{"id":369480,"date":"2025-08-24T13:02:16","date_gmt":"2025-08-24T13:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/369480\/"},"modified":"2025-08-24T13:02:16","modified_gmt":"2025-08-24T13:02:16","slug":"als-richard-strauss-die-bilder-davonliefen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/369480\/","title":{"rendered":"Als Richard Strauss die Bilder davonliefen"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspB0l2\">Ein Stummfilmkonzert, aber ein sehr spezielles: Der Film l\u00e4uft, das Orchester begleitet, doch Bilder und Kl\u00e4nge passen nicht ganz zusammen. Immer wieder ist die Szene schon zu Ende, w\u00e4hrend der Mann mit dem Taktstock noch eine ganze Reihe dazugeh\u00f6riger Noten zu dirigieren hat. Aber er ist zugleich der Komponist, dazu noch ein ber\u00fchmter, l\u00e4sst daher kurzerhand den Film stoppen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/checkpoint.tagesspiegel.de\/?icid=single-topic_14219465___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5mg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jeden Morgen ab 6 Uhr Herausgeber Lorenz Maroldt und sein Team berichten im Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint \u00fcber Berlins Irrungen und Wirrungen. Hier kostenlos anmelden. <\/a><\/p>\n<p class=\"tspB0l2\">Insgesamt 20 Mal griff Richard Strauss in dieser Weise bei der Urauff\u00fchrung des von<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/vom-verruckten-ding-zum-welterfolg--wie-die-musik-den-film-gross-raus-brachte-4130983.html?icid=in-text-link_14219465\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Robert Wiene<\/a> (\u201eDas Cabinet des Dr. Caligari\u201c) gedrehten Films \u201eDer Rosenkavalier\u201c ein \u2013 der Kritiker des \u201eFilm-Kuriers\u201c hatte am 10. Januar 1926 in der Dresdner Semperoper mitgez\u00e4hlt. Ein aus filmischer Sicht fragw\u00fcrdiger und trotzdem bejubelter Versuch, eine Oper zum Stummfilm umzumodeln.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/variete-deutschland-1925.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-14219423\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAVhu\"\/> Selbst fliegen mussten Emil Jannings und Lya de Putti in \u201eVariet\u00e9\u201c nicht, das erledigten echte Akrobaten. Aber schon die Kletterei die Strickleiter hoch in dern Sternenhimmel des Wintergartens war dem Schauspieler nicht geheuer. <\/p>\n<p class=\"tspAGge\"> \u00a9 Filmmuseum Berlin &#8211; Stiftung Deutsche Kinemathek <\/p>\n<p class=\"tspB0l2\">Bei den am Mittwoch zum 15. Mal startenden, von Bertelsmann und der Ufa veranstalteten Ufa-Filmn\u00e4chten w\u00fcrde das Publikum dergleichen kaum mehr goutieren, es ist aber nicht zu bef\u00fcrchten. Nicht am ersten Abend bei <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/der-sternenhimmel-uber-berlin-3609223.html?icid=in-text-link_14219465\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ewald Andr\u00e9 Duponts \u201eVariet\u00e9\u201c<\/a> von 1925 mit einem selbst gar nicht schwindelfreien Emil Jannings, der einen ehemaligen Hochseilartisten gibt; und nicht beim 1929 gedrehten Schlussfilm \u201eDer Str\u00e4fling aus Stambul\u201c von Gustav Ucicky, mit Heinrich George in seiner letzten Stummfilmrolle: F\u00fcr beide Filme wurde eigens neu komponiert, da d\u00fcrfte nichts schiefgehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/der-strafling-aus-stambul-deutschland-1929-regie-gustav-ucicky.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-14219453\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAVhu\"\/> Seit Joe Mays \u201eAsphalt\u201c spielte Betty Amann h\u00e4ufig die Femme fatale. In \u201eDer Str\u00e4fling aus Stambul\u201c allerdings wird sie zur ehrbaren Verk\u00e4uferin, deren Ehegl\u00fcck, mit Heinrich George als ihrem Mann, nicht von Dauer ist.. <\/p>\n<p class=\"tspAGge\"> \u00a9 Deutsche Kinemathek <\/p>\n<p class=\"tspB0l2\">Aber auch beim \u201eRosenkavalier\u201c am zweiten Abend mit der Musik von Richard Strauss werden die Bilder den Melodien nicht wieder davonlaufen, wie Burkhard G\u00f6tze, Leiter und Dirigent des den Film begleitenden <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/erstmals-mit-jahrzehntelang-verschollener-musik-in-potsdam-wird-der-stummfilm-sumurun-gezeigt-304189.html?icid=in-text-link_14219465\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Metropolis Orchesters Berlin<\/a>, versichert. Strauss sei eben \u201ekein erfahrener Filmdirigent\u201c gewesen, als er, wohl mit Unterst\u00fctzung seines Kollegen Otto Singer, f\u00fcr den Film eine Orchesterfassung der Oper erstellte, auch neue St\u00fccke schrieb, Milit\u00e4rm\u00e4rsche und eine Tanzsuite aus Klavierst\u00fccken des Barockkomponisten Fran\u00e7ois Couperin.<\/p>\n<blockquote class=\"tspB4me\">\n<p>Ohne die Musik ist der Film nicht denkbar.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspB4mf\">Burkhard G\u00f6tze, Dirigent<\/p>\n<p class=\"tspB0l2\">Aber es blieb ein opulentes Werk, schon vom Opernensemble kaum zu stemmen und erst recht nicht von den Hausorchestern der Kinos, in denen der Film laufen sollte. Aber dort funktionierte es dann sogar besser, das Mammutwerk war auf ein spielbares Format gebracht worden. Von wem genau sei nicht mehr festzustellen, erz\u00e4hlt G\u00f6tze, der sich mit seinem Metropolis Orchester ebenfalls auf diese, vom britischen Dirigenten Thomas Kemp bearbeitete Version st\u00fctzt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/rosenkavalier-der-pic-01.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-14219405\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAVhu\"\/> Robert Wienes \u201cDer Rosenkavalier\u201c begeisterte sein Publikum auch durch die \u00fcppige Ausstattung. <\/p>\n<p class=\"tspAGge\"> \u00a9 DFF &#8211; Deutsches Filminstitut &amp; Filmmuseum, Frankfurt am Main\/Bildarchiv <\/p>\n<p class=\"tspB0l2\">Dennoch hat er erheblichen Respekt vor dem Werk und der eigenen Aufgabe, sieht es f\u00fcr sich als bisher \u201egr\u00f6\u00dfte Herausforderung\u201c, mit \u201eimmens viel Musik, die untergebracht werden muss\u201c, was die Synchronisierung mit den Bildern schwierig mache. Doch gerade die Musik, die traumhaft sch\u00f6n sei, aber an die Grenzen des Spielbaren gehe, sei hier essentiell: \u201eOhne sie ist der Film nicht denkbar\u201c.<\/p>\n<p class=\"tspB0l2\">In den letzten 15 Minuten schiebt sie sich notgedrungen sogar in den Vordergrund. \u201eDer Rosenkavalier\u201c ist nicht komplett \u00fcberliefert, wurde vom Filmarchiv Austria durch Standfotos und Zwischentitel so gut es ging rekonstruiert.<\/p>\n<p> Drei N\u00e4chte, drei Filme <\/p>\n<p class=\"tspB0l2\">Ufa-Filmn\u00e4chte, 27.-29. August, jeweils 21 Uhr, Museumsinsel<\/p>\n<ul data-qa-hook=\"story-list-ul\" class=\"tspB8mp\">\n<li class=\"tspB8i7 tspB8i7\"><strong>Mittwoch<\/strong>: \u201eVariet\u00e9\u201c (1925) von Ewald Andr\u00e9 Dupont, digital restaurierte Fassung der F.W. Murnau-Stiftung (2014), mit den \u00a0UFA-Syncopators: K\u00fcspert &amp; Kollegen nach einer Komposition von Werner K\u00fcspert und Richard Siedhoff<\/li>\n<\/ul>\n<ul data-qa-hook=\"story-list-ul\" class=\"tspB8mp\">\n<li class=\"tspB8i7 tspB8i7\"><strong>Donnerstag:<\/strong> \u201eDer Rosenkavalier\u201c (1925) von Robert Wiene, digital restaurierte und teilrekonstruierte Fassung vom Filmarchiv Austria (2006), Musik der Oper von Richard Strauss, bearbeitet von Thomas Kemp, aufgef\u00fchrt vom Metropolis Orchester Berlin unter Leitung von Burkhard G\u00f6tze (Auff\u00fchrung unterst\u00fctzt von der Europ\u00e4ischen FilmPhilharmonie)<\/li>\n<\/ul>\n<ul data-qa-hook=\"story-list-ul\" class=\"tspB8mp\">\n<li class=\"tspB8i7 tspB8i7\"><strong>Freitag:<\/strong> \u201eDer Str\u00e4fling aus Stambul\u201c (1929) von Gustav Ucicky, digital restaurierte Fassung der F.W. Murnau-Stiftung (2025), gef\u00f6rdert von Bertelsmann, mit einer Neukomposition von und mit dem Multiinstrumentalisten PC Nackt.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"tspB0l2\">Infos und Tickets unter <a href=\"https:\/\/www.ufa-filmnaechte.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">ufa-filmnaechte.de <\/a>(\u201eVariet\u00e9\u201c ist ausverkauft, evtl. Resttickets an der Abendkasse)<\/p>\n<p class=\"tspB0l2\">Das Problem der Synchronisation muss schon bei der Kinourauff\u00fchrung in Berlin gel\u00f6st worden sein, der Strauss als Ehrengast beiwohnte. Das war am 16. Januar 1926 im Capitol am Zoo, dort, wo sich heute das Bikini-Haus befindet. Der erfahrene Filmkomponist Willy Schmidt-Gentner hatte die Partitur neu arrangiert, dirigierte an diesem Abend auch, was Strauss mit unbewegter Miene verfolgte, so der Bericht der \u201eLichtBildB\u00fchne\u201c. <\/p>\n<p class=\"tspB0l2\">Danach, bei aufbrausendem Beifall, habe der Komponist auf den Regisseur gezeigt, wohl anerkennend, wem die Ovationen diesmal vor allem galten. Und das zu Recht, wie der von Wienes \u201ePrachtleistung\u201c ebenfalls begeisterte Kritiker r\u00fchmte, die \u201enicht nur als ,Illustration\u2019 zu Strausscher Musik, also als unselbst\u00e4ndiges Anh\u00e4ngsel, zu bestehen braucht, sondern die ihren Erfolg auch als Film allein \u00fcberall einheimsen d\u00fcrfte.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Stummfilmkonzert, aber ein sehr spezielles: Der Film l\u00e4uft, das Orchester begleitet, doch Bilder und Kl\u00e4nge passen nicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":369481,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[3364,29,2386,30,91,30134,525,21560,97,859],"class_list":{"0":"post-369480","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-dresden","11":"tag-germany","12":"tag-klassik","13":"tag-klassische-musik","14":"tag-mitte","15":"tag-museumsinsel","16":"tag-oper","17":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115083879784367649","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=369480"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369480\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/369481"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=369480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=369480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=369480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}