{"id":369905,"date":"2025-08-24T16:56:14","date_gmt":"2025-08-24T16:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/369905\/"},"modified":"2025-08-24T16:56:14","modified_gmt":"2025-08-24T16:56:14","slug":"wie-geht-es-nach-den-waldbraenden-in-spanien-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/369905\/","title":{"rendered":"Wie geht es nach den Waldbr\u00e4nden in Spanien weiter?"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Helden in den gelben \u00adT-Shirts sind m\u00fcde. Doch der Applaus am Brunnen auf dem Corredera-Platz nimmt kein Ende. Alle wollen in Herv\u00e1s den Feuerwehrleuten die H\u00e4nde sch\u00fctteln, viele umarmen sie. Hunderte sind gekommen, um sie und das Ende des gro\u00dfen Feuers zu feiern. Ihr erleichtertes Klatschen \u00fcbert\u00f6nt das Knattern der letzten Hubschrauber, die L\u00f6schwasser hinauf auf den Gebirgszug schleppen. Dort oben hatte bis zum Wochenende der schlimmste Waldbrand gew\u00fctet, der die Extremadura jemals heimgesucht hatte, elf bange Tage lang.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Flammen waren die H\u00e4nge des Ambroz-Tales hinuntergest\u00fcrmt. An mehreren Stellen \u00fcberrannten sie sogar die Autobahn von C\u00e1ceres nach Salamanca. Das Feuer in der Region im \u00e4u\u00dfersten Westen Spaniens ist unter Kontrolle, aber im benachbarten Kastilien-Le\u00f3n, in Galicien und Asturien lodern die Br\u00e4nde weiter. In ganz Spanien sind 2025 schon mehr als 400.000 Hektar verbrannt, so viel wie noch nie in einem Jahr.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Schaudernd reden manche in der Extremadura von der \u201eBestie\u201c, die vor zwei Wochen ein Blitz bei Jarilla entfesselt hatte. Andere sprechen von einem \u201eUngeheuer\u201c, das mehr als 17.000 Hektar in einem Umkreis von 170 Kilometern fra\u00df. An den Flanken der H\u00f6henz\u00fcge nagte der Feuersturm an den dichten Kastanien- und Eichenw\u00e4ldern. Er verwandelte die sattgr\u00fcnen H\u00e4nge in eine pechschwarze Steppenlandschaft.<\/p>\n<p>Malen gegen das Trauma<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Kinder haben trotz des Albtraums, der hinter ihnen liegt, ihre Zuversicht nicht verloren. Sie lassen die Natur schon wieder bl\u00fchen, zumindest in ihrer Phantasie. Vor der Dankesfeier haben sie f\u00fcr die Feuerwehrm\u00e4nner von Herv\u00e1s ein riesiges Poster gemalt. Darauf sind Berge zu sehen, auf denen die B\u00e4ume ausschlagen, bunte Flugzeuge kommen zur Rettung. Sie ziehen Banner mit roten Herzen hinter sich her, auf denen \u201eWir lieben euch\u201c steht \u2013 Kunsttherapie gegen das Trauma.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wie w\u00e4hrend der Covid-Pandemie mussten die Kinder mehrere Tage bei geschlossenen Fenstern drinnenbleiben. Drau\u00dfen trugen viele Menschen die altbekannten Gesichtsmasken, dieses Mal gegen den Rauch. Besonders die gelben L\u00f6schmaschinen faszinieren die jungen Maler: Mehr als zwei Dutzend Spezialflugzeuge gingen tagelang gegen die Feuer vor. Es klang wie in einem Kriegsgebiet, erinnert sich eine Mutter auf dem Platz.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In Herv\u00e1s hatte die \u00f6rtliche Jugendvereinigung zur \u201ekollektiven Umarmung\u201c aller Helfer eingeladen. Ohne Politiker, die auch nicht auf der langen Dankesliste auftauchen, die am Abend vorgelesen wird. Oft mussten sich Nachbarn in den abgelegenen Bergen gegenseitig helfen, bis die Rettungskr\u00e4fte zu ihnen vordrangen: \u201eIn den schwierigsten Situationen k\u00f6nnen wir stolz auf ein geeintes Volk sein\u201c, t\u00f6nt es aus dem Lautsprecher auf dem \u00fcberf\u00fcllten Corredera-Platz: Nur gemeinsam sind wir stark, ist die Botschaft an die fernen Politiker, die anfangs nicht einmal ihre Sommerurlaube abbrachen.<\/p>\n<p>Eine \u201ePyromanin\u201c und \u201eKlimafanatiker\u201c sollen Schuld sein<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Statt das ganze Land zu mobilisieren, bek\u00e4mpfen sich rechte Opposition und linke Regierung, als w\u00e4ren morgen Wahlen. Die konservative PP beschimpft die Chefin des nationalen Katastrophenschutzes als \u201ePyromanin\u201c, weil sie nicht schnell genug und ausreichend staatliche Hilfe zur Verf\u00fcgung gestellt habe. Die Zentralregierung erinnert die PP daran, dass f\u00fcr den Katastrophenschutz die von ihrer Partei gef\u00fchrten Regionalregierungen zust\u00e4ndig seien. Und die Rechtspopulisten von Vox wiederholen ihre alten Parolen: Linke \u201eKlimafanatiker\u201c seien mit einem \u00fcbertriebenen Naturschutz schuld an den Br\u00e4nden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Feier in Herv\u00e1s erinnert an Valencia. \u201eNur das Volk rettet das Volk\u201c, lautet der Slogan, der bis heute dort an W\u00e4nden prangt. W\u00e4hrend der Flutkatastrophe mit mehr als 200 Toten f\u00fchlten sich im vergangenen November viele Menschen von den Politikern verlassen. Als die Ersten ertranken, sa\u00df der konservative Regionalpr\u00e4sident bei einem stundenlangen Arbeitsessen. Von der Entt\u00e4uschung \u00fcber die \u201eetablierten\u201c Parteien profitierten laut Umfragen am Ende die Rechtspopulisten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der sozialistische Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez zog es vor, direkt mit dem Hubschrauber zu den regionalen Einsatzzentralen zu fliegen. Mit Buhrufen und der Aufforderung \u201eGeh mit dem Volk reden\u201c verabschiedeten sich entt\u00e4uschte Bewohner in der Extremadura von dem Regierungschef, als er in seinen Helikopter stieg. Ohne mit ihnen zu sprechen, reiste er wenig sp\u00e4ter zur\u00fcck in sein Urlaubsdomizil auf den Kanaren.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Von den \u201eBomberos alemanes\u201c sind die Spanier jedoch begeistert. An den Stra\u00dfen, an denen der deutsche Feuerwehrkonvoi mit mehr als 20 Fahrzeugen vorbeif\u00e4hrt, salutieren die Polizisten und applaudieren Passanten. Es sind nur 67 Feuerwehrleute, aber ihr Einsatz erregt Aufsehen und tut den Menschen in der Extremadura wohl. Ihre eigene Regierung in Madrid musste zeitweise eingestehen, dass sie keine Verst\u00e4rkung mehr f\u00fcr sie hatte. Auch die Tschechische Republik und Slowenien schickten Kr\u00e4fte in den S\u00fcdwesten Spaniens. Im Norden sind Rum\u00e4nen und Griechen aktiv.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Mit mehr als 20 Fahrzeugen hatte die deutsche Feuerwehr zeitweise ihr Feldlager auf dem Sportplatz von Aldeanueva del Camino aufgeschlagen.\" height=\"1200\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/mit-mehr-als-20-fahrzeugen.jpg\" width=\"1600\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Mit mehr als 20 Fahrzeugen hatte die deutsche Feuerwehr zeitweise ihr Feldlager auf dem Sportplatz von Aldeanueva del Camino aufgeschlagen.Hans-Christian R\u00f6\u00dfler<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eDie reden nicht nur. Sie kommen von weit her und packen an. Das sind echte Profis\u201c, sagt ein Mann, der neugierig \u00fcber den Zaun des Fu\u00dfballplatzes von Aldeanueva del Camino blickt. Er schw\u00e4rmt von \u201eEuropa\u201c, das in der Not zusammenhalte. In der Sportanlage hat das deutsche EU-Waldbrandmodul sein Feldlager aufgeschlagen. Die vier schweren gel\u00e4ndeg\u00e4ngigen L\u00f6schfahrzeuge sind gerade von ihrem Einsatz zur\u00fcckgekehrt und tanken wieder auf; 3000 Liter k\u00f6nnen sie aufnehmen. Zwei Stunden dauert an diesem Tag allein die Anfahrt ins unwegsame Gebirge.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Feuerw\u00e4nde, die in den nahen Bergen die ersten N\u00e4chte erhellten und vom Sportplatz aus zu sehen waren, sind gel\u00f6scht. Die 40 Deutschen nahmen sich die letzten Glutnester vor. Mit \u00c4xten, Hacken und Schaufeln sorgten sie daf\u00fcr, dass der Wind sie nicht wieder anfacht. Wechselnde Winde hatten die Feuer erst nach Norden getrieben, dann wieder nach S\u00fcden, die Flanken der Gebirgskette hinauf und dann wieder hinunter. Die Flammen gaben sich lange nicht geschlagen.<\/p>\n<p>Mit Rettungswagen und Gulaschkanone im Einsatz<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eWir lernen hier selbst eine Menge. Das ist eine v\u00f6llig andere Vegetation als in Deutschland\u201c, sagt Dirk Altmann. Der Berufssoldat kommt von der Freiwilligen <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Feuerwehr\" data-rtr-id=\"906169359858cf15ceaf0554ef870b9113e5fc18\" data-rtr-score=\"25.19810079750062\" data-rtr-etype=\"organisation\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/feuerwehr\" title=\"Feuerwehr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Feuerwehr<\/a> im nieders\u00e4chsischen Wietzendorf. Wie rund die H\u00e4lfte seiner Kameraden hat er alles stehen und liegen lassen und ist vor einer Woche nach Spanien aufgebrochen. Inzwischen sind sie zum n\u00e4chsten Brand nach Kastilien-Le\u00f3n weitergezogen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eGFFF-V-DE1\u201c hei\u00dft im europ\u00e4ischen Fachjargon die gemeinsame Spezialeinheit der Feuerwehren aus Bonn, D\u00fcsseldorf, Leverkusen, K\u00f6nigswinter und Ratingen, die Verst\u00e4rkung aus Niedersachsen erhielten. Es ist ihr dritter Auslandseinsatz nach den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Waldbrand\" data-rtr-id=\"30853d9f50652c8bc9e6c64a9fdb598aa31a4a9a\" data-rtr-score=\"20.564410846739747\" data-rtr-etype=\"keyword\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/waldbrand\" title=\"Waldbrand\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Waldbr\u00e4nden<\/a> in Griechenland im Jahr 2021 und in S\u00fcdfrankreich 2023.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Am Sonntagmorgen vor einer Woche kam die spanische Anfrage \u00fcber den Europ\u00e4ischen Mechanismus f\u00fcr Katastrophenschutz, am Nachmittag setzte sich der deutsche L\u00f6schzug in Marsch. Der Trupp ist autark, mit eigenem Rettungswagen, zwei Kfz-Mechanikern und einer mobilen Gulaschkanone. Das Rindergeschnetzelte in der Feldk\u00fcche bereiten die Johanniter zu. Eine Nachbarin des Feldlagers brachte Tomaten vorbei.<\/p>\n<p>Ein Mann l\u00f6scht Baumst\u00fcmpfe mit zwei Eimern<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Spanier beeindruckt, wie effizient und gr\u00fcndlich die Deutschen ans Werk gehen. F\u00fcr die deutschen Brandbek\u00e4mpfer ist es eine wichtige Erfahrung, denn ihre EU-Einheit ist noch relativ neu. Aber wie in Spanien werden auch in Deutschland die Sommer trockener und l\u00e4nger. Eine Million Feuerwehrleute gibt es in der Bundesrepublik, aber immer noch wenige Spezialisten f\u00fcr gro\u00dfe Vegetationsbr\u00e4nde wie in diesem Sommer auf der Iberischen Halbinsel. \u201eDie Notfalleinheit UME der Armee ist Champions League\u201c, sagt Dirk Altmann anerkennend \u00fcber die Kollegen von der spanischen Armee, an deren Seite die Deutschen arbeiten. Die deutschen Helfer loben die professionelle Koordination auf der Iberischen Halbinsel \u2013 auch wenn spanische Medien und besonders die Opposition einen anderen Eindruck erwecken.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die roten L\u00f6schfahrzeuge der spanischen UME-Soldaten und der deutschen Feuerwehr sind weitergezogen. Der Gro\u00dfbrand von Jarilla ist offiziell f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt. Aber am Rand des Dorfes, das dem bisher gr\u00f6\u00dften Feuer in der Extremadura den Namen gab, traut ein einsamer Mann der Ruhe nicht. Sein gr\u00fcnes Paradies ist \u00fcber Nacht schwarz geworden. An den B\u00e4umen h\u00e4ngen verkohlte Feigen, auf dem Boden liegen aufgeplatzte Tomaten. Wie ein Sisyphos f\u00fcllt er zwei Eimer mit Wasser und kippt sie auf Baumst\u00fcmpfe, aus denen d\u00fcnne Rauchschwaden aufsteigen. \u201eIch kann jetzt nicht sprechen, ich muss l\u00f6schen, damit es nicht wieder losgeht\u201c, sagt er und geht zum n\u00e4chsten Glutnest. Sein Nachbar steht mit Tr\u00e4nen in den Augen wie gel\u00e4hmt vor den ru\u00dfgeschw\u00e4rzten \u00dcberresten seiner uralten Olivenb\u00e4ume. Vier Tage lang mussten die Einwohner ihr Dorf verlassen, w\u00e4hrend die Feuerwehrleute es gegen die Flammen verteidigten. Erst kurz vor dem Kirchturm aus dem 15. Jahrhundert konnten sie das Feuer stoppen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Verkohlte Erde: Ein Blitz in der N\u00e4he von Jarilla hatte den Brand ausgel\u00f6st.\" height=\"1200\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/verkohlte-erde-ein-blitz-in.jpg\" width=\"1600\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Verkohlte Erde: Ein Blitz in der N\u00e4he von Jarilla hatte den Brand ausgel\u00f6st.Hans-Christian R\u00f6\u00dfler<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Mar\u00eda \u00c1ngeles Gordo sitzt mit ihrem Mann unter einer Pergola zwischen dem Glockenturm und dem Haus ihres Gro\u00dfvaters. Im Garten gackert eine H\u00fchnerschar, die wie durch ein Wunder \u00fcberlebt hat. Die Lehrerin wohnt in der Nachbarstadt Plasencia, ihr 89 Jahre alter Vater hat sein kleines Dorf nie verlassen. \u201eF\u00fcr ihn ist sein Leben verbrannt. Als h\u00e4tte der Brand ihn entwurzelt. Fr\u00fcher konnte er keine Ruhe geben. Jetzt ist er wie gel\u00e4hmt und will gar nichts mehr machen\u201c, sagt sie besorgt. Vom Garten ihres Vaters mit einem kleinen Schwimmbad und dem H\u00fchnerstall, in dem er Trauben, Zwiebeln und Tomaten pflanzte, ist praktisch nichts \u00fcbrig geblieben. \u201eDie Natur wird sich erholen, er wird es wohl nicht mehr erleben\u201c, meint der Mann von Mar\u00eda \u00c1ngeles Gordo.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ihre Familie ist ein Beispiel f\u00fcr einen Generationswechsel, der fatale Umweltfolgen hat. Einst lebten die Menschen in den D\u00f6rfern mit und von der Natur. Ihre Ziegen fra\u00dfen die wuchernde Vegetation auf, bevor sie austrocknen und zu explosivem Zunder werden konnte \u2013 wie jetzt, w\u00e4hrend einer der schlimmsten Hitzewellen, die auf einen extrem regenreichen Winter folgte. Die Bauern nutzten Baumreste und Zweige als Brennholz.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eBlitze entfachten schon fr\u00fcher Feuer. Aber sie breiteten sich nicht aus\u201c, erinnert sich Mar\u00eda \u00c1ngeles Gordo, die zu den j\u00fcngeren Generationen geh\u00f6rt, die aus den D\u00f6rfern in die St\u00e4dte zogen. Jahrzehntelang dauert nicht nur in der Extremadura schon die Landflucht an. Sie f\u00fchrte dazu, dass die Natur immer mehr sich selbst \u00fcberlassen blieb und im Sommer ein Fra\u00df der Flammen wurde. Dazu kommen immer strengere Umweltschutzauflagen. \u201eWenn du einen Ast abrei\u00dft, wirst du bestraft\u201c, klagt ein Nachbar.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Vieles hat sich ge\u00e4ndert. Heute leben immer mehr Bauern von den Touristen und von den knackig s\u00fc\u00dfen Kirschen im Jerte-Tal, auf der anderen Seite des Bergr\u00fcckens. Die gro\u00dfen Plantagen blieben vom Feuer verschont. Doch die Urlauber hat es verschreckt. In Jerte und Herv\u00e1s bleiben trotz der Hochsaison viele Zimmer und Restauranttische leer. Beide Orte k\u00e4mpfen darum, dass mit dem Alltag auch die G\u00e4ste zur\u00fcckkehren. In der Nachbarregion Kastilien-Le\u00f3n, in der immer noch nicht alle Br\u00e4nde gel\u00f6scht sind, haben einige genug vom Staat. Er hat aus ihrer Sicht ein weiteres Mal versagt. Im Norden, in Le\u00f3n, flackern die alten Forderungen nach einem \u201eLexit\u201c wieder auf. Das Wort ist eine Kombination aus dem Anfangsbuchstaben der Region und Exit f\u00fcr Austritt \u2013 eine Anspielung an den britischen Brexit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Helden in den gelben \u00adT-Shirts sind m\u00fcde. Doch der Applaus am Brunnen auf dem Corredera-Platz nimmt kein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":369906,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-369905","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115084799975951108","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=369905"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369905\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/369906"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=369905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=369905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=369905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}