{"id":368541,"date":"2025-08-24T03:34:10","date_gmt":"2025-08-24T03:34:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/368541\/"},"modified":"2025-08-24T03:34:10","modified_gmt":"2025-08-24T03:34:10","slug":"rene-freund-geschichten-aus-dem-berliner-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/368541\/","title":{"rendered":"Ren\u00e9 Freund &#8211; Geschichten aus dem Berliner Wald"},"content":{"rendered":"<p>Heute soll diese Kolumne ausnahmsweise von einer anderen Stadt und einem anderen Land handeln, Frau Freund und ich weilten n\u00e4mlich drei Tage lang in Berlin. Dort wohnt das T\u00f6chterchen mit ihrem Freund, der ein Deutscher ist, aber wir haben ihn sehr gern.\u00a0<\/p>\n<p>Die beiden haben uns vom Flughafen abgeholt, und auf der Fahrt zur neuen Wohnung, die es zu besichtigen galt, kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Die Stadtautobahn zeigte sich ja noch halbwegs urban, doch als wir in Charlottenburg abfuhren, landeten wir quasi direkt in einem Wald.<\/p>\n<p>In einem solchen leben die beiden gl\u00fccklichen jungen Menschen, im Grunewald n\u00e4mlich. Wie sie es geschafft haben, diese Wohnung mit drei (!) Terrassen zu einer f\u00fcr Berliner Verh\u00e4ltnisse durchaus erschwinglichen Miete zu ergattern, wir wissen es nicht. Als wir auf der Westterrasse unseren Sundowner schl\u00fcrften, merkte Frau Freund nicht ganz neidlos an, wie still es in Berlin sei.<\/p>\n<p>Rund um Berlin ist Ruh<\/p>\n<p>Keine Mopedparade, kein Traktor, keine Motors\u00e4ge. Ein Eichelh\u00e4her gluckste, und vom benachbarten Koenigssee h\u00f6rte man leise das Quaken der Fr\u00f6sche. Um die Idylle perfekt zu machen, schlenderte ein junger Fuchs durch den Nachbarsgarten.<\/p>\n<p>Frau Freund und ich bestanden anderntags darauf, in die City zu fahren, auf dem Land leben wir schlie\u00dflich selber. Und da bemerkten wir, dass das Jammern unserer Berliner Kindel \u00fcber die Verh\u00e4ltnisse in ihrer Stadt keinesfalls \u00fcbertrieben war.<\/p>\n<p>    Alles \u201ein Arbeit\u201c<\/p>\n<p>Der Bus? Er kam, aber nicht, weil der Fahrplan es so wollte, sondern weil der Zeitgeist entschieden hatte, dass es an der Zeit f\u00fcr ihn sei. Die Stra\u00dfen? Die k\u00f6nnte man als Kunstprojekt verkaufen: Asphalt in modernem Schwarz, erg\u00e4nzt durch Schlagl\u00f6cher, die wie kleine, unbeabsichtigte Skulpturen wirken. Das ist \u00fcberhaupt faszinierend an Berlin \u2013 man kommt immer wieder an Pl\u00e4tzen vorbei, bei denen man nicht wei\u00df, ob es sich um M\u00fcllhalden oder um Kunstinstallationen handelt.<\/p>\n<p>Wir lernten schnell: Hier ist nichts kaputt, hier ist alles \u201ein Arbeit\u201c. Der Berliner betrachtet jedes Baustellenschild wie einen alten Freund, der gekommen ist, um zu bleiben. \u201eFertigstellung: Sommer 2023\u201c, steht da. Wir schreiben 2025.<\/p>\n<p>Wohin f\u00e4hrt die S-Bahn in Berlin?<\/p>\n<p>Die S-Bahn? Sie fuhr zwar, aber nicht dorthin, wo wir eigentlich hinwollten, der Grund war eine Signalst\u00f6rung. Apropos Signalst\u00f6rung, in der Hauptstadt Deutschlands gibt es nirgendwo ausreichend Handyempfang, um auch nur ein Foto zu verschicken.<\/p>\n<p>Eine SMS kam immerhin durch \u2013 unser Flug sei storniert, erfuhren wir. Einen Grund daf\u00fcr nicht.<\/p>\n<p>Wien ist in Ordnung<\/p>\n<p>Als wir endlich in Kreuzberg angekommen waren, begaben wir uns schnurstracks in die Markthalle 9, wo wir in der ber\u00fchmten Weinhandlung Suff bei zwei Achteln Veltliner dar\u00fcber sprachen, dass die Welt in Wien noch in Ordnung ist. Und nat\u00fcrlich im Grunewald, wo wir eine weitere Nacht zwischen Fr\u00f6schen und F\u00fcchsen verbringen durften.<\/p>\n<p><strong>Zum Autor:<\/strong> Ren\u00e9 Freund lebt als Schriftsteller im s\u00fcdlichen Ober\u00f6sterreich. Alle Infos unter <a href=\"https:\/\/www.renefreund.com\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.renefreund.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Heute soll diese Kolumne ausnahmsweise von einer anderen Stadt und einem anderen Land handeln, Frau Freund und ich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":368542,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30],"class_list":{"0":"post-368541","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115081646201014516","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/368541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=368541"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/368541\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/368542"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=368541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=368541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=368541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}