{"id":372548,"date":"2025-08-25T18:03:09","date_gmt":"2025-08-25T18:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/372548\/"},"modified":"2025-08-25T18:03:09","modified_gmt":"2025-08-25T18:03:09","slug":"gunnar-schupelius-die-mauergedenkstaette-bleibt-eine-enttaeuschung-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/372548\/","title":{"rendered":"Gunnar Schupelius: Die Mauergedenkst\u00e4tte bleibt eine Entt\u00e4uschung | Regional"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \u2013 <b>Teilung, Mauer, Todesstreifen und Schie\u00dfbefehl waren die gr\u00f6\u00dfte Katastrophe, die Berlin nach 1945 erlebt hat. Die Dimension dieser Geschichte ist in der Bernauer Stra\u00dfe nach wie vor nicht erkennbar.<\/b><\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Wer als Tourist nach <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/berlin-regional\/home-15823246.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berlin<\/a> kommt, der will wissen, wo die Mauer stand und wie der Todesstreifen aussah. Um das zu erfahren, wird von den Touristenf\u00fchrern die \u201eGedenkst\u00e4tte Berliner Mauer\u201c empfohlen (Bernauer Stra\u00dfe 119). <\/p>\n<p>\u201eAuf 420 Quadratmetern widmet sich die Ausstellung der Geschichte der Teilung Berlins. Sie erl\u00e4utert die politisch-historischen Hintergr\u00fcnde vom Mauerbau bis zum Mauerfall und der Wiedervereinigung\u201c, hei\u00dft es in der Empfehlung des Berliner Senats.<\/p>\n<p><b>Dieses Versprechen hat die Gedenkst\u00e4tte allerdings noch nie gehalten \u2013 und in diesem Sommer kann sie es weniger denn je. Denn zur allgemeinen und bekannten Un\u00fcbersichtlichkeit der Ausstellung kommt jetzt auch noch ein Anflug von Verwahrlosung und Schlampigkeit, den ich so in anderen europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten bisher nicht gesehen habe.<\/b><\/p>\n<p>Schmuddel-Ausstellung<\/p>\n<p>Besuch in der Bernauer Stra\u00dfe in diesem August: Im Mittelteil der Ausstellung im Erdgeschoss sind die Beleuchtung und fast alle Audio-Angebote ausgefallen. Man zieht den H\u00f6rer aus der Schautafel, kann aber nichts h\u00f6ren. Am Eingang sitzt ein Aufpasser, der den Schaden nicht erkl\u00e4ren kann und auch nicht wei\u00df, wann das alles repariert wird.<\/p>\n<p>Etwas irritiert gehen die Besucher die Treppe aufw\u00e4rts. Die Stufen sind nicht sauber und auch nicht beleuchtet, der Belag ist abgetreten. Den Handlauf am Gel\u00e4nder m\u00f6chte man nicht greifen, bevor er nicht gereinigt wurde. Ein \u00e4hnliches Bild im Aufzug und auch oben auf der Plattform: Es sieht dort schlichtweg weder gepflegt noch sch\u00f6n aus.<\/p>\n<p>Inhaltlich auch nicht strukturierter<\/p>\n<p>Wer sich an all dem nicht st\u00f6rt und sich auf den Inhalt der Ausstellung konzentriert, der hat es auch nicht leicht, denn es fehlt der rote Faden: Wer wenig oder gar nichts von der Mauer wei\u00df, dem wird die Geschichte nicht systematisch erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p><b>Beispiel:<\/b> Gleich am Eingang liegt ein gro\u00dfes Nagelbrett. Das war eine der hinterh\u00e4ltigsten und grausamsten Installationen, die das <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/orte\/ddr\/politik-nachrichten-news-fotos-videos-20442104.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SED-Regime<\/a> f\u00fcr den Todesstreifen ersann: Wer die Hinterlandmauer \u00fcberwunden hatte, der sollte mit den F\u00fc\u00dfen zuerst in die N\u00e4gel springen, die mit den Spitzen nach oben zeigten. Dieses Nagelbrett wird in der Ausstellung in keinen sichtbaren Zusammenhang gestellt, es liegt einfach da.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>Genauso ist es mit dem Mauerrest, der gegen\u00fcber der Ausstellung zur Gedenkst\u00e4tte geh\u00f6rt und eigentlich der Mittelpunkt sein soll: Man kann den Todesstreifen nicht sehen, weil nach einem K\u00fcnstlerentwurf zwei gro\u00dfe Spiegelw\u00e4nde im rechten Winkel zur Mauer aufgestellt wurden.<\/p>\n<p>Dimension in der Bernauer Stra\u00dfe nicht erkennbar<\/p>\n<p>Man verl\u00e4sst die Gedenkst\u00e4tte und hat nicht viel verstanden. Und warum ist sie dar\u00fcber hinaus so schlecht gepflegt? Die Anlage geh\u00f6rt zur \u201eStiftung Berliner Mauer\u201c, die wiederum dem Berliner Senat geh\u00f6rt. Sie wird von Direktor Axel Klausmeier gef\u00fchrt. Dem Stiftungsrat sitzt Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson vor. Neben ihr sind dort auch die Bundesregierung und die Evangelische Kirche vertreten.<\/p>\n<p><b>Ihnen allen gelingt es nicht, die Gedenkst\u00e4tte erstens sauber zu halten und zweitens so zu gestalten, dass man sofort und klar versteht, was man verstehen soll. Teilung, Mauer, Todesstreifen und Schie\u00dfbefehl waren die gr\u00f6\u00dfte Katastrophe, die Berlin nach 1945 erlebt hat. Die Dimension dieser Geschichte ist in der Bernauer Stra\u00dfe \u00fcberhaupt nicht erkennbar.<\/b><\/p>\n<p>Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/mailto:gunnar.schupelius@axelspringer.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"text-link--external text-link\">gunnar.schupelius@axelspringer.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013 Teilung, Mauer, Todesstreifen und Schie\u00dfbefehl waren die gr\u00f6\u00dfte Katastrophe, die Berlin nach 1945 erlebt hat. 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