{"id":366232,"date":"2025-08-23T05:32:20","date_gmt":"2025-08-23T05:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366232\/"},"modified":"2025-08-23T05:32:20","modified_gmt":"2025-08-23T05:32:20","slug":"bka-bundeslagebilder-sexualdelikte-zum-nachteil-von-kindern-und-jugendlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366232\/","title":{"rendered":"BKA &#8211; Bundeslagebilder Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Anzahl der Straftaten des sexuellen Missbrauchs von Minderj\u00e4hrigen bleibt nach jahrelangem Anstieg konstant auf hohem Niveau<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die F\u00e4lle von jugendpornografischen Inhalten steigen <\/strong><\/li>\n<li><strong>Hinweise auf Verdachtsf\u00e4lle von kinder- und jugendpornografischen Inhalten nehmen weiter zu<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Im Jahr 2024 ist die Anzahl der polizeilich registrierten Straftaten des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen nach jahrelangem Anstieg nahezu konstant geblieben. Die Zahlen bewegen sich mit 16.354 F\u00e4llen bei Kindern sowie 1.191 F\u00e4llen bei Jugendlichen dennoch weiterhin auf einem hohen Niveau und \u00fcber dem F\u00fcnf-Jahres-Durchschnitt. <\/strong><\/p>\n<p>Dies geht aus dem Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen hervor, das Bundes\u00adinnenminister Alexander Dobrindt, BKA-Pr\u00e4sident Holger M\u00fcnch und die Unabh\u00e4ngige Bundes\u00adbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (<a class=\"RichTextExtLink ExternalLink\" href=\"https:\/\/beauftragte-missbrauch.de\/\" title=\"Externer Link\u00a0Link zur Seite: Unabh\u00e4ngige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen: https:\/\/beauftragte-missbrauch.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">UBSKM<\/a>) Kerstin Claus am 21. August 2025 in Berlin vorgestellt haben.<\/p>\n<p class=\"picture links normal withLoupe\" style=\"max-width: 400px;\"><a href=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Publikationen\/JahresberichteUndLagebilder\/SexualdeliktezNvKindernuJugendlichen\/BLBSexualdeliktezNvKindernuJugendl2024_Infografik.html?nn=222052\" title=\"Infografik zum Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2024 zum Download\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Bilder\/DE\/Presse\/Lagebilder\/250821_BLB_SexualdelzNvKindernuJugendlichen_2024.png?__blob=normal&amp;v=9\" title=\"Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche weiter auf hohem Niveau \" alt=\"Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche weiter auf hohem Niveau \" style=\"  width:100%;\" class=\"qs-bp-small qs-bp-medium qs-bp-large\"\/><\/p>\n<p>  <a class=\"loupe\" role=\"button\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Bilder\/DE\/Presse\/Lagebilder\/250821_BLB_SexualdelzNvKindernuJugendlichen_2024.png?__blob=poster&amp;v=9\" target=\"_blank\" title=\"Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche weiter auf hohem Niveau (Vergr\u00f6\u00dferung \u00f6ffnet sich im neuen Fenster)\" aria-label=\"Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche weiter auf hohem Niveau (Vergr\u00f6\u00dferung \u00f6ffnet sich im neuen Fenster)\" data-lightbox-href=\"                                                      SharedDocs\/Bilder\/DE\/Presse\/Lagebilder\/250821_BLB_SexualdelzNvKindernuJugendlichen_2024.html?view=renderLightbox\"><\/p>\n<p>  <\/a><\/p>\n<p><\/a>\n<\/p>\n<p>Das Lagebild umfasst Zahlen, Daten und Fakten zu Straftaten des sexuellen Missbrauchs und der Ausbeutung von Minderj\u00e4hrigen sowie zur Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinder- und jugendpornografischen Inhalten aus dem Jahr 2024.<\/p>\n<p>Die erfassten F\u00e4lle in Zusammenhang mit jugend\u00ad\u00adpornografischen Inhalten sind \u2013 wie schon im Vorjahr \u2013 gestiegen. Hierbei stieg die Anzahl der F\u00e4lle um 8,5 Prozent auf 9.601.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu sind die registrierten Straftaten rund um kinderpornografische Inhalte und der sexuellen Ausbeutung zum Nachteil von Minderj\u00e4hrigen gesunken.<\/p>\n<p>Dennoch bleibt die Zahl mit 42.854 F\u00e4llen bei der Herstellung, Verbreitung, dem Erwerb und Besitz von kinder\u00adpornografischen Inhalten weiterhin auf einem hohen Niveau.<\/p>\n<p class=\"picture rechts normal withLoupe\" style=\"max-width: 400px;\">\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Bilder\/DE\/Publikationen\/BLBSexualdeliktezNvKuJ_2024_Grafik.png?__blob=normal&amp;v=3\" title=\"Grafik zum Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen: &quot;\u00dcber NCMEC gemeldete Verdachtsf\u00e4lle&quot;\" alt=\"Grafik zum Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen: &quot;\u00dcber NCMEC gemeldete Verdachtsf\u00e4lle&quot;\" style=\"  width:100%;\" class=\"qs-bp-small qs-bp-medium qs-bp-large\"\/><\/p>\n<p>  <a class=\"loupe\" role=\"button\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Bilder\/DE\/Publikationen\/BLBSexualdeliktezNvKuJ_2024_Grafik.png?__blob=poster&amp;v=3\" target=\"_blank\" title=\"Grafik zum Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen: &quot;\u00dcber NCMEC gemeldete Verdachtsf\u00e4lle&quot; (Vergr\u00f6\u00dferung \u00f6ffnet sich im neuen Fenster)\" aria-label=\"Grafik zum Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen: &quot;\u00dcber NCMEC gemeldete Verdachtsf\u00e4lle&quot; (Vergr\u00f6\u00dferung \u00f6ffnet sich im neuen Fenster)\" data-lightbox-href=\"                                                      SharedDocs\/Bilder\/DE\/Publikationen\/BLBSexualdeliktezNvKuJ_2024_Grafik.html?view=renderLightbox\"><\/p>\n<p>  <\/a><\/p>\n<p>    \u00dcber NCMEC gemeldete F\u00e4lle<\/p>\n<p>Hinweise auf Verdachtsf\u00e4lle von kinder- und jugend\u00adporno\u00adgrafischen Inhalten nehmen weiter zu. Das BKA erh\u00e4lt als Zentralstelle t\u00e4glich hunderte Ver\u00addachtsmeldungen auf kinder- und jugend\u00adpornografische Inhalte des National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC). Im Jahr 2024 gingen 205.728 Hinweise ein.<\/p>\n<p>Etwas mehr als die H\u00e4lfte dieser Meldungen (106.353 Hinweise) waren nach deutschem Recht strafrechtlich relevant.<\/p>\n<p class=\"startaccordion\">Zusammenarbeit des BKA mit dem National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC)<\/p>\n<p>Die Zentralstelle f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Sexualdelikten zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen arbeitet bereits einige Jahre mit der gemeinn\u00fctzigen Organisation \u201eNational Center for Missing and Exploited Children\u201c (NCMEC) aus den USA zusammen. Diese wiederum arbeitet mit amerikanischen Internet\u00adanbietern und Serviceprovidern wie Meta, Microsoft, Yahoo oder Google zusammen, die ihre Datenbest\u00e4nde st\u00e4ndig filtern \u2013 auch mit Blick auf m\u00f6gliche Missbrauchsdarstellungen.<\/p>\n<p class=\"endaccordion\">Die in den USA festgestellten Dateien werden von den Providern gel\u00f6scht und die verf\u00fcgbaren Informationen dem NCMEC \u00fcbermittelt. Das NCMEC leitet diese Verdachts\u00adanzeigen auf Basis der IP-Adresse (das ist die Adresse, von der aus der Upload des als potentiell strafrechtlich relevant identifizierten Materials stattgefunden hat) an die jeweils zust\u00e4ndige polizeiliche Zentralstelle des Landes weiter, in dem die potentielle Straftat stattgefunden hat. F\u00fcr Deutschland ist diese zentrale Stelle das BKA.<\/p>\n<p>Weiterhin wird h\u00e4ufig das Internet zur Tatbegehung genutzt, etwa wenn die T\u00e4ter Kontakte zu Minderj\u00e4hrigen \u00fcber soziale Netzwerke anbahnen. Auch kann das Internet selbst zum Tatort werden, etwa bei Miss\u00adbrauchshandlungen, die \u00fcber Livestreams geteilt werden oder bei Sextortion.<\/p>\n<p>Der Anteil der Minderj\u00e4hrigen, Heran\u00adwachsenden (18 bis 21 Jahre) und jungen Erwachsenen (21 bis 24 Jahre) an der Gesamtzahl der Tat\u00adverd\u00e4chtigen ist anhaltend hoch. So machen Minderj\u00e4hrige gerade in Zu\u00adsammenhang mit jugend\u00adpornografischen Inhalten fast die H\u00e4lfte der Tatverd\u00e4chtigen aus. Straff\u00e4llige Kinder und Jugendliche sind h\u00e4ufig dem Ph\u00e4nomen der \u201eSelbst\u00adfilmenden\u201c zuzurechnen. Zudem leiten sie kinder- und jugendpornografische Inhalte h\u00e4ufig unbedacht auf weitestgehend von Personen aus ihrer Altersgruppe genutzten Plattformen weiter. Viele handeln dabei ohne Bewusstsein f\u00fcr eine m\u00f6gliche strafrechtliche Relevanz \u2013 insbesondere, wenn die Inhalte auf sozialen Medien geteilt werden. Auch bedenken sie dabei oft nicht die psychischen und gesellschaftlichen Folgen. Die Aufnahmen k\u00f6nnen auch das Resultat weiterer Straftaten sein, z. B. bei Cybergrooming oder Sextortion. Hier wird Druck oder sogar Zwang auf die Minderj\u00e4hrigen ausge\u00fcbt, bis diese schlie\u00dflich Bilder von sich aufnehmen und teilen.<\/p>\n<p>Die zunehmenden technischen Fortschritte wirken sich auch auf die Polizei\u00adarbeit aus. So k\u00f6nnen KI-Anwendungen zum einen die polizeiliche Arbeit erleichtern \u2013 beispielsweise um Massendaten auszuwerten. Zum anderen spielt KI auch f\u00fcr kriminelle Zwecke eine wachsende Rolle, etwa bei der Erstellung sogenannter Deepfakes.<\/p>\n<p><a id=\"doc253502bodyText1\"\/>Einzelne Ph\u00e4nomene im Fokus: Selbstfilmende, Sextortion, Cybergrooming, Livestreaming<br \/>\nSelbst\u00adfilmende<\/p>\n<p>Wenn Minderj\u00e4hrige selbst intime Bilder oder Videos von sich anfertigen, ist zu unterscheiden, unter welchen Umst\u00e4nden dies geschieht:<br \/>Wurden sie dazu gezwungen, \u00fcberredet oder manipuliert? Oder haben sie diese Inhalte freiwillig und ohne Einfluss Dritter erstellt?<\/p>\n<p>Gerade bei freiwillig erstellten Aufnahmen k\u00f6nnen die Gr\u00fcnde vielf\u00e4ltig sein. Viele Minderj\u00e4hrige teilen intime Inhalte etwa, um:<\/p>\n<p class=\"picture rechts normal\" style=\"max-width: 300px;\">\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Bilder\/DE\/Publikationen\/BLBSexualdeliktezNvKuJ_2024_Grafik1.png?__blob=normal&amp;v=4\" title=\"Grafik zum Bundeslagebild\" alt=\"Grafik zum Bundeslagebild\" style=\"  width:100%;\" class=\"qs-bp-small qs-bp-medium qs-bp-large\"\/><\/p>\n<ul>\n<li>soziale Anerkennung in Form von Likes oder Komplimenten zu erhalten,<\/li>\n<li>eine romantische oder sexuelle Beziehung aufzubauen oder zu festigen,<\/li>\n<li>ihre sexuelle Neugier oder Erregung auszuleben,<\/li>\n<li>Aufmerksamkeit zu bekommen,<\/li>\n<li>Vertrauen zu zeigen<\/li>\n<li>oder an Mutproben\/Challenges teilzunehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Solche Motive k\u00f6nnen Teil einer normalen jugendlichen Entwicklung sein. Sie sind nicht automatisch ein Zeichen f\u00fcr abweichendes Verhalten \u2013 m\u00fcssen jedoch im Kontext digitaler Kommunikation und sozialer Medien sorgf\u00e4ltig beobachtet werden. Dennoch geben gerade kindliche und jugendliche Empf\u00e4nger solcher Aufnahmen, diese oft unbedacht und ohne Einwilligung der auf den Aufnahmen betroffenen Person an Gleichaltrige weiter.<\/p>\n<p>Mit der <a class=\"RichTextIntLink ConfigShortLink\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/dontsendit.html?nn=222052\" title=\"dontsendit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aufkl\u00e4rungskampagne #dontsendit<\/a> sensibilisiert das BKA Kinder und Jugendliche zum Umgang mit selbstgefertigten Nacktaufnahmen.<\/p>\n<p><strong>Anders ist es, wenn die Aufnahmen nicht freiwillig entstehen.<\/strong> In diesen F\u00e4llen k\u00f6nnen sie im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch, Ausbeutung, Cybergrooming (Anbahnung sexueller Kontakte) oder Sextortion (digitale Erpressung mit intimen Inhalten) stehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Polizei und Justiz ist es oft herausfordernd, zwischen freiwillig und unfreiwillig hergestellten Inhalten zu unterscheiden \u2013 insbesondere, wenn es um strafrechtlich relevante Darstellungen geht. Ziel muss es sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Minderj\u00e4hrige wirksam zu sch\u00fctzen,<\/li>\n<li>unn\u00f6tige Kriminalisierung junger Menschen zu vermeiden<\/li>\n<li>und die Ressourcen der Strafverfolgung gezielt einzusetzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sextortion<\/p>\n<p>Sextortion \u2013 auch Sexual Extortion genannt \u2013 ist ein Kunstwort aus \u201eSex\u201c und \u201eextortion\u201c (englisch f\u00fcr Erpressung). Es bezeichnet eine Form der Erpressung, bei der mit der Weitergabe intimer oder pornografischer Inhalte gedroht wird, um das Opfer zu bestimmten Handlungen oder finanziellen Zahlungen zu zwingen. Betroffen sind h\u00e4ufig Minderj\u00e4hrige, aber auch Erwachsene k\u00f6nnen ins Visier solcher Erpressungsversuche geraten. Das Ph\u00e4nomen tritt in zwei Varianten auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Finanzielle Erpressung (\u201eSextortion Money\u201c): Hier verlangen die T\u00e4ter Geld, damit kompromittierende Inhalte nicht ver\u00f6ffentlicht oder weiterverbreitet werden.<\/li>\n<li>Sexuelle Erpressung (\u201eSextortion Sex\u201c): In diesen F\u00e4llen wird versucht, Betroffene zur Zusendung weiterer intimer oder gar (kinder- bzw. jugend-)pornografischer Aufnahmen zu zwingen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mehr Information zu diesem Thema finden Sie auf der <a class=\"RichTextIntLink ConfigShortLink\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/Warnung-Sextortion.html?nn=222052\" title=\"Warnung-Sextortion\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BKA-Webseite<\/a><\/p>\n<p>Cybergrooming<\/p>\n<p>Kinder und Jugendliche bewegen sich heute ganz selbstverst\u00e4ndlich in sozialen Netzwerken, Chats und Messenger-Diensten. Doch genau dort k\u00f6nnen sie auch auf Personen treffen, die gezielt den Kontakt zu ihnen suchen und das Ziel haben, sexuelle Handlungen anzubahnen. Dieses Vorgehen wird als Cybergrooming bezeichnet. T\u00e4terinnen und T\u00e4ter versuchen dabei, das Vertrauen von Minderj\u00e4hrigen zu gewinnen, um sie nach Kontaktaufnahme zu manipulieren. Cybergrooming ist eine Straftat. Mehr Information zu diesem Thema finden Sie auf der <a class=\"RichTextIntLink ConfigShortLink\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/cybergrooming.html?nn=222052\" title=\"cybergrooming\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BKA-Webseite<\/a><\/p>\n<p>Livestreaming<\/p>\n<p>Beim sogenannten Livestreaming handelt es sich um eine Live\u00fcbertragung des sexuellen Missbrauchs gegen Entgeltzahlungen. Tatverd\u00e4chtige bezahlen daf\u00fcr, dass sie Missbrauchshandlungen an Kindern und Jugendlichen in Echtzeit per Video verfolgen k\u00f6nnen \u2013 h\u00e4ufig mit der M\u00f6glichkeit, das Geschehen durch Anweisungen direkt zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Die Bezahlung des Livestreams erfolgt meist \u00fcber verschiedene Finanzdienstleister.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig finden diese sexuellen Handlungen in Entwicklungs- oder Schwellenl\u00e4ndern statt. Die Konsumierenden stammen hingegen in der Regel aus Industrienationen.<\/p>\n<p>Die Tatgelegenheiten entstehen auf unterschiedliche Weise:<\/p>\n<p>Oft sind es Vermittler (sog. Facilitators), die gezielt den Kontakt zu potenziellen Konsumierenden aufnehmen, um ihnen Livestreams gegen Bezahlung anzubieten. In anderen F\u00e4llen gehen die Anfragen direkt von den Konsumierenden aus.<\/p>\n<p><a id=\"doc253502bodyText2\"\/>Bek\u00e4mpfung durch das BKA<\/p>\n<p>Im BKA werden t\u00e4glich hunderte Hinweise auf Sexualstraftaten zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen gesichtet und bewertet. Die Mitarbeitenden pr\u00fcfen, ob die Inhalte grunds\u00e4tzlich strafbar sind. Dann stellen sie fest, wo die Tat mutma\u00dflich begangen wurde, tragen die verf\u00fcgbaren Daten zusammen und \u00fcbergeben die F\u00e4lle an die zust\u00e4ndigen Landes\u00adkriminal\u00e4mter f\u00fcr weitere Ermittlungen. In einigen F\u00e4llen von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ermittelt das BKA selbst. Daf\u00fcr wurden in den vergangenen Jahren die personellen Kapazit\u00e4ten erh\u00f6ht. Insbesondere bei technisch anspruchsvollen Verfahren \u2013 etwa Ermittlungen im so genannten Darkweb \u2013 ist das BKA im Einsatz.<\/p>\n<p class=\"startaccordion accordionheadline\"><strong>Exkurs: Wachsende Rolle von KI-Anwendungen<\/strong><\/p>\n<p class=\"endaccordion\">Die zunehmenden technischen Fortschritte k\u00f6nnen einerseits die polizeiliche Arbeit erleichtern, er\u00f6ffnen jedoch auch T\u00e4terinnen und T\u00e4tern gr\u00f6\u00dfere Spielr\u00e4ume. Unterschiedliche Entwicklungen f\u00fchren dazu, dass kinder- und jugendpornografische Inhalte wesentlich leichter erstellt und geteilt werden k\u00f6nnen. Vor allem auch die Nutzung von KI-Anwendungen wird weiterhin eine wachsende Rolle spielen \u2013 sowohl in Bezug auf verschiedene, kriminell intendierte Zwecke, als auch im Hinblick auf neue polizeiliche Aufkl\u00e4rungs- und Ermittlungsma\u00dfnahmen, wie z. B. bei der Auswertung von Massendaten oder bei dem Erkennen von sogenannten Deepfakes (k\u00fcnstlich erstellte oder ver\u00e4nderte Bildinhalte).<\/p>\n<p>Neben Strafverfahren, die sich gegen einzelne Missbrauchst\u00e4ter richten, liegt ein Schwerpunkt des BKA auf der Zerschlagung von kriminellen Strukturen, die bei der Verbreitung von kinder- und jugend\u00adpornografischen Inhalten eine Rolle spielen. So geht das BKA regelm\u00e4\u00dfig gegen Administratoren von Darknet-Plattformen vor, auf denen Abbildungen und Videos von sexualisierter Gewalt an Minderj\u00e4hrigen verbreitet werden. Ziel ist sowohl die Identifikation und strafrechtliche Verfolgung der Betreiber solcher illegalen Angebote als auch die Abschaltung dieser Plattformen.<\/p>\n<p>Parallel zur polizeilichen Arbeit beteiligt sich das BKA an polizeilicher Forschung in diesem Ph\u00e4nomenbereich, f\u00f6rdert den fachlichen Austausch zwischen den Polizeien des Bundes und der L\u00e4nder sowie im internationalen Kontext und entwickelt Pr\u00e4ventionsprojekte. Denn der Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Minderj\u00e4hrigen und die Verhinderung der Verbreitung von kinder- und jugendpornografischen Inhalten ist ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit des BKA.<\/p>\n<p>Die Strafverfolgung stellt nur ein Element einer ganzheitlichen Bek\u00e4mpfungsstrategie dar. Es ist unumg\u00e4nglich, dass Kinder und Jugendliche schon fr\u00fchzeitig f\u00fcr den Umgang mit Medien und sozialen Netzwerken kompetent erzogen und fachkundig begleitet werden. Auch adressatengerechte Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen, die aktuelle Entwicklungen und Tatstrategien ber\u00fccksichtigen sowie die Einbeziehung verantwortlicher Internet-Service-Provider spielen hierbei eine bedeutende Rolle. So richtet sich die aktuelle Pr\u00e4ventionskampagne <a class=\"RichTextIntLink ConfigShortLink\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/dontsendit.html?nn=222052\" title=\"dontsendit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">#dontsendit<\/a> gezielt an Minderj\u00e4hrige und erkl\u00e4rt, warum das Versenden oder Weiterleiten von pornografischen Inhalten strafbar sein kann und wie Betroffene richtig regieren. Parallel dazu beteiligt sich das BKA an der Kampagne von ECPAT Deutschland e.V. \u201e<a class=\"RichTextExtLink ExternalLink\" href=\"https:\/\/www.nicht-wegsehen.net\/\" title=\"Externer Link\u00a0Link zur Kampagne &quot;Nicht wegsehen&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nicht-wegsehen!<\/a>\u201c, die aktuell mit Plakaten an Flugh\u00e4fen und Bahnh\u00f6fen auf das Thema der sexualisierten Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Tourismus aufmerksam macht.<\/p>\n<p><a id=\"doc253502bodyText3\"\/>Herausforderung Dunkelfeld<\/p>\n<p>Eine Herausforderung f\u00fcr die Polizei bleibt das Dunkelfeld in diesem Ph\u00e4nomenbereich, also Straftaten die den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden nicht bekannt werden. Viele Taten werden verschwiegen, beispielsweise weil sie in einem famili\u00e4ren Umfeld stattfinden. Es bleibt weiter Aufgabe der Polizei, dieses Dunkelfeld \u201eaufzuhellen\u201c, indem beispielsweise die polizeiliche Arbeit weiter intensiviert wird. So ist die Anzahl der Mitarbeitenden, die sich in den Polizeibeh\u00f6rden von Bund und L\u00e4ndern mit F\u00e4llen des sexuellen Missbrauchs von Minderj\u00e4hrigen befassen, in den vergangenen Jahren merklich erh\u00f6ht worden. Der weiterhin starke Fokus der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden in diesem Bereich kann daher mit ein Grund f\u00fcr die nach wie vor hohen Fallzahlen des \u201eBundeslagebildes Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen\u201c sein. Ein weiterer wichtiger Bestandteil, um Straftaten in diesem Bereich aufzukl\u00e4ren, sind Anzeigen durch Betroffene und Zeugen bei der Polizei. Durch das konsequente Anzeigen der Straftaten k\u00f6nnen noch mehr F\u00e4lle sichtbar gemacht und aufgekl\u00e4rt werden. Das hei\u00dft: <strong>Wer Anzeichen sexualisierter Gewalt erkennt \u2013 ob auf Reisen, online oder im pers\u00f6nlichen Umfeld \u2013 sollte nicht z\u00f6gern, die <a class=\"RichTextIntLink NavNode\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/DE\/KontaktAufnehmen\/Strafanzeige\/strafanzeige_node.html\" title=\"Erstattung einer Strafanzeige\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polizei zu informieren<\/a> und Strafanzeige zu erstatten.<\/strong> Damit kann den Opfern geholfen werden, und es tr\u00e4gt dazu bei, dass Kinder und Jugendliche \u2013 offline wie online \u2013 in einer m\u00f6glichst sicheren Umgebung aufwachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"startaccordion accordionheadline\"><strong>Statistische Grundlage der Bundeslagebilder des BKA<\/strong><\/p>\n<p>Die Bundeslagebilder des BKA basieren grunds\u00e4tzlich auf einer Auswertung der Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). In dieser werden die der Polizei bekannt gewordenen und von ihr endbearbeiteten F\u00e4lle, einschlie\u00dflich der mit Strafe bedrohten Versuchstaten, bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft erfasst.<br \/>In der PKS wird das polizeiliche Hellfeld abgebildet, also die von Ermittlungsbeh\u00f6rden, Opfer oder andere Personen angezeigten Taten. Schwankungen im Anzeigeverhalten beeinflussen deshalb die Statistik. Angereichert werden die Lagebilder mit weiteren Zahlen aus Bund und L\u00e4ndern, die das BKA jeweils gesondert erhebt und in den Lagebildern entsprechend kennzeichnet. Hinzu kommen Lageeinsch\u00e4tzungen der Expertinnen und Experten des BKA aus den jeweiligen Fachbereichen.<\/p>\n<p>Auf der BKA-Webseite finden Sie weitere Informationen zur <a class=\"RichTextIntLink ConfigShortLink\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/PMK2024.html?nn=222052\" title=\"PMK2024\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">PKS 2024<\/a><\/p>\n<p class=\"endaccordion\">\u00a0Zudem dienen die NCMEC-Hinweiseing\u00e4nge erg\u00e4nzend zu den Meldungen zur sexuellen Ausbeutung Minderj\u00e4hriger der Landeskriminal\u00e4mter, des Bundeskriminalamts, der Bundespolizei und des Zolls (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) zu den im Berichtsjahr abgeschlossenen Ermittlungsverfahren mit Tatorten in Deutschland als Datengrundlage f\u00fcr das Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen.<\/p>\n<p><a id=\"doc253502bodyText4\"\/>Hilfsangebote f\u00fcr Betroffene<\/p>\n<p>In akuten Notf\u00e4llen k\u00f6nnen Sie die Polizei unter der <strong>Notrufnummer 110<\/strong> erreichen.<\/p>\n<p>Opfer und Betroffene von Sexualdelikten k\u00f6nnen Anzeige bei ihrer \u00f6rtlichen Polizeidienststelle erstatten. Weiteres Informationsmaterial und eine \u00dcbersicht mit Hilfsangeboten finden Sie auf der <a class=\"RichTextIntLink NavNode\" href=\"https:\/\/www.bka.de\/DE\/UnsereAufgaben\/Deliktsbereiche\/Kinderpornografie\/DontsenditLinks\/dontsenditLinks_node.html\" title=\"Weiterf\u00fchrende Links zur Kampagne dontsendit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BKA-Webseite<\/a><\/p>\n<p class=\"startaccordion accordionheadline\"><strong>Weitere Links zum Nachlesen<\/strong><\/p>\n<p class=\"endaccordion\">.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anzahl der Straftaten des sexuellen Missbrauchs von Minderj\u00e4hrigen bleibt nach jahrelangem Anstieg konstant auf hohem Niveau Die F\u00e4lle&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":366233,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[55963,100292,29,214,30,97774,1779,810,215],"class_list":{"0":"post-366232","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-sexualdelikte","9":"tag-bundeslagebild","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-lagebild","14":"tag-music","15":"tag-musik","16":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115076448530417577","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/366232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=366232"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/366232\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/366233"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=366232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=366232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=366232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}