{"id":368990,"date":"2025-08-24T08:01:19","date_gmt":"2025-08-24T08:01:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/368990\/"},"modified":"2025-08-24T08:01:19","modified_gmt":"2025-08-24T08:01:19","slug":"ist-der-rhein-in-mainz-und-wiesbaden-sauber-genug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/368990\/","title":{"rendered":"Ist der Rhein in Mainz und Wiesbaden sauber genug?"},"content":{"rendered":"<p>Vier unscheinbare Ausleger an der Theodor-Heuss-Br\u00fccke zwischen Mainz und Wiesbaden bilden die Grundlage f\u00fcr eine der wichtigsten Messstationen entlang des Rheins: der Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden. Von hier werden laufend Wasserproben entnommen, und das seit fast 50 Jahren. 40 Liter pro Minute werden so st\u00e4ndig in die Station gepumpt.<\/p>\n<p>Unterirdisch werden sie zum Mainzer Ufer geleitet, um dort in allerlei Schl\u00e4uchen, Gef\u00e4\u00dfen und Gefrierschr\u00e4nken zu landen. \u201eDie Proben zeigen den Rheinquerschnitt\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Andreas Schiwy, Leiter der Rheing\u00fctestationen in Mainz und Worms. Erbaut wurde die Station 1976, ein Jahr nach dem Bau der BASF-Kl\u00e4ranlage in Ludwigshafen. <\/p>\n<p>Sedimente und R\u00fcckst\u00e4nde aus dem Main<\/p>\n<p>Als Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr die Industrie wurde sie aber inzwischen abgel\u00f6st: Seit rund 30 Jahren \u00fcbernimmt das die Station in Worms. Den Ausschlag gegeben hatte unter anderem die Sandoz-Katastrophe im Jahr 1986, bei der ein gro\u00dfes Fischsterben entlang des Rheins eingesetzt hatte. Seitdem gibt es im ganzen Rheins Messstationen, die unterschiedliche Schwerpunkte haben. <\/p>\n<p>So sind auch in Mainz in den letzten Jahren andere Parameter als noch vor 50 Jahren wichtig geworden. Einen gro\u00dfen Einfluss spielt hier der Main, der eine Vielzahl an unterschiedlichen Sedimenten und R\u00fcckst\u00e4nden in den Rhein eintr\u00e4gt, sagt Schiwy. <\/p>\n<p>Jeden Tag werden sowohl Stichproben als auch Mischproben entnommen, also Wasserproben von mehreren Tagen. Dar\u00fcber hinaus werden Proben f\u00fcr mindestens 24 Tage aufbewahrt. Bei bestimmten Ereignissen werden noch einmal genaue Proben entnommen, etwa bei \u00d6l auf dem Wasser, wenn Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft im gro\u00dfen Umfang in den Rhein gelangt sind oder bei Starkregen. <\/p>\n<p>Je schmutziger der Rhein, desto teurer die Aufarbeitung<\/p>\n<p>\u201eAlle paar Jahre \u00e4ndert sich das Messprogramm\u201c, so Schiwy. Dabei w\u00fcrden die Mainzer Beh\u00f6rden mit der Schweiz und den Niederlanden eng zusammenarbeiten. \u201eDie Niederl\u00e4nder haben ein gro\u00dfes Interesse daran, dass der Rhein nicht so dreckig ist, denn sie filtern und trinken es. Und je schmutziger der Rhein ist, desto h\u00f6her werden die Kosten f\u00fcr die Aufbereitung.\u201c So werde etwa besonders auf den Nitratgehalt im Rheinwasser geachtet, der aus der Landwirtschaft stammt. \u201eWenn das Trinkwasser zu hohe Mengen an Nitrat enth\u00e4lt, wird es toxisch\u201c, so Schiwy. Momentan sei der Wert eher gering, da im August nur wenig ged\u00fcngt werde. Aber in Phasen, in denen viel ged\u00fcngt wird, werde es vor allem ins Grundwasser abgeschwemmt.\u201c<\/p>\n<p>Stoffe, die sich st\u00e4ndig \u00e4ndern und die leicht l\u00f6slich sind, zum Beispiel von der Schifffahrt, werden t\u00e4glich gemessen. Darunter z\u00e4hlt etwa das Antiklopfmittel, das als Zusatzstoff auch dem Brennstoff von Schiffsmotoren beigesetzt wird. Dar\u00fcber hinaus werden beispielsweise die Tr\u00fcbung des Wassers, der Sauerstoffgehalt, die Leitf\u00e4higkeit sowie die Temperatur gemessen. Betr\u00e4gt diese mehr als 25 Grad, spricht das Landesamt f\u00fcr Umwelt die erste Warnstufe aus. <\/p>\n<p>Mikro- und Nanoplastik als gro\u00dfes Problem<\/p>\n<p>Zwar w\u00fcrden sich keine gef\u00e4hrlichen Chemikalien mehr im Wasser finden, doch ein gro\u00dfes Problem sei in den vergangenen Jahrzehnten dazugekommen: Mikro- und Nanoplastik. Mikroplastik k\u00f6nne etwa den Magen von Wassertieren verstopfen. \u201eNoch problematischer ist Nanoplastik, denn das kann nicht mehr aus dem Wasser entfernt werden\u201c, so Schiwy. \u201eUnd da der Plastikverbrauch weiter steigt, wird sich die Menge an Partikeln kaum reduzieren in den n\u00e4chsten Jahren.\u201c \u00c4hnliches gelte f\u00fcr \u201eewige Chemikalien\u201c wie PFAS. Diese Werte w\u00fcrden immer weiter ansteigen, ebenso wie bestimmte Medikamente.<\/p>\n<p>Eine Messung von Mikroplastik sei allerdings schwierig, sagt Schiwy. \u201eDie Partikel aus dem Wasser zu sieben und zu bewerten, w\u00e4re enorm aufw\u00e4ndig.\u201c Daher wird der Mikroplastikanteil im Rhein an der Station in Mainz nicht gemessen. <\/p>\n<p>Insgesamt sei der Rhein in Rheinland-Pfalz, verglichen mit anderen Bundesl\u00e4ndern, aber in einem guten Zustand, was seine Sauberkeit betreffe. \u201eIn einem Drittel der rheinland-pf\u00e4lzischen Gew\u00e4sser ist der Zustand ordentlich\u201c, sagt Schiwy. \u201eAber der Rhein ist immer noch eine Bundeswasserstra\u00dfe. Auf einer Autobahn w\u00fcrde ja auch kein Feldhamster wohnen.\u201c<\/p>\n<p>Hintergrund<\/p>\n<p>Die Rheinwasser-Untersuchungsstation (RUSt) wird gemeinsam von beiden Bundesl\u00e4ndern links und rechts des Rheins betrieben: dem Hessischen Landesamt f\u00fcr Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) und dem Landesamt f\u00fcr Umwelt, Wasserwirtschaft und Landesamt f\u00fcr Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU). Mehr Infos zur Station gibt es <a href=\"https:\/\/www.rheinwasseruntersuchungsstation.de\/info.html\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auf der Webseite<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vier unscheinbare Ausleger an der Theodor-Heuss-Br\u00fccke zwischen Mainz und Wiesbaden bilden die Grundlage f\u00fcr eine der wichtigsten Messstationen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":368991,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,14,15,12,4544],"class_list":{"0":"post-368990","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-hessen","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115082696006747465","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/368990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=368990"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/368990\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/368991"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=368990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=368990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=368990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}