{"id":372773,"date":"2025-08-25T20:04:11","date_gmt":"2025-08-25T20:04:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/372773\/"},"modified":"2025-08-25T20:04:11","modified_gmt":"2025-08-25T20:04:11","slug":"drei-jahre-russische-gefangenschaft-ex-buergermeister-von-cherson-ist-frei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/372773\/","title":{"rendered":"Drei Jahre russische Gefangenschaft: Ex-B\u00fcrgermeister von Cherson ist frei"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Berlin taz | \u201eSlawa Ukraini\u201c (Ruhm der Ukraine), das sind die ersten Worte, die Wolodymyr Mykolaienko \u2013 eine ukrainische Fahne um den Hals geschlungen \u2013 \u00fcber die Lippen kommen. Dann sagt er: \u201eJunge Menschen brechen unter diesem Druck zusammen. Die \u00c4lteren haben viel durchgemacht, und die Hauptaufgabe der russischen Beh\u00f6rden besteht darin, uns physisch und moralisch zu zerst\u00f6ren. Das schaffen sie.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">V\u00f6llig gebrochen und zerst\u00f6rt scheint Mykolaienko nicht zu sein. Doch es braucht schon einige Fantasie, die kahlk\u00f6pfige und ausgemergelte Gestalt wieder zu erkennen, wenn man \u00e4ltere Fotos von ihm betrachtet. Doch jetzt hat das Martyrium ein Ende. Mykolaienko ist wieder frei \u2013 nach \u00fcber dreieinhalb Jahren in russischer Gefangenschaft. Der fr\u00fchere B\u00fcrgermeister von Cherson geh\u00f6rt zu den 146 ukrainischen Inhaftierten, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/ukraine-gefangenenaustausch-146.html\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">die am vergangenen Sonntag<\/a>, dem Unabh\u00e4ngigkeitstag der Ukraine, im Rahmen einer Austauschaktion zwischen Moskau und Kyjiw nach Hause zur\u00fcck gekehrt sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">In der s\u00fcdukrainischen Hafenstadt Cherson, das gleichnamige Gebiet ist aktuell in Teilen von russischen Truppen besetzt, wird Mykolaienko am 8. April 1960 geboren. An Instituten in Cherson und Sewastopol l\u00e4sst er sich zum Schiffsmechaniker ausbilden. Von 1993 bis 2006 ist er Chef eines Privatunternehmens. Danach geht er in die Politik und schafft den Sprung in das Stadtparlament von Cherson. Vier Jahre sp\u00e4ter verteidigt er seinen Sitz.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">W\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/taz.de\/10-Jahre-Maidan-Proteste\/!5970961\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Euromaidan-Proteste<\/a> 2013 und 2014, die mit dem Sturz des damaligen Pr\u00e4sidenten Wiktor Janukowitsch enden, schl\u00e4gt sich Mykolaienko auf die Seite der Regierungskritiker*innen. Laut des ukrainischen Webportals zensor.net soll er die Nacht vom 18. auf den 19. Februar 2014, als Janukowitschs Berkut-Einheiten auf die De\u00admons\u00adtran\u00adt*in\u00adnen schie\u00dfen, auf dem Unabh\u00e4ngigkeitsplatz in Kyjiw verbracht haben.<\/p>\n<p>      2022 lie\u00df er einen kranken Mitgefangenen den Vortritt<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Im Mai 2014 wird Mykolaienko bei au\u00dferplanm\u00e4\u00dfigen Wahlen erstmals zum B\u00fcrgermeister von Cherson gew\u00e4hlt. Er sei wohl das erste Stadtoberhaupt von Cherson, das mit einem \u00f6ffentlichen Minibus zur Arbeit fahre und in einer ganz gew\u00f6hnlichen Plattenbauwohnung lebe, wei\u00df zensor.net zu berichten. Anfang 2015 \u2013 im S\u00fcden und Osten der Ukraine finden \u201epro-russische Kundgebungen\u201c statt \u2013 macht Mykolaienko eine klare Ansage: \u201eCherson ist ukrainisch. Das war es, ist es und wird es sein. Wir werden lokale Separatisten oder separatistische Akteure von au\u00dfen nicht mit Brot und Salz begr\u00fc\u00dfen. Wenn n\u00f6tig werden wir schie\u00dfen, um zu t\u00f6ten. Alle sind gewarnt und verstehen den Ernst der Lage\u201c, zitierten ihn ukrainische Medien damals. Im Herbst stehen erneut Lokalwahlen an. Im November desselben Jahres gewann er die Stichwahl bei den diesmal planm\u00e4\u00dfigen Wahlen und sicherte sich eine f\u00fcnfj\u00e4hrige Amtszeit.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Am 25. April 2022 besetzten russische Truppen das Stadtparlament von Cherson. Eine Woche zuvor hatten sie Mykolaienko entf\u00fchrt, weil er sich weigerte, mit den Besatzern zu kollaborieren. Auch Drohungen, ihm die Beine zu brechen, \u00e4nderten daran nichts. Zun\u00e4chst verliert sich seine Spur, doch dann best\u00e4tigt das Internationale Rote Kreuz seine Festnahme.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Laut <a href=\"https:\/\/taz.de\/Chef-der-Praesidialverwaltung-in-Ukraine\/!5659885\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Andrij Jermak<\/a>, dem Leiter des ukrainischen Pr\u00e4sidialamts, h\u00e4tte Mykolaienko bereits 2022 ausgetauscht werden k\u00f6nnen. Doch er \u00fcberlie\u00df einem schwer kranken Mitgefangenen den Vortritt. Doch jetzt ist er wieder da. Besonders Mykolaienkos Mutter wird sich freuen: Sie wird am Montag dieser Woche 91 Jahre alt. Ein Grund mehr zu feiern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin taz | \u201eSlawa Ukraini\u201c (Ruhm der Ukraine), das sind die ersten Worte, die Wolodymyr Mykolaienko \u2013 eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":372774,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-372773","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115091201658113719","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372773","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=372773"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372773\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/372774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=372773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=372773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=372773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}