-426a-4fc7-a6f0-3146a4789957.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Salzlakritz ist in Skandinavien ein begehrter Snack. Der besondere Geschmack entsteht durch Ammoniumchlorid, eine Chemikalie, die sonst zur Reinigung von Metallen und zur Herstellung von Industried\u00fcnger verwendet wird. \"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Salzlakritz ist in Skandinavien ein begehrter Snack. Der besondere Geschmack entsteht durch Ammoniumchlorid, eine Chemikalie, die sonst zur Reinigung von Metallen und zur Herstellung von Industried\u00fcnger verwendet wird.  (Foto: Anja Barte\/Disgusting Food Museum)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Und dann w\u00e4re da noch die \u201eKotzfrucht\u201c, die man im \u201eDschungelcamp\u201c in Fernsehen schon oft gesehen hat. Nur wenige wissen, dass diese stachelige Frucht Durian hei\u00dft und noch weniger Menschen wissen, wie sie schmeckt: nach einer Mischung aus Ananas und Zwiebel. Eine geradezu ekelhafte Kombination, die einem jedoch, nachdem man sich an sie gew\u00f6hnt hat, neue Geschmackswelten er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Unsere Vorstellung von ekelerregenden Speisen k\u00f6nnen sich mit der Zeit \u00fcbrigens auch \u00e4ndern. Bestes Beispiel ist der Hummer. Vor 200 Jahren galt das Meerestier als ungenie\u00dfbar, sodass er nur Gefangenen und Sklaven zu essen gegeben wurde. Heute ist Hummer eine kostspielige Delikatesse.<\/p>\n<p>Warum ekeln wir uns?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Grunds\u00e4tzlich dient der Ekel dazu, sich vor Krankheiten oder gesundheitssch\u00e4dlichen Lebensmitteln zu sch\u00fctzen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Geruch. Deshalb gibt es im Disgusting Food Museum auch immer wieder die M\u00f6glichkeit, an einzelnen Speisen zu schnuppern. Das hei\u00dft aber noch lange nicht, dass als widerlich empfundene Speisen auch krank machen. Eben, weil hier ebenfalls die kulturell erworbene Empfindung entscheidend ist. So kann die Ausstellung auch Toleranzen schaffen \u2013 f\u00fcr andere Geschm\u00e4cker und Gewohnheiten.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Abgesehen davon, dass die Schau nat\u00fcrlich Aufmerksamkeit erregen soll, wird auch unsere derzeitige Fleischproduktion kritisch hinterfragt. F\u00fcr die Rinderzucht werden Regenw\u00e4lder gef\u00e4llt, bei der Schweinefleischproduktion ist der \u00fcberm\u00e4\u00dfige Einsatz von Antibiotika ein gro\u00dfes Problem. Es m\u00fcssen also dringend Alternativen her: Wie w\u00e4re es mit Insekten? Oder dann doch lieber k\u00fcnstlich hergestelltes Fleisch aus der Petrischale? \u201eWenn wir uns von den Vorstellungen davon, was eklig ist und was nicht, \u00e4ndern k\u00f6nnen, k\u00f6nnte uns das m\u00f6glicherweise helfen, auf nachhaltigere Proteinquellen umzusteigen\u201c, so l\u00e4sst sich Kurator Samuel West in einer Mappe zur Ausstellung zitieren.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Disgusting Food Museum ist folglich ein Erlebnisraum und ein Lernort zugleich. Deshalb darf man hier nicht nur schauen, sondern auch riechen und am Ende sogar anfassen und probieren. Denn wirkliche Erfahrung ist immer eine sinnliche. Wohl bekomm\u2019s!<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\"><strong>Das Disgusting Food Museum<\/strong> befindet sich in der K\u00f6nigstra\u00dfe 21 in Stuttgart-Mitte. \u00d6ffnungszeiten: Mo.-Fr. 11-20 Uhr, Sa., So., Fei. 10-20 Uhr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gegrilltes Meerschweinchen, Mongolian Mary mit Schafauge oder Milbenk\u00e4se gef\u00e4llig? 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