{"id":369819,"date":"2025-08-24T16:08:13","date_gmt":"2025-08-24T16:08:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/369819\/"},"modified":"2025-08-24T16:08:13","modified_gmt":"2025-08-24T16:08:13","slug":"berlin-mitte-vergibt-eine-einmalige-chance-die-so-gut-gepasst-haette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/369819\/","title":{"rendered":"Berlin-Mitte vergibt eine einmalige Chance \u2013 die so gut gepasst h\u00e4tte"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-sans font-medium\">Berlin. Ja, nein, doch nicht, nun doch: Die Posse um die Mohrenstra\u00dfe wird lange nachwirken. Ein ungew\u00f6hnlicher Vorschlag zum Umgang damit.   <\/p>\n<p class=\"\">Ach, was sind da wieder f\u00fcr Chancen vergeben worden! Ich gebe zu, ich war heimlicher Fan der \u201eM\u00f6hrenstra\u00dfe\u201c.  Pragmatischer und vor allem am\u00fcsanter w\u00e4re Berlin das Problem doch kaum losgeworden, das die Hauptstadt seit Jahrzehnten in Wallung bringt wie sonst nur, sagen wir, Tempolimits. <\/p>\n<p class=\"\">Insgesamt wohl seit 25 Jahren streitet man sich um einen heute rassistisch interpretierten Stra\u00dfennamen. Den auch ich, um ehrlich zu sein, schwierig finde. Niemand m\u00f6chte zu seiner Adresse immer eine historische Abhandlung parat haben m\u00fcssen.  Umgekehrt l\u00e4sst sich Geschichte nicht tilgen, schon gar nicht durch die Umbenennung von Stra\u00dfen. Ehrlich gesagt: Ich habe aufgeh\u00f6rt zu z\u00e4hlen, wie oft die Mohrenstra\u00dfe neu benannt werden sollte, dann wieder doch nicht, wie viele Gerichtsentscheidungen und illegale Umbenennungsversuche es gab, bis nun am Freitagabend der endg\u00fcltige Vollzug angek\u00fcndigt wurde.    <\/p>\n<p>    Auch interessant<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/409817753_1755960245_v1_1_200.jpeg\" class=\"block w-full object-cover relative z-10 aspect-[1\/1] \" alt=\"Umbenennung der Berliner Mohrenstra\u00dfe\" title=\"23.08.2025, Berlin: Menschen nehmen an der Feier zur Umbenennung der Berliner Mohrenstra\u00dfe in Anton-Wilhelm-Amo-Stra\u00dfe teil. Zuvor hatte das OVG am Freitagabend entschieden, dass die Stra\u00dfe doch wie geplant in Anton-Wilhelm-Amo-Stra\u00dfe umbenannt werden darf. Foto: Fabian Sommer\/dpa +++ dpa-Bildfunk +++\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"\">Die M\u00f6hrenstra\u00dfe w\u00e4re zu sch\u00f6n gewesen! Eine Ohrenstra\u00dfe h\u00e4tte ich auch gut gefunden. Um mit dem \u2013 zunehmend zum Denglisch tendierenden \u2013 Zeitgeist zu gehen, h\u00e4tte sich vielleicht auch eine No-more-Mohrenstra\u00dfe empfohlen. So h\u00e4tte man einerseits den Mohr erhalten, von dem sich die einen nicht trennen wollen. Andererseits w\u00e4re der berlintypischen Protesthaltung ein Denkmal gesetzt worden, die ja zur Hauptstadt-DNA geh\u00f6rt. <\/p>\n<p class=\"\">Drittens h\u00e4tte jeder Besserwisser sich an Begriffen wie \u201eOxymoron\u201c oder \u201eLitotes\u201c versuchen k\u00f6nnen: Ein Stra\u00dfenname, der etwas tilgen soll, es dadurch aber nur noch deutlicher hervorhebt: Nicht \u00fcbel! Oder doch eher bitters\u00fc\u00df? Auf jeden Fall: ein Dilemma.  <\/p>\n<p>  Ein Stra\u00dfenname, der etwas tilgen soll, es aber nur deutlicher hervorhebt <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/407428596_1728466265_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full object-cover relative z-10 aspect-[16\/9] \" alt=\"M\u00f6hrenstra\u00dfe statt Mohrenstra\u00dfe Mitte\" title=\"M\u00f6hrenstra\u00dfe statt Mohrenstra\u00dfe: Um die Umbenennung der Stra\u00dfe in Berlin-Mitte wurde zu lange gestritten - und mit zu wenig Humor, findet die Kolumnistin.   \" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      M\u00f6hrenstra\u00dfe statt Mohrenstra\u00dfe: Um die Umbenennung der Stra\u00dfe in Berlin-Mitte wurde zu lange gestritten &#8211; und mit zu wenig Humor, findet die Kolumnistin.<br \/>\n      \u00a9 BM | Uta Keseling\n    <\/p>\n<p class=\"\">Wie auch immer: Die Mohrenstra\u00dfen-Posse hatte genau diesen Effekt. Je lauter um seine Abschaffung gestritten wurde, desto monstr\u00f6ser wurde der Mohr, der nun durch einen Bandwurmstra\u00dfennamen abgel\u00f6st wird. Die Anton-Wilhelm-Amo-Stra\u00dfe mag moralisch ihre Berechtigung haben. Praktisch gesehen d\u00fcrfte sie zumindest bei Anwohnern und Nutzern des ebenfalls umzubenennenden U-Bahnhofs f\u00fcr \u00c4rger sorgen. Und somit daf\u00fcr, dass uns der Berliner Problemmohr weiter erhalten bleibt.  <\/p>\n<p class=\"\">Wie soll man mit dem Thema umgehen? Meine Empfehlung, allen Ernstes: mit Humor. Also jener Disziplin, in der Berlin wirklich Welthauptstadt ist. Nehmen wir nur mal die Nachrichten der vergangenen Wochen. Am Donnerstag fuhr eine <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article409806594\/defekte-s-bahn-faehrt-aufs-abstellgleis-fahrgaeste-noch-an-bord.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1755839556\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S-Bahn ihre Fahrg\u00e4ste versehentlich auf ein Abstellgleis<\/a>. Nicht irgendwo am Rande der Stadt, sondern zentral, aus Lichtenberg. Kann ja mal passieren? Klar, in Berlin! <\/p>\n<p class=\"\">Schon am 10. August haben zwei Berliner bei R\u00fcdesheim im Rhein ihr Sportboot in den Sand gesetzt. Ursache seien mangelnde Ortskenntnisse gewesen, berichtete jetzt der Rbb. Berlintypisch, so sehen zumindest die Fotos aus, waren die Hauptstadtskipper mit einem schrottigen Kahn unterwegs. Was den Rbb zu einem weiteren Berlinwitz veranlasste: \u201eZu-verschenken-Kiste im Rhein&#8230; oder so\u201c, schrieben sie auf Facebook \u2013 bezogen auf eine Nachricht vom August, die ihrerseits zu \u201eBerlin-mal-wieder\u201c-Witzen gef\u00fchrt hatte.  <\/p>\n<p>  Es gab noch mehr Nachrichten aus Berlin als Stadt der Deppen<\/p>\n<p class=\"\">Ja, der Senat hat ein weiteres Mal angek\u00fcndigt, jetzt aber wirklich Ernst zu machen mit dem ausufernden illegalen M\u00fcll in Berlin. <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article409728906\/illegale-muellentsorgung-so-massiv-soll-bald-das-bussgeld-steigen.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1754997707\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eine weggeworfene Zigarettenkippe kann demnach 250 Euro Bu\u00dfgeld nach sich ziehen. Illegal abgelagerter Sperrm\u00fcll soll sogar 4000 statt wie bisher 150 Euro kosten<\/a>. Auch die Berliner \u201eZu-verschenken\u201c-Kiste auf dem Gehweg gilt dann als das, was sie ist: M\u00fcll.<\/p>\n<p class=\"\">Aber, Sie ahnen es: Wir sind nicht in Singapur. Der Berliner Bu\u00dfgeldkatalog muss erst noch mit den Verwaltungen \u201eabgestimmt\u201c werden. Dann wird vermutlich gestritten, wer sich um den M\u00fcll k\u00fcmmert. Und  statt mit der H\u00f6chststrafe kann ein M\u00fclls\u00fcnder auch erstmal nur mit einer Verwarnung belegt werden: 55 Euro. So viel wie bisher.<\/p>\n<p class=\"\">Vergangene Woche hatte ich mich \u00fcber die Flut der (Fake-)Videos beschwert, in denen Berlin als Stadt der Deppen dargestellt wird. Okay, vielleicht waren die Schlagzeilen dieser Woche nur ein Versuch, auch in echt mitzuhalten. Aber jelacht hamwa doch. Oder?      <\/p>\n<p>    Auch interessant<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/409767931_1755434611_v1_1_200.jpeg\" class=\"block w-full object-cover relative z-10 aspect-[1\/1] \" alt=\"Kolumne Stadtflucht\" title=\"In Berlin ist selbst der Sommer eine Baustelle \u2013 haha, so ist Berlin? Ja. Also manchmal. Die Stadtflucht-Kolumne \u00fcber einen zunehmend nervigen Social-Media-Trend. \" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"\">    <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/blogs-kolumnen\/stadtflucht\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Lesen Sie hier mehr Kolumnen aus der Rubrik Stadtflucht<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin. Ja, nein, doch nicht, nun doch: Die Posse um die Mohrenstra\u00dfe wird lange nachwirken. 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