{"id":370483,"date":"2025-08-24T22:37:10","date_gmt":"2025-08-24T22:37:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/370483\/"},"modified":"2025-08-24T22:37:10","modified_gmt":"2025-08-24T22:37:10","slug":"nuernberg-berufseinstieg-uebernimmt-ki-jetzt-die-juniorstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/370483\/","title":{"rendered":"N\u00fcrnberg | Berufseinstieg: \u00dcbernimmt KI jetzt die Juniorstellen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">N\u00fcrnberg (dpa\/tmn) &#8211; Kaum eine technologische Entwicklung ver\u00e4ndert den Arbeitsmarkt so schnell wie die K\u00fcnstliche Intelligenz (KI). Unternehmen versprechen sich davon einen Gewinn an Effizienz ? und das k\u00f6nnte, so wird gemutma\u00dft, zulasten typischer Einstiegsjobs gehen. Tats\u00e4chlich ist vor allem f\u00fcr Hochschulabsolventen die Jobsuche derzeit oft m\u00fchsam und langwierig. Aber liegt das wirklich an KI?<\/p>\n<p>Bei welchen T\u00e4tigkeiten kommt KI vor allem zu Einsatz?<\/p>\n<p>In deutschen Unternehmen ist KI noch nicht so pr\u00e4sent, wie es manchmal den Eindruck hat. Laut einer im Oktober 2024 ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.bitkom.org\/Presse\/Presseinformation\/Erstmals-beschaeftigt-Haelfte-Unternehmen-KI\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"nofollow noopener\">Umfrage <\/a>des Branchenverbands Bitkom unter rund 600 Unternehmen besch\u00e4ftigt sich mehr als die H\u00e4lfte der Unternehmen in Deutschland mit KI, aber erst jedes f\u00fcnfte nutzt entsprechende Technologien.<\/p>\n<p>Sogenannte generative KI wie ChatGPT oder Google Gemini kam zum Zeitpunkt der Umfrage erst bei neun Prozent der Firmen zum Einsatz, und zwar vor allem im Kundenkontakt, im Marketing und in der Kommunikation, in Forschung und Entwicklung sowie innerhalb von Produktionsabl\u00e4ufen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Anzahl der Nutzer wird aber voraussichtlich steigen: Weitere 37 Prozent der Unternehmen plant den Einsatz generativer KI oder kann ihn sich vorstellen. Besonders wichtig ist KI f\u00fcr Tech-Startups: 82 Prozent nutzen die Technologie, weitere 16 Prozent planen oder diskutieren dies laut Bitkom.<\/p>\n<p>Antworten auf die Frage, welche T\u00e4tigkeiten in welchen Berufen jetzt schon automatisiert werden k\u00f6nnten, liefert zum Beispiel auch der <a href=\"https:\/\/job-futuromat.iab.de\/\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"nofollow noopener\">Job-Futuromat<\/a>, ein Online-Tool des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).<\/p>\n<p>Hat KI bereits einen messbaren Einfluss auf Einstiegsjobs?<\/p>\n<p>KI ver\u00e4ndert das Arbeitsleben, das ist unstrittig. Und manche Prognosen klingen dramatisch. Die H\u00e4lfte aller Einstiegsjobs im B\u00fcrobereich k\u00f6nne durch KI-Anwendungen in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren verloren gehen, sagte Dario Amodei, CEO des KI-Unternehmens Anthropic, unl\u00e4ngst in einem <a href=\"https:\/\/www.axios.com\/2025\/05\/28\/ai-jobs-white-collar-unemployment-anthropic\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"nofollow noopener\">Interview<\/a>.<\/p>\n<p>Stellenmarktdaten scheinen die Vorhersage zu best\u00e4tigen. In den USA gibt es laut einer <a href=\"https:\/\/de.indeed.com\/news\/releases\/indeed-analyse-ersetzt-ki-einstiegsjobs\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"nofollow noopener\">Studie<\/a> des Job-Portals Indeed derzeit ein Drittel weniger Jobangebote f\u00fcr Junior-Stellen in der Tech-Branche als 2020. Und in Deutschland z\u00e4hlte die Karriereplattform <a href=\"https:\/\/www.thestepstonegroup.com\/deutsch\/newsroom\/pressemitteilungen\/stepstone-analyse-weniger-einstiegsjobs-laengere-bewerbungsprozesse\/\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"nofollow noopener\">Stepstone<\/a> bei einer Analyse von Stellenanzeigen im ersten Quartal 2025 \u00fcber alle Branchen hinweg 45 Prozent weniger Einstiegspositionen als im Durchschnitt der letzten f\u00fcnf Jahre.<\/p>\n<p>Die Zeiten sind also schwieriger geworden f\u00fcr Berufseinsteiger. \u00abAber bislang ist kein systematischer Zusammenhang zwischen KI und Einstellungschancen zu erkennen\u00bb, sagt Michael Stops, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IAB der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr den R\u00fcckgang bei den Neueinstellungen sei vor allem die schw\u00e4chelnde Konjunktur verantwortlich: Es wird insgesamt weniger eingestellt und Job-Einsteiger bekommen mehr Konkurrenz durch Berufserfahrene, \u00abdie in solchen Phasen zu Zugest\u00e4ndnissen beim Gehalt bereit sind\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Zugleich gibt es nach wie vor Branchen, in denen Fachkr\u00e4fte h\u00e4nderingend gesucht werden. Laut der j\u00fcngsten <a href=\"https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/DE\/Navigation\/Statistiken\/Interaktive-Statistiken\/Fachkraeftebedarf\/Engpassanalyse-Nav.html?Thema%3Denglist%26DR_Region%3Dd%26DR_Engpassbewertung%3De%26DR_Anf%3D2%26mapHadSelection%3Dfalse%26toggleswitch%3D0\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"nofollow noopener\">Engpassanalyse<\/a> der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit beispielsweise in Pflege- und Gesundheitsberufen oder in Bau- und Handwerksberufen.<\/p>\n<p>Welche Auswirkungen erleben Bewerberinnen und Bewerber konkret?<\/p>\n<p>\u00abEs sind mehr Bewerbungen erforderlich als fr\u00fcher, um einen Treffer zu landen\u00bb, beobachtet Johannes Junker, Karriere-Coach in Berlin. Das habe unter anderem mit KI zu tun ? allerdings weniger mit dem Wegfall bestimmter T\u00e4tigkeitsfelder als viel mehr mit der Tatsache, dass ChatGPT und Co. immer h\u00e4ufiger im Bewerbungsverfahren zum Einsatz kommen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abFr\u00fcher ben\u00f6tigte man f\u00fcr eine sehr gute Bewerbung einen Tag, heute kann man in derselben Zeit mit den Sprachmodellen mehr als zehn Bewerbungen mit relativ hoher Qualit\u00e4t generieren\u00bb, sagt Junker. Die Firmen bekommen sehr viel mehr Zuschriften und setzen ebenfalls KI-Tools ein, beispielsweise f\u00fcr eine automatische Vorauswahl nach bestimmten Kriterien. Mit seiner Bewerbung aus der Masse herauszustechen, ist deutlich schwieriger geworden.<\/p>\n<p>Auch IAB-Experte Stops sagt: \u00abBerufseinsteiger m\u00fcssen derzeit davon ausgehen, dass die Suche l\u00e4nger dauert.\u00bb Er empfiehlt Flexibilit\u00e4t beim Arbeitsort ebenso wie bei den T\u00e4tigkeitsfeldern: \u00abDa lohnt sich oft der Blick \u00fcber den Tellerrand.\u00bb<\/p>\n<p>Welche Fertigkeiten m\u00fcssen Bewerberinnen und Bewerber mitbringen?<\/p>\n<p>Die Qualifikationen von Berufseinsteigern f\u00fcr Wunschpositionen in einer bestimmten Branche \u00e4hneln sich. Wie also hebt man sich am besten ab von der Konkurrenz? \u00abIndem man seine Motivation m\u00f6glichst konkret darlegt\u00bb, empfiehlt Karriere-Coach Junker. \u00abWarum will ich bei genau dieser Firma, in genau dieser Abteilung an genau diesem Projekt mitarbeiten?\u00bb Hervorheben sollte man &#8211; wenn vorhanden &#8211; vorherige T\u00e4tigkeiten und messbare Erfolge, die f\u00fcr die Position tats\u00e4chlich relevant sind.\u00a0<\/p>\n<p>Und wie wichtig ist es, dass man bereits KI-Fertigkeiten mitbringt? Michael Stops h\u00e4lt eher die innere Einstellung f\u00fcr entscheidend: \u00abOffenheit und Lernbereitschaft sollte man mitbringen ? auch f\u00fcr k\u00fcnftige neue Technologien im angestrebten Berufsfeld.\u00bb Im Berufsalltag wird es sehr viel mehr als bislang erforderlich sein, sich laufend weiterzubilden.<\/p>\n<p>Mit welchen neuen Anforderungen m\u00fcssen Berufseinsteiger durch KI rechnen?<\/p>\n<p>KI wird zunehmend Routineaufgaben \u00fcbernehmen. Die auf diese Weise erzeugten Informationen bewerten zu k\u00f6nnen, \u00abwird als Skill extrem wichtig\u00bb, sagt Johannes Junker. Der Karriere-Coach ist \u00fcberzeugt: \u00abWer sehr gut ist in seinem Job, wird auch weiter Besch\u00e4ftigung haben.\u00bb Mittelma\u00df hingegen reiche k\u00fcnftig m\u00f6glicherweise nicht mehr aus.<\/p>\n<p>Umso entscheidender sei bei der Berufswahl der Faktor Motivation: \u00abMan sollte sich kritisch fragen, bei welchen Themen man tats\u00e4chlich bereit ist, sich die entsprechende Expertise zu erarbeiten\u00bb, so Junker.<\/p>\n<p>Dass Berufsfelder durch KI vollst\u00e4ndig verschwinden, sei nicht absehbar, sagt IAB-Experte Stops. \u00abAber es wird erforderlich sein, dass man mit der Technologie arbeiten kann.\u00bb Dazu geh\u00f6re ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wie KI funktioniert und wo ihre Grenzen liegen, wie die von der KI produzierten Ergebnisse zu interpretieren sind und wie sich daraus kreative L\u00f6sungen entwickeln lassen.<\/p>\n<p>Das erfordert nicht nur weiterhin Fachwissen, sondern ein hohes Ma\u00df an Kompetenzen, die gern unter dem Begriff Soft Skills zusammengefasst werden. Zum Beispiel die F\u00e4higkeit, zu kommunizieren und zu kooperieren. Auszutarieren, welche Aufgaben die Maschine unterst\u00fctzen oder \u00fcbernehmen kann und welche beim Menschen besser aufgehoben sind. Dieser Prozess sei in vielen Unternehmen im Gange, sagt Stops.\u00a0<\/p>\n<p>Im besten Fall entlastet KI Besch\u00e4ftigte von stupiden Routinet\u00e4tigkeiten ? Berufseinsteigern k\u00f6nnte das auch Chancen er\u00f6ffnen. N\u00e4mlich die M\u00f6glichkeit, schneller zu verantwortungsvollen Aufgaben vorzudringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"N\u00fcrnberg (dpa\/tmn) &#8211; Kaum eine technologische Entwicklung ver\u00e4ndert den Arbeitsmarkt so schnell wie die K\u00fcnstliche Intelligenz (KI). 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