{"id":367115,"date":"2025-08-23T13:52:15","date_gmt":"2025-08-23T13:52:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/367115\/"},"modified":"2025-08-23T13:52:15","modified_gmt":"2025-08-23T13:52:15","slug":"eine-ausstellung-in-freiburg-zeigt-impressionisten-in-der-normandie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/367115\/","title":{"rendered":"Eine Ausstellung in Freiburg zeigt Impressionisten in der Normandie"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zwei B\u00e4ume am rechten Rand des Hof\u00adgel\u00e4ndes, die ihre \u00c4ste wie eine gewaltige Woge zur Mitte und weiteren B\u00e4umen hin ausstrecken. In ihrem Schatten sitzen Menschen an einem Gartentisch oder einfach auf dem Rasen, klein und allenfalls geduldet, solange sie nicht st\u00f6ren. Ganz hinten blitzt eine Hauswand auf, die Herberge der Besucher. Im Vordergrund aber steht eine Staffelei, massiv, aber nicht klotzig, und leer. Sollen sie nur kommen, die Maler, aufstehen vom Rasen oder den B\u00e4nken im Gras und endlich tun, wof\u00fcr sie angereist sind: unter freiem Himmel die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Normandie\" data-rtr-id=\"129e55d943a1d97db844ec045cdbd8e12ee38698\" data-rtr-score=\"114.79642502482622\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/normandie\" title=\"Normandie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Normandie<\/a> k\u00fcnstlerisch erkunden, so wie Adolphe-F\u00e9lix Cals, der 1879, ein Jahr vor seinem Tod, noch einmal den Hof Saint-Sim\u00e9on in Honfleur festhielt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Ausstellung \u201eLicht &amp; Landschaft\u201c, die derzeit im Augustinermuseum in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Freiburg im Breisgau\" data-rtr-id=\"f1153da1968bfa16a51f4d18221d14539e811fcf\" data-rtr-score=\"31.716732869910626\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/freiburg-im-breisgau\" title=\"Freiburg im Breisgau\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Freiburg<\/a> zu sehen ist, widmet sich den Malern, die in der zweiten H\u00e4lfte des neunzehnten Jahrhunderts in die Normandie str\u00f6mten und in der Begegnung mit der Landschaft Techniken entwickelten, die man sp\u00e4ter \u201eimpressionistisch\u201c nannte. Dass sie mit gleich drei Bildern einsetzt, die das ber\u00fchmte Gut zeigen, das bald zur bevorzugten K\u00fcnstlerherberge avanciert war, vermittelt sofort, welche Konstellation hier \u2013 wie in vielen anderen zeitgen\u00f6ssischen K\u00fcnstlerkolonien \u2013 lange Zeit wirkte: Eine Landschaft, die aus der Perspektive der Metropole abgelegen erscheint, wird f\u00fcr K\u00fcnstler attraktiv, die sich dort f\u00fcr Wochen oder Monate niederlassen. Ihre Bilder wiederum erz\u00e4hlen, wenn sie zu Hause ausgestellt werden, vom Reiz der Normandie oder auch der Bretagne, der d\u00e4nischen K\u00fcste und des Schwarzwaldes und pr\u00e4gen zugleich ein Stereotyp, das wiederum diejenigen zu finden erwarten, die den Malern nachreisen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u201eHaus mit Strohdach in Fontaine-la Mallet\u201c von Emile Friesz, 1901.\" height=\"2346\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/haus-mit-strohdach-in-fontaine.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>\u201eHaus mit Strohdach in Fontaine-la Mallet\u201c von Emile Friesz, 1901.Patrick Merret<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Beg\u00fcnstigt wurde das auch in der Normandie durch den Bau von Eisenbahnstrecken, die das Reisen entscheidend verk\u00fcrzten, als k\u00fcnstlerisches Sujet von den hier ausgestellten Malern aber verschm\u00e4ht wurden \u2013 Stanislas Victor L\u00e9pine interessiert sich immerhin in \u201eLandschaft\u201c, gemalt um 1890, f\u00fcr rauchende Schlote als Zeugen der Industrialisierung.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Seine Kollegen und seine Kollegin \u2013 Berthe Morisot ist mit einer verschleierten K\u00fcstenansicht die einzige Malerin dieser Ausstellung \u2013 hielten sich eher an Meer und Strand, an schroffe Felsen oder den Himmel mit seinen dramatischen Wetterph\u00e4nomenen. Gleichf\u00f6rmig aber ist dabei nichts, schon weil die Schau Bilder aus mehr als hundert Jahren zeigt, von einer 1822\/23 entstandenen zierlichen Ansicht des Strandes von Honfleur, gemalt von Corot, die mit ihren sorgf\u00e4ltig gezogenen Konturen neben den \u00fcbrigen Bildern wie aus der Zeit gefallen wirkt, bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein.<\/p>\n<p>Springt er, der junge Schwimmer?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung der Region selbst, die \u2013 \u00adungewollt \u2013 angesto\u00dfen und festgehalten wird durch die angereisten Maler. Eug\u00e8ne Le Poittevin etwa h\u00e4lt um 1858 eine groteske Badeszene fest, in der die Protagonisten wie erstarrt und jedenfalls im hohen Ma\u00df arrangiert wirken. Im Vordergrund ist eine Art zweir\u00e4driger Karren, der weit ins Meer geschoben wurde, um einem jungen Mann von einer Planke aus den Kopfsprung ins Meer zu erm\u00f6glichen. Dort sind bereits ein paar Badende versammelt, einige schwimmen, andere lernen es, eine weitere l\u00e4sst sich auf dem R\u00fccken treiben. Ein Ruderboot steht bereit, diejenigen aufzunehmen, die nicht mehr k\u00f6nnen oder wollen. Der junge Mann aber sieht sich kritisch be\u00e4ugt von den um\u00adstehenden Herren wie Damen. Ob er je springt? Im Hintergrund aber ragt stoisch die grasbedeckte Steilk\u00fcste auf, die viel gesehen hat und auch das wunderliche Treiben der Badeg\u00e4ste verkraften wird.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Ausstellung basiert auf der Sammlung \u201ePeindre en Normandie\u201c aus Caen, deren Kurator Alain Tapi\u00e9 auch die Freiburger Ausstellung mitgestaltet hat. Neben Malern wie Corot, Courbet, Delacroix und Monet umfasst sie auch weniger bekannte, die sich hinter den Ber\u00fchmtheiten nicht verstecken m\u00fcssen. Vertreten ist etwa der Maler Frank Myers Boggs, geboren 1855 in Springfield, Ohio, den es nach Europa verschlug und dessen Bilder aus Dieppe zum Aufregendsten geh\u00f6ren, das diese Schau zu bieten hat. Seine Segelschiffe, gemalt 1881, schweben \u00fcber einer Meereslandschaft, in der Nebel und Wasser ineinanderflie\u00dfen, und bewahren sich doch davor, darin aufgesogen zu werden, so wie sein verregneter Markt von Dieppe, entstanden 1887, zugleich unbehaglich und voller W\u00fcrde ist, aber keinen Raum l\u00e4sst f\u00fcr Pittoreskes. Die kr\u00e4ftigen T\u00f6ne, in denen die W\u00e4nde der Ausstellungs\u00adr\u00e4ume gestrichen sind, wirken auch zu den Goldrahmen einiger der anderen Bilder als sch\u00f6ner Kontrast.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Frank Myers Boggs\u2019 Ansicht des verregneten Markts von Dieppe\" height=\"2198\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/frank-myers-boggs-ansicht-des.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Frank Myers Boggs\u2019 Ansicht des verregneten Markts von DieppePatrick Merret<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Boggs geh\u00f6rt zu der Minderheit der hier vertretenen K\u00fcnstler, die sich den Menschen zuwenden und sie nicht allenfalls als Randgestalten im Schatten einer m\u00e4chtigen Landschaft darstellen. Der \u00adheraufziehende Tourismus aber ver\u00e4ndert auch das, was manche Maler grimmig stimmt, \u00adetwa Jacques-\u00c9mile Blanche, der freilich erst 1934 seinen Urlaubern am Strand von Dieppe ein drohendes Gewitter auf den Hals schickt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">So erz\u00e4hlt die Ausstellung mit gut siebzig Bildern vom Werden, Bl\u00fchen und Vergehen des Impressionismus in der Normandie, aber auch von seinem Erbe. Und holt aus \u00adhalber Vergessenheit eine Reihe von Malern, um die es schade \u00adw\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>Licht und Landschaft. Impressionisten in der Normandie.<\/strong> Augustinermuseum Freiburg; bis 30. November. Kein Katalog.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwei B\u00e4ume am rechten Rand des Hof\u00adgel\u00e4ndes, die ihre \u00c4ste wie eine gewaltige Woge zur Mitte und weiteren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":367116,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-367115","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115078414020210559","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/367115","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=367115"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/367115\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/367116"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=367115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=367115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=367115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}