{"id":366096,"date":"2025-08-23T04:02:16","date_gmt":"2025-08-23T04:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366096\/"},"modified":"2025-08-23T04:02:16","modified_gmt":"2025-08-23T04:02:16","slug":"tierfiguren-als-spiegel-des-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366096\/","title":{"rendered":"Tierfiguren als Spiegel des Menschen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 22.08.2025 15:29 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Comics wimmeln nur so vor Tiergestalten. Eine Ausstellung in Kassel widmet sich der ganzen Bandbreite der Figuren. Dabei wird deutlich, wie sehr Menschen sich selber in Garfield und Donald Duck wiedererkennen. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas w\u00e4re Entenhausen nur ohne seine sprechenden Einwohner, den w\u00fctenden Donald oder den schlauen Micky? &#8222;Die Ente ist Mensch geworden&#8220; hie\u00df vor Jahren eine Ausstellung zum Werk von Zeichner Carl Barks, dem Sch\u00f6pfer von Entenhausen. Denn wenn wir Comics lesen, sehen wir selten die gezeigten Tiere darin, wir erkennen in den sprechenden und handelnden Wesen vielmehr uns selbst.<\/p>\n<p>    &#8222;Empfinden sie als menschliche Stellvertreter&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Tierfigur h\u00e4lt uns einen Spiegel vor, meint Jan Sauerwald, Museumsleiter der GrimmWelt in Kassel: &#8222;Sie zeigt uns unsere eigenen Eigenschaften. Wir treffen diese vermenschlichten Tierfiguren bereits in den Grimmschen M\u00e4rchen, etwa beim Froschk\u00f6nig oder den Bremer Stadtmusikanten. Aber nat\u00fcrlich sehen wir sie auch im Comic. Denken Sie nur an Donald Duck und Dagobert Duck oder an Garfield. Das sind ganz popul\u00e4re Figuren, die wir alle kennen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKurator Alexander Braun erg\u00e4nzt: &#8222;Man sieht die Tiere nicht mehr beim Comic-Lesen. Nehmen wir etwa Daniel D\u00fcsentrieb. Was soll das f\u00fcr ein Tier sein? Ja, er hat einen Schnabel, es k\u00f6nnte ein Huhn sein. Aber wir verlieren diese direkte Herleitung zu bestimmten Tieren und empfinden sie als menschliche Stellvertreter.&#8220; Ein anderes Beispiel: Die Panzerknacker, bei denen ihr englischer Name Beagle-Boys auf ihre tierische Herkunft verweist.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Kurator Alexander Braun hat die vergangenen Jahre mehr als zehn Ausstellungen zu Comics gemacht. Er wurde bereits zweimal mit dem wichtigsten Comic-Preis der Welt ausgezeichnet &#8211; dem Eisner-Award.\n                    <\/p>\n<p>    Bilderbogen als eine Vorform des Comics<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Geschichte der Tiere in Comics f\u00e4ngt deutlich vor dem Auftritt im Micky-Maus-Magazin an, also vor Entenhausen. Erste Darstellungen finden sich etwa auf sogenannten Bilderbogen, die schon im 19. Jahrhundert Geschichten mithilfe von Bildern erz\u00e4hlten. Der Text stand damals nicht in Sprechblasen, sondern noch unter den Zeichnungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBilderbogen waren quasi eine Vorform des Comics. Damals waren es M\u00e4rchen, die dargestellt wurden. &#8222;Der gestiefelte Kater&#8220; etwa oder auch &#8222;Der Wolf und die sieben Gei\u00dflein&#8220;. Hier schl\u00e4gt die Ausstellung in Kassel die Br\u00fccke zur GrimmWelt &#8211; den M\u00e4rchen eben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr die Ausstellung &#8222;Ich, das Tier. Vom b\u00f6sen Wolf bis Donald Duck &#8211; Tiere im Comic&#8220; hat man sich externe Expertise ins Haus geholt. Kunsthistoriker Braun hat in den vergangenen Jahren mehr als zehn Ausstellungen zu Comics gemacht. F\u00fcr zwei seiner Kataloge wurde er mit dem wichtigsten Comic-Preis der Welt ausgezeichnet &#8211; dem Eisner-Award. Als einziger Deutscher \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>    Originalzeichnungen von Carl Barks<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Kassel greift er auf sein gro\u00dfes Netzwerk an Sammlern und K\u00fcnstlern und auf seine eigene Sammlung zur\u00fcck. So ist es m\u00f6glich, viele Originalzeichnungen unterschiedlichster K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler zu zeigen. Der britische K\u00fcnstler Mark Buckingham kommt selbst zur Ausstellung und ist mit der Reihe &#8222;Fables&#8220; in der Schau vertreten, in der M\u00e4rchenfiguren sich in der Menschenwelt verstecken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Ausstellung zeigt einen Rundumschlag. Angefangen bei den Bilderbogen, geht es \u00fcber die Pioniere der Comics mit &#8222;Krazy Kat&#8220; von George Herriman oder Arbeiten von Gus Dirks (Bugville) etwa zu einer Auswahl handverlesener Disney-Zeichner.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs werden Originalzeichnungen des legend\u00e4ren Carl Barks gezeigt, aber auch Werke anderer Disney-Zeichner &#8211; von Klassikern wie Floyd Gottfredson und William van Horn, aber auch von aktuellen K\u00fcnstlern, Arild Midthun oder Daan Jippes etwa. Garfield-Fans d\u00fcrfen sich auf Originalzeichnungen von Jim Davis freuen. Comic-Experten auch auf Werke von Walt Kelly, der &#8222;Pogo&#8220; zu Papier gebracht hat.<\/p>\n<p>    Evolutionsgeschichte aus Affen-Sicht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs werden auch Seiten von deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern gezeigt. Von Ralf K\u00f6nig gleich zwei Geschichten: &#8222;Roy und Al&#8220;, in der Hunde ihre schwulen Herrchen beobachten und kommentieren, und seine Graphic Novel &#8222;Stehaufm\u00e4nnchen&#8220;. Es ist die Evolutionsgeschichte mal ganz anders, n\u00e4mlich aus der Sicht der Affen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Comic &#8222;Trip mit Tropf&#8220; von Josefine Mark widmet sich einem ernsten Thema, der Krebserkrankung der Zeichnerin. In ihrem Comic erkrankt aber nicht sie, sondern ein Kaninchen an Krebs. Die Hauptfigur trifft auf einen Wolf, der sich seine Schussverletzung versorgen l\u00e4sst. Auf der Flucht vor dem J\u00e4ger lernen sich beide n\u00e4her kennen und entwickeln eine besondere Freundschaft.<\/p>\n<p>    &#8222;Funktioniert f\u00fcr Erwachsene wie Kinder&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die Geschichte funktioniert f\u00fcr Erwachsene wie Kinder&#8220;, meint Kurator Braun. &#8222;Auch mit 50 oder 60 Jahren lesen wir sie mit gro\u00dfem Gewinn, weil sie einfach klug, witzig und inspirierend erz\u00e4hlt wird.&#8220; Dem Wolf \u00fcbrigens widmet sich die Ausstellung in besonderer Weise. Gleich mehrere Comics und kleine Skulpturen zeigen, welch gro\u00dfe Rolle das Tier immer wieder spielt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Ich, das Tier&#8220; ruft quasi dazu auf, sich selbst zu \u00fcberpr\u00fcfen: In welcher Tierfigur sehen wir uns am ehesten? F\u00fcr Museumsleiter Sauerwald ist das nach kurzem \u00dcberlegen klar: &#8222;Mit Sicherheit nicht im reichen, geizigen Onkel Dagobert, sondern hoffentlich in Daniel D\u00fcsentrieb, dem skurrilen Erfinder. Der liegt mir vielleicht am n\u00e4chsten.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 22.08.2025 15:29 Uhr Comics wimmeln nur so vor Tiergestalten. 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