{"id":373734,"date":"2025-08-26T05:16:12","date_gmt":"2025-08-26T05:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/373734\/"},"modified":"2025-08-26T05:16:12","modified_gmt":"2025-08-26T05:16:12","slug":"londons-kampf-gegen-die-insel-der-feuchttuecher-in-der-themse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/373734\/","title":{"rendered":"Londons Kampf gegen die Insel der Feuchtt\u00fccher in der Themse"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 26.08.2025 06:26 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>&#8222;Wet Wipe Island&#8220; gilt als Schandfleck der Themse. Massen von Feuchtt\u00fcchern, die Londoner \u00fcber die Toilette entsorgt haben, hatten sich wie eine Insel am Flussufer aufget\u00fcrmt. Jetzt wird sie aufw\u00e4ndig abgetragen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/mareike-aden-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Mareike Aden\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/mareike-aden-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSogar einen eigenen Eintrag auf Google Maps hat Londons ber\u00fcchtigte Feuchtt\u00fccher-Insel \u00fcber die Jahre bekommen: &#8222;Wet Wipe Island&#8220; ganz in der N\u00e4he der Hammersmith-Br\u00fccke im S\u00fcdwesten Londons sei ein &#8222;kulturelles Wahrzeichen&#8220;, steht dort. Darunter zahlreiche ironische Bewertungen, was f\u00fcr eine wunderbare Sehensw\u00fcrdigkeit die Insel doch sei, gepaart mit Kommentaren wie &#8222;eklig&#8220;, &#8222;einfach nur schockierend&#8220; oder &#8222;da muss doch mal aufger\u00e4umt werden&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGenau das passiert jetzt &#8211; und zwar im Auftrag der London Port Authority, der Hafen- und Wasserstra\u00dfenbeh\u00f6rde der britischen Hauptstadt. Seit Mitte August ist t\u00e4glich ein Bagger an diesem Abschnitt des Themse-Ufers im Einsatz. Wann immer es die Gezeiten erlauben, tastet er sich langsam vorw\u00e4rts auf den Abschnitt zwischen Ufer und Flussbett und l\u00e4sst dann seinen gitterartigen Baggerl\u00f6ffel herunter in die schwarze, weiche Masse.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Die Insel aus Toilettenabf\u00e4llen ver\u00e4nderte sogar den Verlauf der Themse in London.\n                    <\/p>\n<p>    Fl\u00e4che zweier Tennispl\u00e4tze<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuf den ersten Blick sieht sie aus wie schwarz-brauner Schlamm. Doch bei einem genaueren Blick erkennt man, wie tuchartige Fasern &#8211; die R\u00fcckst\u00e4nde der Feuchtt\u00fccher &#8211; aus dem Flussbett gek\u00e4mmt werden. Dann r\u00fcttelt der Fahrer so lange mit dem Greifer, bis der \u00fcbrige Matsch wieder auf den Boden f\u00e4llt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das R\u00fctteln ist der wichtigste Schritt, damit wir nur die \u00dcberreste der Feuchtt\u00fccher entfernen und nichts vom Flussbett oder gar Lebewesen&#8220;, sagt Emily McLean, die das Projekt vor Ort f\u00fcr die London Port Authority \u00fcberwacht. &#8222;Wir sind froh, die Reinigung hier endlich anzugehen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Insel aus den Toilettenabf\u00e4llen hatte sich zu einer Fl\u00e4che von der Gr\u00f6\u00dfe zweier Tennispl\u00e4tze angesammelt, stellenweise bis zu einem Meter hoch. Die Insel ver\u00e4nderte sogar den Flussverlauf und belastet durch Mikroplastik die Tier- und Pflanzenwelt. Nun werde sich die Wasserqualit\u00e4t wieder verbessern, meint McLean.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Emily McLean von der London Port Authority \u00fcberwacht das Abtragen der Feuchtt\u00fccher-Insel.\n                    <\/p>\n<p>    Ungefiltertes Abwasser in die Themse<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Grund, dass die \u00dcberreste der Feuchtt\u00fccher \u00fcberhaupt hier sind: Die Bewohner Londons haben sie in der Toilette heruntergesp\u00fclt, statt die T\u00fccher \u00fcber den Restm\u00fcll zu entsorgen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAu\u00dferdem gibt es in vielen britischen St\u00e4dten ein veraltetes Kanalisationssystem, bei dem Regenwasser und Abwasser im selben Kanal laufen. Wenn etwa bei starkem Regen die viktorianische Kanalisation \u00fcberl\u00e4uft, leitet der umstrittene Wasserversorger Thames Water einen Teil des Mischwassers ungefiltert in die Themse &#8211; und damit auch die heruntergesp\u00fclten Feuchtt\u00fccher.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNun sollen im Laufe mehrerer Wochen sch\u00e4tzungsweise 180.000 Tonnen der Feuchtt\u00fccher-Masse abgetragen und entsorgt werden. Der Zeitpunkt daf\u00fcr sei auch deshalb ideal, weil ein neuer, rund 25 Kilometer langer Abwassertunnel seit Anfang des Jahres dazu beitragen soll, dass die Feuchtt\u00fccher sich in dieser Form nicht noch einmal ansammeln, so McLean. Denn durch den Tunnel, der weitgehend unter der Themse entlang f\u00fchrt, werden die Mischwasser-\u00dcberl\u00e4ufe aufgefangen und in eine Kl\u00e4ranlage geleitet.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Felicity Rhodes von der Umweltschutzorganisation Thames 21 fordert eine bessere Abwasserinfrastruktur in London.\n                    <\/p>\n<p>    Hersteller m\u00fcssen plastikfreie Alternativen entwickeln<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Umweltsch\u00fctzerin Felicity Rhodes von der Organisation Thames 21 steht am Ufer und beobachtet die Baggerarbeiten. Thames 21 hat sich auf den Schutz der Themse spezialisiert, und die Feuchtt\u00fccher-Insel ist den Aktivistinnen und Aktivisten schon seit Jahren ein Dorn im Auge. &#8222;Hier in dieser Flussbiegung flie\u00dft das Wasser etwas langsamer, und die schweren Feuchtt\u00fccher h\u00e4ufen sich und t\u00fcrmen sich auf zu kleinen Bergen oder wickeln sich um Zweige und Pflanzen.&#8220; Dort sammelten sich dann immer mehr der &#8222;wet wipes&#8220; an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRegelm\u00e4\u00dfig haben Aktivistinnen und Aktivsten von Thames 21 in m\u00fchsamer Handarbeit gez\u00e4hlt, wie viele Feuchtt\u00fccher sich exemplarisch pro Quadratmeter angesammelt haben und sie dann entfernt.\u00a0&#8222;Es war immer klar, dass hier ein Bagger ran muss, und es ist gro\u00dfartig, dass das jetzt passiert&#8220;, sagt Rhodes.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Aktivistin fordert: &#8222;Jetzt m\u00fcssen die Menschen aber auch aufh\u00f6ren, Feuchtt\u00fccher einfach in die Toilette zu werfen.&#8220; Aber auch das reiche nicht. &#8222;Feuchttuch-Hersteller m\u00fcssen plastikfreie Alternativen entwickeln. Und Abwasserfirmen m\u00fcssen in bessere Infrastruktur investieren, damit Feuchtt\u00fccher gar nicht erst in unsere Fl\u00fcsse gelangen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        180.000 Tonnen Feuchtt\u00fccher-Masse sollen aus der Themse geborgen und entsorgt werden.\n                    <\/p>\n<p>    Ekelvideos sorgen f\u00fcr Aufmerksamkeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBereits im April 2024 k\u00fcndigte die britische Regierung, damals noch unter F\u00fchrung der Konservativen, ein Gesetz zum landesweiten Verkauf- und Lieferverbot von Feuchtt\u00fcchern mit Plastik-Anteil<strong> <\/strong>an. Es soll Hersteller ermutigen, plastikfreie Alternativen anzubieten. Das Gesetz ist aber noch nicht verabschiedet. &#8222;Auch gesetzlich muss es endlich Fortschritt geben&#8220;, sagt die Umweltaktivistin.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie London Port Authority hofft ebenso wie Thames 21, dass die viele Aufmerksamkeit, die die Feuchtt\u00fccher-Insel durch die Aufr\u00e4umaktion in diesen Tagen im ganzen Land bekommt &#8211; insbesondere auch durch Ekelvideos in den Sozialen Medien -, mehr Menschen motiviert, Feuchtt\u00fccher k\u00fcnftig \u00fcber den M\u00fcll zu entsorgen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNoch bis Anfang September werden die Arbeiten laufen. Aufschub ist schwierig, denn das betroffene Gebiet reicht bis auf das Gel\u00e4nde einer Londoner Privatschule, und dort beginnt dann wieder der Unterricht. Auf Google Maps jedenfalls ist &#8222;Wet Wipe Island&#8220; bereits kurz nach Beginn der Arbeiten verschwunden &#8211; wer die \u00c4nderung vorgeschlagen oder veranlasst hat, ist nicht bekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 26.08.2025 06:26 Uhr &#8222;Wet Wipe Island&#8220; gilt als Schandfleck der Themse. 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