{"id":368151,"date":"2025-08-23T23:45:19","date_gmt":"2025-08-23T23:45:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/368151\/"},"modified":"2025-08-23T23:45:19","modified_gmt":"2025-08-23T23:45:19","slug":"chemnitz-theaterstueck-wirft-weiblichen-blick-auf-den-garagenhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/368151\/","title":{"rendered":"Chemnitz: Theaterst\u00fcck wirft weiblichen Blick auf den Garagenhof"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n&#8222;<a name=\"Stell\">Stell<\/a> dir vor, stell dir vor, du erbst eine <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/ausflug-tipps\/chemnitz-kulturhauptstadt-garage-projekt-tipps-106.html\" title=\"Kulturhauptstadt Chemnitz feiert die Garage \u2013 10 Tipps\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Garage<\/a>&#8222;.<strong> <\/strong>Mit diesen Worten beginnt die Inszenierung von &#8222;Und \u00fcber uns der gro\u00dfe Wagen&#8220;.  Wenn man bedenkt, dass es in Chemnitz und Umgebung um die 30.000 Garagen geben soll, dann ist das keineswegs abwegig.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIm Gegenteil: Mit Blick darauf, dass im Osten Deutschlands erheblich weniger vererbt und geerbt wird als im Westen, stellt zumindest die <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/chemnitz\/chemnitz-stollberg\/martin-maleschka-garagen-projekt-kulturhauptstadt-kultur-news-100.html\" title=\"Das Kunstprojekt #3000Garagen f\u00fcr Chemnitz 2025\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Garage<\/a> \u2013 oder besser: der Pachtvertrag daf\u00fcr \u2013 eine Hinterlassenschaft dar, die man seinen Kindern und Enkeln vermachen kann.\n<\/p>\n<p>Der Garagenhof, eine M\u00e4nnerdom\u00e4ne?<\/p>\n<p class=\"text\">\nDieser Gedanke trieb auch die Regisseurin Julia Brettschneider um, erkl\u00e4rt sie bei MDR KULTUR: &#8222;Deswegen fanden wir es auch interessant, von da aus zu starten, zu sagen, &#8218;Ok, ich erbe eine Garage. Was mache ich jetzt damit?'&#8220; Im St\u00fcck selbst ist die Antwort l\u00e4ngst nicht klar. Denn anfangs scheint es eine Distanz zu diesem, zumeist mit Kram vollgestopftem Objekt zu geben. Vielleicht war es wie ein zweites Zuhause f\u00fcr den Vater oder den Ehemann gewesen?\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nMan \u2013 oder besser: Frau \u2013 muss sich dieses Terrain erst erobern. Im St\u00fcck werden ausschlie\u00dflich Geschichten von Garagenbesitzerinnen erz\u00e4hlt. \u00a0\n<\/p>\n<p><a name=\"Weibliche\">Weibliche<\/a> Perspektive auf die Bastlerstube<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Ich wollte unbedingt, dass wir diese Frauenstimmen h\u00f6ren zu dem Thema, also die T\u00f6chter, die Frauen, die Schwestern, die Enkelinnen, was sie damit verbinden&#8220;, erkl\u00e4rt Julia Brettschneider und f\u00fcgt an, &#8222;und eben nicht nur die M\u00e4nner, weil das ist ja schon ein von M\u00e4nnern dominiertes Genre.&#8220;\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Das ist ja schon ein von M\u00e4nnern dominiertes Genre.<\/p>\n<p>Julia Brettschneider, Regisseurin<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nach der Wende \u00fcberfl\u00fcssig, heute wieder begehrt<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Text zum St\u00fcck ist eine Essenz aus etwa 15 Interviews mit Chemnitzer Garagenbesitzerinnen. Die Autorin <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/dresden\/drei-ostdeutsche-frauen-theater-staatsschauspiel-kultur-news-100.html\" title=\"Dresden: Theater zeigt &quot;Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gr\u00fcnden den idealen Staat&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Peggy M\u00e4dler<\/a> hat sie gef\u00fchrt und zu einer B\u00fchnenfassung collagiert. Es sind Szenen, die davon erz\u00e4hlen, wie eine Frau Ende der 1980er-Jahre nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes pl\u00f6tzlich mit einer mitten im Bau befindlichen Garage dasteht. \u00a0\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Blick geht sowohl zur\u00fcck, etwa in die Zeit, als man sich in der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/chemnitz\/chemnitzer-culturesommer-kulturabend-garagensiedlung-100.html\" title=\"Chemnitz r\u00fcckt DDR-Garagen ins Rampenlicht\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">DDR<\/a> endlich die Genehmigung f\u00fcr einen Garagenbau ergattert hatte, aber auch in die Gegenwart, so Dramaturgin Friederike Spindler, was auch spannend gewesen sei, waren Punkte, wie teuer so eine Garage eigentlich ist.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Garagen, die nach der Wiedervereinigung kaum gefragt gewesen und g\u00fcnstig verkauft worden seien, erkl\u00e4rt Friederike Spindler, seien heute wieder sehr viel Geld wert. &#8222;Was nat\u00fcrlich auch dazu f\u00fchrt, dass so ein Hof vielleicht auch gar nicht mehr so viel Gemeinschaft in sich birgt wie fr\u00fcher.&#8220;\n<\/p>\n<p>Spiel mit markanten Requisiten<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Sehnsucht nach Gemeinschaft wird im St\u00fcck immer wieder formuliert \u2013 meist als Utopie, die von den drei Darstellerinnen des Figurentheaters Chemnitz sehr treffend mit einer gl\u00e4nzenden Diskokugel immer wieder ins Spiel gebracht wird.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nW\u00e4hrend Julia Brettschneider den Text vortr\u00e4gt, agieren sie mit verschiedensten Objekten, wie man sie auch in Garagen finden k\u00f6nnte: Schaufeln, Eimern, Pappkartons. Auf einer Holzkonstruktion, die dem genormten Unterstellplatz nachempfunden ist, klettern die drei Schauspielerinnen herum und steigen schlie\u00dflich durch eine Luke aufs Dach.\n<\/p>\n<p><a name=\"Die\">Die<\/a> Garage als kleines St\u00fcck Utopie<\/p>\n<p class=\"text\">\nEinerseits erinnere der Name der Inszenierung an das Schrauben an den Kraftfahrzeugen, erkl\u00e4rt die Dramaturgin und gleichzeitig verweise der Titel auch auf &#8222;die Utopie, wenn ich auf dem Dach liege, wenn die Welt unter mir passiert und ich in den Himmel schaue und dieses Tr\u00e4umen, diese Sehnsucht, diese Ruhe, dieser Ort, an dem man auch f\u00fcr sich selber sein kann&#8220;.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEin Gegenentwurf zu der lauten Stadt, die einen umgibt, seien die Garagenh\u00f6fe f\u00fcr Friederike Spindler. &#8222;Stell dir vor, du liegst auf der Dachterasse deiner Garage und \u00fcber dir zieht der Gro\u00dfe Wagen am Himmel entlang&#8220;, hei\u00dft es da etwa im St\u00fcck.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nMit diesem reizvollen Gedanken scheint die Frage, was aus der geerbten Garage wird, nicht zwingend beantwortet zu sein. Eine endg\u00fcltige Antwort ist aber auch nicht unbedingt notwendig, denn dar\u00fcber k\u00f6nnen Publikum und Darstellerinnen im Anschluss an die Vorstellung an einer langen Tafel gemeinsam weiter diskutieren.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nRedaktionelle Bearbeitung: tis<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Stell dir vor, stell dir vor, du erbst eine Garage&#8222;. 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