{"id":367119,"date":"2025-08-23T13:54:14","date_gmt":"2025-08-23T13:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/367119\/"},"modified":"2025-08-23T13:54:14","modified_gmt":"2025-08-23T13:54:14","slug":"ard-krimi-ueber-eine-tote-nonne-in-einem-roemischen-kloster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/367119\/","title":{"rendered":"ARD-Krimi \u00fcber eine tote Nonne in einem r\u00f6mischen Kloster"},"content":{"rendered":"<p>So ganz kann \u2013 und mag \u2013 man sich einfach nicht daran gew\u00f6hnen: an den Umgang mit Sprache im beliebten TV-Genre des Auslands-Krimis. Da ermitteln deutsche Figuren vor kroatischer, irischer oder, wie hier, r\u00f6mischer Kulisse \u2013 und um sie herum sprechen alle Hochdeutsch. Auch &#8222;die Diplomatin&#8220; Karla Lorenz kommt mit lediglich &#8222;grazie&#8220;, &#8222;ciao&#8220; und &#8222;si&#8220; durch die Untiefen eines komplexen Kriminalfalls in der italienischen Hauptstadt. Ein Hauch von L\u00e4cherlichkeit haftet dem Genre also grunds\u00e4tzlich an; Untertitel sind dem deutschen Fernsehzuschauer offenbar keinesfalls zuzumuten. Innerhalb der Grenzen dieses Filmtyps aber macht der Krimi &#8222;Die Diplomatin in Rom \u2013 Tod einer Nonne&#8220;, den Das Erste am 23. August von 20.15 bis 21.45 Uhr ausstrahlt, seine Sache ziemlich gut.<\/p>\n<p>Im achten Fall der unregelm\u00e4\u00dfigen Reihe forscht die deutsche Botschafterin in Rom, Klara Lorenz (Natalia W\u00f6rner), im Fall einer toten sowie einer verschwundenen deutschen Nonne. Beide lebten im fiktiven Orden der &#8222;Patroninnen der Heiligen Jungfrau Maria&#8220; in Rom und waren befreundet. Doch nun ist Luisa tot, gefallen oder gesto\u00dfen aus einem Fenster des Konvents. Und ihre Glaubensschwester Sophie (Maria Matschke Engel) bittet Klara um Hilfe. Aber die Mutter Oberin (Susanne Wuest) blockt k\u00fchl ab, betrachtet den Tod der offenbar psychisch labilen jungen Frau als Suizid. Von Luisas engem Freund aus Kindertagen, Michi Hauser (Frederik von L\u00fcttichau), erf\u00e4hrt Klara, dass diese just am Tage ihres Todes das Kloster verlassen wollte, weil ihr dort wom\u00f6glich <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/artikel\/42104-studie-zu-geistlichem-missbrauch-in-der-kirche-vorgestellt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gewalt<\/a> angetan wurde.<\/p>\n<p>Doch der Orden und der deutsche Botschafter am <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/artikel\/13799-was-ist-der-heilige-stuhl\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heiligen Stuhl<\/a> blocken Lorenz&#8216; Ermittlungen ab. Und auch der einflussreiche Kardinal K\u00f6hlbauer (Benjamin Sadler) versucht abzuwiegeln. Immerhin findet &#8222;die Diplomatin&#8220; in der Kriminalkommissarin Ricarda Motte (Clelia Sarto) eine engagierte Mitstreiterin&#8230; Ihr nach einem Anschlag auf einen Rollstuhl angewiesener Lebensgef\u00e4hrte, der Polizist Jan (Alexander Beyer), hilft vor allem insofern, als er die vielbesch\u00e4ftigte Klara nicht auch noch mit Eifers\u00fcchteleien belastet.<\/p>\n<p>&#8222;Tod einer Nonne&#8220; ist durchaus packend erz\u00e4hlt. Rebecca Mahnkopf hat ein gut funktionierendes Drehbuch geschrieben, das aus dem etwas ausgeleierten Setting \u2013 dunkle Abgr\u00fcnde hinter verschwiegenen Kirchenmauern, moralische Verkommenheit kirchlichen Personals, dessen Doppelmoral gerade bei der Sexualmoral \u2013 sogar noch die ein oder andere neue Erkenntnis zu ziehen vermag. Etwa was das Leben junger Nonnen angeht, ihren Alltag, ihre Zweifel und Unsicherheiten.<\/p>\n<p>Diese werden hier eindr\u00fccklich geschildert von der Ex-Nonne Giulia (hervorragend: Samantha Hanses) \u2013 eine Szene, die den emotionalen H\u00f6hepunkt des Films darstellt: toll gespielt, stimmungsvoll und sensibel gefilmt sowie spannend montiert. Auch die anderen Darsteller, allen voran Natalia W\u00f6rner, aber etwa auch Wuest, von L\u00fcttichau und Beyer, machen ihre Sache gut; f\u00fcgen sich mit ihrem unaufgeregten Spiel in die elegante Bildgestaltung von Kameramann Max Knauer ein.<\/p>\n<p><strong>Obligatorische Espressotassen<\/strong><\/p>\n<p>Gelegentlich driftet der Film ein wenig ins R\u00e4uberpistolenhafte ab, gelegentlich setzt er auch auf Klischees \u2013 so r\u00fccken <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/artikel\/15352-dieses-getraenk-des-satans-ist-koestlich\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Espressotassen<\/a> gerne mal auffallend ins Bildfeld, und auch der Einsatz von Paolo Contes Allzeit-Hit &#8222;Via con me&#8220; ist allzu naheliegend.<\/p>\n<p>Schade auch, dass sich &#8222;Die Diplomatin&#8220; ein St\u00fcck weit von ihren (au\u00dfen-)politischen Anf\u00e4ngen verabschiedet hat und mittlerweile eine unter unz\u00e4hligen (Auslands-)Krimi-Reihen geworden zu sein scheint \u2013 wenn auch angereichert mit gewissen diplomatischen Verwicklungen.<\/p>\n<p>Trotzdem gibt es nicht wenig auf der Haben-Seite zu verbuchen: die \u00fcberzeugende Titelfigur, die hochwertige Inszenierung und Optik, die unpr\u00e4tenti\u00f6se Love story zwischen Klara und Jan. Aber auch, wie hier, trotz des Settings im Umfeld der bekannterma\u00dfen \u00e4u\u00dferst patriarchalisch gepr\u00e4gten katholischen Kirche, sehr beil\u00e4ufig und selbstverst\u00e4ndlich vor allem Frauen das Heft des Handelns in die Hand nehmen.<\/p>\n<p>    &#13;<br \/>\n        TV-Tipp&#13;<\/p>\n<p>&#8222;Die Diplomatin in Rom \u2013 Tod einer Nonne&#8220;, Regie: Roland Suso Richter. Das Erste, Sa 23.08., 20.15 bis 21.45 Uhr. Mit Untertiteln f\u00fcr H\u00f6rgesch\u00e4digte.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"So ganz kann \u2013 und mag \u2013 man sich einfach nicht daran gew\u00f6hnen: an den Umgang mit Sprache&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":367120,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1773],"tags":[29,214,30,471,1780,215],"class_list":{"0":"post-367119","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-serien","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-serien","12":"tag-series","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115078421787544408","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/367119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=367119"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/367119\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/367120"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=367119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=367119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=367119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}