{"id":366385,"date":"2025-08-23T07:18:13","date_gmt":"2025-08-23T07:18:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366385\/"},"modified":"2025-08-23T07:18:13","modified_gmt":"2025-08-23T07:18:13","slug":"sind-die-zulassungszahlen-bei-e-autos-irrefuehrend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366385\/","title":{"rendered":"Sind die Zulassungszahlen bei E-Autos irref\u00fchrend?"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 23.08.2025 08:36 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Nach offizieller Statistik lagen die Neuzulassungen von Elektroautos im ersten Halbjahr auf Rekordniveau. Das Kfz-Gewerbe kritisiert, die Zahlen seien irref\u00fchrend. Echte Kundennachfrage fehle.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bianca-von-der-au-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Bianca von der Au\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bianca-von-der-au-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Kraftfahrtbundesamt bezeichnet die ersten sechs Monate als &#8222;Rekordhalbjahr&#8220;, was die Neuzulassungen von Elektro-Pkw angeht. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) dagegen spricht weiter von einer Flaute der E-Mobilit\u00e4t. Mehr noch: Die offiziellen Zahlen t\u00e4uschten \u00fcber die schrumpfende Nachfrage bei privaten und stagnierende gewerbliche Zulassungen hinweg, so der Verband, der Autoh\u00e4user und Kfz-Betriebe vertritt. Laut ZDK handelt es sich um eine &#8222;Stimulation der Zulassungsstatistik ohne echte Wertsch\u00f6pfung im Automobilmarkt&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGrund seien sogenannte Eigenzulassungen von Herstellern und H\u00e4ndlern. Die wachsende Zahl an Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) t\u00e4usche \u00fcber die Realit\u00e4t im Handel hinweg, kritisiert ZDK-Pr\u00e4sident Thomas Peckhuhn. &#8222;Was statistisch als Erfolg erscheint, ist in der Realit\u00e4t h\u00e4ufig das Ergebnis von Eigenzulassungen durch Hersteller und H\u00e4ndler, Flottengesch\u00e4ften oder taktischen Ma\u00dfnahmen &#8211; nicht aber von echter Kundennachfrage im Handel.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDem widerspricht der M\u00fcnchner Autobauer BMW auf Nachfrage von tagesschau.de: &#8222;Einen \u00fcberproportionalen Anteil an Eigenzulassungen k\u00f6nnen wir im deutschen Markt bei BMW und Mini im ersten Halbjahr 2025 nicht best\u00e4tigen. Wachstumstreiber bei den BEVs waren hier vielmehr private und gewerbliche Kunden.&#8220;<\/p>\n<p>    Marge f\u00fcr die H\u00e4ndler sinkt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEigenzulassung hei\u00dft, dass Autobauer Fahrzeuge auf sich selbst zulassen, etwa f\u00fcr Dienstwagen der F\u00fchrungskr\u00e4fte, Mitarbeitermobilit\u00e4tsprogramme oder den eigenen Fuhrpark. Volkswagen erkl\u00e4rt auf Nachfrage der ARD-Finanzredaktion, die Kategorie &#8222;Eigenzulassungen&#8220; umfasse s\u00e4mtliche Test- und Erprobungsfahrzeuge. &#8222;Dar\u00fcber hinaus Dienstwagen sowie Leasingfahrzeuge, die von Volkswagen-Mitarbeitenden sowie Mitarbeitenden der Tochtergesellschaften genutzt werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZudem \u00fcberzeugten Hersteller mit entsprechenden Rabatt-Programmen die H\u00e4ndler davon, selbst Neuwagen zuzulassen, etwa als Test- oder Vorf\u00fchrwagen, erkl\u00e4rt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Das sei nichts ungew\u00f6hnliches, so der Experte zu tagesschau.de. &#8222;Allerdings kann ich mir schon vorstellen, dass es die H\u00e4ndler nervt, da beim anschlie\u00dfenden Verkauf der bereits zugelassenen Wagen die Marge f\u00fcr sie sinkt.&#8220;<\/p>\n<p>    Eigenzulassungen keine Besonderheit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas betrifft allerdings nicht nur E-Autos. Laut Kraftfahrtbundesamt sind unter allen Fahrzeug-Neuzulassungen in der Regel zwei Drittel gewerbliche Neuzulassungen und nur ein Drittel private. Bei Volkswagen betrug der Anteil der Eigenzulassungen in Deutschland im Juli 2025 nach Angaben einer Konzernsprecherin 24 Prozent.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAus Sicht der Hersteller haben Eigenzulassungen eine Absatzfunktion, so Bratzel, denn sie reduzierten damit den Preis: &#8222;Sie produzieren quasi Gebrauchtwagen.&#8220; Selbst nach einer Kurzzulassung gilt der Wagen als gebraucht und kann wesentlich g\u00fcnstiger weiter verkauft werden. Quasi eine Rabatt-Aktion durch die Hintert\u00fcr, ohne den Listenpreis zu dr\u00fccken &#8211; was f\u00fcr Verbraucher also eher von Vorteil ist.<\/p>\n<p>    Hersteller wollen Autos &#8222;in den Markt dr\u00fccken&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInsgesamt k\u00f6nne das die Attraktivit\u00e4t von E-Autos steigern, sagt Beatrix Keim vom CAR, Center of Automotive Research. &#8222;Ich w\u00fcrde die gestiegene Zahl der Eigenzulassungen daher nicht als gesch\u00f6nt bezeichnen.&#8220; Vielmehr sei es doch gut, dass dadurch mehr E-Autos auf der Stra\u00dfe sichtbar seien. Das k\u00f6nne das Interesse an Elektroautos steigern, so Keim.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAus Sicht der Hersteller seien die Eigenzulassungen auch ein Mittel, ihre Marken in den &#8222;deutschen Markt zu dr\u00fccken&#8220;, so die Expertin. Das gelte insbesondere f\u00fcr chinesische Hersteller von batteriebetriebenen Fahrzeugen, die g\u00fcnstige Fahrzeuge nach Deutschland bringen wollten und gerade erst dabei seien, ihr H\u00e4ndlernetz aufzubauen. Auf Nachfrage von tagesschau.de best\u00e4tigt der chinesische Autobauer BYD, H\u00e4ndlerbetriebe, &#8222;deren Zahl derzeit rasant w\u00e4chst&#8220;, mit Demofahrzeugen auszustatten.<\/p>\n<p>    Konzerne m\u00fcssen CO2-Aussto\u00df reduzieren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Zentralverband des Kfz-Gewerbes hat ausgerechnet, dass sich die Eigenzulassungen batterieelektrischer Autos durch Hersteller und Handel im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2023 mehr als verdoppelt haben &#8211; auf 65.401 Fahrzeuge. Allein die Eigenzulassungen der Hersteller haben sich in zwei Jahren vervierfacht.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDiesen Vergleichszeitraum moniert Beatrix Keim vom CAR-Institut. Denn 2023 sei das Jahr gewesen, in dem die F\u00f6rderung privater E-Auto-K\u00e4ufe auslief. Doch auch im Vergleich zu 2024 sei die Zahl der Eigenzulassungen im ersten Halbjahr um 25 Prozent angestiegen, sagt Keim.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas ist aus Sicht des Auto-Experten Stefan Bratzel nicht verwunderlich, denn die Hersteller in der EU m\u00fcssen bis 2027 den Gesamt-CO2-Aussto\u00df ihrer verkauften Fahrzeuge reduzieren. Dazu sei es wichtig, dass sie mehr batteriebetriebene Fahrzeuge verkaufen. &#8222;Hersteller m\u00fcssen bis 2027 im Mittel unter all ihren Verk\u00e4ufen rund 25 Prozent E-Autos verkaufen, um den Flottengrenzwert zu erreichen&#8220;, erkl\u00e4rt Bratzel &#8222;um somit hohen Strafzahlungen zu entgehen&#8220;.<\/p>\n<p>    Fehlen Anreize vom Staat?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUm f\u00fcr mehr private Autofahrer den Umstieg auf E-Mobilit\u00e4t attraktiver zu machen, braucht es aus Sicht der Experten Anreize der Politik. Bratzel sieht den Ausbau der \u00f6ffentlichen Ladeinfrastruktur als oberste Priorit\u00e4t. &#8222;Ich muss die Sicherheit haben, regelm\u00e4\u00dfig laden zu k\u00f6nnen&#8220;, fordert der Mobilit\u00e4tsexperte, der im wissenschaftlichen Beirat des Bundesverkehrsministeriums sitzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas gelte insbesondere f\u00fcr Menschen in Mietsh\u00e4usern, die keine Wallbox in der Garage haben. Ein weiterer Aspekt sei der Strompreis, um auch eine Kundengruppe anzusprechen, die mehr aufs Geld schauen m\u00fcsse.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZu einem \u00e4hnlichen Ergebnis kommt eine Umfrage des ZDK. Demnach sieht der Gro\u00dfteil der befragten Mitgliedsunternehmen den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Senkung der Stromkosten als dr\u00e4ngendstes Thema, das die Politik zur F\u00f6rderung der E-Mobilit\u00e4t angehen m\u00fcsse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 23.08.2025 08:36 Uhr Nach offizieller Statistik lagen die Neuzulassungen von Elektroautos im ersten Halbjahr auf Rekordniveau. 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