{"id":366429,"date":"2025-08-23T07:43:17","date_gmt":"2025-08-23T07:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366429\/"},"modified":"2025-08-23T07:43:17","modified_gmt":"2025-08-23T07:43:17","slug":"angriffe-auf-oelanlagen-neue-waffe-flamingo-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/366429\/","title":{"rendered":"Angriffe auf \u00d6lanlagen, neue Waffe Flamingo vorgestellt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Die F\u00fchrung in Kiew traut dem Gerede vom baldigen Frieden nicht. Sie pr\u00e4sentiert eine neue Waffe mit einer Reichweite bis hinter den Ural \u2013 sie soll Russland k\u00fcnftig wirksam abschrecken.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Die Ukraine hat vor einigen Tagen erstmals Einblick in eine Fabrik gegeben, die Marschflugk\u00f6rper des neuen Typs Flamingo herstellt.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"8075\" height=\"5335\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/a3bfa164-e8c4-4ea9-82f2-d277e89e48e7.jpg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Die Ukraine hat vor einigen Tagen erstmals Einblick in eine Fabrik gegeben, die Marschflugk\u00f6rper des neuen Typs Flamingo herstellt. <\/p>\n<p>Efrem Lukatsky \/ AP<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399atbr0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Eine Woche nach dem Gipfeltreffen der Pr\u00e4sidenten Trump und Putin l\u00e4sst sich eine wachsende Blockade in der Ukraine-Diplomatie konstatieren. Das liegt prim\u00e4r an Russland: Es hat den amerikanischen Wunsch nach einer baldigen Begegnung Putins mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Selenski klar abgelehnt. Aussenminister Lawrow unterstrich dies am Freitag mit der Bemerkung, dass die Agenda f\u00fcr ein solches Treffen <a href=\"https:\/\/www.nbcnews.com\/world\/russia\/putin-zelenskyy-summit-not-planned-trump-russia-lavrov-peace-ukraine-rcna226248\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">noch \u00fcberhaupt nicht bereit<\/a> sei. Bereits zuvor hatte er bekr\u00e4ftigt, dass Moskau keine westlichen Truppen auf ukrainischem Boden dulden werde. Damit schwebt \u00fcber den europ\u00e4ischen Planungen f\u00fcr eine Ukraine-Friedenstruppe ein grosses Fragezeichen.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Der russische Marschflugk\u00f6rper l\u00f6ste einen Grossbrand aus und verletzte 15 Angestellte.<\/p>\n<p>Russisches Benzin wird knapper<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399atc00\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aber auch die Ukraine h\u00e4lt sich mit Schl\u00e4gen gegen russische Industrieanlagen nicht zur\u00fcck. Am selben Tag griff sie mit Langstrecken-Drohnen die Erd\u00f6lraffinerie von Nowoschachtinsk in S\u00fcdrussland an; das dadurch verursachte Feuer w\u00fctete auch noch am Freitag. Einen weiteren Brand l\u00f6sten ukrainische Drohnen in Westrussland an der internationalen Erd\u00f6lpipeline Druschba aus \u2013 bereits zum dritten Mal in kurzer Zeit. Diese Rohrleitung war zur Sowjetzeit gebaut worden, um \u00d6l bis nach Deutschland zu liefern. Heute versorgen sich in der EU nur noch Ungarn und die Slowakei \u00fcber die Druschba. Es wird ein Betriebsunterbruch von mehreren Tagen erwartet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ein vom ukrainischen Milit\u00e4r verbreitetes Bild vom Donnerstag zeigt den Brand im Pumpwerk von Unetscha, wo die Druschba-Pipeline verl\u00e4uft.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"2830\" height=\"1556\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Ein vom ukrainischen Milit\u00e4r verbreitetes Bild vom Donnerstag zeigt den Brand im Pumpwerk von Unetscha, wo die Druschba-Pipeline verl\u00e4uft. <\/p>\n<p>Magyarbirds\/UGC<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399atc10\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Seit Anfang August hat die Ukraine sieben Anlagen des russischen Erd\u00f6lsektors attackiert, mindestens vier Raffinerien mussten ihre Produktion drosseln oder vorl\u00e4ufig ganz einstellen. Nach Sch\u00e4tzungen ist davon etwa ein Achtel der russischen Verarbeitungskapazit\u00e4t betroffen. Als Folge davon sind die Benzinpreise so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Aus mehreren Regionen wurden gar Engp\u00e4sse gemeldet.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399atc20\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In der Vergangenheit haben solche ukrainischen Angriffe auf den russischen Erd\u00f6lsektor Stirnrunzeln in Washington ausgel\u00f6st, weil sie auch die Preise auf dem Weltmarkt hochtreiben k\u00f6nnten. Aber letztlich versucht die Milit\u00e4rf\u00fchrung in Kiew den Gegner einfach dort zu treffen, wo es ihn am meisten schmerzt. Das Kalk\u00fcl hinter diesen Operationen lautet, dass weniger Erd\u00f6leinnahmen in die Kriegskasse des Kremls fliessen sollen und die russische Bev\u00f6lkerung die Folgen von Putins aggressiver Politik im Alltag st\u00e4rker sp\u00fcren muss.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399atc30\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Kiew handelt zudem genau nach einer \u00dcberlegung, die am Donnerstag \u00fcberraschend auch der amerikanische Pr\u00e4sident formuliert hat. In einem Beitrag auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social <a href=\"https:\/\/truthsocial.com\/@realDonaldTrump\/posts\/115067017601499775\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">schrieb Trump<\/a>, dass es sehr schwer, wenn nicht gar unm\u00f6glich sei, einen Krieg zu gewinnen, ohne das Land der Invasoren anzugreifen. Zu Unrecht habe man der Ukraine fr\u00fcher nur erlaubt, sich zu verteidigen, aber nicht in die Offensive zu gehen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399ruch1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Trump nutzte dies f\u00fcr einen verbalen Hieb gegen seinen Vorg\u00e4nger Biden. Er verheimlichte zugleich, dass er selber <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/trump-criticizes-ukraines-use-us-missiles-attacks-deep-into-russia-2024-12-12\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gegen die Lieferung von Offensivwaffen<\/a> an die Ukraine argumentiert hatte. Als Biden im Dezember der Ukraine erstmals erlaubte, weitreichende amerikanische Raketen des Typs Atacms gegen Ziele im russischen Hinterland einzusetzen, sprach Trump <a href=\"https:\/\/apnews.com\/article\/trump-putin-russia-ukraine-atacms-f3ca80252ea2812b6ab4f6844f7ecd23\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von einem Akt der Dummheit<\/a>. Nun klingt er v\u00f6llig anders. Aber dies muss weder von Dauer sein, noch bedeutet es eine Bereitschaft, den Stopp der Lieferung solcher Waffen an die Ukraine aufzuheben.<\/p>\n<p>Die Ukraine kurbelt die eigene R\u00fcstungsproduktion an<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399atc40\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Ukraine ist sich bewusst, dass Trump kein verl\u00e4sslicher Partner ist und er von einer Minute zur n\u00e4chsten seinen Zorn wieder gegen Kiew richten kann. Ungeachtet des Geredes \u00fcber m\u00f6gliche westliche Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Zeit nach einem Friedensschluss hat die Ukraine l\u00e4ngst erkannt, dass sie selber die Hauptgarantin ihrer Sicherheit sein muss. Entsprechend investiert sie massiv in den Aufbau ihrer R\u00fcstungsindustrie. Mehr als vierzig Prozent der an der Front eingesetzten Waffen stammen laut ukrainischen Angaben inzwischen aus heimischer Produktion. Bei den Langstreckendrohnen betr\u00e4gt der Anteil nahezu hundert Prozent.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399atc60\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Vor diesem Hintergrund hat die Ukraine in den vergangenen Tagen mit der Pr\u00e4sentation einer neuen, weit reichenden Waffe f\u00fcr Aufsehen gesorgt. Es handelt sich um einen Marschflugk\u00f6rper namens Flamingo, der bis zu 3000 Kilometer weit fliegen soll, also bis nach Westsibirien. Er ist angeblich mit einem Gefechtskopf von gut einer Tonne best\u00fcckt. Eine solche Waffe w\u00e4re, falls sie sich im Einsatz bew\u00e4hrt und in grosser St\u00fcckzahl hergestellt werden kann, f\u00fcr die Ukraine von unsch\u00e4tzbarem Wert. Denn Marschflugk\u00f6rper fliegen um ein Mehrfaches schneller als Drohnen und k\u00f6nnen wesentlich mehr Sprengstoff mit sich tragen. Damit lassen sich Ziele im russischen Hinterland viel wirksamer bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<\/p>\n<p> Aufnahmen von Testfl\u00fcgen des neuen Marschflugk\u00f6rpers FP-5 Flamingo <\/p>\n<p>Fire Point<\/p>\n<p>2500 Flamingos pro Jahr?<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399atc61\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Bisher verf\u00fcgt die Ukraine nur \u00fcber Marschflugk\u00f6rper des britisch-franz\u00f6sischen Typs Storm Shadow \/ Scalp, doch die entsprechenden Vorr\u00e4te scheinen weitgehend aufgebraucht zu sein. Die USA haben bei dieser Waffengattung stets jede Hilfeleistung abgelehnt. Ihre bew\u00e4hrten Tomahawk-Marschflugk\u00f6rper sind punkto Geschwindigkeit, Sprengkraft und Reichweite mit den ukrainischen Flamingos vergleichbar, aber vorerst bleibt abzuwarten, ob die ukrainische Neuentwicklung h\u00e4lt, was die Beh\u00f6rden versprechen. Die vom Hersteller angek\u00fcndigte Produktion von <a href=\"https:\/\/apnews.com\/article\/ukraine-drones-weapons-industry-russia-7201ab851544c394ee454407058b10ba\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">t\u00e4glich sieben St\u00fcck ab Oktober<\/a> \u2013 mehr als 2500 pro Jahr \u2013 wird vom Milit\u00e4rexperten Fabian Hoffmann als h\u00f6chst ambitioniert bezeichnet. Ein Nadel\u00f6hr werde die Fertigung der Mantelstromtriebwerke sein, sagt der an der Universit\u00e4t Oslo forschende Milit\u00e4rtechnologie-Fachmann auf Anfrage.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j399atc80\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aus \u00c4usserungen von Pr\u00e4sident Selenski geht hervor, dass die Ukraine die Flamingos erst einsetzen will, wenn sie gen\u00fcgend Vorr\u00e4te hat und ganze \u00abSchw\u00e4rme\u00bb aufs Mal losschicken kann. Diese Taktik d\u00fcrfte notwendig sein, um die russische Luftverteidigung zu \u00fcberwinden. Russland war mit der Zeit recht erfolgreich darin, die britisch-franz\u00f6sischen Storm Shadows abzufangen. Nach dreieinhalb Jahren Krieg weist die russische Flugabwehr aber L\u00fccken auf, nicht zuletzt wegen des grossen Territoriums. Laut Hoffmann wird der Erfolg der neuen Marschflugk\u00f6rper davon abh\u00e4ngen, wie gut die Ukrainer die gegnerische Abwehr kennen und inwieweit sie diese mit \u00abS\u00e4ttigungsangriffen\u00bb \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/p>\n<p> Filmaufnahmen aus der Flamingo-Produktionshalle. <\/p>\n<p>AP<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die F\u00fchrung in Kiew traut dem Gerede vom baldigen Frieden nicht. 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