{"id":372749,"date":"2025-08-25T19:51:28","date_gmt":"2025-08-25T19:51:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/372749\/"},"modified":"2025-08-25T19:51:28","modified_gmt":"2025-08-25T19:51:28","slug":"faellt-der-groschen-reihe-geld-und-kirche-im-alten-dom-zu-mainz-vortrag-ist-das-wucher-kirche-als-kreditgeberin-im-mittelalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/372749\/","title":{"rendered":"F\u00e4llt der Groschen? &#8211; Reihe Geld und Kirche im Alten Dom zu Mainz: Vortrag &#8222;Ist das Wucher?\u201c &#8211; Kirche als Kreditgeberin im Mittelalter"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWenn der Groschen f\u00e4llt\u201c, hei\u00dft in diesem Jahr eine Themenreihe im Alten Dom St. Johannis in Mainz, und das aus gutem Grunde: Bei den Ausgrabungsarbeiten in der Evangelischen Kirche, entpuppte sich das Geb\u00e4ude nicht nur als Alter Dom zu Mainz und eine der \u00e4ltesten Kirchen Deutschlands \u00fcberhaupt \u2013 es fanden sich auch Zehntausende historischer Funde aus allen Epochen, darunter auch jede Menge: Geld. Das evangelische Dekanat Mainz hat daraus eine ganze Veranstaltungsreihe und ein Jahresthema gemacht, nun steht der n\u00e4chste Vortrag an: Wie h\u00e4lt es die Kirche selbst mit dem Geld?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-38734\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Dekan-Klodt-im-Inneren-Johanniskirche-mi-Baugeruest-kleiner-300x200.jpg\" alt=\"Dekan Andreas Klodt am Altar im Alten Dom zu Mainz St. Johannis. - Foto: gik\" width=\"380\" height=\"253\"  \/>Dekan Andreas Klodt am Altar im Alten Dom zu Mainz St. Johannis. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>\u201eGeld l\u00e4sst sich in sehr viele andere Sachen umtauschen. Das ist f\u00fcr die einen eine wunderbare Vereinfachung des Handels und f\u00fcr die anderen \u201aanr\u00fcchig\u2018: Wie viel Macht hat Geld?\u201c, fragt der evangelische Dekan Andreas Klodt im Vorwort zu dem Programmheft. Geld besitzt nat\u00fcrlich gro\u00dfe Macht, doch die schreiben wir Menschen den kleinen Metallst\u00fccken eigentlich nur zu: Es ist unser Vertrauen in seine W\u00e4hrung, die es wertvoll macht.<\/p>\n<p>\u201eMacht, Vertrauen, Verwandlung \u2013 das sind auch Begriffe aus dem Bereich der Religion.\u201c, merkt Klodt an, nicht zuf\u00e4llig sehe Jesus hier eine Konkurrenz und sage: \u201eIhr k\u00f6nnt nicht Gott dienen und dem Mammon.\u201c Dennoch habe die Kirche auch Geld und brauche es auch, ist das also eine Notwendigkeit \u2013 oder ein S\u00fcndenfall? Mit Ernst und Augenzwinkern\u00a0 wolle die Veranstaltungsreihe 2025 das Thema von allen Seiten beleuchten \u2013 so lange, bis der Groschen f\u00e4llt\u2026<\/p>\n<p>&#8211; Werbung &#8211; <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/werben-auf-mainzund\/\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Banner-Tulpen-Text-neu-1068.jpg\" alt=\"Werben auf Mainz&amp;\" width=\"468\" height=\"60\"\/><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u201eIst das Wucher\u201c? \u2013 Vortrag zu Kirche und Geldverleih im Mittelalter<\/p>\n<p>Bei der Mainzer Museumsnacht gab es bereits eine M\u00fcnzwerkstatt im Alten Dom, ab September geht nun auch die Vortragsreihe \u201eGeld und Kirche\u201c weiter: Am Mittwoch, den 03.09.2025 dreht sich ab 19.00 Uhr alles um die Frage: \u201eIst das Wucher? Kirche als Kreditgeber im Mittelalter.\u201c In einem Vortrag beleuchtet Dr. Christoph Cluse von der Universit\u00e4t Trier ein moralisches Dilemma: Die Kirche als Kreditgeber im Mittelalter.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-27374\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Johanniskirche-2017-viele-Fundst\u00fccke-um-100.000-St\u00fcck-300x203.jpg\" alt=\"Fundst\u00fccke aus den Ausgrabungen der Mainzer Johanniskirche. - Foto: gik\" width=\"380\" height=\"257\"  \/>Fundst\u00fccke aus den Ausgrabungen der Mainzer Johanniskirche. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Kreditbeziehungen waren im Mittelalter n\u00e4mlich zwar ebenso allt\u00e4glich wie heute, doch die Kirche verdammte Kreditgeber meist als unmoralische Wucherer \u2013 nicht umsonst war das Geldverleihen einer der wenigen Berufe, der Juden gestattet war: Sie galten ohnehin als \u201eunrein\u201c, also konnten sie auch das schm\u00e4hliche Gesch\u00e4ft des Geldverleihs betreiben. Dass die j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger dabei oft schwer reich wurden, machte sie dann umso verd\u00e4chtiger \u2013 und f\u00f6rderte Stereotype, die sich bis heute in antisemitischen Vorstellungen halten.<\/p>\n<p>Das Problem dabei: Banken in unserer heutigen Form gab es damals noch nicht, man brauchte also private Finanziers oder professionelle Geldleiher \u2013 oder andere Formen des Kredits. So wurde auch die Kirche zum Kreditgeber, und fand sich in einem moralischen Dilemma wieder: Man verdammte das Erheben von Zinsen als Wucher \u2013 und tat es doch selbst.<\/p>\n<p>Cluse ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arye Maimon-Institut f\u00fcr Geschichte der Juden der Universit\u00e4t Trier. Er war an mehreren Forschungsprojekten zur j\u00fcdischen Geschichte im Mittelalter beteiligt, zuletzt auch am Welterbe-Antrag der SchUM-St\u00e4tten in Speyer, Worms und Mainz. Sein Vortrag beginnt um 19.00 Uhr, eine Anmeldung ist nicht n\u00f6tig, der Eintritt ist frei. Eingang: West\/Johannisstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.paypal.com\/donate\/?hosted_button_id=U2JXRHJU55VTQ\" target=\"_blank\" aria-label=\"Mainz&amp; Signet mit Spendebutton\" rel=\"noopener\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1756151487_342_Mainz-Signet-mit-Spendebutton-e1726253158583.jpg\" alt=\"\" width=\"580\" height=\"505\"\/><\/a>Fair Finance, Mitsingkonzert &amp; Wortakrobatik: Der Groschen f\u00e4llt<\/p>\n<p>Am Montag, den 22. September, l\u00e4dt der Alte Dom dann zu einer Veranstaltung zum Thema \u201eFair Finance\u201c, im Rahmen der Fairen Woche 2025 dreht sich dann alles um \u201egr\u00fcne\u201c und \u201enachhaltige\u201c Geldanlagen. Zu Gast ist Dr. Jennifer Achten-Gozdowski, Zentrum<br \/>gesellschaftliche Verantwortung der EKHN. Einen Tag zuvor, am Sonntag, den 21., September 2025 dreht sich bereits musikalisch alles um \u201eMONEY MONEY MONEY\u201c \u2013 beim Mitsingkonzert. Begleitet von einer Band und unterst\u00fctzt durch den POP-UP-Chor besingt das Publikum mit bekannten Pop-Songs rund ums liebe Geld die Kraft des Singens und der Gemeinschaft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-56628\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Altar-im-Alten-Dom-St.-Johannis-bei-Museumsnacht-2025-kleiner-300x204.jpg\" alt=\"Der Alte Dom St. Johannis bei der Museumsnacht 2025. - Foto: gik\" width=\"380\" height=\"258\"  \/>Der Alte Dom St. Johannis bei der Museumsnacht 2025. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Am Freitag, den 29. August 2025, gibt es zudem \u201eWilde Worte\u201c im Alten Dom, beim Poetry Slam n\u00e4mlich. Wortakrobatik \u201eat its best\u201c erklingt dann ab 19.00 Uhr, das Publikum entscheidet, wer die Herzen der Zuschauer gewinnt. Die Poeten tragen ihre Texte zum Thema Kirche und Geld vor, \u201epolitisch und vertr\u00e4umt, lustig und ernsthaft, Alltagsgeschichte und literarischer Rock\u2019n\u2019Roll\u201c, verspricht die Ank\u00fcndigung. Der Eintritt kostet 10,- Euro an der Abendkasse.<\/p>\n<p>Und am Sonntag, den 14. September 2025 (12.00-17.00 Uhr), k\u00f6nnt Ihr nat\u00fcrlich auch beim Tag des Offenen Denkmals im Alten Dom einen tiefen Blick hinter die Kulissen werfen \u2013 ganz buchst\u00e4blich: Noch immer g\u00e4hnt im Boden der Kirche ein tiefes Loch mit Gr\u00e4bern, Mauern und dem <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/es-ist-erkanbald-abschlussbericht-zum-sarkophag-in-der-johanniskirche-bestaetigt-identitaet-als-erzbischof\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Grab des Erzbischofs Erkanbald<\/a>. Der Tag des Offenen Denkmals steht denn auch im Alten Dom St. Johannis unter der \u00dcberschrift \u201eWertvoll\u201c \u2013 es geht unter anderem um das Sanierungs- und Ausgrabungsprojekt selbst, seine Finanzen, Techniken und die Frage: Wie findet Kirche auf einer Baustelle statt?<\/p>\n<p><strong>Info&amp; auf Mainz&amp;:<\/strong> Das ganze Programm des Themenjahrs \u201eF\u00e4llt der Groschen?\u201c findet Ihr mit vielen anderen Informationen zum Alten Dom St. Johannis <a href=\"https:\/\/alter-dom-mainz.de\/startseite.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier im Internet<\/a>. Mehr zur Grabungsgeschichte des Alten Dom St. Johannis <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/der-alte-dom-von-mainz-ausgrabungen-johanniskirche\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">lest Ihr hier bei Mainz&amp;<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWenn der Groschen f\u00e4llt\u201c, hei\u00dft in diesem Jahr eine Themenreihe im Alten Dom St. Johannis in Mainz, und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":372750,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[101535,3364,29,548,663,3934,30,13,2052,46966,101536,14,15,12,101537,4544],"class_list":{"0":"post-372749","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-alter-dom-zu-mainz","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-hessen","17":"tag-johanniskirche","18":"tag-kirche-und-geld","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-wenn-der-groschen-faellt","23":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115091150458094365","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=372749"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372749\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/372750"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=372749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=372749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=372749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}