{"id":371733,"date":"2025-08-25T10:41:10","date_gmt":"2025-08-25T10:41:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/371733\/"},"modified":"2025-08-25T10:41:10","modified_gmt":"2025-08-25T10:41:10","slug":"gefangenenaustausch-rueckkehrer-werden-in-der-ukraine-mit-traenen-begruesst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/371733\/","title":{"rendered":"Gefangenenaustausch: R\u00fcckkehrer werden in der Ukraine mit Tr\u00e4nen begr\u00fc\u00dft"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 25.08.2025 12:39 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Russland und die Ukraine haben erneut Gefangene ausgetauscht. Im ukrainischen Tschernihiw wurden die M\u00e4nner nicht nur mit Tr\u00e4nen der Freude empfangen. Denn viele Angeh\u00f6rige warteten umsonst. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Sabine Adler, ARD-Studio Kiew\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Willkommen zu Hause&#8220;, ruft die Menge, als endlich die Busse und Rettungswagen auf das Gel\u00e4nde des Krankenhauses von Tschernihiw in der Ukraine biegen. Es ist 19 Uhr &#8211; acht Stunden haben die Menschen hier gewartet. Es sind deutlich mehr Frauen als M\u00e4nner. Bis vor wenigen Minuten wusste keine von ihnen, ob ihr Mann, Bruder oder Sohn in einem der vier Busse sitzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOlga Uman erf\u00e4hrt als erste die Nachricht per SMS. Die rundliche blonde Mutter weint vor Freude und zittert am ganzen Leib. Ihr Sohn ist dabei, noch sieht sie ihn nicht.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr sei Marineinfanterist der 36. Brigade in Mariupol gewesen und hei\u00dfe Jewgenij. &#8222;Seit 2022 suche ich ihn. Ich bin im Parlament gewesen, auf dem Maidan in Kiew, beim Roten Kreuz.\u00a0Zu jedem Gefangenenaustausch bin ich gefahren. Einmal rief ein Soldat, als er das Foto sah, dass ich immer von ihm dabei habe: &#8218;Das ist doch Scheka! Wir waren zusammen in derselben Gef\u00e4ngniszelle.&#8216; Ich danke Gott.&#8220; Olgas Freundin kommt auf sie zu und schlie\u00dft sie in die Arme. Beide weinen erleichtert.\u00a0<\/p>\n<p>    Zehntausende gelten als vermisst<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRund 6.000 Milit\u00e4rangeh\u00f6rige und Zivilisten kehrten bislang per Gefangenenaustausch in ihre Heimat zur\u00fcck. Doch 70.000 Ukrainer und Ukrainerinnen werden bis heute vermisst.\u00a0Noch sehr viel mehr Angeh\u00f6rige suchen verzweifelt nach ihnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Menge best\u00fcrmt die angekommenen und ersch\u00f6pften Gefangenen. Die Wartenden strecken ihnen die Fotos ihrer M\u00e4nner entgegen. Sie alle hoffen, dass einer einen Kameraden darauf erkennt. Sie rufen den Freigelassenen die Nummer von Armeeeinheiten zu, in denen die verschollenen Soldaten gedient haben. Doch immerzu sch\u00fctteln sie den Kopf, viele weinen. Eine Lehrerin, die schon beim 14. Austausch dabei ist, tr\u00e4gt es tapfer: &#8222;Dann vielleicht beim n\u00e4chsten Mal&#8220;, sagt sie.\u00a0<\/p>\n<p>    &#8222;Als der Bus kam, habe ich verstanden, dass die H\u00f6lle vorbei ist&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBeim misslungenen Vormarsch der russischen Truppen auf Kiew Anfang M\u00e4rz 2022 wurde der Journalist Dmytro Hiljuk festgenommen und sa\u00df dreieinhalb Jahre in einem russischen Gef\u00e4ngnis. Sein Vergehen: Er war ein ukrainischer Journalist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAls einzelne Gefangene aus der Zelle gef\u00fchrt und auf Bluterg\u00fcsse untersucht wurden, wussten sie, dass das ein Anzeichen f\u00fcr einen bevorstehenden Gefangenenaustausch sein konnte. Aber erst als das Flugzeug in Belarus landete und ihm nach anderthalb Tagen die Augenbinde und das Klebeband an den H\u00e4nden abgenommen wurde, begriff er, dass er nicht in ein anderes russisches Gef\u00e4ngnis verlegt worden war.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Als der Bus kam, habe ich verstanden, dass die H\u00f6lle vorbei ist. Und als wir die Grenze \u00fcberquert hatten und auf ukrainischem Gebiet waren, sahen wir so viele Menschen mit riesigen blau-gelben Fahnen \u00fcber zig Meter entlang einer im Grunde menschenleeren Stra\u00dfe. Sie winkten uns zu. Das war so sch\u00f6n und sehr unerwartet.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie gr\u00f6\u00dfte Sorge galt seinen Eltern. Er wusste nicht, ob sie noch am Leben sind. Denn w\u00e4hrend der ganzen Zeit hatte er nur einen Brief von ihnen bekommen &#8211; in diesem Jahr. Aber geschrieben hatten sie ihm 2023.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 25.08.2025 12:39 Uhr Russland und die Ukraine haben erneut Gefangene ausgetauscht. 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