{"id":366339,"date":"2025-08-23T06:52:11","date_gmt":"2025-08-23T06:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366339\/"},"modified":"2025-08-23T06:52:11","modified_gmt":"2025-08-23T06:52:11","slug":"anwaelte-lieben-stuttgart-ueber-1000-mit-doktortitel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366339\/","title":{"rendered":"Anw\u00e4lte lieben Stuttgart \u2013 \u00fcber 1000 mit Doktortitel"},"content":{"rendered":"<p>In Deutschland gibt es erhebliche Unterschiede bei der Verf\u00fcgbarkeit von Rechtsanw\u00e4lten \u2013 je nachdem, wo man lebt. Eine aktuelle Analyse der Lernplattform Jurafuchs hat die Anwaltsdichte in den 200 gr\u00f6\u00dften deutschen St\u00e4dten unter die Lupe genommen und dabei interessante Erkenntnisse gewonnen.<\/p>\n<p>Mit 17,71 Anw\u00e4lten pro 1.000 Einwohner ist Frankfurt am Main unangefochten die deutsche Juristenhochburg. Dies \u00fcberrascht kaum, gilt die Mainmetropole doch als Zentrum der deutschen Finanzwelt mit zahlreichen Hauptsitzen gro\u00dfer Kanzleien. Auf den weiteren Pl\u00e4tzen folgen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/D%C3%BCsseldorf\" title=\"D\u00fcsseldorf\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">D\u00fcsseldorf<\/a> (14,59 Anw\u00e4lte pro 1.000 Einwohner), M\u00fcnchen (11,67) und Bad Homburg vor der H\u00f6he (10,69).<\/p>\n<p>  Stuttgarter N\u00e4he zu <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/T%C3%BCbingen\" title=\"T\u00fcbingen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00fcbingen<\/a> <\/p>\n<p>Auch <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> z\u00e4hlt zu den St\u00e4dten mit einer bemerkenswert hohen Anwaltsdichte, obwohl hier \u2013 im Gegensatz zu vielen anderen Juristenhochburgen \u2013 keine M\u00f6glichkeit besteht, Rechtswissenschaften zu studieren. Doch macht sich hier wohl die N\u00e4he zu T\u00fcbingen bemerkbar, wobei Jurafuchs f\u00fcr die Universit\u00e4tsstadt keine eigenen Daten ermittelt hat.<\/p>\n<p>In den 20 deutschen St\u00e4dten mit der h\u00f6chsten Anwaltsdichte gibt es laut Jurafuchs nur in Bad Homburg v.d. H\u00f6he, Stuttgart, Koblenz und Wiesbaden keine rechtswissenschaftliche Fakult\u00e4t vor Ort.<\/p>\n<p>Anwaltsdichte in Deutschland (Auswahl) <\/p>\n<ul>\n<li>Frankfurt am Main: 17,71 Anw\u00e4lte pro 1.000 Einwohner<\/li>\n<li>D\u00fcsseldorf: 14,59 Anw\u00e4lte pro 1.000 Einwohner<\/li>\n<li>M\u00fcnchen: 11,67 Anw\u00e4lte pro 1.000 Einwohner<\/li>\n<li>Bad Homburg vor der H\u00f6he: 10,69 Anw\u00e4lte pro 1.000 Einwohner<\/li>\n<li>K\u00f6ln: 8,22 Anw\u00e4lte pro 1.000 Einwohner<\/li>\n<li>Bonn: 8,16 Anw\u00e4lte pro 1.000 Einwohner<\/li>\n<li>Stuttgart: 7,89 Anw\u00e4lte pro 1.000 Einwohner<\/li>\n<\/ul>\n<p> Stadt-Land-Gef\u00e4lle bei Anw\u00e4lten <\/p>\n<p>Die Analyse zeigt ein deutliches Stadt-Land-Gef\u00e4lle: W\u00e4hrend in Gro\u00dfst\u00e4dten und Ballungsr\u00e4umen eine Vielzahl von Rechtsexperten zur Verf\u00fcgung steht, m\u00fcssen Menschen in kleineren St\u00e4dten oft lange nach juristischem Beistand suchen. <\/p>\n<p>In Salzgitter etwa, dem Schlusslicht der Untersuchung, kommen gerade einmal 0,75 Anw\u00e4lte auf 1.000 Einwohner. Auch in Wilhelmshaven (0,86) sowie in den nordrhein-westf\u00e4lischen St\u00e4dten Ahlen (0,87), Stolberg (0,88) und Gladbeck (0,89) ist die Anwaltsdichte sehr gering.<\/p>\n<p>   Viele Bau- und Scheidungsanw\u00e4lte in Stuttgart \u2013 aber kaum Pflichtverteidiger <\/p>\n<p>Man merkt, dass in der Landeshauptstadt von Baden-W\u00fcrttemberg flei\u00dfig geschafft und gebaut wird, aber auch Scheidungen scheinen nicht so selten zu sein: Die h\u00e4ufigsten Fachgebiete sind in Stuttgart laut Jurafuchs das Arbeitsrecht (315 Anw\u00e4lte), das Bau- und Architektenrecht (123 Anw\u00e4lte) sowie das Familienrecht (106 Anw\u00e4lte).<\/p>\n<p>So eine hohe Quote an promovierten Anw\u00e4lten wie in Stuttgart mit 22,5 Prozent gibt es bundesweit \u00fcbrigens nur noch in D\u00fcsseldorf (22,6 Prozent). 1090 Juristen mit Doktortitel sind hier bei der Anwaltskammer zugelassen. Stuttgart wird indes mit einer relativ niedrigen Quote an Pflichtverteidigern erw\u00e4hnt: Nur etwa 1,9 Prozent der hiesigen Anw\u00e4lte stellen sich als Pflichtverteidiger zur Verf\u00fcgung \u2013 bundesweit der zweitniedrigste Wert.<\/p>\n<p>   Sindelfingen f\u00fchrt bei <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Frauenquote\" title=\"Frauenquote\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frauenquote<\/a> in der Anwaltschaft <\/p>\n<p>Neben der regionalen Verteilung hat Jurafuchs auch die Geschlechterverteilung unter Anw\u00e4lten untersucht. Das Ergebnis: \u00dcber 60 Prozent aller Anw\u00e4lte in Deutschland sind m\u00e4nnlich. Nur in wenigen St\u00e4dten n\u00e4hert sich die Verteilung einem ausgeglichenen Verh\u00e4ltnis an. Die h\u00f6chste Frauenquote weist Sindelfingen mit 48 Prozent auf, gefolgt von Meerbusch (42,7 Prozent) und Darmstadt (42,4 Prozent).<\/p>\n<p>In St\u00e4dten wie Greifswald (21 Prozent), Bad Kreuznach (21,3 Prozent) und Wolfenb\u00fcttel (22,6 Prozent) sind Anw\u00e4ltinnen besonders selten vertreten. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Frauenquote bei 38,7 Prozent.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.bf13a73d-2a0a-41cf-b9ea-412b770e4b11.original1024.media.jpeg\"\/>     Am Landgericht Stuttgart wirken viele Fachanw\u00e4lte aus allen Bereichen.    Foto: IMAGO\/Arnulf Hettrich    So hei\u00dft der typische deutsche Anwalt <\/p>\n<p> Die Auswertung von Jurafuchs gibt auch Aufschluss dar\u00fcber, wie der \u201etypische\u201c deutsche Anwalt hei\u00dft: M\u00e4nnliche Vornamen dominieren das Ranking der h\u00e4ufigsten <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Namen\" title=\"Namen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Namen<\/a>. Michael f\u00fchrt mit 4.464 Nennungen, gefolgt von Christian (4.192), Thomas (3.943), Stefan\/Stephan (3.525) und Andreas (3.125). Der erste weibliche Name, Maria, erscheint erst auf Rang 14 mit 1.926 Nennungen.<\/p>\n<p>Auch was akademische Titel betrifft, liefert die Analyse Einblicke: Von den \u00fcber 188.300 Anw\u00e4lten in Deutschland tragen 29.790 einen Doktortitel (15,8 Prozent), w\u00e4hrend 1.082 (0,6 Prozent) sogar einen Professorentitel f\u00fchren.<\/p>\n<p> Mehr Digitalisierung f\u00fcr Anw\u00e4lte? <\/p>\n<p>Dr. Carl-Wendelin Neubert, Gr\u00fcnder von Jurafuchs, sieht in den Ergebnissen ein \u201edemografisches und strukturelles Ungleichgewicht in der deutschen Anwaltschaft\u201c. Besonders im l\u00e4ndlichen Raum mache sich der demografische Wandel bemerkbar: \u201eDie Bev\u00f6lkerung altert und damit auch die ohnehin wenigen Juristinnen und Juristen, die nach und nach in Rente gehen.\u201c<\/p>\n<p>Als L\u00f6sungsansatz schl\u00e4gt er unter anderem eine Digitalisierung des Jurastudiums und der anschlie\u00dfenden Ausbildung vor, sowie eine fl\u00e4chendeckende digitale Rechtsberatung, die standortunabh\u00e4ngig funktioniert. Zudem betont er die Notwendigkeit, den Berufsstand vielf\u00e4ltiger zu gestalten: \u201eChancen- und Lerngerechtigkeit w\u00e4hrend des akademischen Berufsweges machen sich langfristig bezahlt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Deutschland gibt es erhebliche Unterschiede bei der Verf\u00fcgbarkeit von Rechtsanw\u00e4lten \u2013 je nachdem, wo man lebt. 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