{"id":37332,"date":"2025-04-16T20:11:07","date_gmt":"2025-04-16T20:11:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/37332\/"},"modified":"2025-04-16T20:11:07","modified_gmt":"2025-04-16T20:11:07","slug":"mit-drohne-aber-ohne-minister-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/37332\/","title":{"rendered":"Mit Drohne, aber ohne Minister \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>\u00bbLernlust statt Schulfrust\u00ab, schallt es \u00fcber den Nordplatz. Eine Drohne kreist \u00fcber den K\u00f6pfen, h\u00e4lt den polytechnischen Protest fotografisch fest. Rund hundert junge Menschen, die die Leibnizschule besuchen, haben sich der Aktion auf der Gr\u00fcnfl\u00e4che angeschlossen, ihre Lehrerinnen und Lehrer auch. Sie protestieren gegen den Ma\u00dfnahmenplan des Freistaats zur Bek\u00e4mpfung des Unterrichtsausfalls. <a href=\"https:\/\/kreuzer-leipzig.de\/2025\/04\/12\/bildungspaket-sachsen-21-massnahmen-gew-cdu-conrad-clemens-burkhard-naumann-lehrer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Am Vorhaben von Kultusminister Conrad Clemens (CDU) gab es bereits in der vergangenen Woche Kritik.<\/a> Die 21 Ma\u00dfnahmen sollen im Mai beschlossen werden, die Aktion im Leipziger Norden macht dagegen Front.<\/p>\n<p>\u00bbBei uns war er noch nicht\u00ab, sagt Jana Brinkmann zu Clemens\u2019 Vorhaben, hundert Schulen an hundert Tagen zu besuchen. \u00bbEr hatte sich bisher nur angek\u00fcndigt, sich aber kein Bild vor Ort gemacht.\u00ab Nicht der ausbleibende Besuch treibt die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler samt Lehrpersonal in der Hofpause auf den Nordplatz. Brinkmann, die Geschichte und Deutsch unterrichtet, zeigt sich entt\u00e4uscht, dass das Schulpersonal einfach \u00fcbergangen wird. \u00bbWir fordern, dass er alle Meinungen h\u00f6rt, mit uns das Gespr\u00e4ch sucht, statt \u00fcber die Lehrer und Lehrerinnen hinwegzugehen. Wir haben Augenh\u00f6he verdient.\u00ab Sie \u00e4rgert sich zudem \u00fcber die Unwissenschaftlichkeit des Vorgehens. \u00bbWir m\u00fcssen seit Anfang des Schuljahrs unsere Arbeitszeiten erfassen f\u00fcr eine Studie des Ministeriums. Diese ist noch nicht abgeschlossen, nicht ausgewertet und dennoch werden Ma\u00dfnahmen beschlossen.\u00ab Es sei ja gut, dass das Problem des Lehrkr\u00e4ftemangels erkannt wurde, sagt Brinkmann. Aber den bek\u00e4mpfe man nicht mit weiterer \u00dcberforderung. Aus diesem Grund hat das Kollegium des Leibniz-Gymnasiums einen \u00bbBrandbrief\u00ab an Clemens formuliert, der dem kreuzer vorliegt.<\/p>\n<p>Darin wird der Fokus der Ma\u00dfnahmen auf Effizienz kritisiert, der aus dem wirtschaftlichen Denken entstamme. \u00bbSchulen sind keine Unternehmen, sondern Orte des Lernens, der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung und der sozialen Teilhabe\u00ab, schreibt das Kollegium im Brief. Statt kurzfristigem Aktionismus fordert die Lehrerinnen und Lehrer langfristige Reformen, etwa eine Verbesserung der Infrastruktur, mehr Schulsozialarbeit, die Einf\u00fchrung des Abiturs nach 13 Jahren (G9) und die Diskussion einer Systemreform: Die \u00bbEinf\u00fchrung eines zweigliedrigen Schulsystems analog Finnland, um Durchl\u00e4ssigkeit und Chancengleichheit zu f\u00f6rdern.\u00ab<\/p>\n<p>Nicht uneigenn\u00fctzig f\u00e4llt die Beteiligung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus. \u00bbAls uns die Lehrer von der Aktionsidee erz\u00e4hlten, beschlossen wir gleich mitzumachen\u00ab, sagt Ciara, die als Stellvertreterin im Leibniz-Rat sitzt, wie der Sch\u00fcler-und-Sch\u00fclerinnen-Rat an der Schule hei\u00dft. Sie haben extra die gro\u00dfe Pause gew\u00e4hlt, um nicht weiteren Stundenausfall zu erzeugen. \u00bbSicher muss der Beruf attraktiver werden, aber das schafft man nicht mit solchen kurzfristigen Ma\u00dfnahmen\u00ab, sagt Ciara. Sie bef\u00fcrchtet, dass sich die Qualit\u00e4t des Unterrichts verschlechtert, wenn die Vorbereitungszeit zusammengestrichen wird und Grundschullehrer an die Oberschulen versetzt werden. \u00bbDer Unterricht wird leiden, das Burnout-Risiko vermutlich steigen.\u00ab Auch von der Ministerial-Idee, Ausf\u00e4lle mit mehr Distanzunterricht abzufangen, h\u00e4lt Ciara nicht viel. \u00bbTechnische M\u00f6glichkeiten k\u00f6nnen nicht alles ausgleichen.\u00ab Nicht jeder und jede habe die digitalen Mittel, sich an Tele-Unterricht zu beteiligen. Nicht allen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern st\u00fcnde ein eigenes Zimmer zur Verf\u00fcgung, um so in Ruhe dem Fernunterricht zu folgen. \u00bbDie Schule sollte doch unser Lernort sein, wo das Umfeld stimmt.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00bbLernlust statt Schulfrust\u00ab, schallt es \u00fcber den Nordplatz. 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