{"id":365552,"date":"2025-08-22T23:07:12","date_gmt":"2025-08-22T23:07:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/365552\/"},"modified":"2025-08-22T23:07:12","modified_gmt":"2025-08-22T23:07:12","slug":"leben-im-russisch-besetzten-gebiet-von-knete-zu-beton","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/365552\/","title":{"rendered":"Leben im russisch-besetzten Gebiet: Von Knete zu Beton"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">E s waren drei blutige Monate, bis die russischen Besatzer am 5. Juli 2014 \u00adSlowjansk verlie\u00dfen. Die Bilder aus dieser Zeit haben sich vielen Menschen bis heute ins Ged\u00e4chtnis gebrannt: improvisierte Stra\u00dfensperren, zwielichtige Gestalten an den Checkpoints, die ihre neue Macht willk\u00fcrlich ausspielen, besetzte Verwaltungsgeb\u00e4ude, Verhaftungen und Verh\u00f6re in den Kellern des besetzten SBU-Geb\u00e4udes im Stadtzentrum. Slowjansk im Osten der Ukraine war die erste Stadt, die 2014 von russischen Spezialeinheiten und ihren Unterst\u00fctzern besetzt wurde. Es war ein Testlauf.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\"><a href=\"https:\/\/taz.de\/Selenskyj-und-Trump-im-Oval-Office\/!6108258\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">W\u00e4hrend heute im Westen, in den USA, in Deutschland und anderswo,<\/a> viele den russischen Angriffskrieg gern schnell abhaken w\u00fcrden, ist f\u00fcr die Betroffenen vor Ort klar: Der Preis f\u00fcr ein solches Ende w\u00e4re weit mehr als eine blo\u00dfe Verschiebung von Grenzen. Die Menschen in Slowjansk, einer Stadt, die von US-Pr\u00e4sident Donald Trump ebenso wie vom russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin derzeit als gesichtslose Verhandlungsmasse diskutiert wird, erinnern sich noch sehr genau daran, wie russische Kontrolle aussieht \u2013 unter S\u00f6ldnern und Geheimdienstlern. Wie es sich lebte unter der Schreckensherrschaft des brutalen Kommandeurs Igor Girkin, der mit seinen Todesschwadronen die Stadt kontrollierte. Es geht um weit mehr als eine blo\u00dfe Verschiebung von Staatsgrenzen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Die Zivilgesellschaft von Slowjansk blieb damals im Untergrund aktiv. Und wie sich herausstellte, war das gerade in Zeiten des tempor\u00e4ren Staatskollapses entscheidend. Proukrainische Gruppen formierten sich, Polizisten verweigerten den Dienst, Un\u00adter\u00adneh\u00adme\u00adr:in\u00adnen unterst\u00fctzten den Untergrund, erinnert sich der Aktivist Denys Bihunow. Einige lokale Verwaltungsmitarbeiter:innen, Gesch\u00e4ftsleute und Ak\u00adti\u00advis\u00adt:in\u00adnen erkannten schnell die Brutalit\u00e4t und den Terrorcharakter des neuen Re\u00adgimes. Solche horizontalen Netzwerke, allein auf Vertrauen und gegenseitiger Unterst\u00fctzung beruhend, bildeten die Grundlage f\u00fcr das, was nach der Befreiung folgen konnte: die demokratische Entwicklung der Stadt. Bihunow blickt gern auf die Jahre 2014 bis 2022 zur\u00fcck. Er beschreibt diese Zeit als eine Art \u201eKnete\u201c \u2013 weich, unf\u00f6rmig, offen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Alles schien m\u00f6glich, nichts war festgeschrieben. Die alten mafi\u00f6s-autorit\u00e4ren Normen der Janukowytsch-\u00c4ra verloren ihre G\u00fcltigkeit, und aus dem Untergrund heraus entstanden neue Strukturen. Der Krieg blieb zwar seit 2014 nur wenige Kilometer entfernt. Doch trotz der anhaltenden Bedrohung lag die M\u00f6glichkeit in der Luft, etwas Neues zu schaffen. Demokratie war pl\u00f6tzlich kein abstrakter Begriff mehr \u2013 sondern ein Versprechen, das in Slowjansk wom\u00f6glich tats\u00e4chlich Gestalt annehmen konnte, mit europ\u00e4ischer Unterst\u00fctzung und Partnerschaften.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/!112039\/#matomo:pk_campaign=standard_wot-only&amp;pk_source=Online&amp;pk_medium=taz.de&amp;pk_kwd=textbox-wot-texte\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/wochentaz-kennzeichen-3zu2-klein-1.png\" loading=\"lazy\" height=\"363\" type=\"image\/png\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>wochentaz<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph last\">Dieser Text stammt aus der <strong>wochentaz<\/strong>. Unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist \u2013 und wie sie sein k\u00f6nnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und <a href=\"https:\/\/taz.de\/!112039\/#matomo:pk_campaign=standard_wot-only&amp;pk_source=Online&amp;pk_medium=taz.de&amp;pk_kwd=textbox-wot-texte\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">nat\u00fcrlich im Abo<\/a>.<\/p>\n<p>      Das Gef\u00fchl nicht allein zu sein<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"6\">Ich selbst blieb mehr als zwei Jahre dort. Mit der Organisation Austausch e.\u2009V. er\u00f6ffneten wir 2019 in einer alten, zentral gelegenen Druckerei das zivilgesellschaftliche Zentrum Drukarnia. Im Namen spiegelte sich ein St\u00fcck gemeinsamer europ\u00e4ischer Kulturgeschichte: Das ukrainische wie auch das polnische Wort drukarnia bedeutet Druckerei und geht \u2013 ebenso wie das deutsche \u2013 auf das Verb drucken zur\u00fcck. In diesen R\u00e4umen unterst\u00fctzten wir lokale Projekte, organisierten Trainings zu Umweltbildung, europ\u00e4ischer Geschichte oder politischer Teilhabe. Wir halfen Netzwerke aufzubauen, die lokale Initiativen, um die \u00d6ffentlichkeit auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen, mit internationalen Akteuren verbanden.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"7\">Wir sahen, dass es m\u00f6glich ist. Forschung wie die von Thomas Risse, \u00adStephen Ropp und Kathryn Sikkink (<a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/books\/persistent-power-of-human-rights\/D26A23B19102926B4E77B1EDEA3773F1\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eThe Persistent Power of Human Rights\u201c<\/a>) zeigt das auch empirisch: Zivilgesellschaft kann selbst in autorit\u00e4ren Kontexten Ver\u00e4nderungen ansto\u00dfen. Genau das haben wir in Slowjansk erlebt: internationale Aufmerksamkeit, F\u00f6rdermittel und Partnerschaften gaben den Menschen das Gef\u00fchl, nicht allein zu sein.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"8\">Ein Beispiel f\u00fcr politische Entwicklung liefert Wadym Ljach, Chef der Milit\u00e4rverwaltung von Slowjansk. 2014 sa\u00df er noch f\u00fcr die prorussische Partei der Regionen im Stadtrat, als Girkin die Stadt einnahm. Ein Jahr sp\u00e4ter wurde Ljach B\u00fcrgermeister. Das war damals ein Schock f\u00fcr viele Aktivist:innen. Doch seitdem hat sich das Bild gewandelt: Die Zusammenarbeit mit polnischen und westukrainischen Partnerkommunen sowie mit der lokalen Zivilgesellschaft hat ihn offenbar nachhaltig gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"9\">Ljach spricht offen \u00fcber diese Ver\u00e4nderung. 2014 habe ihm die Orientierung gefehlt, 2022 dagegen absolute Klarheit geherrscht: \u201eAls die russische Armee nur zehn Kilometer vor Slowjansk stand, war alles einfacher: Ich wusste sofort, wer der Feind ist \u2013 und auf welcher Seite ich stehe\u201c, sagte er Ende 2023 dem Spiegel.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"10\">In unserem B\u00fcro im Stadtzentrum, nur wenige Schritte entfernt von dem 2014 von Girkins Truppen besetzten Geb\u00e4ude des ukrainischen Geheimdienstes, in dessen Keller er Menschen brutal verh\u00f6ren lie\u00df, diskutierten wir mit Aktivist:innen. Welche Verantwortung haben wir als B\u00fcr\u00adge\u00adr:in\u00adnen f\u00fcr die Zukunft unserer Gesellschaften? Was trennt und verbindet uns mit Polen, der Slowakei oder Deutschland? Es ging um gesellschaftlichen Wandel, weg von sowjetischen Pr\u00e4gungen, vom Bild des passiven, vom Staat abh\u00e4ngigen Menschen, hin zu m\u00fcndigen B\u00fcrger:innen. Wie l\u00e4sst sich \u00d6ffentlichkeit schaffen in einer Stadt, die ein solches Trauma erlebt hat? Wie soll mit Erinnerungen umgegangen werden, die noch immer spalten und verletzen?<\/p>\n<p>      Vom Ort der M\u00f6glichkeiten zum Ort des \u00dcberlebens<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"12\">Viele Menschen, die damals diese und andere St\u00e4dte der Region wachhielten, sind seit 2022 nicht mehr dort. Mit der russischen Vollinvasion ist die \u201eKnete\u201c von einst hart geworden: Blei, Beton, Schutt. Slowjansk wurde vom Ort der M\u00f6glichkeiten zum Ort des \u00dcberlebens. Aktivist:innen, die fr\u00fcher Medienprojekte organisierten oder Anti\u00adkorruptionsinitiativen f\u00fchrten, tragen heute Waffen. Manche verschwanden in russischen Foltergef\u00e4ngnissen oder gelten als vermisst.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"13\">\u201eNach dem 24. Februar erlebten wir einen Einbruch dieser horizontalen Strukturen, weil das Level der Gewalt eine v\u00f6llig neue Dimension erreicht hatte\u201c, sagt Bihunow, der in Slowjansk geboren und aufgewachsen ist. \u201eNun sehe ich die Zivilgesellschaft im Milit\u00e4r\u201c, f\u00fcgt er hinzu. Er sagt dies aus \u00dcberzeugung und ist zugleich entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"14\">Ich h\u00f6re diese Gedanken nicht zum ersten Mal. Ich erinnere mich w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs mit Bihunow an meinen Freund Ivan Paramonov, einen Aktivisten aus Kyjiw, dem k\u00fcrzlich am Haus, in dem er gelebt hatte, eine Gedenktafel gewidmet wurde. Ivan Paramonov wurde am 8. Juni 2024 in der Region Charkiw get\u00f6tet, nachdem er sich Anfang 2024 freiwillig f\u00fcr den Dienst im Milit\u00e4r gemeldet hatte. Er wurde 28 Jahre alt. F\u00fcr die demokratische Entwicklung der Ukraine fehlt er schmerzlich.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"15\">Ivan Paramonov war seit der \u00adMaidan-Revolution 2014 Aktivist. Er arbeitete mit Veteranen an sozialen Projekten in der Ostukraine, lange vor der russischen Vollinvasion 2022 \u2013 Ferienlagern, Kultur- und Jugendini\u00adtia\u00adtiven, Wiederaufbauprojekten \u2013, bis russische Panzer im Februar 2022 die Kontaktlinie einfach \u00fcberrollten. Seine Organisation Shtuka, gegr\u00fcndet in der nun ebenfalls massiv zerst\u00f6rten Stadt Myrnohrad in der Region Donezk, wollte die Vielfalt, die europ\u00e4ische Geschichte und das Potenzial der Region sichtbar machen. Denn Paramonov und viele andere wussten: Die Erz\u00e4hlung vom angeblich <a href=\"https:\/\/taz.de\/Der-Donbass-und-seine-Bedeutung\/!6107328\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201erussischen Donbass\u201c<\/a> ist ein imperiales M\u00e4rchen, das nun auch im Westen wieder Fu\u00df fasst.<\/p>\n<p>      Russland schafft Fakten<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"17\">Auch Denys Bihunow wei\u00df das. Gemeinsam mit anderen Ak\u00adti\u00advis\u00adt:in\u00adnen sammelt und evakuiert er historische Artefakte aus Slowjansk, um sie vor der Zerst\u00f6rung zu retten, wie sie in <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kaempfe-in-der-Ostukraine\/!6025289\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mariu\u00adpol, Bachmut, Awdijiwka und nun in Pokrowsk<\/a> zu sehen ist. Sie sind \u00fcberzeugt, dass die europ\u00e4ische Geschichte dieser Stadt nicht ausgel\u00f6scht werden darf. Russland schafft Fakten, errichtet auf den Ruinen der zerst\u00f6rten Gemeinden neue St\u00e4dte mit propagandistischen Mythen und l\u00e4sst europ\u00e4isches Erbe verschwinden. Damit gehen auch unsere gemeinsamen europ\u00e4ischen Geschichten von Industrialisierung, europ\u00e4ischer Architektur und Demokratie verloren.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-22\" pos=\"18\">Zeitgleich wird im Westen \u00fcber \u00adSlowjansk nur noch als Territorium gesprochen, Koordinaten, die man in einem \u201eDeal\u201c preisgeben k\u00f6nnte. Als Objekt in einem geopolitischen Spiel. F\u00fcr die Menschen dort bedeutet das: keine Stimme, keine Handlungsmacht, keine Zukunft.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-23\" pos=\"19\">Auch wenn in Deutschland viele noch zu hoffen scheinen, dass das von den USA hinterlassene globale Vakuum nur ein vor\u00fcbergehendes Unwetter ist \u2013 a<a href=\"https:\/\/taz.de\/USAID-stellt-Zahlungen-ein\/!6063648\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">uf die USA werden sich die Zivilgesellschaft und demokratische Bewegungen auf lange Zeit nicht mehr verlassen k\u00f6nnen<\/a>. Dort scheint nichts weniger als die au\u00dfenpolitische Leitidee der liberalen Weltordnung zerfallen zu sein.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-24\" pos=\"20\">Auch deshalb m\u00fcssen wir in Europa unsere eigenen Allianzen st\u00e4rken. Zivilgesellschaften weltweit \u2013 sei es in der Ukraine unter Kriegsbedingungen oder noch bestehende demokratische Netzwerke in autorit\u00e4ren Staaten wie Russland, Belarus, China oder Ka\u00adsachstan \u2013 sind alle essenzieller Teil dieser Allianzen. Politikwissenschaftler Brian Klaas hat die Herausforderungen dabei auf den Punkt gebracht: In den letzten Jahrzehnten waren internationale Unterst\u00fctzung und Druck entscheidend f\u00fcr Demokratisierung. Oppositionelle und Zivilgesellschaft wussten, dass die Welt hinsah. Denn wenn Druck nachl\u00e4sst, siegt die Gewalt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-25\" pos=\"21\">Demokratief\u00f6rderung ist keine Nebensache, sondern eine moralische wie auch sicherheitspolitische Notwendigkeit. Slowjansk ist mehr als ein Ort im Donbass. Es ist ein Ort, wo sich die Frage stellt, wie wir als westliche Gesellschaften leben wollen. Es ist ein Pr\u00fcfstein daf\u00fcr, ob Europa bereit ist, sein eigenes demokratisches Versprechen einzul\u00f6sen. Die Menschen dort brauchen unsere Unterst\u00fctzung, damit die Idee von Demokratie nicht in Blei, Blut, Schutt und Beton erstickt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-26\" pos=\"22\">\n        Igor Mitchnik ist Erster Gesch\u00e4fts\u00adf\u00fchrer von Austausch e.\u2009V. Die Organisation setzt sich f\u00fcr die St\u00e4rkung der Zivilgesellschaft, insbesondere in Deutschland und Osteuropa, ein. In Russland ist sie seit 2021 verboten.\n      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"E s waren drei blutige Monate, bis die russischen Besatzer am 5. Juli 2014 \u00adSlowjansk verlie\u00dfen. 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