{"id":370528,"date":"2025-08-24T23:03:11","date_gmt":"2025-08-24T23:03:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/370528\/"},"modified":"2025-08-24T23:03:11","modified_gmt":"2025-08-24T23:03:11","slug":"berlin-kann-man-fuer-privatchats-gekuendigt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/370528\/","title":{"rendered":"Berlin | Kann man f\u00fcr Privatchats gek\u00fcndigt werden?"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Wer mit anderen privat in Chats schreibt, erwartet vielleicht nicht, dass es Auswirkungen auf den Job haben k\u00f6nnte. Mitunter k\u00f6nnen Nachrichten in Gruppenchats aber Grund f\u00fcr eine Abmahnung oder eine K\u00fcndigung sein. Das erkl\u00e4rt Peter Meyer, Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht mit Verweis auf ein Gerichtsurteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) aus dem Jahr 2023 (Az.: 2 AZR 17\/23).<\/p>\n<p>Generell ist eine sofortige K\u00fcndigung aber nicht die g\u00e4ngige Praxis. Wenn etwa beleidigende Nachrichten aus Privatchats an den Arbeitgeber weitergegeben werden, wird zuallererst der Kontext der Nachrichten untersucht. In der Regel m\u00fcssen Arbeitgeber Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter dann zun\u00e4chst abmahnen. Bleibt die Abmahnung erfolglos und setzen Besch\u00e4ftigte ihr Verhalten fort, kann eine K\u00fcndigung ausgesprochen werden. Das gelte allerdings nicht, wenn es um strafrechtlich relevante Vorw\u00fcrfe geht, so der Fachanwalt.<\/p>\n<p>Chat als privater Austausch?<\/p>\n<p>Im Fall vor dem Bundesarbeitsgericht ging es um die au\u00dferordentliche K\u00fcndigung eines Arbeitnehmers, der Mitglied in einer Whatsapp-Gruppe aus zeitweise bis zu sieben ehemaligen und aktiven Angestellten eines Unternehmens war. Im Chat wurden mehrere Hundert beleidigende und menschenverachtende Aussagen gepostet, auch mit Bezug auf das Arbeitsumfeld sowie Kollegen und Vorgesetzte im Unternehmen.<\/p>\n<p>Der Arbeitgeber erlangte Kenntnis von der Chatgruppe und den geteilten Inhalten und k\u00fcndigte das Arbeitsverh\u00e4ltnis des Mitarbeiters au\u00dferordentlich fristlos. Dagegen wehrte sich der Arbeitnehmer mit einer K\u00fcndigungsklage und dem Argument, dass es sich bei dem Chatverlauf um einen rein privaten Austausch gehandelt habe.<\/p>\n<p>Private Chats k\u00f6nnen au\u00dferordentliche K\u00fcndigung rechtfertigen<\/p>\n<p>Das Landesarbeitsgericht Niedersachsen vertrat zun\u00e4chst die Auffassung, dass eine fristlose K\u00fcndigung aufgrund der Umst\u00e4nde nicht gerechtfertigt sei. Die Aussagen seien in einem privaten Kontext geschehen, die Kommunikation sei als vertraulich zu werten.\u00a0<\/p>\n<p>Das Bundesarbeitsgericht sah das anders. Bei einer Gruppe von sieben Leuten sei anzunehmen, dass die Nachrichten nach au\u00dfen getragen werden k\u00f6nnten &#8211; f\u00fcr eine Vertraulichkeitserwartung brauche es einer besonderen Darlegung durch den Kl\u00e4ger.<\/p>\n<p>Auch die K\u00fcndigung ohne vorige Abmahnung ist aus Sicht des BAG gerechtfertigt gewesen. \u00abDie Menge der rassistischen und beleidigenden Nachrichten hat das Bundesarbeitsgericht so eingesch\u00e4tzt, dass es keiner Abmahnung bedurfte\u00bb, erkl\u00e4rt Meyer. Durch die vielen Nachrichten habe der Angestellte bewiesen, dass er nicht belehrbar sei.<\/p>\n<p>Zur Person: Peter Meyer ist Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht und Mitglied des gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Wer mit anderen privat in Chats schreibt, erwartet vielleicht nicht, dass es Auswirkungen auf den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":370529,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,1140,296,1937,630,9315,4941,29,30,1026,1940,1938,624,1009,9449],"class_list":{"0":"post-370528","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-arbeit","11":"tag-berlin","12":"tag-berlin-news","13":"tag-beruf","14":"tag-chat","15":"tag-cjab","16":"tag-deutschland","17":"tag-germany","18":"tag-kuendigung","19":"tag-nachrichten-aus-berlin","20":"tag-news-aus-berlin","21":"tag-ratgeber","22":"tag-recht","23":"tag-tmn9500"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115086242853171412","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/370528","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=370528"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/370528\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/370529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=370528"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=370528"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=370528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}