{"id":373303,"date":"2025-08-26T01:05:21","date_gmt":"2025-08-26T01:05:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/373303\/"},"modified":"2025-08-26T01:05:21","modified_gmt":"2025-08-26T01:05:21","slug":"dual-use-gueter-als-chance-warum-der-ruestungsboom-die-gebeutelte-autobranche-nicht-rettet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/373303\/","title":{"rendered":"Dual-Use-G\u00fcter als Chance: Warum der R\u00fcstungsboom die gebeutelte Autobranche nicht rettet"},"content":{"rendered":"<p>                    Dual-Use-G\u00fcter als Chance<br \/>\n                Warum der R\u00fcstungsboom die gebeutelte Autobranche nicht rettet<\/p>\n<p>\t\t\t\t              25.08.2025, 20:25 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Die deutsche Autobranche kriselt heftig, die R\u00fcstungsproduktion w\u00e4chst dagegen schnell. Ein Wechsel von der notleidenden in die boomende Branche liegt nahe, ist allerdings schwierig.<\/strong><\/p>\n<p>Schrumpfender Absatz, sinkende Erl\u00f6se selbst bei den Branchenriesen &#8211; die deutsche Automobilindustrie steckt in einer tiefen Krise, und mit ihr die vielen Zulieferer. Das Gesch\u00e4ft mit R\u00fcstungsg\u00fctern dagegen brummt angesichts der immens gestiegenen Investitionen in die Verteidigung. Steckt hier die gro\u00dfe Chance f\u00fcr so manches Unternehmen?<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Abschwung sind vielf\u00e4ltig, reichen von US-Z\u00f6llen bis hin zu Absatzproblemen im wichtigen chinesischen Markt. Einige Beispiele: Bei BMW brach der Gewinn im ersten Halbjahr 2025 um mehr als ein Viertel ein, bei VW um mehr als ein Drittel, bei Mercedes-Benz um mehr als die H\u00e4lfte.<\/p>\n<p>In der Folge bleiben bei Zulieferern Auftr\u00e4ge beispielsweise in Rheinland-Pfalz und im Saarland aus, dazu kommen Kosten f\u00fcr den Wandel hin zum Elektromotor. ZF etwa streicht Tausende Stellen, auch in Saarbr\u00fccken. Auch andere Zulieferer wie Bosch oder Continental mit Standorten in der Region wollen Jobs abbauen. K\u00f6nnen die gebeutelten Unternehmen Auftragsb\u00fccher f\u00fcllen und Jobs erhalten, wenn sie in den Markt f\u00fcr R\u00fcstungs- oder Dual-Use-G\u00fcter einsteigen, also f\u00fcr G\u00fcter, die sowohl zivil als auch milit\u00e4risch genutzt werden k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Der Verband der Automobilhersteller (VDA) ist eher skeptisch. Die wachsende Nachfrage aus dem Bereich Dual Use und R\u00fcstung sei f\u00fcr Unternehmen mit ihrem Know-how nat\u00fcrlich eine Option, sagt ein Sprecher. &#8222;Gleichzeitig werden sich die \u00f6ffentlich debattierten Erwartungen an die Schaffung von alternativen Arbeitspl\u00e4tzen aber mit hoher Wahrscheinlichkeit als \u00fcberh\u00f6ht herausstellen.&#8220;<\/p>\n<p>\u00c4hnlich klingt das beim Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Landesvereinigung Unternehmerverb\u00e4nde Rheinland-Pfalz, Karsten Tacke. Dual-Use- und r\u00fcstungsnahe Technologien k\u00f6nnten der Auto- und Zulieferindustrie zus\u00e4tzliche M\u00e4rkte erschlie\u00dfen, seien aber kein Allheilmittel und passten nicht zu jedem Gesch\u00e4ftsmodell. &#8222;Am Ende z\u00e4hlt die unternehmerische Entscheidung jedes Betriebs &#8211; selbstverst\u00e4ndlich im Rahmen von Exportkontrollen und Compliance.&#8220;<\/p>\n<p>Komplexe Neuausrichtung<\/p>\n<p>F\u00fcr den VDA steht fest: &#8222;Die m\u00f6glichen neuen Arbeitspl\u00e4tze werden keinesfalls die durch die Transformation und die mangelnde Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standorts gef\u00e4hrdeten Arbeitspl\u00e4tze ersetzen k\u00f6nnen.&#8220; Au\u00dferdem seien die Anforderungen an eine solche neue Ausrichtung sehr komplex, eine einfache Umstellung von Kapazit\u00e4ten sei nicht machbar.<\/p>\n<p>Wie Branchenexperten sagen, geht es um andere Sicherheitsanforderungen an die Produktion. Zertifizierungs-, Pr\u00fcf- oder Normierungsverfahren sind in der Wehrtechnik ganz anders als im Pkw- und im zivilen Nutzfahrzeugsektor. Ein Fachmann f\u00fcr Nutzfahrzeuge ist Martin Thul vom Commercial Vehicle Cluster S\u00fcdwest in Kaiserslautern, ein Netzwerk von in der Branche t\u00e4tigen Akteuren. Er sieht f\u00fcr Unternehmen aus diesem Bereich einen wesentlich k\u00fcrzeren Weg hin zu Dual-Use- oder R\u00fcstungsg\u00fctern als im Pkw-Segment. Pkw seien ein Konsumgut, st\u00fcnden die meiste Zeit herum. Nutzfahrzeuge seien intensiv im Einsatz, w\u00fcrden stark beansprucht &#8211; Dinge, die zu einer milit\u00e4rischen Nutzung passen. Ein Lkw diene dem Transport, sei es von Menschen oder G\u00fctern &#8211; letztere k\u00f6nnten Nahrungsmittel oder Granaten sein.<\/p>\n<p>Doch auch Thul verweist auf hohe Sicherheitsanforderungen im milit\u00e4rischen Bereich, auch m\u00fcssten f\u00fcr die Teilnahme an F\u00f6rderprogrammen viele Auflagen beachtet werden. Im R\u00fcstungssektor k\u00f6nnten von der Antragstellung f\u00fcr ein Projekt bis zu dessen Start gut und gerne zwei Jahre vergehen, sagt Thul. Im zivilen Bereich sei ein Projekt dann h\u00e4ufig fast schon vor dem Abschluss.<\/p>\n<p>Hinzu komme, dass es f\u00fcr alle m\u00f6glichen Komponenten immens hohe Anforderungen gebe und Firmen lange Service- und Instandsetzungszeiten garantieren sowie Ersatzteile lange vorhalten m\u00fcssten. Es sei kl\u00fcger, Produkte erst f\u00fcr eine zivile Nutzung zu entwickeln und sie gegebenenfalls an den milit\u00e4rischen Bereich anzupassen.<\/p>\n<p>&#8222;Da hat Deutschland einen Standortvorteil&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Krieg funktioniert heute anders als fr\u00fcher&#8220;, sagt Thul. Um daf\u00fcr gewappnet zu sein und passende Innovationen zu entwickeln, m\u00fcsse branchen\u00fcbergreifend gedacht werden, in Systemen, nicht einzelnen Komponenten, sagt Thul. &#8222;Projektverb\u00fcnde sind eine Chance f\u00fcr die Fahrzeugindustrie&#8220;, betont er. Es brauche Zulieferer, die chemische Industrie, IT- und Software-L\u00f6sungen, ein gro\u00dfes Paket. &#8222;Da haben wir in Deutschland einen Standortvorteil.&#8220; Denn hierzulande sei das Spektrum spezialisierter Unternehmen gro\u00df.<\/p>\n<p>Das trifft auch auf Rheinland-Pfalz zu, genannt seien etwa Daimler Truck mit seinem Werk in W\u00f6rth, John Deere in Kaiserslautern, der Baumaschinenhersteller Volvo in Konz oder die General Dynamics European Land Systems-Bridge Systems GmbH in Kaiserslautern, die unter anderem milit\u00e4rische Br\u00fcckensysteme herstellt. Und das in Nachbarschaft zum Deutschen Forschungszentrum f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz (DFKI) oder dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr Experimentelles Software Engineering (IESE).<\/p>\n<p>Daimler Truck senkte zwar k\u00fcrzlich seinen Ausblick, verspricht sich aber in Zukunft mehr Gesch\u00e4ft mit milit\u00e4rischen Lkw. 2024 machte der Umsatz damit wie in den Vorjahren rund ein Prozent des gesamten Umsatzes aus. &#8222;Vor dem Hintergrund der aktuellen verteidigungspolitischen Herausforderungen erwarten wir, dass die Nachfrage in den kommenden Jahren steigen wird und wir das Gesch\u00e4ft im &#8222;Defence&#8220; Bereich perspektivisch ausbauen werden&#8220;, hei\u00dft es. Der &#8222;Defence&#8220;-basierte Umsatz soll bis 2030 verdoppelt werden.<\/p>\n<p>Daimler Truck setzt seinerseits verst\u00e4rkt auf Partnerschaften, beispielsweise mit ARX Robotics oder Arquus. ARX Robotics ist ein Spezialist f\u00fcr unbemannte autonome Landsysteme in M\u00fcnchen. Hier geht es um Integration von Robotik- und KI-Technologien in Fahrzeugplattformen von Daimler Truck. Bei der Kooperation mit dem franz\u00f6sischen Milit\u00e4rfahrzeughersteller Arquus ist ein Ziel, gemeinsam milit\u00e4rische Radfahrzeuge zu entwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dual-Use-G\u00fcter als Chance Warum der R\u00fcstungsboom die gebeutelte Autobranche nicht rettet 25.08.2025, 20:25 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":373304,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[371,175,170,169,3916,29,30,1962,171,174,747,173,172,55],"class_list":{"0":"post-373303","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-autoindustrie","9":"tag-business","10":"tag-companies","11":"tag-companies-markets","12":"tag-deutsche-autobauer","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-lkw","16":"tag-markets","17":"tag-maerkte","18":"tag-ruestungsindustrie","19":"tag-unternehmen","20":"tag-unternehmen-maerkte","21":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115092384897485599","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/373303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=373303"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/373303\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/373304"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=373303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=373303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=373303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}