{"id":369049,"date":"2025-08-24T08:35:10","date_gmt":"2025-08-24T08:35:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/369049\/"},"modified":"2025-08-24T08:35:10","modified_gmt":"2025-08-24T08:35:10","slug":"selbstzahlerleistungen-beim-arzt-wie-patienten-sich-zurechtfinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/369049\/","title":{"rendered":"Selbstzahlerleistungen beim Arzt: Wie Patienten sich zurechtfinden"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\nFragen &amp; Antworten<\/p>\n<p>Standdatum: 24. August 2025.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nVerena Patel<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/hyaluron-spritze-100~_v-800x450_c-1755700371781.jpg\" data-gallery-entry-for=\"aerzte-selbstzahler-leistungen-nutzen-bremen-100\" data-size=\"2560x1440\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Ein Arzt injeziert eine Spritze in ein Knie\" title=\"Bild: Imago | YAY Images\" data-image-owner=\"Imago | YAY Images\" data-image-title=\"Ein Arzt injeziert eine Spritze in ein Knie\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/hyaluron-spritze-100~_v-800x450_c-1755700371781.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/hyaluron-spritze-100~_v-640x360_c-1755700371781.jpg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Der neue IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen \u00fcbt Kritik an Hyalurons\u00e4ure-Spritzen in Knie oder H\u00fcfte (Symbolbild).<\/p>\n<p>Bild: Imago | YAY Images<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Die Krankenkassen warnen vor Spritzen gegen Knie- und H\u00fcftarthrose. Welche Kritik es daran aus Bremen gibt und wie man sich als Patient verhalten sollte.<\/p>\n<p>Welche Selbstzahlerleistungen beurteilt der Medizinische Dienst der Krankenkassen kritisch?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Spritzen mit Hyalurons\u00e4ure gegen Knie- oder H\u00fcftgelenksarthrose verursachen mehr Sch\u00e4den, als dass sie nutzen, teilte der Medizinische Dienst Bund bei der Pr\u00e4sentation seines neuen IGeL-Monitors mit. IGeL steht f\u00fcr individuelle Gesundheitsleistungen, also Behandlungen, die keine Kassenleistungen sind, sondern von Patientinnen und Patienten privat bezahlt werden m\u00fcssen. Zu den m\u00f6glichen Sch\u00e4den z\u00e4hlen laut der Auswertung Gelenkentz\u00fcndungen oder Herzbeschwerden. Die Schmerzreduktion sei hingegen so minimal, &#8222;dass sie klinisch nicht von Bedeutung ist&#8220;, hei\u00dft es. <\/p>\n<p>Auch zur Sto\u00dfwellentherapie bei Kalkschulter und Tennisarm liegen laut der Krankenkassen-Erhebung kaum aussagef\u00e4hige Studien zur Therapie vor. Bei diesen Sehnenerkrankungen macht Betroffenen neben Schmerzen eine verringerte Bewegungsf\u00e4higkeit zu schaffen. <\/p>\n<p>Welche Kritik gibt es daran?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Der Berufsverband f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie (BVOU) schreibt in einer Stellungnahme, der IGeL-Monitor gebe die oft komplexe und heterogene Studienlage zur Gabe von Hyalurons\u00e4ure verk\u00fcrzt und einseitig wieder.<\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Es steht der Vorwurf im Raum, dass wir den Patienten mit Hyaluronspritzen bei Knie- oder H\u00fcftarthrose schaden w\u00fcrden. Das ist nicht der Fall. Studien haben ergeben, dass es nicht mehr Nebenwirkungen gibt als bei Placebomitteln.<\/p>\n<p>Adrianus den Hertog, Bremer Landesvorsitzender Berufsverband f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Den positiven Nutzen einer Behandlung zu beweisen sei wissenschaftlich deutlich aufwendiger, als zu zeigen, dass sie nicht sch\u00e4dlich ist. &#8222;Bei den Hyaluronspritzen bewegen wir uns in einer Grauzone, weil die Studienlage nicht hergibt, dass sie immer n\u00fctzen. Bei Physiotherapie ist der wissenschaftliche Nachweis eines Nutzens \u00fcbrigens auch nicht erbracht, trotzdem wird es verordnet&#8220;, sagt Adrianus den Hertog. &#8222;Unsere Erfahrung zeigt: Etwa der H\u00e4lfte unserer Patienten kann durch die Spritzen geholfen werden und eine Operation so verz\u00f6gert werden.&#8220;<\/p>\n<p>Welche Selbstzahlerleistungen lohnen sich?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">In der Auswertung des Medizinischen Dienstes erhalten aber nicht alle Selbstzahlerleistungen eine negative Bewertung. &#8222;Es gibt IGel-Leistungen, wie zum Beispiel die Lichttherapie zur Behandlung von Symptomen einer saisonalen depressiven St\u00f6rung oder die Immunprophylaxe zur Vorbeugung wiederkehrender Blasenentz\u00fcndungen, die wir als positiv bewerten&#8220;, schreibt Ulf Krause-Titz vom Medizinischen Dienst Bremen.<\/p>\n<p>Was sollte man beachten, wenn Selbstzahlerleistungen angeboten werden?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Sich Bedenkzeit erbitten und die Leistung nicht am gleichen Tag in Anspruch nehmen, r\u00e4t Edeltraud Paul-Bauer von der PatientInnenstelle im Gesundheitsladen Bremen. Und sich im Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4ch alles genau erkl\u00e4ren lassen, inklusive m\u00f6glicher Folgen. Aus Sicht der Patientensch\u00fctzerin sollte im Idealfall ein Vertrag geschlossen werden, bei dem die Kosten und m\u00f6gliche Folgekosten genau beziffert werden.<\/p>\n<p>Sollte es gar keine Selbstzahlerleistungen mehr geben?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">&#8222;\u00c4rzte haben oft kein Interesse daran, dass etwas zur Kassenleistung wird&#8220;, sagt Edeltraud Paul-Bauer. Aus ihrer Sicht sollten Patienten ganz auf Selbstzahlerleistungen verzichten. &#8222;Es ist nicht ausreichend nachgewiesen, dass sie wirken&#8220;, sagt sie, von einzelnen Ausnahmen abgesehen. Diese w\u00fcrden dann aber in den Leistungskatalog der Krankenkassen \u00fcbernommen. <\/p>\n<p>Anders sieht es Holger Schelp, Vorsitzender des Haus\u00e4rztinnen- und Haus\u00e4rzteverbands Bremen: &#8222;Eine Reiseimpfberatung f\u00fcr das Ausland beispielsweise finde ich sinnvoll und daran haben auch die Krankenkassen ein Interesse. Man kann sich die Kosten in vielen F\u00e4llen erstatten lassen.&#8220; Was \u00c4rzte manchmal auch h\u00f6rten, seien gezielte Fragen nach IGeL-Leistungen. Wichtig sei aber: &#8222;Die Behandlung muss genau zum Patienten und seinen Beschwerden passen.&#8220;<\/p>\n<p>Ulf Krause-Titz, leitender Arzt beim Medizinischen Dienst Bremen, teilt auf Anfrage schriftlich mit: &#8222;Das Gesundheitssystem in seiner derzeitigen Form steht unter erheblichem Kostendruck. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Selbstbeteiligung der Versicherten bei bestimmten Leistungen als unvermeidlich. Umso wichtiger bleibt jedoch ein kritischer Blick auf individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL).&#8220; Der Medizinische Dienst setze sich daf\u00fcr ein, dass Versicherte nicht unn\u00f6tig Geld f\u00fcr Verfahren ausgeben, deren Nutzen fraglich oder gar nicht belegt ist. <\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quellen<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen und dpa.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nBremen Eins, Rundschau, 19. August 2025, 12 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fragen &amp; Antworten Standdatum: 24. August 2025. Autorinnen und Autoren: Verena Patel Der neue IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":369050,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[142,2420,3364,29,30,100775,166,100776,100774],"class_list":{"0":"post-369049","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-aerzte","9":"tag-bremen","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-igel-leistungen","14":"tag-krankenkassen","15":"tag-medizinischer-dienst","16":"tag-selbstzahlerleistungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115082829805187799","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369049","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=369049"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369049\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/369050"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=369049"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=369049"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=369049"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}