{"id":367899,"date":"2025-08-23T21:22:09","date_gmt":"2025-08-23T21:22:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/367899\/"},"modified":"2025-08-23T21:22:09","modified_gmt":"2025-08-23T21:22:09","slug":"razzia-bei-trump-kritiker-bolton-hausdurchsuchung-mit-beigeschmack-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/367899\/","title":{"rendered":"Razzia bei Trump-Kritiker Bolton: Hausdurchsuchung mit Beigeschmack &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">John Bolton d\u00fcrfte gar nicht so \u00fcberrascht gewesen sein, als das <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/FBI\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FBI<\/a> vorfuhr. \u201eIch denke, es ist eine Pr\u00e4sidentschaft der Vergeltung\u201c, sagte Donald Trumps fr\u00fcherer Sicherheitsberater vor zwei Wochen beim Sender ABC. Er war mal einer der engsten Mitarbeiter des US-Pr\u00e4sidenten und ist l\u00e4ngst einer seiner bekanntesten Kritiker \u2013 er wird geahnt haben, was das bedeutet. Jetzt haben es Trumps Ermittler auf Bolton abgesehen, und nicht nur auf ihn.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Am Freitag durchsuchten Polizisten sein Haus in Bethesda am Rande von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Washington\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Washington<\/a> und sein B\u00fcro im Zentrum der Hauptstadt, sie nahmen kistenweise Dokumente mit. Die Bilder machten schnell die Runde, zur\u00fcck bleiben Fragen: Sind Trumps Leute vor allem hinter Bolton her, weil er bei jeder Gelegenheit die Au\u00dfenpolitik des Mannes im Wei\u00dfen Haus auseinandernimmt? Oder hat er tats\u00e4chlich Material gelagert, das ihm nicht zusteht?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Szenen erinnern an die Razzia im August 2022 bei Trump in dessen Strandresidenz Mar-a-Lago im S\u00fcden Floridas. Damals, es regierte noch Joe Biden, stellten die Beamten Geheimpapiere sicher, die Trump nach dem Ende seiner ersten Amtszeit Anfang 2021 mitgenommen hatte. Das folgende Verfahren \u00fcberstand er weitgehend unbeschadet, zumal Fahnder sp\u00e4ter auch bei Biden und Trumps ehemaligem Vize Mike Pence f\u00fcndig wurden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der heute 76 Jahre alte Bolton sagte seinerzeit, es wundere ihn nicht, dass Trump solch vertrauliche Schriftst\u00fccke bei sich hortete. Er sei in Fragen der Klassifizierung eher sorglos gewesen. Jetzt soll es offenbar umgekehrt gehen. Er kenne das Gef\u00fchl, sagte Trump gen\u00fcsslich, als er auf den Polizeieinsatz bei seinem einstigen Vertrauten angesprochen wurde, auf dem Kopf trug der Pr\u00e4sident ein rotes K\u00e4ppi mit Aufschrift \u201eTrump was right about everything\u201c. Bolton sei \u201ekein kluger Kerl. Aber er k\u00f6nnte ein sehr unpatriotischer Typ sein. Wir werden es herausfinden.\u201c<\/p>\n<p>Das Justizministerium verklagte Bolton wegen dessen Buch<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der Streit begann schon vor Jahren, nach Boltons langer Karriere in h\u00f6chsten Staats\u00e4mtern. Er war UN-Botschafter unter George W. Bush, im April 2018 ernannte ihn Trump zu seinem Nationalen Sicherheitsberater, einer der wichtigsten Posten der Regierung. Im September 2019 musste er wieder gehen. 2020 brachte Bolton ein Buch mit dem Titel \u201eThe Room Where It Happened\u201c auf den Markt \u2013 es wurde ein Bestseller und beschreibt Trump als unberechenbaren und miserabel informierten Staatschef.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Schon vor der Ver\u00f6ffentlichung wurde er vom Justizministerium verklagt. Trump warf ihm vor, geheime Informationen f\u00fcr diese Memoiren verwendet zu haben, was der Autor bestreitet. Unter dem Demokraten Biden wurden die Ermittlungen eingestellt, nun nehmen sie wieder Fahrt auf. Verhaftet oder angeklagt wurde Bolton nicht, aber auch das kann noch kommen. \u201eDie Sicherheit Amerikas ist nicht verhandelbar\u201c, postete Trumps Generalstaatsanw\u00e4ltin Pam Bondi auf der Plattform X. \u201eGerechtigkeit wird immer ge\u00fcbt.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Sie reagierte auf einen Beitrag im selben Netzwerk von Kash Patel, Trumps FBI-Direktor. \u201eNiemand steht \u00fcber dem Gesetz\u201c, schrieb er, ohne dabei n\u00e4her auf den Fall Bolton einzugehen. \u201eFBI-Agenten auf Mission.\u201c 2023 hatte derselbe Patel f\u00fcr Freunde von Verschw\u00f6rungsmythen ein Buch \u00fcber \u201eGovernment Gangster\u201c und \u201eDeep State\u201c verfasst, darin eine Art Feindesliste, in der auch Bolton auftaucht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Bolton geh\u00f6rte zu jenen, die vor Trumps R\u00fcckkehr warnten, vergeblich. \u201eEine F\u00fclle von Fakten belegt, dass Trump f\u00fcr das Amt des Pr\u00e4sidenten ungeeignet ist\u201c, erkl\u00e4rte er in einer Neuauflage seines Buches und nannte das Vorwort \u201eThe Room Where It Will Happen Again\u201c (Der Raum, in dem es wieder passieren wird). Trump k\u00f6nne eine Verfassungskrise provozieren, sich an politischen Gegnern r\u00e4chen und die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/USA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> aus der Nato herausnehmen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Nach seinem Comeback entzog ihm der Pr\u00e4sident erst einmal den Personenschutz, trotz Morddrohungen gegen Bolton aus Iran. Er zog sich aber nicht zur\u00fcck, sondern ist h\u00e4ufig als Experte im Fernsehen zu sehen, zuletzt zum Beispiel w\u00e4hrend der Debatten \u00fcber Trumps Begegnung mit dem russischen Kriegsherrn Wladimir Putin in Alaska.<\/p>\n<p>Rund um den Alaska-Gipfel stritten die beiden \u00f6ffentlich<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Schon vor dem Gipfel stichele Bolton in The Atlantic, dass Putin gewonnen habe. \u201eEr ist der Anf\u00fchrer eines Schurkenstaates und wird auf amerikanischem Boden ein Foto mit dem Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Staaten bekommen.\u201c St\u00e4ndig w\u00fcrden \u201eentlassene Verlierer und wirklich dumme Leute wie John Bolton zitiert\u201c, ereiferte sich Trump daraufhin auf Truth Social. \u201eWas soll das? Wir gewinnen in ALLEM.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Trump habe in Anchorage \u201esehr wenig erreicht\u201c und \u201esah m\u00fcde aus\u201c, legte Bolton anschlie\u00dfend bei CNN nach. Die Treffen gingen weiter, \u201eweil Trump den Friedensnobelpreis will\u201c, schrieb er dann am vergangenen Freitagmorgen US-Ostk\u00fcstenzeit bei X, \u201eaber ich sehe keine Fortschritte in diesen Gespr\u00e4chen.\u201c Als diese Zeilen erschienen, 1,2 Millionen Mal beachtet, da begannen Suchtrupps des FBI gerade, seine Quartiere zu durchforsten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Was bei dem Man\u00f6ver gefunden wurde und ob sich Bolton tats\u00e4chlich strafbar gemacht haben k\u00f6nnte, indem er geheimdienstliche Erkenntnisse gebunkert und verwendet hat, dar\u00fcber wurde bisher nichts bekannt. \u201eWir befinden uns in einem sehr fr\u00fchen Stadium der laufenden Ermittlungen gegen John Bolton\u201c, berichtete Vizepr\u00e4sident J. D. Vance bei MSNBC. Dies sei kein Racheakt, \u201eanders als unter Biden\u201c w\u00fcrden Strafverfolgungsbeh\u00f6rden, Justizministerium und FBI \u201evom Gesetz und nicht von der Politik geleitet\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Viele Beobachter haben jedoch einen anderen Eindruck. Trump hatte immer wieder anklingen lassen, dass er gegen seine Rivalen vorgehen wolle. Er hat Soldaten erst nach Los Angeles und nun nach Washington, D.C., geschickt, zwei von Demokraten regierte St\u00e4dte. In der Hauptstadt lie\u00df er auch die Polizei dem Justizministerium unterstellen, und der Durchsuchungsbefehl in der Causa Bolton kam ebenfalls aus dieser Bundesbeh\u00f6rde, angef\u00fchrt von Justizministerin Bondi.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Vance sagte, \u201ewir werden diese Ermittlungen weiterlaufen lassen\u201c. Es sieht ganz so aus, als sei Bolton da wie andere Trump-Rivalen in einen Feldzug geraten. Ermittelt wird auch gegen die New Yorker Generalstaatsanw\u00e4ltin Letitia James, die Demokratin hatte mit ihrer Anklage dazu beigetragen, dass Trump in einem Zivilprozess wegen Finanzbetrugs schuldig gesprochen wurde. Staatliche Untersuchungen laufen au\u00dferdem gegen den demokratischen Senator Adam Schiff aus Kalifornien sowie die ehemaligen Direktoren von FBI und CIA, James Comey und John Brennan.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Trumps Vendetta-Kampagne ziele auf John Bolton, steht \u00fcber einem Leitartikel des konservativen Wall Street Journal. \u201eWho is next\u201c, fragt die New York Times.\u00a0\u201eWer ist der N\u00e4chste?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"John Bolton d\u00fcrfte gar nicht so \u00fcberrascht gewesen sein, als das FBI vorfuhr. \u201eIch denke, es ist eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":367900,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,147,106,22720,13,148,14,15,16,12,149,4017,4018,4016,64,4019,4020,320,401],"class_list":{"0":"post-367899","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-ausland","11":"tag-donald-trump","12":"tag-fbi","13":"tag-headlines","14":"tag-leserdiskussion","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-politik","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-sueddeutsche-zeitung","20":"tag-united-states","21":"tag-united-states-of-america","22":"tag-us","23":"tag-usa","24":"tag-vereinigte-staaten","25":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika","26":"tag-washington","27":"tag-washington-d-c"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115080183325577220","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/367899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=367899"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/367899\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/367900"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=367899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=367899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=367899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}