{"id":367032,"date":"2025-08-23T13:09:18","date_gmt":"2025-08-23T13:09:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/367032\/"},"modified":"2025-08-23T13:09:18","modified_gmt":"2025-08-23T13:09:18","slug":"deutschland-steigt-aus-frankreich-macht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/367032\/","title":{"rendered":"Deutschland steigt aus, Frankreich macht weiter"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Angesichts hoher Strompreise und des Wunsches nach Dekarbonisierung entdecken viele EU-Staaten die Kernenergie neu. Doch die Kraftwerkprojekte kommen z\u00e4h voran. Ein Land allerdings ist die Ausnahme.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Im franz\u00f6sischen Ort Flamanville ist im Dezember 2024 Europas neuester Atomreaktor in Betrieb gegangen.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4000\" height=\"2667\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3c261aa2-66a9-48ed-9171-e3f3578f5b5e.jpg\" loading=\"eager\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Im franz\u00f6sischen Ort Flamanville ist im Dezember 2024 Europas neuester Atomreaktor in Betrieb gegangen. <\/p>\n<p>Nathan Laine \/ Bloomberg \/ Getty<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cdugro0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">G\u00fcnstige Energie, und zwar rasch \u2013 das fordert Europas Industrie von den Regierungen. Andernfalls sei man gezwungen, dort zu investieren, wo Elektrizit\u00e4t g\u00fcnstiger sei als in Europa. Zum Beispiel in den USA.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ce68n20\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Drohung hat viele Regierungen aufgeschreckt. Zumindest teilweise soll die Nuklearenergie das Problem l\u00f6sen. \u00abVerhinderer haben die Chancen auf g\u00fcnstigere Energie, Wachstum und Jobs zu lange abgew\u00fcrgt\u00bb, sagte der britische Premierminister Keir Starmer diesen Sommer.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0p5j9fv0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Viele europ\u00e4ische Regierungen sehen es gleich. Der fast vollst\u00e4ndige Wegfall russischen Gases hat die Energiepreise <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/visuals\/strom-und-gaspreise-in-deutschland-taeglich-aktualisiert-ld.1683901\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in die H\u00f6he getrieben.<\/a> Aber auch die bef\u00fcrchtete \u00abStroml\u00fccke\u00bb sollen Atomkraftwerke abwenden \u2013 und nicht zuletzt die CO2-Bilanz aufbessern.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cfs5sg1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In Europa gebe es gerade einen grossen \u00abpolitischen Appetit\u00bb auf Atomstrom, sagt Jean-Paul Harreman von Montel Analytics, einem Anbieter von Energieanalysen.<\/p>\n<p>Osteuropa leidet unter der Altlast Kohle<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cg1pak0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Am gr\u00f6ssten ist dieser Appetit in Osteuropa. Die L\u00e4nder der Region haben sich jahrzehntelang auf Kohle verlassen. In Polen stammten 2024 immer noch <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/grapher\/share-electricity-coal?tab=chart&amp;country=~POL\" rel=\"nofollow noopener\">54 Prozent der Elektrizit\u00e4t von diesem Energietr\u00e4ger,<\/a> in Tschechien <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/grapher\/share-electricity-coal?tab=chart&amp;country=~CZE\" rel=\"nofollow noopener\">waren es 37 Prozent<\/a>. Aber Kohle ist f\u00fcr die Staaten zu einer Altlast geworden.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cgvcqf0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die EU will mit dem Programm \u00abFit for 55\u00bb erreichen, dass die Mitgliedsstaaten den Ausstoss von Treibhausgasen bis 2030 stark reduzieren. Bis 2050 strebt sie gar die Klimaneutralit\u00e4t an. Der hohe Anteil der Kohle bei der Stromversorgung macht es f\u00fcr die osteurop\u00e4ischen Staaten aber schwierig, ihre Energiepolitik mit der Klimastrategie der EU in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ch27fd0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">F\u00fcr L\u00e4nder wie Polen und Tschechien sei Atomkraft sinnvoll, sagt Harreman von Montel Analytics. Der Schl\u00fcsselbegriff ist aus seiner Sicht die \u00abGrundlastenergie\u00bb, also jener Strom, der rund um die Uhr t\u00e4glich verbraucht wird. Kohlekraftwerke h\u00e4tten diesen jahrzehntelang zuverl\u00e4ssig geliefert, nun m\u00fcssten Nuklearanlagen diese Rolle \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ceiu440\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In Polen gibt es allerdings noch kein einziges AKW. Ein Projekt scheiterte in den 1980er Jahren. Jetzt treibt die Regierung ein neues Vorhaben voran. Polens erstes Kernkraftwerk soll an der Ostsee in der N\u00e4he von Danzig (Gdansk) entstehen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cl6dh21\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Regierung hat im Fr\u00fchjahr mit den amerikanischen Firmen Westinghouse und Bechtel einen Vertrag unterschrieben. \u00abDie Kooperation mit den USA auf dem Gebiet der Energieversorgung nimmt Fahrt auf\u00bb, sagte Polens Ministerpr\u00e4sident Donald Tusk Ende April.<\/p>\n<p>Schwierige Finanzierung neuer Anlagen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cl8tg21\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Finanzierung der Anlage stellt f\u00fcr Polen allerdings eine Herausforderung dar. Das Projekt soll rund 50 Milliarden Euro kosten, rund ein Drittel davon will der Staat beisteuern. Woher der Rest des Kapitals kommen soll und welches die Betriebsgesellschaft sein wird, weiss Polen noch nicht. Die Rede ist von Bankkrediten, f\u00fcr die der Staat garantiert. Die geplante Inbetriebnahme ist schon mehrmals verschoben worden, nun soll es 2036 so weit sein.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cl0afb1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der Bau eines Atomkraftwerks ist ein h\u00fcrdenreiches Unterfangen, selbst in den osteurop\u00e4ischen Staaten, die auf solche Anlagen angewiesen sind. Das erf\u00e4hrt gerade auch Tschechien. Die Regierung will zwei Atomkraftwerke bauen lassen und hat daf\u00fcr mit dem s\u00fcdkoreanischen Unternehmen KHNP einen Vertrag geschlossen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cmmfie1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der im Verfahren unterlegene franz\u00f6sische Anbieter EdF hat jedoch Einspruch erhoben, und im Mai meldete auch die EU-Kommission Einw\u00e4nde an. Sie hat den Verdacht, dass KHNP von Seoul Subventionen erh\u00e4lt, was den Wettbewerb verzerrt. Das steht in einem Brief des EU-Kommissars St\u00e9phane S\u00e9journ\u00e9 an den tschechischen Industrieminister.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cmoo8e0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In Tschechien hat das Einschreiten der Kommission w\u00fctende Proteste ausgel\u00f6st. Politiker und Energiemanager verd\u00e4chtigen S\u00e9journ\u00e9, sich insgeheim f\u00fcr EdF einzusetzen. Die Kommission weist diesen Vorwurf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Seit 2023 wird in Deutschland zur\u00fcckgebaut<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">W\u00e4hrend die Osteurop\u00e4er den Bau neuer AKW in die Wege leiten, ist Deutschland mit dem Atomausstieg besch\u00e4ftigt. Die letzten drei AKW wurden am 15.\u00a0April 2023 abgeschaltet. Die vor allem mit Sicherheitsbedenken begr\u00fcndete Abkehr von der Atomkraft war 2002 erstmals beschlossen und danach <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.base.bund.de\/de\/nukleare-sicherheit\/atomausstieg\/ausstieg-atomkraft\/ausstieg-atomkraft_inhalt.html\" rel=\"nofollow noopener\">wiederholt modifiziert worden<\/a>.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Nach dem Reaktorunfall in Fukushima nahm die damalige schwarz-gelbe Regierung acht AKW-Reaktorbl\u00f6cke sogleich ausser Betrieb, f\u00fcr die \u00fcbrigen beschloss das Parlament eine stufenweise Abschaltung bis Ende 2022. Im Herbst 2022 <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2022\/kw45-de-atomgesetz-freitag-917474\" rel=\"nofollow noopener\">erstreckte die Ampelkoalition in Reaktion auf die Energiekrise den Betrieb der letzten drei noch aktiven AKW um dreieinhalb Monate<\/a>. Den gr\u00f6ssten Beitrag zur Stromerzeugung leisteten die deutschen AKW um die Jahrtausendwende mit einem Anteil von rund 30 Prozent.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a2\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Bis heute gibt es Stimmen, die den Ausstieg f\u00fcr verfehlt halten. Dieses Lager argumentiert, dass Kernenergie als kohlenstoffarme Energie die erneuerbaren Energien erg\u00e4nzen sollte, zumal das Energieangebot aus Wind und Sonne stark schwankt. Die deutsche Energiewende setzt dagegen darauf, f\u00fcr diesen Ausgleich, zu dem derzeit auch noch Kohlekraftwerke beitragen, zunehmend Erdgas und sp\u00e4ter \u00abgr\u00fcnen\u00bb Wasserstoff zu nutzen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a4\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In der Bev\u00f6lkerung ist die Akzeptanz der Kernenergie in letzter Zeit wieder gestiegen, laut <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.verivox.de\/strom\/nachrichten\/mehrheit-der-deutschen-will-atomkraft-zurueck-1121121\/\" rel=\"nofollow noopener\">manchen Umfragen<\/a> bef\u00fcrwortet sogar eine Mehrheit einen Wiedereinstieg. Gleichwohl zeichnet sich keine ausreichende politische Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine erneute Kehrtwende ab.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0pd6b2c1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Zwar erkl\u00e4rten die konservativen Unionsparteien CDU und CSU <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.cdu.de\/app\/uploads\/2025\/01\/km_btw_2025_wahlprogramm_langfassung_ansicht.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">in ihrem Wahlprogramm<\/a> f\u00fcr die Bundestagswahl im Februar, ein Wiederanfahren der zuletzt abgeschalteten AKW pr\u00fcfen zu wollen. Doch <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/koalitionsvertrag-was-von-der-wirtschaftswende-geblieben-ist-ld.1879500\" rel=\"nofollow noopener\">im Koalitionsvertrag<\/a> der neuen schwarz-roten Regierung ist davon nichts mehr zu finden.<\/p>\n<p>Die Energiefirmen sind wenig enthusiastisch<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a6\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Derweil hat die Energiewirtschaft mit der Kernkraft abgeschlossen, wie Anfragen bei den letzten drei AKW-Betreibern nahelegen. Der Weiterbetrieb von Isar\u00a02 in Bayern sei kein Thema mehr, zumal das Kraftwerk praktisch nicht mehr reaktivierbar sei, erkl\u00e4rt eine Sprecherin der E.On-Tochter Preussen Elektra. Wichtige Komponenten des prim\u00e4ren K\u00fchlkreislaufs sind inzwischen vom Reaktordruckbeh\u00e4lter getrennt und demontiert worden.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a8\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00c4hnlich \u00e4ussert sich eine Sprecherin des Energiekonzerns EnBW, der zuletzt noch Block II des AKW Neckarwestheim in Baden-W\u00fcrttemberg betrieb. Der R\u00fcckbau sei \u00abpraktisch gesehen irreversibel\u00bb, lautet ihr Fazit. Der Energiekonzern RWE, der sein letztes AKW im nieders\u00e4chsischen Emsland hatte, verweist auf die gesetzliche Regelung, die zum R\u00fcckbau verpflichte. Eine \u00c4nderung des Atomgesetzes sei im Koalitionsvertrag nicht vorgesehen. Man gehe davon aus, dass das so bleibe.<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a9\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch an einem Neubau im Falle einer entsprechenden \u00c4nderung der Rechtslage zeigen die Unternehmen kaum Interesse. \u00abDas Kapitel ist f\u00fcr E.On abgeschlossen \u2013 Kernenergie ist seit vielen Jahren kein strategisches Gesch\u00e4ftsfeld der E.On mehr\u00bb, heisst es bei Preussen Elektra.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a10\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Weshalb das so ist, zeigen allein schon die Fristen: F\u00fcr Planung und Bau einer neuen Anlage w\u00e4re mehr als ein Jahrzehnt zu veranschlagen, selbst bei einer schnellstm\u00f6glichen Umsetzung, sagt die EnBW-Sprecherin. Man glaube nicht, dass der Neubau von Kernkraftwerken eine L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme der Energieversorgung in Deutschland w\u00e4re.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ccssj50\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch in anderen L\u00e4ndern zeigen Energieunternehmen wenig Enthusiasmus, sich langfristig im Nuklearbereich zu engagieren. In Belgien hat die Gesellschaft Engie der Regierung zwar z\u00e4hneknirschend zugesagt, die Laufzeit von zwei Reaktorbl\u00f6cken um zehn Jahre bis 2035 zu verl\u00e4ngern. Laut eigenen Aussagen nimmt man daf\u00fcr hohe Ausgaben auf sich.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cdsg8l0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Doch die Regierung will mehr: eine Verl\u00e4ngerung \u00fcber 2035 hinaus und die Pr\u00fcfung, ob man die Werke, die derzeit stillgelegt werden, wieder in Betrieb nehmen k\u00f6nnte. Das allerdings widerspricht der Gesch\u00e4ftsstrategie von Engie. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/trends.knack.be\/ondernemen\/vincent-verbeke-engie-belgium-nog-meer-kerncentrales-langer-openhouden-is-ondenkbaar\/\" rel=\"nofollow noopener\">Eine Laufzeit \u00fcber 2035 hinaus sei undenkbar, betonte j\u00fcngst der Chef von Engie Belgien.<\/a> Wenn der Staat das wolle, dann m\u00fcsse er die Werke selber betreiben.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0chc34a0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch in den Niederlanden will die Regierung die Atomkraft wiederbeleben, kommt damit jedoch nicht voran. In dem Land gibt es bloss ein Atomkraftwerk. Die Regierung spielte allerdings mit dem Gedanken, vier neue Anlagen zu bauen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0chqg0h1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aber es scheint, dass sie sich mit dem Vorhaben \u00fcbernommen hat. Es sei unrealistisch, dass bis 2035 auch nur eine einzige Anlage stehe, <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/die-niederlande-und-belgien-haetten-gerne-mehr-atomkraft-aber-die-huerden-sind-riesig-ld.1870754\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">teilte die Klimaministerin Sophie Hermans dem Parlament im Fr\u00fchjahr mit.<\/a> Der Zeitrahmen sei viel zu ehrgeizig f\u00fcr ein solch grosses und komplexes Projekt mit Folgen f\u00fcr die Natur und die Gesellschaft.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0cj069l0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der Experte Harreman r\u00e4t ohnehin davon ab, \u00fcberst\u00fcrzt in Atomkraft zu investieren. Zus\u00e4tzlicher Nuklearstrom versch\u00e4rfe das Problem, dass in Phasen mit viel Sonnenschein und starkem Wind zu viel Elektrizit\u00e4t auf dem Markt sei. Das entwerte die Anlagen f\u00fcr erneuerbaren Strom und dr\u00e4nge Energieanbieter wie Gaskraftwerke, welche die Nachfrage- und Angebotsschwankungen ausgleichen, aus dem Markt. \u00abAtomstrom ist sinnvoll als Teil des Strommixes, aber er ist nicht die alleinige L\u00f6sung des Energieproblems\u00bb, sagt Harreman.<\/p>\n<p>Ein \u00abgrosser Moment\u00bb f\u00fcr Frankreich<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a12\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Trotz aller Skepsis und allen Bedenken, es gibt ein Land in Europa, das unbeirrt den Ausbau der Atomkraft vorantreibt: Frankreich. Erst Ende Dezember 2024 wurde nahe Flamanville, einem Dorf an der \u00c4rmelkanalk\u00fcste, der 57.\u00a0Atomreaktor des Landes feierlich ans Stromnetz angeschlossen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j10gekdg1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\"><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OWon2v3Fs-c\" rel=\"nofollow noopener\">Flamanville 3 ging nach 17 Jahren Bauzeit in Betrieb, 12 Jahre l\u00e4nger als geplant.<\/a> Zudem hatten sich die Kosten von urspr\u00fcnglich 3,3 Milliarden Euro auf mehr als 19 Milliarden Euro vervielfacht, wie der franz\u00f6sische Rechnungshof im vergangenen Jahr sch\u00e4tzte. Dennoch sprach Pr\u00e4sident Emmanuel Macron stolz von einem grossen Moment f\u00fcr Frankreich.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a13\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Bei dem Meiler handelt es sich um einen EPR, einen Druckwasserreaktor der neuesten Generation. Er z\u00e4hlt mit 1650 Megawatt zu den leistungsst\u00e4rksten Reaktoren weltweit und soll rund 2 Millionen Haushalte mit Strom versorgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0e9de0m1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">F\u00fcr Macron ist Flamanville 3 aber nur der erste Schritt. Sechs weitere EPR sind in Planung, acht weitere sind als Option vorgesehen. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/wie-frankreich-die-atomenergie-lieben-lernte-ld.1671277\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rund 100 Milliarden Euro nimmt der Staat daf\u00fcr in die Hand.<\/a> Parallel dazu entwickelt der staatliche Energiekonzern EdF einen eigenen sogenannten Small Modular Reactor, der eine kompaktere, kosteng\u00fcnstigere Variante darstellt, die sich schneller bauen und flexibel einsetzen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>In Frankreich bestimmt der Staat<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a14\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Damit macht Frankreich, das einzige EU-Mitgliedsland mit eigenen Nuklearwaffen, deutlich, wohin seine Reise geht: Kernenergie soll auch in Zukunft das R\u00fcckgrat der franz\u00f6sischen Energieversorgung bilden. Schon heute stammen rund 70 Prozent des Stroms aus Atomkraftwerken, und dieser hohe Anteil soll erhalten bleiben.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9a15\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Atompolitik liegt fast vollst\u00e4ndig in staatlicher Hand. Der Energiekonzern EdF, zu 100 Prozent in Staatsbesitz, verantwortet Bau und Betrieb der Reaktoren. Die Technologie stammt vom Reaktorhersteller Framatome, der mehrheitlich im Besitz von EdF ist.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j10gmdlf1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Grundlagenforschung koordiniert das staatliche Commissariat \u00e0 l\u2019\u00e9nergie atomique. Damit unterscheidet sich Frankreich deutlich von L\u00e4ndern wie Grossbritannien oder den USA, wo private Konsortien den Ausbau tragen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9b0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Neue Atomkraftwerke entstehen in Frankreich bevorzugt an bestehenden Standorten wie Flamanville, wo die Infrastruktur und die gesellschaftliche Akzeptanz gegeben sind.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0lvm83l1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Bev\u00f6lkerung steht der Kernenergie im europ\u00e4ischen Vergleich sehr positiv gegen\u00fcber: Laut dem Eurobarometer von Oktober 2024 glauben 66 Prozent der Franzosen, dass Atomkraft positiv sei f\u00fcr die Energieversorgung. Und nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFOP vom September 2022 liegt die Zustimmung zum Bau neuer Reaktoren bei 65 Prozent. Nur 6 Prozent der Bev\u00f6lkerung sind komplett gegen Nuklearenergie.<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9b2\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\"><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.fr\/sortir-du-nucleaire\/\" rel=\"nofollow noopener\">\u00dcberhaupt ist die Anti-AKW-Bewegung in Frankreich traditionell schwach<\/a>. Atomkraft wird hier stark mit nationaler Unabh\u00e4ngigkeit und wirtschaftlicher St\u00e4rke assoziiert. Viele Regionen profitieren zudem direkt davon durch Arbeitspl\u00e4tze und den Bau neuer Infrastruktur.<\/p>\n<p>Es fehlen zunehmend die Experten<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0a72d9b3\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Eine grosse Herausforderung ist allerdings der Fachkr\u00e4ftemangel: Nachdem Anfang der 1990er Jahre der Reaktorbau weitgehend zum Stillstand gekommen war, d\u00fcnnte die Zahl der entsprechenden Ausbildungspl\u00e4tze aus, und Know-how ging verloren. Erst unter Macron wurde die strategische Bedeutung der Kernenergie wieder betont. EdF will in den kommenden Jahren rund 10\u00a0000 Stellen im Nuklearbereich schaffen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0c7fsko0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aber diese Arbeitspl\u00e4tze zu besetzen, k\u00f6nnte sich als schwierig erweisen. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_25_1488\" rel=\"nofollow noopener\">Die Nachfrage nach Nuklearspezialisten sei hoch, schrieb die EU-Kommission in einem Bericht im Juni.<\/a> \u00abWenn die L\u00e4nder nicht Massnahmen ergreifen, wird Europa unter einem Fachkr\u00e4ftemangel im Nuklearbereich leiden.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0f13g3d1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dabei werden laut der Kommission die Spezialisten nicht nur den Kraftwerksbetreibern fehlen, sondern auch den Aufsichtsbeh\u00f6rden. Europa muss also Experten ausbilden \u2013 sonst scheitert die von manchen erhoffte Renaissance der Nuklearenergie bereits daran.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Angesichts hoher Strompreise und des Wunsches nach Dekarbonisierung entdecken viele EU-Staaten die Kernenergie neu. 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